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 Stallungen

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Sa Dez 10, 2016 12:11 am


Bei den Worten von Philip musste Rebecca grinsen. Oh ja und wie dieser Tinker ein Dreckspatz war. Er schien gewusst zu haben das für ihn heute mehr auf dem Programm stand und hatte sich sicherlich deswegen so eingesaut.
Die Springreitlehrerin genoss die Ruhe die zwischen ihr und Philip herrschte, auch wenn ihr so viele Fragen unter den Fingernägeln brannten. Diese würden jedoch solange warten müssen bis der zurückhaltende Mann neben ihr von sich aus ein wenig öffnete.
Wenn er Zeit brauchte gab Rebecca ihm diese. Es brachte nichts irgendjemanden zu drängen. Sie würde irgendwann schon ihre Antworten bekommen wenn er so weit war.
Kurz schaute sie zu Philip als er mit ihr sprach, dann nickte sie. Natürlich, wir sehen uns dann später. Lächelnd sah sie ihn an während sie die Mähne fertig machte. Nachdem sie das erledigt hatte nahm sie den Tinker mit nach draußen und band ihn dort an.
Ihre Schicht für den Stand war erst nach ihrer Springprüfung. Sie half gerne, aber die Prüfung mit Feeling war ihr wichtig, irgendwie musste sie sich als Frau auch immer noch bei einigen Arbeitskollegen beweisen. Somit war es kein Problem gewesen, dass sie sich um eine der späteren Schichten am Stand eingetragen hatte.
Nachdem Baile draußen stand ging sie wieder in den Stall und räumte die Putzsachen weg, damit der Stall gut aussah wenn die ersten Führungen hier ankommen würden. Danach nahm sie noch schnell einen Besen zur Hand und fegte erneuert die Stallgasse. Auch wenn das durch den ganzen Betrieb an diesem Wochenende nicht lange hielt wollte sie wenigstens das es einigermaßen vernünftig ausschaute. Immerhin repräsentierte die Ranch sich Heute auch für potenzielle Schüler und da war ein sauber und aufgeräumter Eindruck doch schon mal gar nicht so verkehrt.
[spricht kurz mit Philip / sattelt Baile / räumt den Stall auf]

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Catalina Prinsloo

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mi Dez 21, 2016 10:34 am

Turniertag. Eigentlich nicht unbedingt etwas unbekanntes für sie. Sowohl mit Robby als auch mit Scara war sie schon auf etlichen Turnieren gewesen. Manche besser und manche schlechter. Vor allem mit dem Rappen waren die Turniere meistens ein Reinfall geworden. Schön hatten sie begonnen und es war ein Wunder wenn sie bis zum Ende der Prüfung noch auf dem Teufel saß. Das war gerade zu seiner Anfangszeit bei ihr immer häufiger der Fall gewesen. Schon häufig hatte die Brünette am Rande der Verzweiflung gestanden und wusste weder ein noch aus. Viel zu häufig hatte es so gewirkt als ob sie keinen richtigen Schritt vorwärts machten. Sie blieben auf diesem einem Punkt stehen und alle anderen zogen an ihr vorbei. Verbesserten sich. Sammelten Schleifen, hatten Erfolge in jeglicher Art und Form. Und sie steckte mit Scara fest. Und wenn etwas passierte, dann wurde es nur noch schlimmer und sie gingen die erreichten Schritte wieder zurück. Einfach war der Rappe nicht und so war sie immer froh gewesen, dass sie in dieser Zeit auch noch den Wallach Robb Roy gehabt hatte. Inzwischen kam sie besser mit Scara zurecht, sie hatten sogar wirklich gute Momente. Nur leider hatte der Hengst noch immer nur wenig Respekt. Vielleicht war es ja wirklich ganz gut, dass sie hier her gekommen war. Auch wenn sie, gerade nach der ersten Trainingsstunde bei Davison, stark daran gezweifelt hatte. Dieser war jedoch, anders als erwartet, nicht ihr Ausbilder gewesen. Ob sie sich darüber nun glücklich schätzen sollte oder nicht konnte sie nicht genau beurteilen. Ihre Pferde waren gut angekommen, lebten sich ein und hatten bisher nicht den gesamten Stall auf den Kopf gestellt. Scara leistete zwar alle Mühe dafür, doch noch hielt es sich in Grenzen. Und sie selbst? Cathy hatte so gut es ging versucht sich einzuleben. Natürlich fehlte gerade ihre beste Freundin ihr, die alte und vor allem bekannte Umgebung und im Großen und Ganzen gesagt: ihr fehlte ihre Heimat. Was durchaus verständlich war. So war es für die Brünette herzlich willkommen gewesen, dass sie in Nathan jemanden gefunden hatte mit dem sie sich gut verstand. Es war eher ein zufälliges Aufeinandertreffen gewesen. Ihre Ausbilderin war verhindert gewesen, sie wurde zu Davison in die Reitstunde gesteckt und hatte dort Nathan kennen gelernt. Wie es wirklich dazu gekommen war, dass sie nach der Stunde noch recht lange miteinander geredet hatten, dass wusste sie nicht einmal so genau. Doch rückgängig machen würde sie es definitiv nicht mehr. Sicherlich waren sie Zwei noch längst nicht so gut befreundet wie manch andere hier, aber das würde sich entwickeln.
Und genau wegen diesem jungen Mann stand sie jetzt im Stall, eher gesagt an der Box von Neron. Beinahe sofort erkannte sie sein verzweifeltes Lächeln, dass er ihr zuwarf. Sie hingegen erwiderte dieses, jedoch aufmunternd. Er brauchte keine Angst vor dem Turnier haben. Die Zwei hatten genug geübt und wenn es nicht klappte, dann klappte es halt nicht. Sie hatte genügend Erfahrungen sammeln können mit gescheiterten Turnieren. Und dennoch war sie immer wieder davor aufgeregt. Man konnte so etwas nicht abschalten. Bei seiner Frage musste sie tatsächlich leicht schmunzeln, genauso wie bei seinem Versuch sich eine Locke nach hinten zu streichen. "Du schaffst das! Ist doch egal ob die jetzt Profis sind oder nicht." sprach sie ihm aufmunternd zu. "Ausserdem: was soll schon schief gehen wenn ich zuschaue und dir die Daumen drück?" zwinkernd hatte sie ihm zu gegrinst.
Schliesslich hatte sie ihn soweit beruhigen können, dass er nicht noch kniff. Obwohl sie nicht genau einschätzen konnte ob er es schlussendlich wirklich getan hätte. Dafür kannte sie ihn dann ja doch noch zu wenig. Gemeinsam hatten sie den Stall verlassen und waren zum Dressurviereck gegangen. Dort hatte sie ihn dann alleine hinein gehen lassen und hatte sich an den Rand gestellt. Aufmerksam beobachtete sie Nathan, hatte ihr Handy gezückt und ein paar Aufnahmen gemacht, damit er sich diese später ansehen konnte. Sie selbst sah sich immer wieder gerne Aufnahmen von sich selbst an. Einfach um die Fehler zu sehen, noch einmal zu sehen wie es von aussen aussah und natürlich für Erinnerungen. Ein Lächeln zierte die Lippen der Brünette als Nathan schliesslich fertig war und sie begab sich wieder zum Ausgang des Dressurvierecks, damit sie gemeinsam in den Stall gehen konnten. "War doch echt gut!" gab sie grinsend von sich und klopfte dem Braunen kurz den Hals. Dabei sah sie zu Nathan hoch.


