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 Schulpark

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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Schulpark   Do Nov 23, 2017 6:21 pm

Dies war sicherlich ein Fluch. Kaum dachte er an Vincent, tauchte dieser bei ihm auf. Obwohl diese Kombination an Ereignissen gar nicht so schwierig war, denn es gab nur wenige Momente wo Daniel nicht an seinen Ex-Freund dachte. Er musste sich selbst immer wieder einreden, dass Vince nur sein Ex-Freund war...nicht mehr und auch nicht weniger.

Der letzte Monat war verwunderlich einfach verlaufen, trotz des gleichen Cottages hatte Daniel es geschafft sich nicht mit Vincent zu unterhalten und das war auch sein Ziel für Heute Abend gewesen. Sein eigentlicher Plan sich zu betrinken und dann irgendwen zur Ablenkung zu suchen - ihm egal ob Mann oder Frau, war wie verschollen als er den so gut aussehenden Mann in die Augen sah. Dieser Anzug saß perfekt, Vince wusste wie er sich und seinen Körper in Szene setzen konnte und Daniel wusste wie sehr er auf diesen Körper stand. Er erinnerte sich an jede Einzelheit, an jedes Merkmal und er war sich sicher, dass sein Gegenüber sich Körperlich nicht so sehr verändert hatte.

Nun bereute er allerdings die Idee in den Park gegangen zu sein. Sie waren weitestgehend ungestört weil der Rest der Gäste sich auf das Buffett stürzten. Warum war Vince ausgerechnet jetzt zum rauchen hinaus gekommen und wieso war niemand hier der Daniel von Dummheiten abhalten konnte?! Der jüngere Mann von den Beiden ging einige Schritte auf sein Gegenüber zu. Zu sehr sehnte er sich nach der körperlichen Nähe und Wärme die von Vincent ausging. Ich wollte nur kurz an die Frische Luft, vielleicht gehe ich dann nochmal hinein. Du brauchtest offensichtlich eine Pause? So desinteressiert die Worte auch klingen sollten, sie kamen einfach nicht so rüber. Mit der Hand hatte er kurz auf die Zigarette gedeutet. Er fand es nicht schlimm das Vincent rauchte, er kannte ihn nicht anders und so etwas störte ihn einfach nicht.

Die beiden standen viel zu dicht an einander, es war für Außenstehende wohl eine passende Entfernung für eine Unterhaltung, aber die Entfernung hatte an der Wiese schon nicht gereicht, wie sollte es reichen wenn beide ein wenig Alkohol getrunken hatte und diese große Sehnsucht nun da war. Entweder du kommst dich jetzt mit mir betrinken oder du lässt mich heute Abend in Ruhe. Andere Optionen diesen Abend zu überstehen sah Daniel nicht als Möglich.

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Schulpark   Do Nov 30, 2017 10:28 am

Manchmal blieb Vincent die Luft weg, wenn er Daniel ansah. Das lag nicht nur daran, dass er immer wieder verwundert davon war, wie attraktiv der junge Mann war mit seinen scharfen Wangenknochen und dunklen Augen. Vielmehr war es all das, was noch zwischen ihnen stand, unausgesprochen; wann immer Vincent ihn sah, war sein Hals wie zugeschnürt mit all dem, was er nie gesagt hatte, was er immer hatte sagen wollen, aber nie den Mut gehabt hatte, es auszusprechen. Daniel war ein strahlendes Licht, das aber zu einem Schatten aus seiner Vergangenheit geworden war, und das hatte er nicht verdient. Mittlerweile war Vince erwachsen genug, um zu verstehen, dass sie das endlich richtig abschließen mussten - wenn sie das nicht endlich auflösten, dann würden sie niemals wie Erwachsene miteinander umgehen.
Deswegen hatte er sich ja aufgerafft, deswegen war er zu Daniel gegangen. Und wie hart war es gewesen, den Mut aufzubringen, zu ihm zu gehen und ihn zu fragen, ihn anzusprechen? Vincents Herz raste in seiner Brust, während er Daniel gegenüber stand, und er musste sich über die Lippen lecken, weil sich sein Mund zu trocken anfühlte, und er nichts zu trinken mehr hatte. Doch Daniel hielt offensichtlich nicht viel von quatschen und reden - statt ein bisschen Smalltalks wurde Vincent direkt vor ein Ultimatum gestellt, und es erinnerte ihn an den Daniel, den er mal gekannt hatte. Daniel war nie jemand gewesen, der um irgendwelche Themen herumtanzte, und Vincent hatte ihn dafür bewundert. Und auch jetzt konnte er sich ein Lachen nicht verkneifen.

"Ja, frische Luft", er zog an seiner Zigarette, und schüttelte belustigt den Kopf. "Du weißt, dass ich zu einer Party niemals nein sagen kann." Die Sache war, er konnte Daniel nicht allein lassen. Es war, als wäre der Jüngere ein Magnet und Vincent ein Metall; auch, wenn es ihm peinlich war und unangenehm und auch wenn er immer noch so erfüllt war von ungesagten Dingen und unterdrückten Gefühlen, kam es immer wieder zu Daniel zurück. Es war, als wäre er wieder nur ein junger Student, der in irgendeiner Form abhängig war von diesem faszinierenden Geschöpf, das er durch Zufall kennengelernt hatte und von dem er nie wieder losgekommen war. Und dann waren da all diese Erinnerungen an die Nächte, die sie mit Party verbracht hatten. Daniel und er waren fast genauso oft betrunken gewesen, wie sie zusammen ins Bett gefallen waren; und fast immer hatte eine gemeinsame Party auch zu gemeinsamen Sex geführt. Aber das war nichts, worüber Vincent nachdenken wollte, denn das würde bedeuten, dass es wahrscheinlich war, dass sie wieder in alte Muster fallen würden - und das wollte er doch gar nicht. (Oder?)
"Na dann komm", meinte Vincent, und drückte die Zigarette im nächsten Aschenbecher aus. "Der erste geht auf mich."

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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Schulpark   Fr Dez 01, 2017 1:05 pm

Wieso war es für Daniel einfach nicht möglich mit der ganzen, verdammten und so schmerzhaften Geschichte abzuschließen? Es war wie eine Dauerschleife, einer Dauerschleife welcher er nicht entfliehen konnte und sicher ob er das wirklich wollte, war er auch nicht. Seine Gefühle hatten sich nach England nicht verändert. Vincent war einfach keine einfache Schwärmerei gewesen, da war mehr, viel mehr zwischen ihnen. Für Daniel war auch zu viel passiert um es einfach zu verdrängen oder einen Schlussstrich zu ziehen. Nun stand er vor ihm, vor dem Mann den er liebte und wie bewusst ihn diese Tatsache in den letzten 4 Wochen geworden war. Doch lohnte es sich um einen Mann zu kämpfen, der bereits einmal das zerbrechliche Herz zerschmettert und dann mit sich genommen hatte?


