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 Cottage 1

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Spielleitung
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BeitragThema: Cottage 1   Sa Okt 10, 2015 2:41 pm

Jedes Cottage hat ein Wohnzimmer mit Kochzeile, Sitzecke und großem Fernseher sowie einem Regal für allerlei Gemeinschaftszeug. In jedem Zimmer gibt es ein En Suite-Badezimmer mit Dusche, ein Doppelbett, einen Schrank, ein Regal und einen Schreibtisch.

Hier leben:
Sebastian Holmes
Emilía Sterling
David Gladwyn
Samia Miraz
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BeitragThema: Re: Cottage 1   Sa Nov 28, 2015 8:09 am

» Plot 9: fast wie fliegen
Frühlingsgefühle inklusive


Es ist ruhig auf der Ranch - der Sommer steht schon in den Startlöchern, und alle genießen das gute Wetter, das endlich mal Einzug hält. Alles keimt und gedeiht - und nicht nur in der Natur. Mit riesigen Schritten eilt das Ende des ersten Schuljahres auf die Schüler zu, es muss gelernt und Klausuren geschrieben werden. Die Auszubildenden müssen sich auf die Jahresabschlussprüfung vorbereiten, die Lehrer und Ausbilder auf die Stellung der Abschlussklausuren. Es dauert keine zwei Monate mehr, da dürfen sich alle für zwei Monate von der Ranch verabschieden - aber deswegen friert das rege Leben noch lange nicht ein.

Es ist ein ruhiger Maisamstag - die Sonne scheint, es sind angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad. Die meisten Schüler, Azubis und Lehrer gönnen sich mal eine Pause vom Alltag: genug gebüffelt, man reitet lieber mal aus oder geht mit seinen Freunden in die Stadt. Oder man bereitet sich auf das in zwei Wochen anstehende Sommerturnier vor - ganz, wie es einem beliebt.

## 10. Mai 2014 ;; 14:00, nach dem Mittagessen
## sonnig, ein paar kleine Wölkchen, 20°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte
## Idee für Ideenlose: Training und Planung fürs Sommerturnier am 23.-25. Mai!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Sa Jan 16, 2016 10:18 am

Der Frühsommer zählte zu Rahels liebsten Jahreszeiten. Es war warm genug, um die Jacken während des Tages im Schrank hängen zu lassen, um ins Gelände zu gehen und beim Training der Pferde nicht mehr auf die Halle angewiesen zu sein, weil es sonst entweder zu kalt, zu windig oder zu nass war. In dieser Zeit des Jahres erschlugen eine auch nicht mehr die zahllosen Düfte von Blumen, Bäume, Blüten, Gräsern und co., nein, viel eher wurde dieser Mischmasch aus Süßlichkeit ersetzt durch den wahren und ehrlich Geruch von Gras, Sommer und Sonne. Letztere setzte sich zwar noch nicht so stark durch, wie die gebürtige Israeli es sich wünschte, doch es war ein Anfang, den sie zu genießen gedachte. Ganz besonders, da heute Nachmittag ihr freier Nachmittag war.
Die Pferde, die sie weiterbilden sollte, standen ausreichend erschöpft und um die ein oder andere Lektion reicher auf der Koppel; das Journal, welches sie diesbezüglich führte, war ebenfalls auf dem neusten Stand und sie im Begriff, ihre Freizeit bestmöglich zu verbringen.
Aus genau diesem Grund war sie auch gleich nach dem Mittagessen in der Kantine zurück in den Stall gegangen, um Cayenne zu putzen und zu satteln. Es war eine schiere Freude gewesen, zu sehen, wie gut sich die Stute in die neue Herde integriert hatte. Eigentlich hatte Rahel nichts anderes erwartet; die Schimmeldame war ein kleiner Sonnenschein mit Fesselbehang, suchte keine Konflikte und hatte noch nie Probleme damit gehabt, sich ihren Platz in der Welt zu sichern. In der – und in vielen anderen Hinsichten – war sie Rahels Vorbild, auch wenn die Endzwanzigerin das nie so zugegeben hätte. Vielleicht hatte sie hier ja auch einen neuen Platz gefunden, auch wenn sie wusste, dass sie noch nicht das arbeitete, was möglich war. Es klang vielleicht eigentümlich; immerhin leistete auch sie hier einen acht Stunden Job, doch bildete sie noch nur Pferde aus, nicht deren Reiter. Gerade letzterer Aspekt reizte sie und genau deshalb hatte sie sich vor Monaten auf diese Stelle beworben. Sie hatte sich auch nicht davor gescheut, Sebastian Holmes gegenüber offen anzugeben, dass sie unterrichten wollte, obwohl sie ihm verschwiegen hatte, dass sie darin in etwa so viel Erfahrung hatte, wie im Melken von Kühen, nämlich fast keine. Gut, letzteres hatte sie nicht besonders ausführlich dargelegt, aber der Blick aus den braunen Augen hatte ihr dennoch klargemacht, dass er durchaus verstanden hatte, was sie hinter den sorgsam gewählten Antworten eigentlich ausdrücken wollte.
Holmes war ja sowieso eine Geschichte für sich!
Auf der Ranch liefen auf jeden Fall unzählige interessante Figuren herum, manche mehr oder weniger freundlich und sympathisch, aber der Direktor faszinierte sie immer noch am meisten. Nein, es lag nicht daran, dass er Dressurreiter war und sie – leider – eine Schwäche für eben diese hatte. Viel eher war es die Art des Mannes, aus der sie einfach nicht schlau wurde. Überhaupt nicht schlau und das verärgert sie an manchen Tagen ebenso sehr wie es sie interessierte.
Deshalb war sie nun auch auf einer Mission unterwegs, die ebenso gut scheitern wie gelingen konnte.
Nachdem sie Cayenne geputzt hatte, war ihr die Idee gekommen, sodass sie ihr Pferd wieder in die Box gebracht hatte – in der Hoffnung, dass sie sich nicht wieder einsauen würde – und zurück zu ihrem Cottage gejoggt war. Vor der Tür hatte sie die Stallschuhe abgestreift und war die wenigen Meter bis zur Tür ihres Chefs gegangen. Da stand sie nun, doch noch zögerlich, ob sie wirklich anklopfen sollte oder nicht.
Holmes konnte schwierig sein, das hatte sie immerhin schon gemerkt. Auf harsche Worte und eine Absage hatte sie keine Lust. Doch die Lust auf Gesellschaft bei ihrem geplanten Ausritt überwog den Zweifel. Sie war mit Schlimmerem zurecht gekommen! Eine patzige Antwort ihres Chefs konnte sie durchaus verkraften.
Trotzdem schlug ihr Herz ein wenig schneller, als sie ihre Faust kurz gegen die Tür schnellen ließ und auf eine Antwort wartete. Unaufgefordert einzutreten barg die Gefahr, Dinge zu sehen, die sie nicht sehen wollte. Das war eben das Problem, wenn Schlaf- und Arbeitszimmer sich vier gemeinsame Wände teilten….

Erst, als sie hörte, dass er da und bereit für Besuch war - wenn auch nicht wirklich willens, welchen zu empfangen - drückte sie die Klinke herunter und betrat den Raum. Wie zu erwarten saß Holmes über einem Stapel Bücher oder Klassenarbeiten oder was auch immer. Rahel hatte nie verstanden, was einem daran gefallen konnte, stundenlang an einem Schreibtisch zu hocken, geschweige denn vor einer ganzen, großen, desinteressierten Gruppe von jungen Leuten zu stehen und denen etwas von Chemikalien zu erzählen. Doch Sebastian nahm seinen Beruf offensichtlich mehr als ernst. Zu ernst. Kein normaler Mensch saß bei diesem Wetter freiwillig am Schreibtisch!
"Hallo.... ich wollte fragen, ob du Lust hast, auszureiten. Das Wetter ist fantastisch und das hier" Mit einer Geste schloss sie den ganzen Schreibtisch ein. "ist nachher ja auch noch da.", fragte sie schließlich munter, auch wenn sie ahnte, dass ihr Gegenüber vielleicht nicht so begeistert von diesem Vorschlag sein dürfte.