[Gedanken | Gespräch mit Nathan | Nach der Prüfung]

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Bryan King

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Jan 02, 2017 2:53 pm

Dass Nicole zusammenzuckte, ließ in Bryan den Wunsch aufkommen, einfach in die nächste Box gegangen zu sein und seine Arbeit verrichtet zu haben. Andererseits konnten Frauen manchmal auch fürchterlich schreckhaft sein, das war ja allgemein bekannt. Die meisten Männer hätten sich da anders verhalten oder es zumindest nicht offen gezeigt. Es sollte ihn also nicht verwundern und doch bekam er ein leicht schlechtes Gewissen, zudem nur Herzschläge später leichte Beschämung kam. Er wusste nicht, was für eine Antwort er erwartet hatte, aber auf jeden Fall eine längere. Aber jetzt konnte er sie eh nicht mehr zurücknehmen. Verdammt.
»Sicher. Ich dachte mir, das könnte dir vielleicht am Morgen besser gefallen, als mein ständiges Geplapper. Naja, und viel geschlafen habe ich auch nicht.« , lautete schließlich ihre Antwort und Bryan blieb gar nichts anderes übrig, als ihr Lächeln zu erwidern. Trotzdem blieb das Gefühl, dass sie nicht die ganze Wahrheit sagte. Der Texaner wusste nicht genau, was ihn zu dem Schluss brachte. Vielleicht die Tatsache, dass er ihr nicht wirklich glauben konnte, weil sie eben wirklich immer redete. Oder ein kurzer Schatten, der über ihr Gesicht huschte. Doch er würde sich hüten, sie auch darauf anzusprechen. Nicht, nachdem der Gesprächseinstieg schon so dämlich war.
„Das überra-“, setzte er schließlich an zu sagen und hielt inne, als Niké auf ihn zutrat und ihm ihre kleine und dennoch kraftvolle Hand auf den Arm legte. Sie beugte sich zu ihm, ihr Atem kitzelte plötzlich an seinem Ohr.
Bryan erschauderte aus seinem tiefsten Inneren heraus. Bilder, die kaum in die Stallgasse gehörten, blitzten vor seinem Inneren auf und er hatte größte Schwierigkeiten, ihren Worten noch zu folgen. Viel eher schien ihm jedes Wort zu sagen, dass sie sich am besten ins Reiterstübchen verziehen und absperren sollten. Nicoles leicht zitternde Stimme tat ihr Übriges dazu.
Vielleicht war das der Moment, in dem dem Stallbruschen klar wurde, wie sehr sie ihn schon in ihren Bann gezogen hatte. Seine Hand zuckte vor, als wollte er sie an der Hüfte berühren – als ob? Nein, er wollte sie berühren und an sich ziehen, obwohl das Thema Essensstände eigentlich nicht erregend war. Bryan schluckte im Versuch, sich so ein wenig zu beruhigen. Es klappte überhaupt nicht. Seine Hand streifte ihre Gürtelschlaufe und er wusste, dass er sie nun an sich ziehen könnte. Doch Nicole entwich ihm wieder, ließ ihn mit rasendem Herzen stehen.
„Eine Beruhigungspille wäre gar nicht schlecht“, murmelte er in seinen Dreitagebart. Doch ein leises Lächeln schlich sich trotzdem auf seine Lippen. Die selbstgewählte Abstinenz könnte sehr, sehr bald ein Ende haben. Auch wenn nun wieder ein Pferd zwischen ihnen stand.
Bryan hätte jetzt zu einem der anderen Pferde gehen können und sollen. Aber jeder Schritt war zu viel, besonders als er sie über den Mähnenkamm zu ihm herüberschauen sah. Es beruhigte ihn nicht im Mindesten.
„Möchtest...“ Er musste sich räuspern! Unfassbar! „Möchtest du mir gleich bei den anderen beiden Pferden zur Hand gehen?“
Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte er, dass Rebecca in der Stallgasse herumhantierte. Eigentlich war das nicht ihre Aufgabe, aber Bryan hatte zum ersten Mal keine Lust, sie auch nur darauf hinzuweisen. Zu sehr lag seine Aufmerksamkeit auf Nicole.

[Nicole | Vorschlag]

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Sarah Bishop

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Ausbildung : Derzeit mache ich eine Ausbildung zum JOCKEY, allerdings bin ich bereits etablierte Dressurreiterin.
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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Jan 02, 2017 9:26 pm

Sarah war zu erfahren im Turniersport, um aufgeregt zu sein - es war nur ein kleines Turnier, in dem sie Summer vorstellen konnte, um den Araberhengst bei Laune zu halten. Peacemaker war am frühen Morgen schon auf der Bahn ausgelastet worden, und stand zwar übellaunig, aber vergleichsweise ausgeglichen in seiner Box, während der Trubel nun langsam auf alle übergriff. Sarah hatte vor dem Frühstück noch Zeit gehabt, sich zu duschen, und trug nun ein dezentes Make-Up zu einem eleganten Dutt, der unter den Helm passen würde, mit einer weißen Reithose, polierten schwarzen Stiefeln, einer weißen Bluse und einem schwarzen, perfekt sitzenden Reitjackett. Sie war sehr gut vorbereitet, als sie in den Stall stolzierte und ihren Araber aus der Box holte. Der graue Hengst war ein Hingucker, glänzend sauber und in absoluter Topform. Sie würden heute definitiv eine gute Figur abgeben - aber sie waren ja auch ein eingespieltes Team, da war das auch nicht schwer.
Die Putzboxen waren gut in Benutzung, als Sarah und Summer dort ankamen - aber das war auch nicht verwunderlich, immerhin waren fast alle im Laufe des Tages bei irgendeiner Prüfung dran. Und einige der Mitarbeiter waren dabei, die Schulpferde für das dämliche Ponyreiten vorzubereiten; das verstand Sarah ja überhaupt nicht. Wenn dieser Hof noch irgendwas an Niveau für sich halten wollte, sollten sie eher richtige Reitstunden anbieten, als ein wenig Rumgedackel auf einem sowieso totenbraven Pferd. Kinder mussten lernen, dass Pferde temperamentvoll waren, und nicht immer nur lieb; und was, wenn so viele unwissende Kinder auf den Hof kamen, dass Sarah nichtmal mehr in Ruhe reiten konnte? Das war ja jetzt schon schwierig, wenn die Amateure meinten, mit ihr im Viereck herumzuturnen - da waren die meisten nur im Weg. Es gab wenig talentierte Reiter auf dem Internat, wenn man Sarah fragte, und noch weniger talentierte Dressurreiter. Immerhin hatte sie als Jockette ihre Ruhe, da brauchte sie sich nicht zu viele Gedanken zu machen, dass jemand anders die Bahn belegen könnte.