Über all diese Gedanken, jene die ein weiterer Grund der vielen Schlaflosen Nächte von dem Neuankömmling waren, wollte dieser sich heute Abend keine Gedanken machen. Einen einfachen Abend wollte er alle seine Probleme, seine Zweifel und seine Schmerzen in die hinterste Ecke seines Verstandes schieben und dann wollte er Spaß haben.
Damit diese Gedanken aber da blieben wo sie sollten brauchte er erstmal einen angemessenen Alkoholpegel und Vincent schien davon nicht abgeneigt zu sein - sein Glück!

"Und genau diese Tatsache werde ich heute Abend ausnutzen." Die besten Partys hatte Daniel einfach mit Vince gefeiert, auch bevor er sich in ihn verliebt hatte oder bevor sie das erste mal gemeinsam im Bett aufgewacht waren. Dies war eindeutig ein Vorteil von diesem so gut aussehenden Mann. Das Daniel sich keine Hoffnung auf eine Chance, auf eine ernste, echte Beziehung machte, wäre eine große Lüge. Doch Heute Abend wollte er nicht daran denken, er wollte feiern, er wollte Spaß, er wollte Vinces Körper. Über die Konsequenzen konnte er sich noch morgen Gedanken machen!

In der Aula wieder angekommen merkte Daniel, dass ihn die gute Stimmung die dort herrschte regelrecht ansteckte. Gemeinsam mit Vincent ging er dann an die aufgebaute Bar und wartete darauf das die erste Runde ausgeschenkt wurde.

>> Aula / Vincent

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Colin Dearing

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BeitragThema: Re: Schulpark   Di Dez 05, 2017 7:56 pm

Colin wusste nicht, was es an Ira war, das ihn so faszinierte. Vielleicht war es, weil der Auszubildende einige Jahre älter war als er selbst, aber ihn trotzdem wie einen Gleichaltrigen behandelte, nicht mehr wie ein Kind. Vielleicht waren es die vielen Tattoos, die sich über seinen Körper zogen, mit denen Colin sich nur allzu gerne mal etwas genauer auseinandersetzte. Vielleicht war es, weil sie vorher schon Freunde gewesen waren, und der Sex einfach nur eine wohlverdiente Ablenkung von dem ganzen Scheiß war, den Colin derzeit durchmachte. Ira fragte nicht, Ira wollte keine Antworten, Ira interessierte es nicht, was mit Colin und Logan passiert war - obwohl er das doch eigentlich bemerken musste, oder nicht? Er nahm Colins Launen einfach hin, wie sie waren, schaffte es auch mal, ihm die Stirn zu bieten, ihn in die Schranken zu weisen; er war einfach, schlicht und ergreifend eine angenehme Abwechslung zu dem, was Colin die letzten Monate mitgemacht hatte.
Colins Blick schweifte, während er wieder diesen Gedanken folgte, die ihn so oft beschäftigten in letzter Zeit, durch den Raum. Das Ballkomitee hatte sich so viel Mühe gegeben, überall Lichterketten gespannt, eine Bühne aufgebaut, die kleinen vier- und sechs-Personen-Tische richtig schön geschmückt, und ein Buffett zusammengestellt, das ihm an jedem anderen Tag das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen würde. Doch in diesem Moment, wo auch Ira still war, weil er über seine Sommerpläne genauso wenig zu erzählen hatte wie Colin, wurde er wieder daran erinnert, warum er mit Ira hier war, nicht mit Logan. Es fühlte sich falsch an, das auch nur zu denken - Colin und Ira. Das klang .. falsch, irgendwie. Wie von selbst suchten Colins dunkle Augen den Raum ab, die Menschen, bis er den wohlbekannten schwarzen Haarschopf fand, auf der anderen Seite des Raumes. Logan war also hier, es lag nicht nur daran, dass er diese Outings hasste. Er hatte sogar eine Begleitung mit. In inniger Vertrautheit steckte er den Kopf mit Hazel zusammen, einer Klassenkameradin.
"Das hätte ich sein sollen."

Der Gedanke schmeckte bitter auf Colins Zunge, und für eine Sekunde musste er die Tränen wegblinzeln; er war jetzt auch zu lange ohne Heulen ausgekommen, das war mal wieder typisch. Er schluckte hart und fand in Ira, der genau in dem Moment verkündete, dass er Eine rauchen gehen würde, einmal mehr eine willkommene Ablenkung. "Warte! Ich komm mit", sagte er, und seine Stimme klang rauer, belegter als sonst. Er beeilte sich, dem Älteren hinterherzulaufen. Keine Minute länger konnte er es mit Logan in einem Raum aushalten. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Wie hatte er glauben können, dass es gut ausgehen würde, diese ganze Geschichte? Selbst Joey, der seinen Abschluss doch zu Hause machte, hatte mitbekommen, dass zwischen ihnen irgendwas nicht in Ordnung war. Wie sollte Colin das seiner Familie erzählen? Wie konnte er das mit sich selbst ausmachen?
Am Ende war er schneller draußen als Ira und sog die klare Abendluft eifrig in seine Lungen ein, bis er nicht mehr das Gefühl hatte, ersticken zu müssen. Er drehte sich zu Ira, beobachtete, wie der gutaussehende junge Mann seine Zigarette anzündete. "Was für 'ne Scheiße die da drin' abziehen. Kauft denen das irgendeiner ab?", fragte er genervt, und lehnte sich auf den Stehtisch, an den sie sich gestellt hatten. "Verdammte Scheiße" Er wusste nicht wie er das den ganzen Abend aushalten sollte - wie sollte er es schaffen, Logan und Hazel den ganzen Abend zu beobachten und nicht auszurasten? Er wusste, dass Hazel genau Logans Typ Mensch war. Sie war ruhig und lieb und schüchtern, und sie passte besser zu Logan, als Colin es jemals könnte. Er wusste das ganz genau, und das wissen allein tat fast so weh wie sein gebrochenes Herz.
Colin musste hart schlucken, räusperte sich. Dann blickte er Ira direkt ins Gesicht und deutete auf seine Schachtel Zigaretten. "Kann ich auch eine?"


{ cf.: Aula | Logan | Gespräch mit Ira }

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Ira Dialo

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BeitragThema: Re: Schulpark   Di Jan 23, 2018 9:12 pm

Draußen angekommen atmete der tätowierte Mann erst einmal tief durch. So vieles was er hier tat sprach gegen seine Natur, gegen sein Charakter und gegen sein eigentliches Erscheinungsbild. Der sonst so egoistische Mann machte sich Gedanken um seine Nachhilfeschülerin, eher Gedanken darüber was sie dachte als sie gesehen hatte, dass er mit Colin zusammen aufgetaucht war und zwar nicht einfach nur als Freunde. Sie musste ihn gesehen haben, da war Ira sich wirklich sicher.
Colin stellte sich als eine gute Ablenkung heraus. Der Junge hatte genau so viel Chaos im Kopf wie Ira selbst, weshalb auch er keine Fragen stellte und das passte dem Lehrling ganz gut.