[Frühsommer | Tagesablauf | Idee | zu Cottage | klopft an Sebastians Tür | Eintritt | Vorschlag]

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Zuletzt von Rahel Goldman am Mi Jan 20, 2016 9:03 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mi Jan 20, 2016 7:13 pm

Sebastian war schon immer lernwilliger als der allgemeine Durchschnitt gewesen. Schon als Kind hatte er immer gebettelt, etwas neues lernen zu dürfen: schreiben, lesen, rechnen, und so weiter und so fort. Er war wissbegierig, konnte die Schule kaum erwarten - und dann ging das da mit dem Lernen für seinen Geschmack viel zu langsam. Blitzgescheit wie er war, hatte er sich deswegen unzählige Dinge angelesen; aus Interesse, aus Langeweile, aus Neugier. Es gab Personen, die ihn deswegen und wegen seines daherstammenden Wissensreichtums als Genie bezeichneten; er würde sich lediglich als sehr belesen verstehen wollen. So etwas wie Faulheit kannte er gar nicht: sowohl mental als auch körperlich musste er immer auf der Höhe sein. Vermutlich war er deswegen so gut in dem, was er tat.
Aus diesem Grund verstand Sebastian viele seiner Schüler auch nicht: die heutige Jugend, wie auch seine Mitschüler damals, waren faul; viel mehr auf Spaß aus als auf Wissen. Wie konnte man neuem Wissen abgeneigt sein? Selbst als erwachsener Mann mit abgeschlossener Berufsausbildung und einem bekannten Namen als Dressurreiter und -ausbilder war er immer noch auf der Suche nach neuem Wissen; immer wieder, wenn er Zeit hatte, nahm er sich diese, um zu lesen, sich Neues anzueignen. Gerade im neu aufkeimenden Zeitalter des Internets war das wundervoll, und so einfach!
Und genau das tat er auch, als es an diesem Tag an der Tür klopfte. Der großgewachsene Mann war am vorherigen Tag mal wieder in der Stadt gewesen, nachdem das Training mit seinen Pferden abgeschlossen war, um sich neue Bücher zu kaufen. Gerade saß er an einem Wälzer aus der Psychologie aus der Herausbildung des assoziativen Geschlechts, sog die Seiten und Informationen geradezu in sich auf, als er von einem penetrant lauten - und schon jetzt deutlich zu motivierten - Krach von der Tür her aus seinen Gedanken gerissen wurde. Entnervt seufzte Sebastian auf und lehnte sich in seinem hohen Chefsessel zurück, bevor er "Herein!" rief. Als er sich der Tür zuwandte, wusste sogar er eigentlich nicht, mit was er gerechnet hatte.

Es war jedenfalls nicht Rahel Goldman auf der Suche nach Gesellschaft.
Natürlich war ihm die Bereiterin aufgefallen. Sie war ein wahres Goldstück von Charakter: freundlich, arbeitsfähig, stets gutgelaunt. Sebastian wusste, dass sie der Typ Mensch war, den jeder gut leiden konnte. Und obwohl er eigentlich solche Menschen hochgradig nervtötend fand - wie zum Beispiel diesen Pflegerazubi, Jim -, konnte anscheinend auch er sich dem Charme ihrer leuchtenden dunklen Augen nicht entziehen. So erwischte er sich dabei, dass er sich nebensächlich durch die Haare fuhr, während er ihr ein kleines, unauffälliges Lächeln schenkte; es war fast, als könnte er nicht anders, wenn sie so vor ihm stand.
"Das mag vielleicht nachher noch da sein, aber dann fehlen mir sicherlich die Kontexte der angebrochenen Gedankengänge, was mich dazu zwingen würde, dass -" Er unterbrach sich, schüttelte den Kopf, und musste doch lachen. "Was jetzt eh schon passiert ist." Sein Blick schweifte aus dem Fenster, und er musterte das wundervolle Wetter draußen. Eigentlich hatte Rahel recht: es war viel zu schade, seine Pferde heute im Stall zu lassen. Giggolo würde sich sicherlich über einen sonnigen Trip in die weiten Ausreitstrecken um den Hof freuen. Und so stand er auf und schob den Stuhl an den Schreibtisch. "Du hast recht. Viel zu schade, um drinnen zu sitzen. Ich komme mit." Eigentlich war er gar nicht so wirklich spontan. Aber anscheinend hatte die junge Frau doch einen gewissen Reiz auf ihn versprüht - und dann auch noch etwas, das er nicht nachvollziehen konnte.
"Lass mich nur noch schnell in andere Klamotten schlüpfen." Er hatte nicht unbedingt vor, in Anzughose und Strickpulli ausreiten zu gehen. Viel zu unbequem. Außerdem waren die Klamotten viel zu teuer gewesen. "Ich würde sagen, wir treffen uns dann am Stall? Ich bin in ein paar Minuten da."
{ Bücher | Unterbrechung | RAHEL }

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mi Jan 20, 2016 9:03 pm

Die Kontexte der angebrochenen Gedankengänge… Rahel war sich nicht sicher, ob sie lachen oder weinen sollte. Sebastian klang wie ein Roman aus dem 19. Jahrhundert oder wie ein Lehrbuch. Ihre Mundwinkel huschten amüsiert nach oben, während sie ihre Arme verschränkte. Absage oder nicht? Nach den anfänglichen Worten konnte sie einfach nicht abschätzen, wie er sich entscheiden würde. Sie suchte seinen Blick, fixierte ihn und hob eine Augenbraue, als er sich unterbrach. Das Lächeln verbreiterte sich.
Rahel war prinzipiell nicht wählerisch, kam mit Azubis und manchen Schülern klar und der Mehrzahl ihrer Kollegen, auch wenn Kyle ihr tierisch auf den Nerv gehen konnte mit seiner Arroganz. Ihn hätte sie auch auf keinen Fall gefragt, ob er sie begleiten würde, aber das war ein anderes Thema, über das sie sich auf gar keinen Fall jetzt Gedanken machen würde. Wie auch immer; es wäre wahrscheinlich kein Problem gewesen, irgendjemanden zum Ausreiten zu finden. Reden konnte sie sowieso über Gott und die Welt, also wäre es sicherlich auch kein schweigsamer Ausritt gewesen. Doch sie wollte nicht irgendeine Begleitung. Sie wollte Sebastian hinaus in die Natur bekommen und die Kontexte seiner angebrochenen Gedankengänge konnte sie dabei gut ignorieren.
Er offenbar auch, denn auf einmal hörte sie ihn lachen und musste selbst grinsen. Meistens sah sie ihn ja nur mit gerunzelter, konzentrierter Stirn hinter irgendwelchen Büchern hocken – allein und still – und da er von Komödien wohl so viel hielt wie von… Faulheit oder ähnlichem kamen die Bewohner des Cottages kaum in den Genuss seines Lachens. Dabei hatte er ein schönes Lachen, warm und freundlich. Es ließ Rahels Grinsen siegessicher werden, besonders bei den folgenden Worten.
Die Worte „Ha! Ich wusste es. Ich wusste es! Nicht mal ein Sebastian Holmes kann zwanzig Grad und Sonnenschein widerstehen!“, rauschten ihr durch den Kopf und ihre Augen funkelten höchst zufrieden. Doch sie schaffte es, sich zurück zu halten und ihren kleinen Triumph nicht sofort hinauszuposaunen. Es war schwer, wirklich schwer. Wahrscheinlich sagte ihr Gesichtsausdruck sowieso schon alles, doch damit würde sie leben müssen und können.
„Ich kann auch hier auf dich warten….. also im Wohnzimmer“, schob sie eilig hinterher. Sie war einem schönen Männerkörper gegenüber nicht abgeneigt – und Sebastian hatte schon mit Kleidung einen guten Körperbau – aber sie würde auf gar keinen Fall flirten! Sie mochte den Direktor. Wirklich. Und genau deshalb würde sie das nicht aufs Spiel setzen. „Cayenne ist auch schon sattelfertig, falls sie brav gewesen ist. Also bis gleich.“ Mit diesen Worten hob sie – wie eine Idiotin, das war ihr durchaus klar – die Hand und verschwand dann schleunigst aus dem Zimmer. Herzlich Willkommen zurück in der Pubertät! Wahrscheinlich hätte sie die einfach nicht durch eine Hochzeit ruinieren sollen, um jetzt erwachsen zu werden und sich nicht vorzustellen, wie Sebastian den Wollpullover über den Kopf zog.
Als sie hörte, wie die Tür wieder geöffnet wurde, zuckte sie tatsächlich ein wenig zusammen und musste lachen. Wow.