In der Putzbox angekommen, polierte sie das strahlende Fell ihres Hengstes noch einmal auf, bevor sie begann, das Langhaar einzuflechten; sie hatte noch genügend Zeit bis zu ihrer Prüfung, um sich darauf konzentrieren zu können. Es fühlte sich immer noch ein wenig komisch an - oft genug hatte sie sich auf dem Gestüt ihrer Eltern um nichts kümmern müssen, weil dort überall qualifizierte Pferdepfleger herumliefen und mit auf Turniere kamen, um sich um alles zu kümmern, damit sie sich in aller Ruhe auf die Kür vorbereiten konnte. Aber von den Halunken mit gefährlichem Halbwissen, die hier herumliefen, wollte sie lieber keinen von ihnen an ihre Pferde lassen, dafür waren die Hengste viel zu wertvoll. Und so machte sie es mal wieder ganz alleine; nicht, dass das für sie eine große Aufgabe darstellte. Es war halt nur ein bisschen umständlich. Doch sie war nicht der Typ, sich zu beschweren.


{ Gedanken | bereitet Summer auf die Prüfung vor | (für Maureen reserviert) }

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Hendrick Lemmel

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BeitragThema: Re: Stallungen   Di Jan 03, 2017 10:02 am

Henry betrat gegen Vormittag zum gefühlt zwanzigsten Mal den Stall. Er hatte schon früh morgens geholfen, noch schnell alle Pferde einmal auf die Weide zu lassen, ehe das Turnier beginnen sollte, damit sie auch schön ausgelastet waren.
Während die Vierbeiner dann genüsslich das saftige Grün am mampfen waren, hatte der junge Mann zusammen mit den anderen Auszubildenden und den Stallarbeitern geholfen, Strohballen nach draußen auf den Springplatz zu schlepppen, um ein wenig zu dekorieren. anschließend ging es wieder in den STall zum misten, ehe alles auf Hochglanz poliert wurde.
Dazwischen hatte er es tatsächlich sogar noch geschafft, Röschens Sattel und Zaumzeug auf Hochglanz zu polieren.
Nach vollbrachter Stallarbeit mussten die Pferde wieder reingeholt werden, damit die Schüler und alle anderen, die am Turnier teilnehmen konnten, ihre Lieblinge noch schön rausputzen konnten.
Henry musste ehrlich zugeben, dass er ein wenig Mitleid mit dem Besitzer des Schimmels, den er wieder in den Stall bringen sollte, gehabt hatte, da dieser sich draußen wohl genüsslich gewälzt haben musste, denn er hatte einen großen, ovalen Grasfleck am Bauch.
Da war es doch echt angenehmer Rappen zu haben.
Doch auch Röschen war nicht ganz keusch geblieben, die Rappstute hatte sich, wie Henry zähneknirschend bemerkte, einen Großteil ihrer Turnierfrisur, die Henry extra schon am Vorabend gemacht hatte, auseinander gemacht.
Also band er sie schnell in der Stallgasse an und begann erneut, ihre kurze Mähne aufzuteilen und einzuflechten.
DIe Stute ließ dies ruhig über sich ergehen, schnaubte höchstens ab und an mal. Sie wusste genau, worum es hier ging, aber sie war schon zu abgeklärt, um sich bereits jetzt aufzuregen. Das stand ihr einfach nicht.
Im Gegensatz zu den Pferden, die schon triefend und schäumend vor Aufregung und Erwartung in den Parcours einritten, meldete Dornröschen sich erst, wenn es auf den ersten Sprung zuging.
Aber dann meistens richtig, wie Henry schon oft hatte miterleben dürfen.
Meistens stellte sie dann den Schweif in Araber-Marnier senkrecht in die Höhe, biss die Zähne zusammen, so dass ihr Reiter kaum noch einwirken konnte, und stob los.
Manchmal hatte Henry das Glück, dass sie sie, erfahren wie sie war, fast alleine sicher durch den Parcours brachte - und das in einer Zeit, die einen nur den Atem anhalten ließ.
Allerdings gab es auch Tage, an denen zischte sie einfach nur auf die HIndernisse zu, sprang wegen ihres halsbrecherischen Tempos viel zu früh ab, da sie die Sprünge eh nicht ernst nahm, und rannte dann durch ihren Unmut einfach irgendeine falsche Route (auf Henry brauchte man ja doch nicht zu hören).
Zusammen mit dem Springlehrer der HR hatte ihr Besitzer in der letzten Zeit aber hart an ihren Marnieren im Parcours gearbeitet, so dass sie inzwischen tatsächlich auch seinen Weg nahm, wobei sie sich vorm Sprung noch immer nichts sagen ließ und ihren eigenen Abstand nahm, was für Henry oft sehr schwerzu sitzen war, da Dornröschen eine enorme Sprungkraft hatte und aus so gut wie jeder Lage sprang.
Doch bei all der Sturheit seiner Stute musste Henry schon zugeben, dass sie sich echt gemacht hatte.
Dafür, dass sie damals in Deutschland an Mächtigkeitsspringen teilgenommen und vor allem im Stechen oft nur ein Hindernis vor Augen hatten, hatte sich die Stute doch gut eingewöhnt, wenn man bedachte, dass sie Anfangs durch niedrige Hindernisse einfach nur durchgerannt war, weil sie sie nicht ernst nahm.