Es wunderte ihn dennoch ein wenig weshalb Colin ihm nach draußen folgte und sogar förmlich an ihm vorbei lief um noch schneller draußen zu sein. Damit hatte er nicht gerechnet, er wollte doch nur einen kurzen Moment seine Ruhe, doch vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass seine Begleitung ihm gefolgt war so konnte er sich nicht zu lange Gedanken über diese eine ganz bestimmte Schülerin machen.

Colin war ihm als ein entspannter und cooler Typ entgegen getreten und heute wirkte er nicht nur genervt sondern auch irgendwie verletzlich. "Offensichtlich 90 % von den Anwesenden. Lange werde ich das hier aber nicht aushalten." Er war hier gewesen weil es als eine Art Pflichtveranstaltung behandelt worden war, aber Ira würde Colin sicherlich schnell davon überzeugen können von diesem Ball zu verschwinden und besseres zu machen. "Klar, bedien dich ruhig." Ira hielt ihm seine Schachtel Zigaretten hin, er wusste nicht das seine Begleitung rauchte, aber er fragte auch nicht nach, was interessierte es ihm auch ob Colin rauchte oder nicht rauchte. "Wieso regst du dich eigentlich so auf? Niemand zwinkt dich hier zu sein und doch hast du offensichtlich irgendeinen Grund nicht zu gehen." Das Ira nicht dieser Grund war, war ihm mehr als bewusst und es störte ihn auch nicht, wieso sollte es? Zwischen den Männern bestand nur eine körperliche Beziehung die von heute auf morgen vorbei sein konnte weil einer von ihnen keine Lust mehr hatte.

Normaler Weise fragte der Egoist nicht nach was anderen in den Kopf vorging, doch irgendwie hatte er sich auf dieser verdammten Ranch geändert ob es an den Leuten oder dem Ort lag wollte er gar nicht wissen. Abgesehen davon das er es beängstigend und irgendwie auch nervig fand wusste er auch nicht wie er das ganze ändern oder beenden sollte. Die Ferien kamen ihm daher sehr gelegen.

[Colin]

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Colin Dearing

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BeitragThema: Re: Schulpark   Mi Feb 14, 2018 5:08 pm

Colin hatte das Gefühl, dass er alles falsch gemacht hatte, was er hatte falsch machen können. Joey war irgendwie von ihnen fortgedriftet, von Logan und ihm - vermutlich war das Colins Schuld, weil er immer mit Logan hatte allein sein wollen. Liam hatte er schon vor fast zwei Jahren vergrault: und noch immer hatte er es nicht geschafft, sich mit seinem Bruder wieder zusammenzuraufen. So hatte er zwei seiner engsten Freunde verloren, und das in nur so kurzer Zeit - Logan war vorher alles gewesen, was ihm noch geblieben war. Und jetzt hatte er auch den noch verloren. Und obwohl er einige Freunde hier auf dem Hof hatte, kam er nicht umhin, sich einsam zu fühlen; immerhin fehlte nun der größte Teil seines Lebens, und dieser Abend führte es ihm nur noch wieder vor Augen.
Da fühlte es sich umso besser an, die Zigarette aus der ihm angebotenen Schachtel zu nehmen und anzuzünden. Colin rauchte schon seit ein paar Jahren immer mal wieder auf irgendwelchen Parties, auch wenn sowohl Logan als auch Joey das immer gehasst hatten. Gerade im letzten Jahr hatte Colin natürlich auf Logans Abneigung Rücksicht genommen; so erschien es ihm wie ein Akt der Rebellion, dass er jetzt einen tiefen Zug nahm, und das Gefühl genoss. Logan würde es hassen, aber Logan bestimmte nicht mehr über sein Leben - Colin konnte jetzt endgültig das machen, was er wollte.

Auf Iras Worte zuckte Colin die Schultern. "Da hast du recht." Er beobachtete Ira, ließ die Augen über dessen Gesicht wandern - der ältere war schon ein attraktiver junger Mann. Es war faszinierend, dass Colin es geschafft hatte, so einen guten Fang zu machen. War es wirklich ein Fang? Sie hatten ja keine Beziehung, sie hatten nur Spaß, und mehr wollte er auch momentan nicht. Trotzdem schien Logans Angst sich zu bewahrheiten: Colin konnte jeden haben, den er haben wollte. (Außer den einen, den er wirklich an seiner Seite wollte, flüsterte eine düstere Stimme in seinem Kopf) Das zeigte, dass sich so viel anscheinend doch nicht verändert hatte, in den Monaten, die Colin sich vom Markt genommen hatte.
"Das ist eine verdammt lange Geschichte, über die ich wirklich nicht reden würde.", erwiderte Colin abwinkend, und bemühte sich um einen ruhigen Ton. Immerhin war Ira Ablenkung, jemand, in dessen Gegenwart er nicht mehr darüber nachdenken musste, was zuvor passiert war. Er nahm einen erneuten Zug an der Zigarette, und schickte Ira ein Grinsen, während er seine Schulter an die des Azubis stieß. "Immerhin wollen wir doch Spaß haben, oder nicht? Da lohnt es doch nicht, so früh schon wieder abzuhauen!"


{ Gespräch mit Ira }

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Schulpark   Mi März 28, 2018 2:53 pm

Vincents Finger zitterten, als er sich eine Zigarette anzündete - etwas, das er sehr wohl einhändig und mit einer großen Flasche Alkohol in der Hand konnte, was wohl über übel seiner Universitätszeit geschuldet war. Der Rauch brannte in seinen Lungen, obwohl es eine gewohnte Sucht war, und doch konnte er ihn nicht von dem komischen Gefühl in seiner Brust ablenken. Er wollte so etwas nicht fühlen; er war kein Mensch, der fühlte. Er war ein Mensch, der seinen Nutzen aus dem Leben und aus seinen Mitmenschen zog, ohne auch nur einen Deut dafür zu geben, und der sich verkrümelte, bevor es zu ernst wurde. Vielleicht, nur vielleicht, wurde er ja jetzt doch erwachsen, in dieser Zwangsversetzung, die ihn aus seiner geliebten Heimat rausgerissen und in ein wildfremdes Land gesteckt hatte. Er hatte nicht gedacht, dass das tatsächlich nochmal passieren sollte. Er war das schwarze Schaf, das sich mit Ende zwanzig immer noch aufführte wie ein Teenager; kein Mann, der wegen einer seltsamen Verliebtheit nicht mehr wusste, wo oben und unten war.
Und sowieso, war er wirklich verliebt? Er kannte Daniel doch gar nicht. Er wusste nicht, wer dieser Mann war, nach dem er sich so sehnte. Er kannte nur Erinnerungen an einen dünnen, wunderschönen Studenten, der ihm so den Kopf verdreht hatte, wie es vor ihm noch kein anderer geschafft hatte. Aber das waren nur Erinnerungen - Erinnerung, die er eigentlich bis vor wenigen Wochen noch erfolgreich verdrängt hatte. Vermutlich waren die Gefühle, die er meinte zu spüren, auch nur Schall und Rauch, Dinge, die eigentlich der Vergangenheit angehörten. Vielleicht fühlte es sich deswegen auch so seltsam an. Daran musste es liegen, ja, und auf jeden Fall nicht daran, dass er überhaupt keine Ahnung hatte, wie sich Verliebtsein wirklich anfühlte ...