[Sebastian]

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mo März 14, 2016 11:30 am

Sebastian war eigentlich dazu erzogen worden, sich nicht auf andere zu verlassen. "Menschen sind zu unterschiedlich", hatte sein Vater immer gesagt. Er konnte ihn noch vor sich sitzen sehen, wenn er daran zurückdachte - in dem großen Lehnsessel in der Bibliothek, eine nicht angezündete Pfeife in der Hand. Ja, Sebastians Vater war einer von diesen Menschen gewesen. "Wenn du deine Ziele erreichen willst, dann musst du das schon selbst machen. Andere werden andere Dinge wollen, und alles kaputt machen." Das war ein Rat, an den er sich all die Jahre ziemlich genau gehalten hatte. Es hatte dazu geführt, dass er Erfolg hatte, klar; Sebastian Holmes war, wenn auch hauptsächlich nur amerikaweit, ein weit bekannter Name in der Dressurwelt. Doch es war auch der Grund, warum er nie viele Freunde gehabt hatte, warum seine Beziehungen gescheitert waren.
Und es war jetzt der Grund, warum er zögerte, als Rahel das Zimmer wieder verließ. Klar, die junge Frau war ihm sympatisch und er wusste, dass er eigentlich mit seinen Angestellten ein gutes Verhältnis pflegen sollte. Schließlich, wenn sein Projekt funktionieren sollte, mussten sie alle an einem Strang ziehen. Zum ersten Mal in seinem Leben war Sebastian wirklich auf fremde Hilfe angewiesen, und manchmal wusste er nicht, wie er sich fühlen sollte. Aber vielleicht vergrub er sich auch zu sehr in der Arbeit; der Hof lief, die Schule auch, und es wurde Zeit, dass er tatsächlich einen Anschluss hier fand. Vielleicht hatte er lange genug als Chef dagestanden und jetzt wurde es Zeit, dass er zum Kollegen wurde.

Also schob Sebastian alle Gedanken an irgendwelche Worte seines Vaters zur Seite, und begann, sich umzuziehen. Der Strickpulli wurde durch Poloshirt und Softshelljacke ersetzt, die Anzughosen durch eine Jeansreithose, die nicht hauteng saß, aber auch nicht zu locker, und die Anzugschuhe durch seine Stallschuhe, ein elegantes Paar Schnürreitstiefeletten, das immer noch ordentlich aussah, obwohl er es schon so lange trug, wie er hier an der Ranch arbeitete. So war er für diesen warmen Frühlingstag seiner Meinung nach bestens gerüstet. Und als er aus dem Zimmer kam, war Rahel da, im Wohnzimmer, und lachte ihn an. Er konnte nicht anders, als zurückzugrinsen, und mit seinem verwuschelten Haar und der Brille leicht schief auf der Nase sah er glatt wieder jünger aus, als er sich in letzter Zeit fühlte.
"Na, bereit?", fragte er, und trat Richtung Tür. "Lass uns uns aufmachen - vor allem, wenn du sagst, Cayenne ist schon fertig. Gigolo hat es bestimmt wieder geschafft, sich zu panieren." Denn sein Friese war alles andere als ein sauberes Pferd. Im Gegenteil schien Gigolo es zu genießen, sich dreckiger zu machen, je mehr Mühe Sebastian sich vorher gegeben hatte, ihn sauber zu bekommen. Es gab einfach Sachen, die bekam man nicht aus dem Pferd raus .. das war eins davon. Wenn er sauber war und unter einen Sattel gepackt wurde, konnte der Hengst noch so schick aussehen; war der Sattel ab und eine Schlammpfütze in der Nähe, musste er sich darin wühlen.


{ zieht sich um | RAHEL | tbc.: Stallungen }

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Fr Nov 04, 2016 8:07 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


Wie im Nu vergeht die Zeit. Der Sommer klopft schon an der Tür, und für die Auszubildenden stehen die Jahresabschlussprüfungen vor der Tür, so wie für die Schüler die letzten Klausuren des Schuljahres. Bald ist es an der Zeit, die fast drei Monate langen Sommerferien einzuläuten, und den Hof zu verlassen - doch davor gibt es noch ein weiteres Highlight: ein Sommerturnier auf dem Hof, wo Schüler, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer zeigen können, was sie drauf haben! Es gibt Reitprüfungen in allen Disziplinen, es sind zahllose Reiter aus der Umgebung eingeladen worden - denn das Turnier dient auch gleichzeitig dem Werbezweck fürs kommende Schuljahr, und ein Tag der offenen Tür findet gleichzeitig statt.

Wir spielen den Samstag des dreitagigen "Wochenendes der offenen Tür" - Freitag hatte es eine Grillparty gegeben, und für den Sonntag haben die Hofbewohner mit ihren vierbeinigen Freunden einige Vorstellungen und kleine Shows vorbereitet, um zu zeigen, was sie am Workshopwochenende oder generell in ihrem Jahr auf der Ranch gelernt haben. Samstags finden die Turniere an sich statt, auf die sich alle freuen. Das Wetter spielt super mit, es ist kaum eine Wolke am Himmel zu sehen, und der späte Mai zeigt sich von seiner besten Seite. Um die Reitplätze und die Angebotsstände ist es voll, und es gibt unzählige interessante und vor allem kauffreudige Besucher! Wer wird das Turnier wie abschneiden, wer nimmt eine Schleife mit nach Hause? Wer bekommt es mit nervigen Touristen zu tun, wer mit einem ambitionierten Möchtegernreiter? Was passiert? Funktioniert alles? Oder geht es total in die Hose? Seid gespannt!


## 24. Mai 2014 ;; 10:00, Turnierbeginn
## sonnig, 24°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte – allerdings wird in den einzelnen Plotposts angegeben, was wo stattfindet (z.B. beim Springplatz stehen nur die Springstarter, usw.)
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## jeder, der sich für einen Stand eingetragen hat, sollte auch seine Zeit daran "absitzen": dadurch sind die Postgruppen abgedeckt!
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz bei Katha oder Moon!
## Wer einen Besucher oder eine Besuchergruppe spielen möchte - für seine eigene Postinggruppe oder um eine andere zu ärgern -, meldet sich bitte bei den Admins für das NPC-Account-Passwort!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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BeitragThema: Re: Cottage 1   Sa Apr 08, 2017 9:06 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


## ZEITSPRUNG: es ist jetzt 11:30
## alle Charaktere haben sich bei den Ständen eingefunden, wofür sie eingetragen sind. Ausnahmen bilden die 11:30/12:00/12:30 Starter, die dürfen auch die Vorbereitung ihrer Pferde beschreiben.
## es wird jetzt mit dem M-Springen weitergehen und danach nur eine kurze Zeit für andere Posts geben, bevor es mit den Western-Disziplinen und dann mit der Vielseitigkeit weitergeht
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## ihr dürft jetzt gern neue Postinggruppen bilden, immerhin überspringen wir eine Stunde Zeit
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz beim Spielleitungsaccount!
## Wer einen Besucher oder eine Besuchergruppe spielen möchte - für seine eigene Postinggruppe oder um eine andere zu ärgern -, meldet sich bitte bei den Admins für das NPC-Account-Passwort!
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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mo Nov 20, 2017 5:39 pm

» Plot 11: Prom Night
Frühlingsgefühle inklusive


Die letzten Wochen waren chaotisch, geradezu die Hölle: nicht nur gab es viel emotionales Drama für die verschiedenen Bewohner der Ranch, nein; auch die Abschlussprüfungen standen an. Für die Auszubildenden hat sich das erste Lehrjahr dem Ende zugeneigt, für die Schüler das erste Schuljahr - für manche bedeutete das trotzdem, dass sie sich auf die Versetzungsprüfungen vorbereiten mussten. Das, zusammen mit allem anderen, was geschehen war, hat eine Menge Druck auf die Bewohner des Internats gepackt. Doch nun ist es vorbei, und ein letztes Abenteuer vor den langen Sommerferien steht an: der Abschlussball!