[Stallarbeit // DORNRÖSCHEN // Turniervorbereitung]

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Maureen Grey

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BeitragThema: Re: Stallungen   Di Jan 03, 2017 4:55 pm


Maureen war leicht nervös...nein, sie war super stark aufgeregt! Endlich würde die Tochter eines erfolgreichen Pferdezüchters ihre beste Freundin wiedersehen. Sie wusste das Sarah hier war und das Turnier war die beste Möglichkeit gewesen ihre Freundin zu überraschen. Kurzerhand hatte Maureen entschieden, dass Sie direkt mit beiden Pferden anreisen würde, auch wenn Sie nur mit einem der beiden startete.

In der Hoffnung das Sarah auf der Starterliste nicht den Namen ihrer besten Freundin gelesen hatte fuhr der große LKW auf den Hof. Noch einmal tief durchgeatmet und dann stieg die Grey Tochter aus. Sie trug ihre schneeweiße Reithose und ein enges Shirt. Es war ungewiss gewesen ob sie es rechtzeitig zu ihrer Prüfung schaffen würden, aber sie waren früher als gedacht angekommen.

Kurz sah die junge Frau sich um bevor sie in den Transporter stieg und ihre beiden wertvollsten Schätze begrüßte. Es schien beiden Pferden gut zu gehen und nachdem die Rampe geöffnet worden war und der Pferdepfleger ihr Kasari abnahm, führte sie ihren jungen Hengst hinaus.
Entspannt, aber aufmerksam schaute er sich um. Er kannte es an vielen neuen Orten zu sein und fand es nicht sonderlich beängstigend. Nachdem sie dem dunklen Hengst den Hals geklopft hatte betrat sie die Stallungen. Dort wurde sie direkt begrüßt und ihr wurden die Boxen ihrer Pferde gezeigt.

Die Verpflegung gab sie ausnahmsweise mal an ihren Pferdepfleger abDamien.. Schoss es ihr durch den Kopf. Sie hatte nie so wirklich mit dem Pferdepfleger, der ihr vor einigen Jahren den Kopf verdreht hat, abgeschlossen. Sie seufzte, bevor sie sich auf die Suche nach Sarah machte. Irgendwo hier musste sie doch sein...

Kaum war Maureen um die Ecke zu den Putzboxen gelaufen sah sie schon den Hengst ihrer besten Freundin. Sie versuchte nicht nervös zu wirken, aber wie würde die junge Frau reagieren? Sie ging ums Pferd herum welchem Sarah grade die Mähe machte.Das machst du aber schick.Mehr bekam sie im Moment nicht über die Lippen.
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Nathan Green

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Ausbildung : Hier arbeitet er - trotz Unsicherheit wegen der hohen Ansprüche seines Ausbilders - daran, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen und bald den Titel Bereiter tragen zu könnne.
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BeitragThema: Re: Stallungen   Sa Jan 07, 2017 6:57 pm

Nathan ließ sich wenig elegant aus dem Sattel gleiten, kaum zehn Meter hinter dem Dressurviereck. Strahlend blickte er in Cathys Gesicht, die am Rand des Vierecks gestanden hatte, richtete seine Aufmerksamkeit aber zuerst auf seinen Wallach. Neron wirkte noch immer hellwach, aber nicht wirklich nervös, schlug lediglich mit dem Schweif nach einigen Fliegen und prustete ausgiebig, als die beiden Auszubildenen ihm den Hals klopften. Am liebsten hätte Nathan ihn umarmt, danach Cathy und am besten im Anschluss auch noch Jim, aber der war beim Kuchen- und Waffelstand. Doch der Brünette hielt sich zurück.
„Fandest du? Ich hab überhaupt nichts mitbekommen. Ich hab wirklich nur auf Neron geschaut und – er war fantastisch, oder? Er ist so gut gelaufen!“, plapperte er los und blickte in Cathys rehbraune Augen. Einem sehr jimliken Impuls folgend drückte er sie doch kurz an sich, genoss das Gefühl ihres schlanken Körpers, auch wenn er nur einen Moment lang dauerte. Ihn durchfuhr ein solches Glücksgefühl, dass er laut auflachte und sich so einen irritierten Blick des Pferdes einhandelte. „Ich bin so froh, dass ich angetreten bin!“
Wieder streichelte er dem PRE-Wallach über den Hals und setzte sich langsam in Bewegung, um zurück zum Stall zu kehren.

Scheinbar waren während der Dressurprüfungen immer mehr Menschen auf den Hof geströmt und auch im Stall herrschte Hochbetrieb. Noch sah er allerdings nur bekannte Gesichter und zum ersten Mal hatte er das Gefühl, dass sogar Sarahs hochnäsiger Blick ihm überhaupt nichts ausmachte. Wieder grinste er zu Cathy hinunter. Es war lange her, dass er sich zuletzt so gut gefühlt hatte, so stolz auf sich gewesen war. Er wusste nicht, welches Ergebnis er erzielt hatte, aber eigentlich war es vollkommen egal. Die erste Prüfung mit einem nicht ganz anspruchslosen Pferd war gut gelaufen und das ganze Training hatte sich mehr als gelohnt. Auf ein Lob von Davison würde er wohl nicht hoffen brauchen, da sein Ausbilder mit Lob ebenso sparsam umging wie mit Kleidung von der Stange, aber vielleicht würden die zusätzlichen Tipps zur Verbesserung seiner Leistung nicht ganz so sarkastisch ausfallen.
„Hast du heute noch Dienst an einem Stand?“, fragte Nathan, als sie Nerons Box erreichten und er begann, den Braunen zu entkleiden.


[cf. Dressurviereck | nach der Prüfung | Cathy | zurück zum Stall | Frage]

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Catalina Prinsloo

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BeitragThema: Re: Stallungen   So Jan 08, 2017 2:52 pm

Das strahlende Gesicht des Azubis liess die Brünette schmunzeln. Nathan hätte sich gar nicht so viele Gedanken machen müssen! Hatte doch alles genau so geklappt wie es sollte und daran gezweifelt hatte Catalina keine Sekunde. Die rehbraunen Augen wanderten kurz von Pferd zu Reiter, dann sah sie zum Platz. Dort war schon der nächste Starter. Und selbst wenn Nathan es nicht auf's Treppchen schaffen würde. Er war zufrieden mit seiner Leistung und darauf kam es nun einmal an!
"Das wart ihr Beide." grinsend sah sie zu dem Braunhaarigen. Etwas überrascht war sie dann ja doch, als er sie in seine Arme schloss. Kurz drückte auch sie ihn, ehe sie sich auch wieder voneinander lösten. "Siehst du, du machst dir zu viele Sorgen!" lachend sah Catalina zu dem jungen Mann. Neron sah irritiert zu dem Reiter. Der war aber überglücklich das es so gut geklappt hatte und nachvollziehen konnte das die Azubine wirklich sehr gut!