Bevor Vincent seine Gedanken vernünftig zu Ende denken konnte, wurde er aufeinmal unsanft an der Schulter herumgerissen, sodass ihm fast Kippe und Whiskey aus den Händen flogen. "Du hast doch auch nicht mehr alle Tassen im Schrank?!", schimpfte Vincent los, noch ehe er überhaupt registriert hatte, dass es sein Bruder war, der ihn so anpampte. Das war nämlich eigentlich klar, niemand anderer als sein nerviger kleiner Bruder wagte es, mit ihm so umzuspringen. Böse funkelte Vince Alistair an - natürlich musste der sich wieder in Angelegenheiten einmischen, die ihn überhaupt nichts angingen! Ganz klar: immerhin war er Papas Liebling, musste zusehen, dass hier alles nach dem Rechten verlief (dass das nicht ganz stimmte, war ihm durchaus klar, aber in diesem Augenblick war Vincent einfach nur wütend und nicht zu klaren Gedanken fähig).
"Das geht dich einen Scheißdreck an, was "das da" ist!", wetterte Vince, und nahm einen passend wütenden Schluck aus seiner Flasche, bevor er seinem Bruder mit dem Finger in die Brust piekste. "Immerhin frag ich dich ja auch nicht nach deiner Anbändelei mit dieser - dieser Ärztin!" Vincent schaffte es, das Wort Ärztin abfällig klingen zu lassen. Er war gerade dazu einfach nicht aufgelegt und einen Teufel würde er tun, seinen Bruder nicht seine Ungehaltenheit spüren zu lassen. Er war angetrunken, weil er das Buffett ungebremst hatte links liegen zu lassen, und gerade hatte er auch noch einen fiesen Korb kassiert. Ihm waren quasi Hörner aufgesetzt worden. Die musste er sich erstmal abstoßen.


{ cf.: Aula | Gespräch mit Alistair }

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Alistair Traynor

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BeitragThema: Re: Schulpark   Fr März 30, 2018 8:54 pm

Mit dem Rauchen hatte Alistair schon vor Jahren aufgehört, nicht zuletzt, weil er in der Regionalliga relativ erfolgreich Fußball gespielt hatte. Eine Sportlerlunge vertrug nicht so viel Ruß. Inzwischen war er wieder zum Gelegenheitsraucher geworden, was er unter anderem der Ruction Scene zu verdanken hatte, in der immer irgendein Kettenraucher dabei gewesen war Wobei sich die jungen Herren von Welt gerne auf ihre traditionellen Wurzeln besonnen und eine Zigarre geraucht hatten. In ihren hipperen Phasen gerne auch fragwürdigeres Zeug.
Allein der Geruch des Zigarettenrauches hätte Alistair direkt zu seinem Bruder geführt, denn immerhin rauchte Vincent ja auch nicht irgendwas. Als sich sein großer Bruder schließlich notgedrungen zu ihm umdrehte und dabei ausamtete, bekam er einen ganzen Schwall des Qualms ins Gesicht verzog aber keine Miene. Etwas, das die Traynors perfekt beherrschten: Die Maske aufrecht erhalten. Besonders für Geschäftsverhandlungen war das hilfreich und deswegen den beiden jüngsten Sprößlingen schon früh beigebracht worden. Aber dies hier war keine Geschäftsverhandlung, dafür war die Atmosphäre viel zu aufgeladen. Dennoch konnte ein falscher Schritt, ein falsches Wort das Fass zum Überlaufen bringen. Alistair und Vincent waren immerhin Brüder. Brüder. Das bedeutete, dass sie streiten konnten. Und wie. Meistens hatte es den donnernden Tenor ihres Vaters bedurft, damit im Hause Traynor wieder Ruhe einkehrte. Doch der war nicht da und so konnten sich die Brüder nach Herzenslaune an die Nieren gehen.
Was Vincent auch sofort in die Tat umsetzte und abblockte, indem er eine - zugegeben: nicht gerade geistreiche Bemerkung hinterhersetzte, die Alistair in irritiert-amüsierter Geste die Augenbraue nach oben ziehen ließ. Sein Bruder schien wirklich von der Rolle zu sein, wenn sein sonst so wortgewandtes Hirn nicht einmal eine ordentliche Beleidigung zusammenbrachte. "Ach ja? - Vielleicht interessiert mich aber was in deinem Leben so vorgeht. Eine äußerst ungewöhnliche Eigenart für Familien, ich weiß!" Seine Stimme troff nur so vor Ironie, denn natürlich war das Interesse am Leben der anderen Familienmitglieder nichts ungewöhnliches. Jedoch hatten Alistair und Vincent es meistens so gehalten, dass über Liebschaften eher spärlich geredet wurde - wozu auch, es war ja doch nie etwas Ernstes.
"Stimmt - offenbar interessiere ich dich dafür einfach nicht genug, wie offenbar der Rest unserer Familie auch." Die Familie, für die es sicherlich ein Skandal war, wenn herauskam, dass einer ihrer Nachkommen die Lager gewechselt hatte. Argwöhnisch funkelte Alistair seinen großen Bruder an. Und wenn er es aus ihm herausprügeln musste, er würde nicht locker lassen, ehe er eine Antwort hatte. Auch wenn er weder eine Brille auf, noch Kontaktlinsen eingesetzt hatte, auf die Entfernung würde selbst er Vincent kaum verfehlen.

{<- AULA | Vincent}

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BeitragThema: Re: Schulpark   Mi Apr 04, 2018 1:15 pm

Der Seitenhieb, zu dem Alistair angesetzt hatte, traf genau ins Schwarze. Die Sache war, Vincent hatte nie besonders viele Personen gehabt, denen er wirklich vertraut hatte. Sicherlich konnte man dafür seine Eltern verantwortlich machen, die ihn lieber an die Nanny abschoben, als sich selbst um ihn und seinen Bruder zu kümmern; und bestimmt auch die ganzen geldgeilen Menschen auf dieser Welt, die Klein-Vince nur ausgenutzt hatten, um einen Teil seines Reichtums zu spüren. Aber während Vincent bei den meisten Menschen immer auf der Hut gewesen war, gab es doch eine Person, der er immer blind vertraut hatte. Und das war Alistair. Es schweißte zusammen, wenn man als Brüder den gleichen Scheiß mitmachte, in den gleichen Verhältnissen aufwuchs, die gleichen Probleme kannte. Vielleicht mochten die Brüder hin nach außen unterschiedlich wie Tag und Nacht wirken, aber im Grunde waren sie sich ziemlich ähnlich. Und sie hatten auch immer zusammengestanden wie Pech und Schwefel.
Einen Moment lang musste Vincent hadern, überlegte, ob das, was Alistair ihm da unterstellte, stimmen konnte. Interessierte er sich wirklich nicht mehr für seinen nervigen kleinen Bruder? Hatte es ihr Vater endlich geschafft, einen Keil zwischen sie zu treiben, wie er es immer schon vorgehabt hatte? Vincent fand das Mumpitz. Alistair war immer noch der wichtigste Mensch in seinem Leben, auch wenn er nervte, und auch wenn er ihn eigentlich ungebremst in die Hölle schicken könnte, manchmal. Aber nein, es war noch nicht so weit gekommen, dass er nicht mehr bereit war, sich für den nervigen Lockenkopf aufzuopfern bis zum letzten Blutstropfen, und so zeigte es sich, dass der Vorwurf absolut und ganz und gar unberechtigt war.