Am Mittag hat es in jeder Stufe Zeugnisse gegeben, für die Auszubildenden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfungen, und in den nächsten Tagen wird der Hof sich leeren, die meisten werden über die Ferien wegfahren - Schüler müssen den Hof verlassen, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer haben die Chance, auf der Horizon Ranch zu bleiben. Als krönender Abschluss des goldenen ersten Jahres hat man sich was ganz besonderes überlegt: einen Abschlussball. Die Aula des Schulgebäudes hat man in ein glitzerndes Wunderland verwandelt, es gibt ein Buffett, genug Tische, damit jeder sitzen kann, und eine Tanzfläche, die ebenfalls groß genug für alle sein sollte. Im Park sind unzählige Lichterketten aufgehangen worden, um auch draußen für eine romantische Abschlussstimmung zu bringen. Alle Bewohner haben sich nach bestem Wissen und Gewissen aufgetakelt und freuen sich auf diesen letzten Abend.

## Freitag, 27. Juni 2014 ;; 20:00
## sonnig, perfekter Abend, 25°C
## bespielbare Orte: Aula, Park
## Holmes hat bereits seine Rede gehalten und den Ball feierlich eröffnet - ergo, alle Gäste befinden sich bereits in der Aula oder im von dort aus zugängigen Park: keiner kommt erst an!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 2:22 pm

“Also, wenn es dir hilft, dann kann ich meine Befehle auch auf Isländisch brüllen.“, erwiderte sie grinsend. Es würde sehr wahrscheinlich darin enden, dass alle sie komisch ansahen und keiner auch nur ein Wort verstand. Isländisch war nun einmal keine Sprache, die der Ottonormalverbraucher verstand. Ganz anders waren da Französisch oder Spanisch, wo man eventuell noch eine ungefähre Ahnung haben konnte, weil sie alle recht ähnlich waren. Aber die nordischen Sprachen beherrschten doch die Wenigsten.
In dem dämmrigen Licht, das hier in der Aula herrschte, bemerkte Emmi nicht wirklich, dass Kyles Laune im Keller war. Wie auch. Er war ja meistens mies gelaunt. Nur wahrscheinlich nicht so mies wie gerade. Dafür fiel ihr allerdings auf, dass er doch sehr erleichtert auf ihren Vorschlag, die Feier zu verlassen, reagierte. Das Gemosere über die „Mittelklassigkeit“ des Whiskys überhörte sie gekonnt. Mittelklasse musste ja nicht immer schlecht sein. Auch ein 120 Euro Whisky konnte scheiße schmecken. Kaviar war schließlich auch verflucht teuer und schmeckte ihr so gar nicht. Zumal sie es auch komisch fand, Fischeier zu essen. Nichts gegen Eier… von Hühnern, ihretwegen auch Gänse oder Strauße. Aber Fischeier? Kyle war natürlich nur Oberklasse gewohnt. Wahrscheinlich stand er auch total auf Kaviar. Emmi stand eben auf Schokolade, so hatte jeder seine Macke.

Schmunzelnd verdrehte Emilia die Augen als Kyle sich schon auf den Weg gemacht hatte. Er war definitiv ein Ekel, aber ein erträglicher Ekel – und ein ziemlich gutaussehender noch dazu. Wenn ihr der Alkohol nicht schon in gewisser Weise zu Kopf gestiegen wäre, hätte Emmi sich bestimmt dafür gerügt. Und sich Kyle an der Hals zu schmeißen untermauerte nicht gerade ihre frisch gewonnene Autorität ihm gegenüber. Seit ein paar Wochen lief es jetzt mal ganz gut. Hoffentlich zerstörte sie das mit dieser Aktion nicht. Vielleicht sollte sie wirklich einfach allein in ihr Bett gehen, sich an ihre Hündin kuscheln und Kyle einfach Kyle sein lassen.
Ihr frisch befülltes Cocktailglas nahm sie einfach mit, das würde schon keiner vermissen. Vielleicht brachte sie es morgen zurück, vielleicht stellte sie es auch leer unauffällig irgendwo hin. Das war definitiv zu viel „Vielleicht“ momentan. Konnte sie sich etwa nicht mehr entscheiden? Weniger abwägen und mehr einfach machen? Sie tat doch sonst auch viel zu viel aus dem Bauch heraus.
Mit ziemlich sicheren Schritten auf ihren hohen Schuhen lief sie Richtung Ausgang. Als sie aus der Tür trat merkte sie erst, wie stickig es drinnen war. Die frische Luft tat gut und machte sie auch im Kopf wieder etwas klarer. Kyle wartete netterweise auf sie und so schlenderten sie nun zusammen in Richtung ihres Cottages – ihres und das von Sebastian Holmes… Sich in einem Haus, wo der eigene Chef hauste zu betrinken… das war wohl eher eine semi-gute Idee. Also nun doch ins Bett oder eröffneten sich vielleicht doch noch neue Möglichkeiten?
Wie ein Gedankenblitz wurde ihr allerdings auch noch etwas anderes bewusst… Wie zur Hölle sollte sie aus dem verdammten Kleid kommen? Das könnte zum Problem werden. Aber sie würde bestimmt nicht Kyle fragen, ob er ihr den Reißverschluss auf machte und dann ging. Lieber schlief sie in dem Fummel! Warum konnte ihre Hündin sowas nicht. Das wäre mal hilfreich. Wer brauchte schon Pfötchen geben. Kleider öffnen, das wäre praktisch.
“Betrinkt sich jetzt jeder für sich oder leistest du mir noch etwas Gesellschaft?“, fragte sie schließlich, als sie vor ihrem Cottage angekommen waren.

<= Aula xx Kyle xx
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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 7:13 pm