Im Stall angekommen war es deutlich voller geworden, was Cathy aber nicht wirklich störte. Gerade an Turniertagen war man Trubel gewöhnt. Kurz musste die Brünette an Davison, dem Ausbilder von Nathan, denken. Ob er wohl mit dem Ritt seines Azubis zufrieden war? Ein Lob konnte man aus seinem Mund nicht erwarten. Das wusste selbst sie. Darüber sollte sich Nathan aber keinerlei Gedanken machen. Der Ritt war gut gewesen. Egal was der Bereiter sagen würde. Und so dachte sie auch gar nicht weiter darüber nach. Catalina hatte sich gegen die offene Box gelehnt und sah Nathan dabei zu wie er Neron absattelte. Dann schüttelte sie den Kopf. "Ne hab gar nichts mehr vor. Du?" die Gegenfrage kam beinahe sofort über ihre Lippen und interessiert sah sie zu dem Azubi. So recht wusste sie nicht, was sie gleich noch tun könnte. Vielleicht würde sie ja bei irgendwelchen Prüfungen zusehen die sie interessieren. Gerade wenn es um's Springen ging war sie immer voller Begeisterung. Mit Scara hätte sie auch liebend gerne teil genommen. Nur wollte sie dann doch etwas abwarten. Bei ihrem ersten Turnier hier musste sie ja nicht unbedingt sofort vom Pferd fliegen. Zudem durfte sie nicht auf's Pferd steigen. Natürlich hatte ein dummes 'Unglück' sie heimgesucht und mit geprellter Rippe sowie einer Schwellung am Knöchel - die schon fast weg war - konnte sie nicht reiten. So fiel das ganze Turnier für sie in's Wasser. Nicht einmal mit Robby konnte sie starten. Natürlich nervte sie das irgendwo, aber spätestens wenn sie hätte starten wollen, hätte Davison etwas dagegen unternommen. Um nicht weiter daran zu denken, schüttelte Cathy kaum merklich den Kopf und beobachtete Nathan weiter. Sein Ausbilder sollte ihr bloß nicht unter die Nase reiben, dass sie ja nicht reiten konnte.

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Jim Turner

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Jan 16, 2017 9:15 am

Jim war Pferdepfleger geworden, weil er Pferden etwas Gutes tun wollte. Er wusste ganz genau, dass viele Pferde von ihren Reitern nur als Sportgeräte angeguckt wurden, die nicht weiter verpflegt werden mussten. Dann konnte er derjenige sein, der heimlich mal ein Möhrchen zusteckte, oder so lange putzte, bis das Fell glänzte. Er war der, der die Beine abtastete und das Maul kontrollierte; und schon auf dem Hof, wo er früher gearbeitet hatte, war er für manche Pferde mehr eine Bezugsperson gewesen als die eigenen Besitzer. Hier war das etwas anderes, weil auf der Horizon Ranch Menschen aus der Liebe zum Pferd zusammenkamen; hier musste er nicht aufpassen, dass irgendein Pferd vernachlässigt wurde.
Dennoch kümmerte er sich gern und ausdauernd um die Pferde, die hier standen – so auch um Iblis. Auch, wenn Kyle den Schimmel begluckte wie eine Henne ihr Küken, kannte Jim mittlerweile den Hengst; und so hatte er absolut kein Problem damit, die Mähne schnell und geschickt einzuflechten. Das Fell war ja offensichtlich schon sauber, dafür hatte Kyle gesorgt; er würde bald fertig sein. Und dann würde der Hengst sie wieder alle von seiner Schönheit und Eleganz überzeugen. Jim war zwar nur Freizeitreiter, und dann auch noch Westernreiter, aber er hatte nichts als Bewunderung für so ein fantastisches Pferd über.
Und für den Besitzer auch.
Die Worte des Bereiters ließen ihn nur lachen. “Unrecht hast du nicht“, musste Jim zugeben – er verbrachte immerhin genug Zeit mit Boxen ausmisten und Wiesen und Paddocks abäppeln, obwohl das eigentlich gar nicht seine Aufgabe war. “Es geht nunmal darum, dass die Leute den Hof kennen lernen – ohne Werbung gibt es uns bald nicht mehr.“, meinte Jim dann, als Kyle sich über das Chaos auf dem Hof beschwerte, in einem Ton, der deutlich „Hör auf zu meckern“ sagte.
Er beendete den letzten Zopf, und trat einen Schritt zurück. “Doch, ich bin tatsächlich auch dran. Ich geh‘ beim Barrel Racing mit Straws an den Start, die Kleine ist so tierisch unterfordert momentan“, sagte er mit einem Grinsen. “Ich muss auch eigentlich bei den Waffeln helfen. Aber ich glaube, du brauchst meine Hilfe mehr, bevor du noch ausversehen jemanden erschlägst, weil sie deinem Goldschatz hier zu nahe kommen!“ Darüber musste er lachen, schon alleine, weil Kyle wieder irgendeinem Besucher mit Kind einen düsteren, möderischen Blick zugeworfen hatte.


{ Gespräch mit KYLE }

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Nathan Green

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BeitragThema: Re: Stallungen   Di Jan 17, 2017 7:04 pm