Das fachte Vincents Wut natürlich nur noch mehr an. Er ballte die Hand um den Whiskey zur Faust, seine gesamten Muskeln waren angespannt, als er seinen Bruder mit wütender Inbrunst anfunkelte. "Achso, ich interessiere mich also nicht mehr für dich?" Seine Stimme war noch lauter, ungehaltener als vorher. Immerhin interessierte es ihn reichlich wenig, was die beiden Turteltäubchen, die sich am anderen Ende der Terrasse eine rauchten, mitbekamen und was sie von ihm dachten. Außerdem merkte er langsam, dass er ganz schön einen sitzen hatte. "Was glaubst du eigentlich von mir, huh? Vielleicht hab ich ja auch einfach nur gelernt, mich nicht in Situationen einzumischen, die mich nichts angehen! Aber davon scheinst du ja reichlich wenig zu verstehen."
Vielleicht hätte Vincent auch in einem anderen Zusammenhang anders reagiert; wenn ihm nicht gerade das Herz gebrochen und die Gefühle darin komplett auf den Kopf gestellt worden sind, zum Beispiel. Oder mit weniger Alkohol im Blut. Aber gerade hatte ihn die Reaktion seines Bruders einfach nur zutiefst verletzt, und wie das bei Vincent so war, äußerte sich das halt in Wut. Wut darüber, dass Daniel nicht mit ihm schlafen wollte. Wut darüber, dass er es mit Daniel so weit hatte kommen lassen. Wut darüber, dass er so hilflos war. Wut darüber, dass Alistair offensichtlich sehr unbegeistert war, dass Vincent noch immer bisexuell war, und es jetzt auch unverhohlen zeigte. Und jetzt war Alistair da, und so würde er sich Wohl über Übel Vincents Laune stellen müssen.


{ Streit mit Alistair }

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BeitragThema: Re: Schulpark   Mi Apr 18, 2018 9:49 am

Brüder waren doch eine wunderbare Sache. Sie hielten zusammen in schwerer Zeit und gingen gemeinsam durch Dick und Dünn. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sah das Ganze dann schon wieder anders aus und das lag nicht zuletzt an den Gemütern von Brüdern selbst. Es wäre wohl eine Untertreibung gewesen zu sagen, die beiden Traynors wären aufbrausend. Sie konnten zu tickenden Zeitbomben werden. Dabei sagte man ihnen so gerne stille Zurückhaltung nach. Dass sie ihre Kämpfe im Stillen austrugen, anstatt sich die Bühnen der Medienlandschaft zu suchen. Gewissermaßen war das auch so - der Adel suchte nicht die Öffentlichkeit, aber er konnte sich ordentlich in die Wolle bekommen. Zwar ging es hier nicht um hohe Investitionen oder darum, einen neuen Kunden zu gewinnen, aber es ging um so viel mehr als das. Das verletzlichste Band war immerhin jenes, an das man sich sein Leben lang klammerte. Und sowohl Vincent als auch Alistair schienen sich jederzeit auf den anderen verlassen zu haben. Ein Verrat dieser Bindung war nicht unbedingt das, was zu ihrer Erheiterung beitrug. Eine eskalierende Handgreiflichkeit würde es allerdings auch kaum wieder gerade biegen.
Er war es gewohnt, der kleine, nervige Bruder zu sein; Vincent ließ immerhin kaum eine Gelegenheit aus, ihm das unter diese Nase zu reiben und zu betonen, wie störend er doch war. Es war etwas, an dass sich Alistair gewöhnt hatte, so wie er die Schimpftiraden seines Vaters kaum noch wahnahm, während Umstehende jedes Mal zusammenzuckten, wenn der sonst so in sich ruhende Traynor Senior seinen donnernden Bass erhob. Mit zusammengekniffenen Augen funkelte er seinen Bruder an. Warum sagten alle er wäre der Temperamentvolle in dieser Familie? Als ob Vincent so viel gelassener wäre. Sie kannten ihn einfach nicht.
Während sich Vincents Finger um die Whiskeyflasche verkrampften, als er seine nächsten Worte sprach, ballten sich Alistairs Hände zu Fäusten. Er biss die Zähne aufeinander, sodass seine Kiefermuskeln deutlich hervortraten. Vermutlich war er nüchterner als sein Bruder und sollte deswegen gelassener reagieren, aber dieser Streit lockte die Aggressivität in ihm. Mit jedem Wort von Vincent kochte es mehr in ihm und so langsam ließ sich erahnen, dass die Geschichten der zerstörerischen Ruction Scene vielleicht doch wahr waren. "Verlangst du ernsthaft von mir, dass ich hier rumstehe und tatenlos zusehe, wie du uns alle ins Verderben stürzt?" Er blaffte seinen großen Bruder, der auch nur wenige Zentimeter größer war, regelrecht an. Das konnte nun wirklich nicht sein ernst sein. Dieses Mal hatte Vincent eine Grenze überschritten und Alistair würde nicht einfach ablassen, damit er bei nächster Gelegenheit wieder mit einem Mann durch die Gegend knutschte. "Es geht nicht immer nur darum, was du willst." Man konnte nicht behaupten, dass Alistair im Schatten seines Bruders stand. Im Gegenteil: Immerhin war Vincent der Ausbrecher, der einfach nichts Wirtschaftliches studieren wollte und stattdessen "nur" in der Pressestelle der väterlichen Firma arbeiten konnte. Anstatt Geschäftsführer zu werden. Alistair entsprach da schon eher den Idealvorstellungen seines Vaters, wurde aber aufgrund seiner unbesonnenen Art oft gerügt. Sie hatten beide ihre Probleme, die Ansprüche, die an sie gestellt wurden, zu erfüllen. Und vielleicht war Alistair unfair mit diesem Vorwurf, doch das war nichts ungewöhnliches für ihn. Fairness war etwas für Weicheier und Gescheiterte. Er würde nicht hinnehmen, dass die ganze Erwartungshaltung der Familie nun auf ihm lastete und man ihn irgendwann noch mit einer langbeinigen Blondine verheiratete. Vincent musste auch mal Verantwortung für seine Herkunft übernehmen und nicht immer nur das machen, was ihm gerade in den Kram passte!
Alistair war aufs Äußerste angespannt. Die Sache hier drohte mehr und mehr zu eskalieren, doch es war ihm langsam egal. Er sehnte sich fast danach, er wollte dieses Gefühl der Auswegslosigkeit betäuben. Eine Schlägerei kam ihm da gerade recht. Und es war schon lange nicht mehr so, dass ihm Vincent kräftemäßig haushoch überlegen war - sie hatten es nur seit Jahren nicht mehr auf die Probe gestellt.
{Vincent}