Ganz so schlimm wie befürchtet war es dann doch nicht um Emilias Zustand bestellt und sie kam halbwegs sicheren Schrittes hinter ihm her. Welch stickige Ausmaße sie Luft in der Aula angenommen hatte, fiel wohl auch der Stallmeisterin auf, als sie ebenfalls genießerisch die frische Luft einsog. Ja, manchmal waren es wirklich nur die kleinen Dinge im Leben, die wichtig waren.
Das Cottage war eines, das Kyle zuvor noch nie betreten hatte. Hier wohnte niemand, mit dem er bisher mehr Zeit als nötig hatte verbringen wollen, wenngleich Rahel tatsächlich ganz ok zu sein schien.Mehr aber auch nicht und auf Emilia und Sebastian hatte er bisher getrost verzichten können. Und jetzt? Jetzt stand er vor dieser Tür, unschlüssig, ob er gehen oder bleiben sollte. Wie ein Schuljunge. Fehlte nur noch, dass er von einem Bein auf das andere trat. Und dann fragte Emilia auch noch, ob er mit hineinkommen wollte. Wäre sie einfach durch die Tür getreten, hätte er sich umdrehen und gehen können. Er hätte sich einen Abend mit Netflix, Whiskey und seinen zwei Hunden machen können. Vielleicht hätte er auch noch etwas zu essen bestellt, so wirklich gesättigt fühlte er sich nicht. Vielleicht hätte er sogar gesündigt und den Pizzaboten angerufen. Ironie, Essen zu bestellen, obwohl reichlich am Hof war.
Aber Emilia stellte ihm nun diese Frage und er konnte ihr dabei nicht in die Augen sehen. Konnte es einfach nicht. Was sollte er sagen? Nachdenkend sah er zu Boden, betrachtete die Diele, auf der sie stand, seine Antwort abwartend. Wenn er 'Nein' sagte, wäre es hiermit beendet und sie würden ihrer Wege gehen. Dieser Abend wäre nicht mehr und nicht weniger als eine Anekdote in ihrer verkorksten - ja was? - Beziehung?! Wenn er 'Ja' sagte, dann würden sie sich weiterhin gemeinsam betrinken, eigenwillige Gespräche führen und vermutlich sogar mehr Zeit in einem Raum verbringen, als im gesamten letzten Jahr. Er war sich nicht schlüssig, ob diese Vorstellung ihm behagen sollte. Und dabei hatte er sonst keine Scheu vor Frauen. Aber Emilia war schon jetzt nicht mehr irgendeine Frau - sie war Emilia Sterling, die nervigste Chefin, die man sich vorstellen konnte, die unambitionierteste Reiterin, die es in eine derartige Position geschafft hatte. Die blonde Isländerin, die ihn regelmäßig auf die Probe stellte und dabei auch noch soetwas wie Sanftmut in ihm wachgerüttelt hatte. Eine Eigenschaft, von der er geglaubt hatte, sie gar nicht zu besitzen.
"Wenn du meinst, dass das so eine gute Idee ist..." Wow. Wann war er zuletzt so zurückhaltend gewesen? Nun man betrank sich sicherlich auch nicht alle Tage mit seinem vermeintlichen Erzfeind. Andererseits: Sherlock und Moriarty saßen auch irgendwann beisammen und tranken Tee... Ohne ein weiteres Wort trat er also ein ins Cottage, immerhin war seine Antwort keine Frage gewesen. Nur eine herzlich unschlüssige Äußerung.
Schon im Wohnbereich sah man, dass hier Frauen wohnten. Sein eigenes Cottage wurde von Anfang an nur von Kerlen bewohnt und dementsprechend sah es auch aus. Ordnung war nicht ihre große Stärke und doch hatten sie sich nicht unwohl gefühlt. Aber Kyle mochte Ordnung eigentlich ganz gerne. Er hielt sie zwar nicht unbedingt selbst, aber sein Schrank im Stall war stets sauber und ordentlich, schon allein weil er penibel auf das Reitequipment achtete. Zudem mochte er Sauberkeit einfach. Es gab nichts Schlimmeres, als überall Dreck, Spinnen und Wollmäuse. "Nach Ihnen, die Dame." Er machte eine ausladende Handbewegung, sodass Emilia ihm die Richtung weisen konnte, wo genau sie ihre abendliche Alkoholsitzung abhalten würden.

{Emilia}

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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 8:47 pm

Eine gute Idee? Nein, ganz bestimmt war das keine gute Idee. So richtig gute Ideen, hatte Emmi eigentlich nie. Und Alko-Emmi schon gar nicht. Sie war zwar noch nicht völlig von Sinnen, aber sie hatte so eine „Ist mir egal“-Stimmung. Scheiß drauf, ob das eine gute Idee war… Er sollte froh sein, dass sie ihn nicht zum Tanzen genötigt hatte. Zwar glaubte sie, dass dieser Körper sich bestimmt toll bewegen konnte, aber Kyle schien einfach nicht der Typ dafür zu sein. Er war mehr so der, der an der Bar vor sich hin stierte, als sich auf der Tanzfläche zu verausgaben. Irgendwie der coole Außenseiter, der keinen Spaß zu verstehen schien. Und dennoch hatte er eine düstere Anziehungskraft der man nur schwer entgehen konnte. Zumindest Emilia hatte es nicht geschafft – und das, obwohl er mit eine der nervigsten Personen des gesamten Hofes war.
“Hast du etwa Angst vor mittelmäßigem Whisky?“, fragte sie neckisch, drehte sich dann um und ging ins Innere des Cottages. Aufgrund der Wohngemeinschaft war es hier immer recht ordentlich. Würde hier nur Emmi wohnen, wäre es das reine Chaos. Eigentlich wunderte es sie, dass einige Menschen ihr immer noch hinter her räumten. Denn andauernd kam es vor, dass sie eine Tasse irgendwo stehen ließ und innerhalb weniger Stunden wanderte sie in den Geschirrspüler. Es war wirklich mysteriös. Das Gute war allerdings an dieser frommen Hausgemeinschaft: Sie musste weder ihre Schokolade noch ihren Alkohol in ihrem Zimmer bunkern. Niemand aß oder trank hier irgendetwas weg. Und Emmi versuchte das auch nicht zu tun. Ja, versuchte. Manchmal scheiterte sie eben…
Nach Kyles Aufforderung marschierte sie in das Gemeinschaftswohnzimmer, in einem kleinen Schränkchen hatten sie ihre Schnapsvorräte… also hauptsächlich Emmis Schnapsvorräte. Der teuerste Whisky, den sie besaß zog sie jetzt hervor. Es war ein Geschenk ihres Vaters gewesen, der geschäftlich in dem kleinen Ort an der schottischen Westküste zu tun gehabt hatte. 12 Jahre gereift, absolut ausreichend für einen guten Whisky. Natürlich konnte man das Zeug auch länger einlagern, aber viel besser wurde es doch meist eh nicht.
Wie eine Archäologin, die gerade die Leber eines mumifizierten Pharaos gefunden hatte, hielt sie die Flasche hoch. “Tadaaa! Hier ist sie. Steht bestimmt schon ein halbes Jahr unangetastet rum. Holst du mal die Whiskygläser aus der Vitrine? Auch etwas, was ich in diesen Haushalt eingeführt habe. Wie kann man keine Gläser für Whisky haben? Also keine Cognacschwenker – ok. Aber Whiskygläser…“ Emmi hatte gerade ihre Plapperphase erreicht. Das würde sich irgendwann auch legen, aber gerade war sie in dem Stadium der Beschwipstheit, wo sie viel redete und über wenig lustige Dinge lachte. Konnte definitiv nervig werden. Der vernünftige Teil von Emmi wusste das auch und hoffte inständig, dass es Kyle nicht vertrieb.

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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 9:13 pm

Es war ein wenig - komisch dieses Haus zu betreten. Es lag so viel Autorität in der Luft. Etwas, womit Kyle bekanntlich nicht allzu gut klarkam. Sein Blick wanderte durch den Raum, suchte nach auffälligen Dingen und dabei wusste er nicht einmal, nach was genau er Ausschau hielt. Nach irgendeinem Utensil, das ihm mehr verriet? Worüber? Über Emilia? Über Holmes? Es wäre nicht sein Traum gewesen, dem Hofleiter diesen Hof abzuluchsen, indem er ihn mit irgendetwas erpresste. Nein, ein eigener Hof - ja vielleicht, irgendwann einmal. Aber dann doch etwas nobleres. Ein Sportstall, vielleicht mit Zuchtstation. Wer wusste das schon. Aktuell war er schließlich froh, wenn er überhaupt dazu kam, Turniere zu reiten.
Unter einem Räuspern folgte er Emilia in den Wohnraum, wo sie eine Flasche Whiskey aus dem Schrank holte. Bevor er jedoch die Flasche genauer inspizieren konnte, wies sie ihn auch schon an, Gläser zu holen. War er nicht Gast in diesem Haus? Der Kanadier zögerte, sah die Blondine eindringlich an. Eine Anweisung. Wie er sie hasste. "Welch ein Glück dieser Haushalt hat, dass du hier eingezogen bist." Der Unterton in seiner Stimme war bitter und der Satz troff nur so vor Sarkasmus. "Sollte ich froh sein, dass es nicht mein Cottage ist, welchem dieser Heilbsringer zuteil wurde?" Grimmig drehte er sich dann doch um, wandte sich zu der Vitrine und holte zwei Gläser darauf hervor, die er auf den kleinen Couchtisch stellte. Nun gut, wenn er hier schon behandelt wurde, als könne er mit "anpacken", dann musste er sich auch nicht zurückhaltend verhalten. Er legte das dunkelrote Jacket auf der Couchlehne ab, löste seine Fliege bis sie nur noch als ein Streifen Stoff um seinen Nacken lag und öffnete die oberen drei Hemdknöpfe. Anzüge waren nichts, was er nicht mochte. Aber je länger man sie trug, desto unbequemer wurden sie mit fortschreitender Stunde.
Nachdem Emilia eingeschenkt hatte, gab Kyle seine ausladende Paschahaltung auf der Couch auf und griff nach der Whiskeyflasche. 12 Jahre, schottisch. Vintage, Einzelabfüllung. Gab besseres, aber konnte man lassen. Möglicherweise schmeckte er sogar einigermaßen. Auf jeden Fall besser, als das, was auf dem Ball so ausgeschenkt wurde. "Und wie sieht dein weiterer Plan für diesen Abend aus, nachdem du schon deine Mitarbeiter in dein Haus einlädst?" Natürlich provozierte er. Das tat er doch fast immer, die Waffenruhe würde ihn nicht daran hindern. Und der Alkohol tat sein übriges, dass sein sonst schon loses Mundwerk noch loser werden würde.