Neron abzusatteln, hatte eine sehr beruhigende Wirkung auf Nathans Aufgedrehtheit. Zwar fühlte er sich immer noch, als wandle er auf Wolken und könne Bäume mit bloßen Händen ausreißen, aber er war nicht mehr so hibbelig wie zu dem Zeitpunkt, als er das Viereck verlassen hatte. Mit geübten Handgriffen öffnete er die Riemen der Trense und tauschte sie gegen das Halfter, eher er sie an einen Haken neben der Box hing und sich um die Bandagen an den Beinen des Wallachs kümmerte. So mussten sich wohl auch tibetanische Mönche fühlen, wenn sie meditierten, überlegte Nathan bei der Tätigkeit und schon glitten seine Gedanken zu den wenigen Büchern, die er über das Thema gelesen hatte. Am deutlichsten war ihm noch der Comic über Doktor Strange im Gedächtnis geblieben, obwohl er Comics doch eigentlich gar nicht mochte. Warum hatte er den nochmal gelesen? Ach ja, weil es in seiner Klasse alle getan hatten. Schlecht war er wahrscheinlich nicht gewesen, nur etwas abgedreht, wie alle Comics. Nun, das stimmte nicht ganz, vielleicht kam es ihm auch nur so vor, weil er eben eher der Buchmensch war und die Bilder in seinem Kopf generierte…
Inzwischen hatte er Nerons Beine befreit und die Bandagen wieder aufgerollt. Der Blick der schlammgrünen Augen lag auf Cathy und plötzlich begann er zu blinzeln.
„'tschuldige. Du hast bestimmt was gesagt. Ich war nur… in Gedanken“, setzte er an und rollte die Bandage ein zweites Mal, um ihre eigene Achse. Ein leises, beschämtes Lachen entwich Nathan. Er legte die Utensilien neben der Boxentür ab – waschen würde er sie sowieso, da machte es nichts, wenn sie noch etwas schmutziger würden – und machte sich an den Sattel, während er sich diesmal auf die Antwort der anderen Auszubildenden konzentrierte.
„Ich bin bei der Hofführung dabei“, antwortete er mit dem Sattel überm Arm. „Ich würde dich ja fragen, ob du auch dort vorbeikommen willst, aber das ist mit dem Fuß wahrscheinlich ziemlich blöd.“
Es war kein Geheimnis, dass Cathy mit Scara gestürzt war, auch wenn Nathan es nicht sofort bemerkt hatte, als er sie am nächsten Tag beim Frühstück gesehen hatte. Doch ihre Abwesenheit im Stall zur normalen Trainingszeit war doch Hinweis genug gewesen, dass es nicht nur ein blauer Fleck gewesen war. In alle Einzelheiten zu dem Geschehen hatte sie ihn allerdings nicht eingeweiht und er hatte nicht gefragt. Immerhin wusste Nathan wohl besser als alle anderen, wie es war, wenn es etwas gab, das man nicht verraten wollte. Deshalb respektierte er die Privatsphäre anderer und zügelte seine Neugierde.


[Absatteln von Neron | Gespräch mit Cathy]

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Nicole Oak

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Jan 19, 2017 2:14 pm


    Es war bereits viel Betrieb im Stall, etliche junge Reiter des Internates tätigten noch die restlichen Handgriffe, ehe ihre Turnierpferde endgültig hervorgerichtet waren. Eigentlich genoss Nicole diesen Trubel um sich herum, atmete jeden dieser chaotischen Momente regelrecht ein und nahm ihn in sich auf, doch in diesem Augenblick lag ihre gesamte, angespannte Aufmerksamkeit ausgerechnet auf Bryan. Es war ein verwirrendes, neuartiges Gefühl, dass ihr in der Kehle aufstieg und sie beinahe dazu gebracht hätte, hysterisch aufzulachen. Gottlob konnte sie sich noch ein wenig zurückhalten und räusperte sich lediglich, wenngleich es Nicole von Minute zu Minute schwerer fiel, ruhig zu bleiben. Einzig den sensiblen Tieren wegen riss sich die Rothaarige zusammen. Dennoch, die junge Texanerin musste immer wieder an jenen verstohlenen Moment zurück denken, in welchem sie einander so nahe gewesen waren wie noch nie zuvor - es hatte ein verboten gutes Gefühl tief in ihrer Magengrube ausgelöst, wenngleich ein boshafter Teil ihrer Selbst sarkastisch flüsterte, dass es eben nicht der Magen war, der da verrückt spielte. Die Intention des Mr. King hatte ihr Herz flattern lassen, sobald sie die zarte Berührung an ihrem Gürtel verspürt hatte. Mühevoll hatte sie geschluckt und sich versucht ein wenig zu sammeln, während sie hinter Blackjacks Hals in Sicherheit flüchtete. Hoffentlich glühten ihre Wangen nicht in einem allzu intensiven Rot, denn die Therapeutin konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es Scham oder doch etwas anderes war, was ihr die Haut rötete.

    Leise murmelte der Texaner etwas in seinen Bart hinein, doch das feine Lächeln, was sein Gesicht ein wenig freundlicher wirken ließ, ließ Nicole das Herz aufgehen. Sie schluckte. Es verwirrte und verunsicherte sie, dass ausgerechnet ein Raubein wie Bryan King eine Saite in ihr zum klingen brachte, von der sie nicht einmal wusste, dass sie existierte. Zudem sie einander erst auf der Ranch kennengelernt hatten. Aber ein großer Teil von ihr war neugierig auf das, was da auf sie zuzusteuern schien - selbst, wenn das bedeutete, am nächsten Eisberg zu zerschellen. Sie war jung, sie wollte das Leben genießen. Ein kurzer Seitenblick traf das kantige Gesicht des Blauäugigen, sachte zuckten die Mundwinkel von Niké.
    „Möchtest du mir gleich bei den anderen beiden Pferden zur Hand gehen?“ Kurz vorher musste er sich leise räuspern und beinahe vergaß die junge Frau, was er eigentlich hatte sagen wollen. Dieser Mann faszinierte sie immer wieder auf ein Neues, er war aufregend und faszinierend.
    Schließlich sickerte langsam in ihr Hirn, was er soeben vorgeschlagen hatte und sie ihm darauf noch eine Antwort schuldig war, also nickte sie hastig und verhaspelte sich beinahe selbst.»Pizekiel. Nein, warte, Pika und Ezekiel. Da stimmt was nicht. Klar!« Kurz runzelte die Texanerin die Stirn, schüttelte den Kopf über ihr eigenes Unvermögen, die Namen der Pferde richtig auszusprechen - besonders Ezekiel machte es ihr schwierig - und grinste Bryan verlegen entgegen. Sie wies mit dem Daumen auf Blackjack. »Ich äh ... sattel den Großen nur noch, dann gehe ich dir zur Hand, einverstanden?«
    Es erstaunte Niké ein wenig, dass ausgerechnet Bryan, der sonst weder nach Unterstützung fragte noch sonst irgendwie Hilfe gerne annahm, nun einen solchen Vorschlag machte. Allerdings erfreute es die Rothaarige umso mehr, wusste sie es doch gleich noch ein wenig mehr zu schätzen. Verhalten biss sie sich auf die Unterlippe, wollte verhindern, dass ihre überbordende Freude gleich wieder zu Chaos im Stall führte und drängelte sich beinahe schon ein wenig zu euphorisch an Blackjack und Bryan vorbei. Nicole schenkte ihm im Vorbeilaufen noch einen kurzen, interessierten Blick, dann eilte sie sich, um den Sattel zu holen. Auf dem Weg dorthin passierte sie Rebecca und winkte ihr kurz entgegen, bevor sie mit dem Sattel im Schlepptau wieder zurück zu Blackjacks Box entschwand und den Riesen aufsattelte. Keine allzu leichte Aufgabe, aber Nicole besaß genügend Erfahrung und Energie, um das Problem anzugehen, schloss die Box hinter sich und folgte mit klopfendem Herzen Bryan, betrat die Box von Pika. Die kleine Exmoorponystute war beinahe ein Kulturschock nach dem riesenhaften Holsteinerwallach, doch hier würde Nicole vermutlich keine Probleme beim Satteln haben. Sie grinste.
    »So, du kleiner Teufel. Schauen wir mal, ob du heute deine Hufe hochkriegst.« Denn die Ponydame hatte da ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, wie Putzen abzulaufen hatte. Am Besten mit viel Futter, wenig Hufe auskratzen und gar keiner Bewegung. Dennoch, Nicole hatte die kleine Ponydame irgendwie ins Herz geschlossen.