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Schulpark   Di Apr 24, 2018 9:06 pm

Vincent war oft unterstellt worden, er sei egoistisch; und wenn er ganz ehrlich war, war das meistens auch so. Warum sollte es ihn auch interessieren, ob auch andere Leute von seinen Handlungen profitieren konnten? Der Club, den Alistair und er in der Uni geleitet hatten, war dafür das beste Beispiel: Vince hatte vergessen, wie viele Bars sie zerstört, wie viele Leben sie ruiniert hatten. Und auch privat war es nicht besser gewesen: immerhin hatte er mehr Affären gehabt, als er sich erinnern konnte, hatte Personen benutzt, um sich selbst zu befriedigen, und es hatte ihn nie interessiert, was der Gegenpart dachte oder fühlte; solange sie beide Spaß am Sex hatten, war es okay und lustig, aber er war so schnell gelangweilt gewesen von immer dem gleichen Partner, dass er die meisten schnell wieder hatte fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Die einzige Ausnahme dabei war Daniel gewesen. Neben Daniel hatte er keine anderen Partner gehabt, er hatte ihn nicht betrogen. Und er hatte ihn nicht langweilig gefunden, als er ihn verlassen hatte; er hatte sich verliebt, stattdessen.
Das war schon seit Jahren sein Geheimnis. Daniel hatte es damals nicht gewusst, und auch nach den gemeinsamen Wochen auf der Ranch hatte er es ihm noch nicht erzählt. Und auch Alistair wusste es nicht; wusste nicht, dass er seinen Bruder gerade anschrie, nachdem er sich mal wieder selbst das Herz gebrochen hatte - und Vincent brauchte sich selbst gar nicht einzureden, dass er nicht schon wieder der Schuldige war. Das war er. Es war alles seine Schuld, nicht Daniels. Vielleicht hatte er da deswegen gerade dran zu knacken. Und jetzt stellte sich diese Sache auch noch zwischen ihn und seinen Bruder. Zwischen Vincent und Alistair hatte früher kein Blatt gepasst - ihre Egos schon, aber sonst nichts und niemand. Das zeigte doch nur wieder, dass Vincent mit seinem Egoismus, seiner Sturheit und seiner Geheimniskrämerei allen um sich rum schadete, und jeden vertrieb, der nichts Schlechtes von ihm dachte.

Wollte er das wirklich?
Nein. Vielleicht war es bei einigen anderen egal; sicherlich würde Vincent auch ohne Daniel glücklich, das hatte er schon geschafft. Verdrängen konnte er immmerhin am Besten. Aber wollte er auch Alistair aus seinem Leben vertreiben? Den einzigen Menschen, der immer zu ihm gestanden hatte? Den Mann, der sich mutig zwischen Vince und ihren Vater stellte, wenn der mal wieder zu laut wurde, sodass Vince kurz davor war, abzuschalten und die Kontrolle zu verlieren? Nein. Das wollte er nicht. Und die Worte, die Alistair ihm um die Ohren schleuderte, erinnerten ihn daran: Alistair hatte es nicht verdient, dass Vincent ihn mit in den Ruin trieb. Dass er selbst davor stand, war schon schlimm genug. Aber sein kleiner Bruder hatte es nicht verdient, für etwas zu büßen, für das er nicht konnte.
Mit diesem Gedanken verließ jeglicher Kampfgeist Vincents Sein, und er sackte in sich zusammen. Müde schmiss er die Zigarette weg, fuhr sich in einer fahrigen Bewegung durchs Haar, und seufzte tief. Sollte sein kleiner Bruder tatsächlich der Erwachsene von ihnen sein? Lustigerweise überraschte Vincent diese Feststellung wenig. Er blickte seinem Bruder nicht in die Augen, als er sagte: "Keine Sorge, Stairs. Ich werd' dich da nicht mit reinziehen. Das verspreche ich dir." Seine Stimme war matt, und seine Kehle fühlte sich rau an, weswegen er einen weiteren, tiefen Schluck aus seiner Whiskeyflasche nahm. Der Alkohol brannte in seiner Kehle, sorgte aber nicht für Vernunft, sondern nur für Schmerz und Verbitterung. Vincent lachte bitter; er wurde wohl doch langsam erwachsen.
"Ich schulde dir wohl eine Erklärung.", gab er zu. "Aber nicht heute Abend."


{ Gedanken | Auseinandersetzung mit Alistair }

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Alistair Traynor

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BeitragThema: Re: Schulpark   Mi Mai 02, 2018 1:37 pm