{Emilia}

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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 9:37 pm

Ok, Emmi, durchatmen. Halt einfach mal kurz die Fresse!, sagte sie sich selbst. Und es gelang ihr. Zumindest auf seinen ersten sarkastischen Kommentar antwortete sie erst einmal nichts. Ja, aber sie hatten Glück. Sonst würde hier nämlich keiner wohnen, der Wert auf ausreichend Kaffeebecher und Whiskygläser legte. Ganz zu schweigen davon, dass sie morgens den Kaffee aufsetzte, wenn sie früher als alle anderen aufstand, um pünktlich zu füttern. Ja, das war ein großer Dienst an der Wohngemeinschaft!
Die Flasche stellte sie auf dem Couchtisch ab, ihre spartanisches Handtäschchen legte sie ebenfalls dort ab und ließ sich dann neben King Louis persönlich auf das Sofa fallen. Etwas zu aufmerksam sah sie ihm dabei zu, wie er seine Fliege und dann die obersten Knöpfe seines schwarzen Hemds öffnete. Tja, ihr Kleid würde sie nicht so einfach erträglicher gestalten können. Zumindest war es keines der Kategorie „Setz dich hin und ich schnür‘ dir die Luft ab“. Es war sogar überraschend bequem. Aber eine Jogginghose und ihr Schlabberpulli waren eben doch bequemer.
“Dass du dich selbst als Mitarbeiter bezeichnest, sind ja ganz neue Töne. Ich dachte, du würdest die Meinung vertreten, dein eigener Herr zu sein.“ Was er konnte, konnte sie schon lange. Sie waren zwei Hunde, die sich anbellten. Zu einer Beißerei würde es nie kommen, da traf der Spruch definitiv mal zu.
Sanft aber bestimmt nahm sie ihm die Flasche ab und öffnete den Schraubverschluss. Zaghaft schnupperte sie kurz daran. Aus der Flasche kam ein angenehmer und vertrauter Duft. Whisky war im Gegensatz zu Tequila, der im ersten Moment gar nicht so scheiße schmeckte und sich dann anfühlte als wäre man im Suff gegen eine Wand gelaufen, wie eine warme Umarmung. Gut, manche schmeckten auch als würde man an einem Stück Kohle lutschen. Aber dieser hier roch schonmal angenehm süßlich.
Sie goss die goldene Flüssigkeit in die beiden Gläser, etwas mehr als es sich eigentlich in einem solchen Glas gehörte. Dann stellte sie die Flasche ab, schnappte sich eins der Gläser und prostete Kyle zu. “Das ist mein Plan, weiter bin ich gedanklich noch nicht. Du etwa?“
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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 9:54 pm

Es gab viele Frauen in schönen Kleidern. Manchmal war sogar der Inhalt selbst schön. Wobei man das dann auch oft erst am nächsten Morgen herausfand, wenn die ganze Schminke unten war. Immerhin hatte Kyle Emilia schon oft genug ungschminkt im Stall gesehen, um zu wissen, dass er es hier nicht mit einer hässlichen Hexe zu tun hatte. Wobei Hexe manchmal zutraf, doch als hässlich würde er sie nun wirklich nicht bezeichnen. Sie war keine klassische Laufstegschönheit, aber sie war doch auf ihre eigene Art und Weise hübsch. Was dachte er da eigentlich?
Dass Emilia ihm die Flasche aus der Hand nahm, störte ihn erstaunlicherweise nicht, obwohl er es sonst nicht leiden konnte, wenn man ihm etwas wegnahm. Aber sie tat es auf eine sanfte Art und Weise, die zwar bestimmt war, aber nicht herabschauend. Also ließ er bereitwillig los und sah zu wie sie einschenkte. Knapp ein fingerbreit war zu viel von der goldenen Flüssigkeit im Glas. Ein Zeichen schlechten Geschmacks? Oder hatte sie es so nötig? "Bin ich so unerträglich, dass du dich sofort ins Delirium trinken musst?", fragte er spöttisch mit einem Seitenblick zu der Blondine. Dann nahm auch er ein Glas, schwenkte die Flüssigkeit, die leicht süßlich roch. Er mochte die herben Nuancen lieber, doch das würde er ihr jetzt nicht sofort unter die Nase reiben. "Du lässt immerhin keine Gelegenheit verstreichen, um zu betonen, dass ich ein Mitarbeiter bin. Und an diesem Hof hier bin ich das auch. Deswegen muss ich noch lange nicht nach anderer Leute Nase tanzen.", gab er leicht schnippisch zurück. Wenn sie sticheln wollte, konnte er gerne auf dieses Spiel einsteigen, das ihm so vertraut war. Es gab ihm beinahe ein Stück Sicherheit, diese ganze Freundlichkeit der letzten Wochen hatte ihn doch etwas verwirrt. Wie ging man mit soetwas um?
"Ok, du trinkst also bis du unter dem Tisch liegt, dann bringe ich dich ins Bett, drehe eine Mitternachtsrunde mit Phönix und Filou und amüsiere mich morgen, wenn du verkatert das Futter vertauschst." Das würde ihn zumindest etwas unterhalten und er hatte wieder einen Grund auf sie sauer zu sein, wenn Iblis nicht das richtige Zusatzfutter bekam. Der weiße Prinz brauchte schließlich seine Ergänzungsmittel, wenn er im Sommer auf dem Zenit der Saison sein sollte.

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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 10:29 pm