    [Bryan | Blackjack | Gedanken & Antwort Bryan | Pikas Box]

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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Jan 19, 2017 5:32 pm

Durchaus gab es etwas zu bedauern an diesem Turniertag: Den Ritt von Nathan würde Kyle sich nicht ansehen können, aber das würde ihm kein Anlass zur Trauer sein. Er kannte die Fähigkeiten seines Azubis, wusste, welches Potenzial er hatte und er sah ihne nahezu jeden Tag im Training. Auch für dieses Turnier hatten sie hart trainiert, allerdings mit Neron und nicht mit Nathans eigenem Pferd. Kyle hatte sich durchaus wieder einmal an den gang des Spaniers gewöhnen müssen, denn wann immer ein barock gezogenes Pferd zu sehen bekam, musste er sein Auge umstellen. Die Stärken dieser Pferde lagen in der hohen Dressur, den Pirouetten, den Passagen. Dafür waren sie oft im starken Trab oder Schritt nicht so gesegnet, weswegen sie selten an der Weltspitze standen. Doch das zählte hier, in diesem Rahmen nicht. Und Neron war ein händelbares Pferd. Sicherlich hatte irgendjemand den Ritt des Paares gefilmt, sodass Kyle ihn sich ein andermal würde ansehen können und außerdem konnte er immer noch auf die Berichte seiner Kollegen zurückgreifen. Irgendeiner würde schon zugesehen haben. Was sollte außerdem groß passieren? Nathan kannte die Aufgabe und Neron lief sie inzwischen fast im Schlaf - das einzige, was dem Azubi immer Bedenken gemacht hatte, war seine Nervosität, die Kyle nur schwer aus ihm herauskitzeln konnte. Man musste sich seinen Ängsten nunmal stellen, wenn man erfolgreich werden wollte. Und wer Bereiter werden wollte, der würde noch mehr Turniere in seinem Leben reiten müssen, ganz gleich wie ambitioniert er war.
Letztlich war es Jims Stimme, die Kyle aus seinen Gedanken riss, während er die Stallgasse hinunter gespäht hatte, woe Nathan zurückkehrte und von Catalina empfangen wurde. So erfreut wie sie aussahen, konnte es keine Blamage gewesen sein.
Natürlich wollte der Schwarzhaarige, dass sein kanadischer Freund aufhörte zu meckern. Kyle sah ihn tadelnd wegen des Tonfalls an. Jeder andere hätte nicht so mit ihm reden dürfen. Doch er wusste, wie gerne der Pfleger hier auf dem Hof war und mit welcher Leidenschaft er dessen Konzept verfolgte. Manchmal musste sich Kyle beinahe selbst fragen, warum er hier arbeitete, immerhin war die Horizon Ranch vieles, aber sicherlich nicht sein Zielgebiet. Dann fiel ihm wieder sein Vater ein und er versuchte die Gedanken zu verdrängen. "Wie aufopferungsvoll von dir." Er grinste ihn ein wenig zynisch an, nachdem Jim erläutert hatte, warum er mit der Palominofarbenen an den Start ging. Kyle hatte mit den Westernpferden auf dem Hof nicht viel am Hut. Manchmal übernahm er einige der englisch gerittenen Reitschulpferde, die derzeit nicht vergeben waren, aber vorrangig waren die das Aufgabengebiet der Pferdetrainer. "Sieht gut aus, warum bist du nicht Näher geworden?", fragte er mit einem Blick auf die Mähne Iblis'. Dieser schleckte entspannt am Metall der Box herum - es schien zu schmecken. Wenigstens hielten sich die Besucher nun etwas aus dem Stall fern oder machten zumindest einen Bogen um Kyle und sein Pferd. Der tötende Blick, den er ihnen zuwarf, sobald sie sich näherten, schien dafür auszureichen. Natürlich wäre Jim hier anderer Auffassung gewesen, immerhin handelte es sich um Publicity, aber Kyle hatte keinen Nerv dafür, kleinen Wonneproppen und ihren minderbemittelten Eltern zu erklären, warum man an ein Pferd nicht von hinten herantrat oder nicht einfach jedes so versuchte zu füttern oder zu streicheln. "Im Gegensatz zu den Pferden dieser ganzen Freizeitreiter hat mein Goldschatz - wie du ihn nennst - Ambitionen dieses Jahr ganz oben zu starten. International. Aber wenn du so um das Menschenwohl besorgt bist, bin ich versucht dir eine Stelle als mein persönlicher Leibwächter anzubieten, der diese unbedarften Hände in den Griff bekommt. Nicht, dass du es nicht ohnehin schon auf meinen Leib abgesehen hast." Der Kanadier grinste Jim weiterhin über den Pferdrücken an. Natürlich lag die Vermutung nahe, dass er sich auf ihr gemeinsames Verhältnis bezog, dass sie beide wohl nicht eindeutig definieren konnte, denn irgendetwas war da, aber irgendwie auch wieder nicht. Es war schwierig und Kyle hatte meistens keine Lust, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen. Dafür war es doch viel zu spaßig.