Die beiden Jungen waren beide ein wenig klein für ihr Alter gewesen. Schmal, hager, aber dennoch athletisch. Sie waren gewesen wie alle Kinder ihres Alters: Aufgeweckt, neugierig… Manche hatten sie mit bedauerndem Blick angesehen, weil sie wussten, in welche Welt die beiden kleinen Jungen geboren worden waren. Dass ihr Leben bald nur noch aus Regeln bestehen würde und dass sie nur mit einem Ziel erzogen wurden: Erfolgreich zu sein. Ihrem Namen gerecht zu werden.
War es wirklich so ein großes Glück, so ein Vorteil privilegiert aufzuwachsen? War es wirklich so erstrebenswert einem Adelsgeschlecht anzugehören? Wäre es nicht viel einfacher irgendjemand aus der Mittelklasse zu sein mit mittlerer Bildung, mittlerem Einkommen, aber einem Leben, in dem man doch alles Nötige hatte. In dem nicht Geiz und Gier und Prestige alle Handlungen steuerten. Vermutlich war es einfacher, doch man konnte es sich nun einmal nicht aussuchen.
Dass die beiden kleinen Jungen trotz aller Differenzen und konkurrierender Egos immer zusammengehalten hatten wie Pech und Schwefel, konnte man gewiss nicht nur ihrer Blutsverwandtschaft zuschreiben. Den blonde Lockenschopf und seinen dunkelhaariger Bruder hatte immer ein unsichtbares Band zusammengehalten – selbst als sie erwachsen wurden.
Erwachsen – was bedeutete das schon? Alistair war sich in diesem Augenblick nicht mehr sicher, ob das für ihn überhaupt eine Rolle spielte, denn das Adrenalin schoss durch seine Adern und er brannte förmlich darauf, sich mit seinem Bruder anzulegen und die angestaute Energie abzubauen. Es gab so vieles, das ihn hier nervte und aufregte, da war es wohl allmählich an der Zeit, dass er sich abreagieren und seinen Frust irgendwo entladen konnte. Er war nicht mehr der kleine, unbedarfte Junge von früher, aber er war gerade auch nicht bereit, sich wunderwie erwachsen zu benehmen. Mit geballten Fäusten und angespannter Haltung wartete er beinahe lauernd auf Vincents nächste Reaktion, die auf sich warten ließ. Sagte sein Bruder in Gedanken sämtliche Shakespeare-Werke auf oder warum brauchte er so lange um zu reagieren? Argwöhnisch beobachtete er den Älteren aus seinen Sturmaugen, als dieser plötzlich an Körperhaltung einbüßte, die Zigarette wegschnippte und nur an seiner Whiskeyflasche nippte. Alistair machte das bald wahnsinnig, dass er dieser Flasche mehr Aufmerksamkeit schenkte als ihm, sodass er mehr aus Impuls als Bewusstsein nach dieser Griff und sie fortwarf, wo sie schellend durch den harten Aufprall zersprang. Um diesen amerikanischen Fusel würde es kaum schade sein. Und wenn sie ihn dafür zur Kasse baten, wäre es wirklich sein geringstes Problem.
„Du – wirst – mich da nicht mit reinziehen?“, seine Worte kamen stoßweise. „Ich hänge da schon längst mit drin, seitdem wir denselben Namen tragen. Der ist Fluch und Segen und du kannst ihn weder dir noch mir so einfach vom Leib reißen wie ein billiges Stück Stoff.“ Er stieß seinem Bruder mit dem Zeigefinger gegen die Brust. Es konnte doch nun wirklich nicht Vincents Ernst sein. Glaubte er wirklich, er würde so einfach alles von ihm abwenden können?
Sein bitteres Auflachen war wohl Resultat seiner eigenen Zerstreuung. Doch das würde Alistair kaum genügen. Vincent konnte sich bei anderen mit „Ich-fühl-mich-nicht-so“-Ausreden verabschieden, aber Alistair würde kaum so einfach nachgeben. „In der Tat und ich wäre wirklich äußerst bereit sie heute Abend zu hören.“ Er verschränkte die Arme vor der Brust, ob aus Trotz oder um nicht vollends die Beherrschung zu verlieren blieb wohl sein Geheimnis. Der Londoner schien darauf aus diesen Kampf hier und jetzt auszutragen, koste es, was es wolle. Er war noch nie jemand gewesen, den menschliche Gefühle an seinem eigenen Handeln hinderten. Sein Bruder stellte da keine Ausnahme dar.
Inzwischen waren sie keine neugierigen, kleinen Jungen mehr, sondern hatten auf die harte Tour gelernt, für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen. Aber das musste ihnen ja nicht unbedingt gefallen. Und wer hatte behauptet, dass mit ansteigender Alterszahl auch die geistige Reife wuchs? Ausnahmen bestätigten doch angeblich die Regel.

{Vincent}

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Sheela Verma

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BeitragThema: Re: Schulpark   Do Mai 03, 2018 9:48 pm

Insgeheim wunderte sich Sheela, warum sie inzwischen nicht schlauer geworden war. Sie hatte bemerkt, dass Alistair sich seltsam zu verhalten begann – und zwar auf eine Art, die sogar für ihn wirklich eigenartig war. Den Kommentar zu ihrer Hautfarbe und die Entschuldigung dafür hatte sie noch angenommen und einen Augenblick lang hatte sie geglaubt, dass der Brite sich deshalb tatsächlich so sehr geschämt hatte, dass das sein abwesendes Verhalten erklärte. Die Scham war ihm ins Gesicht geschrieben gewesen, ebenso wie die Reue. Eine so deutliche Gefühlsregung war ungewöhnlich und in ihrer bisherigen wie auch immer gearteten Beziehung noch nicht vorgekommen, sodass Sheela verstanden hätte, dass er sich daraufhin in sich selbst zurückziehen wollte. Immerhin gingen Menschen unfassbar unterschiedlich mit Peinlichkeiten um. Es beruhigte die Inderin ja immerhin schon einmal, dass sie ihm keine Predigt über Rassismus halten musste, die zwangsläufig darin hätte enden müssen, dass sie wehenden Saris aus dem Raum stolziert wäre. Trotzdem blieb eine Veränderung in ihrem Geplänkel, die ihr negativ auffiel und die sie selbst auf Abstand gehen ließ. Der Höhepunkt wurde dann erreicht, als Alistair erst mit starrem, dann kaum verhohlen wütendem Blick auf die Bar starrte und sich entschuldigte.

Sheela blieb mit sich und einem weiteren Glas Sekt zurück, während ihre Begleitung davon gestapft war – Richtung Park offensichtlich. Gut, eine Nebenwirkung der Salbe konnte in einem von zehntausend Fällen auch die Verdauung beeinflussen. Sie hatte also gewartet. Und sich an jenes Fest in Oxford erinnert, an dem sie sich zum ersten Mal begegnet waren und an dem er sie auch für eine halbe Ewigkeit sitzengelassen hatte. Sie hatten sich schon vorher mehr oder weniger gestritten oder eher diskutiert, aber danach waren die Fetzen geflogen und hatten den Grundstock für ihre weitere Bekanntschaft gelegt. Es war wie ein Omen gewesen. Sollte sich das ganze heute wiederholen? Die Dunkelhaarige ballte die Hand zur Faust. Oh nein. Da kannte Alistair Traynor sie aber nicht gut genug. Er mochte ja meinen, mit Menschen wie mit Marionetten spielen zu können, aber sie hatte in den letzten Jahren gelernt, ihre Fäden selbst zu ziehen. Wenn sich ihr Was-auch-immer trotz der Verbindung zwischen ihnen, trotz der Erinnerungen und trotz der Abmachung für diesen Abend wie der letzte Arsch benehmen wollte, würde er sich anhören müssen, dass er der letzte Arsch war. Sollte er doch sehen, was ihm entging! Mit entschlossener Miene ignorierte Sheela alles weitere zu der dämlichen Krönung und stand auf. Der Sari verhedderte sich kurz in dem Stuhl vor ihr, doch sie hatte Kleidungsstücke dieser Machart oft genug getragen, um sich mühelos befreien zu können. Stehend blickte sie sich in der Halle um, doch den blonden Schopf konnte sie nicht entdecken.
Sheela warf ihre Mähne nach hinten und stolzierte Richtung Park. Neben dem Gebäude standen einer der Schüler und ein tätowierter Azubi und rauchten. Beiden warf sie ihren tödlichsten Medizinerblick zu, obwohl sie davon ausging, dass die beiden das einfach ignorieren würden. Es war ihr egal, auch wenn ihr der Sinn gerade danach stand, irgendjemanden gehörig anzufahren. Aber das würden nicht die beiden treffen. Oh nein.
Dann sah sie ihn, zusammen mit seinem Bruder, mit dem sie kaum mehr als einige Worte gewechselt hatte – weder hier noch in Oxford. Die Luft um die beiden schien zu vibrieren vor Aggression. Instinktiv verlangsamte Sheela ihre Schritte, bis sie schließlich in einer kleinen Entfernung zu stehen kam. Ihre eigenen Schultern spannten sich an. Alistair wirkte so schrecklich wütend, hilflos wütend und es war, als entlade sich der ganze Frust, den er über seinen Aufenthalt hier verspürte, über die Zurückweisung seines Vaters, über die Misserfolge, die er selbst verschuldet hatte, genau in diesem Moment gegen Vincent. Auch bei dem Dunkelhaarigen erkannte sie Wut, doch in seinen Zügen las sie auch Verzweiflung. Das war keine gute Mischung. Sollte sie eingreifen? Doch wer war sie schon, dass sie sich in einen Zwist unter Brüdern einmischte? Sie verstand nichts von geschwisterlichen Streitigkeiten, immerhin hatten ihre Eltern sonst keine Kinder bekommen. Zugleich verspürte sie jedoch auch den Nervenkitzel der Voyeure. Sie war das Publikum eines Stummfilms, denn die Worte drangen nicht bis zu ihr durch. Sie sah die Mimik, hörte das Auf und Ab der Worte, spürte die Stimmung förmlich. Doch der Gegenstand des Streits war ihr nicht klar.
Vincent schien allmählich die Kraft zu verlassen, um den Streit fortzusetzen. Er nahm einen Schluck aus der Flasche – fantastisch; Wut, Verzweiflung und Alkohol. Der Stoff, aus dem vergnügliche Abende und gelöste Probleme gemacht waren – und die Luft schien aus ihm zu entweichen wie aus einem Ballon mit einem kleinen Loch. Doch die Resignation schien Alistair erst anzustacheln. Sheela kannte den Ausdruck in seinem Gesicht, hatte ihn an jenem Abend gesehen, als sie sich endgültig zerstritten hatten. Rationalität wurde zu einem Fremdwort für den Lehrer wider Willen.
Der Aufprall der Flasche ließ sie zusammenzucken, riss sie aus ihrer stummen Rolle. Wahrscheinlich hörten die Männer das klappern ihrer Absätze auf dem Boden nicht, denn sie fixierten immer noch einander. Alistairs Zeigefinger bohrte sich in Vincents Brust, eher er in Abwehrhaltung ging. Ein Versuch, die Kontrolle zu behalten? Sheela würde es ihm hoch anrechnen, falls das der Fall war, jedoch nicht darauf bauen.
„Das war genug Theater für einen Abend!“, ging sie daher dazwischen und funkelte zunächst Vincent an, ehe ihr Blick den von Alistair suchte.