Dass sie eigentlich eine Spur zu viel ins Glas eingoss, als sich gehörte, fiel Kyle natürlich sofort auf. Doch Emmi konnte ihn beruhigen, musste dafür allerdings etwas zu geben, das sie vor ihm lieber verborgen hätte. Und das war Faulheit. Ja, auch sie war manchmal faul. Sie, die sie ihn doch immer zur Arbeit anhielt und herumscheuchte.
“Ob du es glaubst oder nicht, aus Bequemlichkeit. Aber vielleicht wirst du auch erträglicher, könnte ein angenehmer Nebeneffekt sein.“ Ihre Antwort hatte den neckenden Unterton, der sich durch den Großteil ihrer Unterhaltung zog. Aus irgendeinem Grund war es ihnen nicht möglich, sich normal zu unterhalten, ohne sich konsequent gegenseitig fertig zu machen. Es war zwar definitiv besser geworden, aber so ganz ohne Spott ging es dann irgendwie doch nicht. Wieso eigentlich? Normalerweise war sie nicht der Typ dafür. Doch mit Kyle pflegte sie eine wahre Hassliebe. Sie konnte nicht mit und auch nicht ohne ihn – und ihre gelegentlichen Rangkämpfe.
Leicht nippte sie an ihrem Getränk. Das warme Gefühl von Hochprozentigem floss über ihre Zunge ihren Rachen herunter. Der Whisky brannte leicht nach und hinterließ einen angenehm würzig-süßen Nachgeschmack. Fast so stellte sie sich eine nähere Beziehung zu Kyle vor. Sie hatte Vorzüge. Man durfte etwas von einem Leben mit einem Mann kosten, der unwahrscheinlich gut aussah und zudem auch noch einen spannenden Charakter hatte. Doch es ging einher mit einem leichten Brennen, einem unangenehmen Gefühl. Sie schätzte ihn einfach nicht als Beziehungsmensch ein. Er war nicht so wie diese netten Nachbarsjungen, die man auf der High School kennen lernte, heiratete und eine Familie gründete. Kyle wäre wie eine Droge, im ersten Moment bittersüß und am Ende verzehrte sie einen.
“Erstmal könnte ich blind das Futter dem richtigen Pferd zuordnen. Aber ja, klingt nach einem guten Ansatz. Den Zwischenteil und die Details können wir ja noch ausarbeiten.“ Ja, wahrscheinlich war das nicht einmal eine Übertreibung. Wenn Emilia etwas ernst nahm, dann ihre Arbeit. Und selbst verkatert konnte sie noch lesen was auf den Futtereimern stand. Und wenn sie eine Stunde brauchte, jedes Pferd bekam das richtige Futter – Fehler erlaubte sie sich bei solchen Sachen nicht. Danach würde sie wohl erstmal eine Runde im Heu schlafen.
Auf das Nippen folgten nun zwei große Schlucke. Emmi verzog kurz das Gesicht, schüttelte den Kopf. Woah, keine so gute Idee. Ja, so langsam wirkte der Alkohol doch sehr gut.
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BeitragThema: Re: Cottage 1   So März 11, 2018 10:52 pm

Wie zur Bestätigung schenkte Kyle Emilia ein schnippisches Lächeln und nahm dann einen großen Schluck aus dem Glas. Zwar war er Sportler und konnte sich nicht regelmäßig unter den Tisch trinken, aber er hatte doch eine recht alkoholhaltige Jugend gehabt und war noch immer relativ standhaft was das anbelangt. Zudem sagte man Reitern nicht umsonst nach, dass sie wussten, wie man feierte. Kyle war da keine Ausnahme und in den gehobenen Kreisen gab es stets auch nur hochprozentige Getränke. Der leicht brennende Geschmack in seinem Rachen war beinahe wie ein Wohltat, nachdem die Cocktails vorhin ihn so weich gespült hatten.
Auf Emilias Kommentar erwiderte er nichts mehr. Auch das war oft so. Nicht, weil er klein beigab, sondern weil das Spiel ihm zu langweilig wurde und Kyle konnte durchaus jemand sein, der schnell gelangweilt war. Immerhin suchte er den Adrenalinkick regelmäßig in irgendwelchen Extremsportarten. Noch immer glitt sein Blick durch das Cottage, als wäre er auf der Suche nach etwas, doch regelmäßig fand er zu Emilia zurück, als wäre sie der Punkt, um den sich alles drehte."Aber natürlich." In seiner Stimme lag ein bedeutungsschwangerer Ton, der zugleich vernehmen ließ, dass die Spur Sarkasmus noch nicht gewichen war. Emilia kündigte immerhin gerne an, wie fehlerlos sie in ihrer Arbeit war und wie genau sie es mit dem Wohl der Pferde nahm. Ja, sie war ein echter Heilsbringer und manchmal hatte Kyle das Gefühl, dass ihn genau das rasend machte. Sie war so - eklig perfekt. Sie machte nichts falsch, sie griff nicht daneben (vielleicht bei der Wahl ihrer Pferde) und sie wusste es immer besser, als hätte sie einen Weisheitstrank verinnerlicht.
Fehler waren angeblich menschlich, aber dann war Emilia entweder kein Mensch oder diese Aussage stimmte einfach nicht. Kyle dagegen konnte sich nicht erinnern, wann eine Woche vergangen war, an dem man ihm nicht seine Fehler vorgehalten hatte. Wegen dir ist deine Mutter gestorben. Wegen dir muss ich so lange arbeiten. Wegen dir hat das Pferd gescheut. Wegen dir gab es keine Schleife. Wegen dir. Wegen dir. Er kippte das Glas in einem Zug herunter. Diese Stimme war nicht das, was er jetzt brauchte. Sie musste raus aus seinem Kopf. Er fuhr sich manisch durch das Gesicht und holte tief Luft, als er das Glas abstellte. Manche Momente durchlebte man besser allein. Doch anstatt Emilia mitzuteilen, dass er den Abend doch lieber alleine verbringen wollte, schenkte er sich lieber nach. Ohne zu fragen natürlich. Vielleicht war es besser, wenn er jetzt eben nicht alleine war. "Und was nun? Ein Trinkspiel?" Er war kein Fan davon - nie gewesen. Aber er musste diese Stimme ruhig stellen. Irgendwie. Und wenn er sich dafür ausziehen musste.
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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mo März 12, 2018 8:41 pm

Machte Alkohol eigentlich tatsächlich die Menschen um einen herum schöner? Eine Frage, über die sich Emmi nie Gedanken gemacht hatte und die eigentlich gerade irrelevant war. Warum? Weil sie ganz genau wusste, dass Kyle auch ohne den Einfluss von Alkohol verboten gut aussah. Das übersah man nur leicht, wenn er sich wie das letzte Ekel aufführte. Und da Alkohol sie nun einmal auch etwas offener für anderweitige Beziehungen und Tätigkeiten als die berufliche machte, war dieses gute Aussehen noch fataler. Eigentlich wäre es ein Tabubruch. Als Chef durfte man nichts mit einem angestellten anfangen. Das machten nur Anwälte mit ihren austauschbaren Sekretärinnen, die sich nach Aufmerksamkeit sehnten und sich deshalb hin gaben. Aber doch nicht die Stallmeisterin… oder doch? Ach, es war eigentlich auch egal. Er schien sowieso kein großes Interesse zu haben. Das kam ihr zu gute. Über was für einen Mist du dir deinen Schädel zermaterst, hör auf! Ok, Schluss. Sie würde es einfach auf sich zukommen lassen. Kein Abwägen und Überlegen mehr. Einfach nur das Jetzt leben – und los!

“Ein Trinkspiel? Sowas wie ‚Never Have I Ever‘ oder was? Nicht, dass ich doch noch ein paar deiner Geheimnisse lüfte heute Abend.“ Eigentlich waren solche Spiele in einer größeren Runde deutlich lustiger und auch peinlicher. Doch es konnte definitiv auch zu zweit Spaß machen. Und sie würde beide verdammt betrunken werden, da war sie sich sicher. Bei ‚Never Have I Ever‘ ging es letztendlich darum, kleine Geheimnisse zu lüften. Doch es konnte auch sehr schnell in eine etwas versaute Richtung abdriften, sehr schnell… Das machte das ganze eigentlich auch sehr reizvoll.
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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mi März 14, 2018 9:03 pm