[cf. Aula | Alistair lässt Sheela zurück | Gedanken | im Park | beobachtet Streit zwischen ALISTAIR & VINCENT | geht dazwischen]

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Schulpark   Di Mai 22, 2018 6:29 pm

Vincent war kein guter Freund - damit hatte er sich nie gebrüstet. Wie ein wahrer Traynor hate es in seinem Leben eigentlich keine Menschen außerhalb seiner Familie gegeben, denen er wirklich vertraut hatte, und auch nur wenigen Menschen innerhalb seiner Familie. Und seine sogenannten Freunde hatte er oft genug auch nur zu seinem Vorteil ausgenutzt: um Vorteile in der Welt zu bekommen, um Gesicht zu wahren, um leicher an irgendwas ranzukommen - ob es nun der Eintritt zu Clubs war, Sex oder auch einfach nur Hausaufgaben oder Mitschriften von irgendwelchen Vorlesungen. So waren viele Freunde in seinem Leben gekommen und gegangen, und nur wenigen hatte er hinterhergetrauert.
Und eigentlich hatte Vincent sich auch nie damit gebrüstet, ein guter Bruder zu sein. Alistair war zwar ein Jahr jünger als er, aber dennoch hatte er sich nie verhalten wie ein großer Bruder; früher, als sie noch Kinder waren, waren sie ebenbürtig, und das hatte sich bis in die Unizeit durchgezogen. Doch jetzt war Alistair erwachsen geworden, wie es aussah, und plötzlich war der Jüngere derjenige, auf dem die Hoffnung der Familie ruhte, und derjenige, der auf den anderen Bruder aufpassen musste. Das zeigte doch eigentlich, dass Vincent als Bruder versagt hatte: er hatte es nicht geschafft, seinen kleinen Bruder vor den Launen seines Vaters zu beschützen, und jett war es sogar so weit gekommen, dass Alistair das Imperium der Traynors übernehmen sollte - und auf Vincent achten, während er in dieses Besinnungscamp in die USA geschickt worden war.

Doch auch, wenn es einem gar nicht mal geringen Teil von Vincent leid tat, weil er wusste, dass Stairs diese Strafe viel weniger verdient hatte als er selbst, kam es ihm nicht in den Kopf, dass er vielleicht deswegen ein bisschen Rücksicht nehmen musste - Rücksicht auf den Bruder, den er über alles liebte, den einzigen wahren Freund, den er in seinem Leben gehabt hatte. Dafür war Vincent zu egoistisch, und so fand er auch diese Auseinandersetzung, die sie jetzt hier führten, nicht für angebracht. Er hatte vielleicht nicht die Kraft, um sich zu streiten, weil sein Kopf immer noch anderweitig beschäftigt war. Aber nachgeben würde er nicht, und wollte er nicht - nicht noch weiter. Sein Stolz war schon angeknackst genug, wie es gerade war.
Vincent zuckte zusammen, als Alistair ihm die Flasche aus der Hand riss und sie auf dem Weg zerschmetterte. Kurz hatte er einen Schlag erwartet - es wäre nicht das erste Mal gewesen. Doch es war nur der Alkohol, und um den billigen Fusel war es Vincent nicht schade; eigentlich. Trotzdem funkelte er Alistair mit dem gleichen Blick an, dem ihm sein Bruder entgegenschleuderte. "Genau das ist ja das scheiß Problem!", fluchte Vincent, und schmiss die Hände in die Luft. "Manchmal denke ich, all meine scheiß Probleme wären gelöst, wenn ich einfach diesen gottverfluchten Namen los-"

Weiter kam er nicht. Denn bevor Vincent seinem Bruder erklären konnte, dass es wenig Dinge gab, die er so sehr verfluchte wie ein Traynor zu sein, mischte sich die kleine Freundin von Alistair ein - wie hieß sie nochmal? Wusste er grad nicht mehr. Shira oder so. War ja auch gar nicht wichtig. In augenscheinlichem Todesmut schmiss sie sich zwischen die lauthals streitenden Brüder und funkelte sie beide mit einem vorwurfsvollen Blick an, den nur Frauen konnten, bevor sie sich auf Alistair konzentrierte. Einen Moment lang war Vincent gewillt, sie auch anzuschreien: wie konnte sie es wagen, sich in etwas einzumischen, das sie gar nichts anging? Doch dann sah er seine Chance - so konnte er Alistair aus dem Weg gehen, der Konfrontation aus dem Weg gehen, und es nicht noch schlimmer machen, als es eh schon war.
"Wisst ihr was? Ihr könnt mich beide heute mal sowasvon am Arsch lecken. Nehmt euch ein Zimmer, oder so. Danke für deine Empathiedarbietung, Bruder" Die letzten Worte sagte er trocken, zeigte Alistair einen zitternden Mittelfinger, und verschwand dann in die Nacht. Wohin? Wusste er auch nicht.


{ Streit mit Alistair | Sheelas Einmischen | tbc.: Cottage }

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