Trinkspiele - das machte man angeblich im College. Manchmal auch in der High School. Tja, da Kyle seinen Abschluss irgendwann einmal an der Abendschule nachgemacht hatte, war er dort mit den unterschiedlichsten Menschen zusammengessen, mit denen er vor allem eines nicht wollte: Trinkspiele spielen. In seinem Freundeskreis wurde sich eher grundlos betrunken, dafür brauchte es keine Spiele. Dennoch waren ihm die bekanntesten geläufig, sodass er auch mit Emilias Vorschlag etwas anzufangen wusste und belustigt die Mundwinkel nach oben zog. Irgendwie hatte er nicht geglaubt, dass die Stallmeisterin auf soetwas stand. Dass sie überhaupt wirklich Spaß im Leben hatte, dass sie mal etwas tat, ohne ständig über die Folgen nachzudenken. Er hatte sie immer für das Mauerblümchen gehalten, wenn es darum ging, einfach mal zu machen. Dafür liebte Emilia ihre Pflichten doch viel zu sehr. Aber sie schaffte es hiermit tatsächlich ihn zu überraschen, bereits das zweite Mal an diesem Abend. Allmählich wurde es gruslig. Merkte er den Alkohol doch mehr, als er glaubte? Nun, ein Trinkspiel mit der Stallmeisterin würde gewiss nicht zu seinen schlimmsten Taten gehören. Vielleicht aber zu den gewagtesten.
"Als ob ich vor meiner allwissenden Vorgesetzten Geheimnisse haben könnte." Mit einem breiten Grinsen im Gesicht lehnte er sich auf der Couch zurück, nippte noch einmal am Whiskey und stellte fest, dass dieser langsam aber sicher etwas Wirkung zeigte. Er wurde etwas entspannter und es war leichter die mahnende Stimme seines alten Herrn in den Hintergrund zu drängen. "Dann fang' mal an, wenn dir danach ist. Ich wollte schon immer mal hören, welche Gedanken über mich dich so beschäftigen." Was sollte schon Schlimmes passieren? Außer, dass er bei jedem Satz trinken musste? Er musste ja nichts näher erläutern, nichts erklären, sich nicht rechtfertigen. Was wollte man schon mit einer Aussage im Suff anfangen?

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mo Jun 25, 2018 9:21 pm

Emmi hatte tatsächlich Mühe, ihre Gedanken zu ordnen. So langsam begann der Alkohol wirklich zu wirken und erschwerte es ihr, einen klaren Gedanken zu fassen. Dementsprechend war sie froh, dass der Whiskey auch bei Kyle so langsam Wirkung zeigte. Das machte ihren Zustand nicht ganz so gravierend. Allerdings bot er nun an, dass sie mit dem Trinkspiel anfing… Und wie? Sie musste nun einen Satz formulieren. Möglichst etwas interessantes, sie wollte ihn ja nicht langweilen. Gern auch etwas pikant, das passte zu der jetzigen Stimmung. Und doch nicht zu aufdringlich oder zu offen, um ihn nicht zu verscheuchen.
Um die Stille zu überbrücken nippte sie noch einmal an ihrem Whiskey. Dieses Spiel war eigentlich fast etwas witzlos, wenn man auch so trank. Aber nur trinken war dann eben doch etwas zu langweilig.
“Ok, dann mal los! Ich hab noch nie den Namen eines Anderen während des Geschlechtsverkehrs ausgesprochen.“, begann sie mit der ersten Behauptung. Wieso sie gerade darauf kam? Naja, es gab da diese eine doch etwas peinliche Geschichte… Also trank sie. Und wartete nun auf Kyles Reaktion und die Fortführung des Spiels.
Schon seit einigen Minuten verspürte sie eine Art freudige Erwartung. Ihr ganzer Körper schien zu kribbeln und in ihrem Magen breitete sich ein wohliges Achterbahngefühl aus. Und auch das leichte begehrende Ziehen in ihrem Schritt konnte sie definitiv nicht leugnen. Die vernünftige Emilia hätte sie nur zu gern zur Vernunft gerufen, doch der Alkohol hatte jede Vernunft und jede Überlegung über Konsequenzen beseitigt.
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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mi Jun 27, 2018 9:46 pm

Mitnichten war er in einer guten Form. Es hatte Zeiten gegeben, da hatte Kyle trinken können, ohne einen bedenklichen Pegel zu erreichen. Es hatte sogar Tage gegeben, da hatte er erst kurz vor der Einweisung aufgehört. Doch das war längst Vergangenheit und er konnte nicht mehr von sich behaupten, dass er gut in Form war, was die Alkoholverträglichkeit anbelangte. Fast so, als wolle ihm seine Leber verdeutlichen, dass er auf die 30 zuging. Doch deswegen würde er jetzt nicht ins Grübeln geraten und sich schlechten Gewissens daran erinnern, wie knapp er nur noch von der dritten Null entfernt war. Sonst versank er endgültig in einer Depression, die Whiskey nur begünstigen würde. Am liebsten hätte er einfach den Rest der Flasche genommen und so lange getrunken, bis er nichts mehr hörte, sah und merkte. Doch da hätte Emilia wohl Einspruch erhoben und außerdem begann sie gerade mit ihrem Trinkspiel. Kyle wusste nicht, worüber er mehr lachen sollte: Darüber, dass er mit seiner Möchtegernchefin ein studentisches Trinkspiel spielte oder darüber, dass sie offenbar nicht gerne Namen sagte, wenn es zur Sache ging. Oder, dass sie 'Geschlechtsverkehr' statt 'Sex' sagte, als wäre sie wahrhaftig so verklemmt wie sie oft wirkte.
Da er sich aber nicht entscheiden konnte, was nun die lustigste Variante war, verzog sich sein Mund einfach nur zu einem unglaublich breiten Grinsen, das kurzzeitig in ein Prusten überging, ehe er sich wieder fing und sie weiterhin grinsend ansah. Sein Glas blieb jedoch wo es war, in seiner Hand auf dem Knie.
"Mensch, Dinge, die ich schon immer mal wissen wollte." Er lachte leise vor sich hin, der Sarkasmus in seiner Stimme war kaum zu überhören gewesen. Möglicherweise war er auch auf das Trinkspiel eingestiegen, weil er nicht geglaubt hatte, dass Emilia sofort so in die Eisen steigen würde. Doch offenbar löste der Alkohol sämtliche Hemmungen bei ihr. Oder sie war tatsächlich so krass untervögelt, wie man unter den Stallburschen munkelte. Kyle wusste allerdings nicht, ob es ihm so recht behagen sollte, dass ausgerechnet er jetzt hier mit ihr saß. Untervögelt oder einfach nur hemmungslos. Also schickte er sich an, rasch eine Aussage in den Raum zu werfen. "Ich hatte noch nie einen Vierer." Herausfordernd blitzten die braunen Augen die blonde Frau an, während er sein Glas betont langsam zum Mund führte und dann doch einen großen Schluck trank. Dieses Spiel würde ihn noch in Teufelsküche bringen.

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BeitragThema: Re: Cottage 1   Mo Sep 10, 2018 1:04 pm

» Plot 12: Come Back Home
Lasst uns feiern


Für die wenigen Mitarbeiter und Lehrer, die ihre Sommerferien auf dem Hof verbracht haben, waren die letzten Wochen viel zu ruhig: die Schüler waren alle über die Ferien nach Hause gefahren, und auch die meisten Auszubildenden haben die Sommerferien für etwas anderes genutzt. Es ist schon seltsam, den Hof menschenleer zu sehen, ohne Pferde in den Stallungen und Hunden auf dem Hof. So wird es endlich Zeit, dass alle wieder zurückkehren, auf in ein neues Schuljahr.

Es ist Samstag. Im Laufe des Tages sind alle Schüler wieder auf dem Reitinternat zurückgekehrt. Die neuen Stundenpläne wurden eingesammelt, zumeist die alten Boxen bezogen, bevor es auf die neuen Zimmer ging. Die meisten waren in eine andere Stufe versetzt worden, sodass es ganz neue Strukturen und Zimmergemeinschaften geben wird, die man erstmal wieder finden muss. Nachdem es den ganzen Nachmittag gab, um in Ruhe wieder anzukommen, gibt es am Abend ein gemeinsames Abendessen in der Kantine. Alle Bewohner der Ranch kommen zusammen, um sich wiederzutreffen - und die neuen Mitschüler und Mitarbeiter in ihrer Mitte zu begrüßen. Danach wird es weiterhin Freizeit geben; nur Reiten ist tabu, damit die Pferde sich nach den Reisestrapazen erholen und den Stress abbauen können.

## Freitag, 09. August 2014 ;; 18:00
## sonnig, leicht schwül, 27°C
## bespielbare Orte: fürs erste Zimmer und Kantine
## Essen ist von 18:00 bis 19:00 - das bedeutet, dass die Schüler entweder schon in der Kantine sind, oder in kürzester Zeit dort ankommen



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