{Gedanken an Nathan | Jim & Iblis}

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Sarah Bishop

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Ausbildung : Derzeit mache ich eine Ausbildung zum JOCKEY, allerdings bin ich bereits etablierte Dressurreiterin.
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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Jan 27, 2017 8:19 am

Sarah war so darin vertieft, ihrem Araberhengst die Mähne zu machen, dass sie kaum mitbekam, dass jemand an sie herantrat. An Turnieren war das ja sowieso nicht gerade selten, dass einfach so Besucher und andere Teilnehmer die Pferde, die vorbereitet wurden, inspizierten - gerade bei einem Araber wurde oft hinterhergeschaut. Deswegen dachte sie sich auch eigentlich nichts dabei; jedenfalls nicht, bis die junge Frau ihr gegenüber den Mund aufmachte. Das ließ Sarah aufhorchen - sie hatte nicht geglaubt, die Stimme vor der internationalen Turniersaison wiederhören zu dürfen! Das letzte Gummi in der Mähne saß, und dann konnte sie sich endlich Maureen zuwenden.
"Was machst du denn hier?" Es schien, als wäre die Rothaarige plötzlich eine vollkommen andere Person. Während sie Fremden gegenüber generell reserviert war und gern das reiche Mädchen raushängen ließ, sah man davon nichts, als sie der Schwarzhaarigen um den Hals fiel. Das lag aber auch daran, dass Maureen Grey keine Fremde war; Maureen Grey war die einzige Freundin, die Sarah je gehabt hatte. Sie wusste nicht mehr, wie es passiert war - sie waren nur Mädchen gewesen, gefangen in den Spielereien der Reichen, und auf irgendeiner Gala oder sowas hatten sie sich gefunden. Und dann hatte Maureen es irgendwie geschafft, Sarahs Vertrauen zu gewinnen, und das hatte sich niemals wieder geändert. Sie war die eine richtige Freundin unter vielen gewesen, und es war hart, von ihr wegzuziehen. Umso mehr freute Sarah sich jetzt.
"Ich kanns kaum glauben!" Sie löste die Umarmung wieder, und strahlte über's ganze Gesicht. Fast schon widerspenstig musste sie sich wieder Summer zuwenden, ihm den polierten roten Dressursattel auf den Rücken schmeißen. "Ich muss jetzt zwar gleich sofort auf den Warmreiteplatz, aber wenn die Prüfung vorbei ist, dann müssen wir reden, okay? Ich will wissen, warum du hier bist - und es gibt jemanden, den ich dir unbedingt vorstellen muss!" Sie verschnallte den Sattelgurt zunächst recht lose, und machte sich dann an die Trense, die im gleichen rotbraun schimmerte wie der Sattel. Langsam aber sicher merkte man Summer an, dass ihn die Aufregung von dem Turniertrubel im Stall ansteckte, denn kaum, dass die Trense befestigt war, begann er das Trippeln auf der Stelle, das für ihn so charakteristisch war.
"So, Süße, ich weiß ja nicht, was du noch vor hast, aber ich würde sagen, wir treffen uns nachher im Stall, und dann reden wir!" Sarah umarmte Maureen nochmal kurz, zog sich dann Handschuhe an, setzte sich den Helm auf, und machte sich mit ihrem Hengst auf den Weg zum Abreiteplatz - sie hatte ein Turnier zu gewinnen.


{ Gespräch mit MAUREEN | Vorbereitung von Summer | tbc.: Dressurplatz }

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Jan 27, 2017 11:04 am

Nach Beccas Zustimmung ging Phillip eine Box weiter. Sie waren schon genug im Verzug, es wurde Zeit, dass die Pferde und die Helfer raus kamen. Immerhin sollte das Ponyreiten schon um elf Uhr losgehen, viel Zeit hatten sie bis dahin nicht mehr. Auf der Gasse warf er einen Blick auf Bryan und Nicole – die beiden hatten Blackjack fertig, und hatten mit Pika angefangen. Glücklicherweise. Er nickte ihnen zu, und machte sich dann an Winnie. Winnie war immer noch einer seiner persönlichen Favoriten; der große Kaltblüter war immer ruhig und freundlich, und stets händelbar. Er war eine schöne Abwechslung zu einem Pferd wie Phoenix, an dem er sich jeden Tag aufs Neue die Zähne ausbiss.
Winnie war schnell geputzt und gesattelt und genoss die Aufmerksamkeit augenscheinlich. Auch für Winnie wünschte sich Phillip endlich eine dauerhafte Bezugsperson für den Kaltblüter; man merkte, dass Winnie unter der fehlenden Aufmerksamkeit litt, denn eigentlich war er ein sehr menschenbezogenes Pferd, das eine Menge Zeit brauchte. In dieser Reitschulsituation war er nicht unbedingt falsch – es war nur blöd, dass er keine Reitbeteiligung hatte. Und Phillip hatte auch mit den schwierigen Jungpferden zu tun, um sich jeden Tag ausgiebig mit Winnie zu beschäftigen. Vielleicht würde nächstes Jahr endlich jemand kommen, der für den Dicken perfekt war.
Als er fertig war, ließ er Winnie nochmal kurz in der Box stehen. Er blickte sich um – jetzt fehlte wirklich nur noch Ezekiel. “Hilfst du mir wieder?“, fragte Phillip Rebecca mit einem kleinen, schiefen Lächeln, als er die Tür zum Norwegerwallach öffnete. Er war immer noch überrascht davon, wie gern er Zeit mit der tätowierten Lehrerin verbrachte; er war eigentlich kein Mensch, der Menschen an sich ranließ. Sie waren in der Regel zu laut und zu neugierig, und stellten Fragen über Sachen, die sie nichts angingen. Bei Rebecca war das auch nicht unbedingt anders, aber irgendwas hatte sie an sich, etwas, das von ihm verlangte, sich ihr zu öffnen. Vielleicht lag es daran, dass sie Pädagogin war.
“Wir sollten uns ranhalten, die warten draußen sicher schon auf uns“, sagte Phillip, laut genug, damit auch Bryan und Nicole ihn hören würden. Es war immerhin kurz vor elf.


{ putzt Winnie # spricht mit REBECCA, BRYAN und NICOLE # Ezekiel }

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Jan 27, 2017 9:58 pm

Rebecca hatte grade den Besen weggestellt als zwei ihr unbekannte Pferde in den Stall geführt worden waren. Sie hatte gehört das Besuch erwartet worden war, aber nicht das dieser Besuch gleich mit zwei Pferden anreisen würde.
Nachdem beide Pferde in ihren Boxen standen ging Rebecca zu den beiden Pferden.
An den Brandzeichen konnte sie erkennen das es sich um zwei Oldenburger handelte. Sehr schöne Tiere.Dachte sie sich noch während sie sich wieder auf ihre Aufgaben konzentrieren wollte.
Zurück bei den Schulpferden sprach Phillip sie an und fragte ob sie ihm wieder helfen konnte. Na klar Phillip! Dir helfe ich doch gerne. Abgesehen davon das die tätowierte Frau allgemein eine hilfsbereite Person war, mochte sie den Bereiter der ihr gegenüber stand.
Er war ihr ein Mysterium, er war keines der typischen Plappermäule und dadurch war Rebecca sich sicher das sie ihm vertrauen konnte.
Mit schnellen Schritten folgte sie dem braunhaarigen Mann in die Box von Ezekiel. Bewaffnet mit einem Hufauskratzer und einem Mähnenkam machte die Lehrerin sich zuerst an die Hufe des Fjordpferdes. Nachdem sie alle vier gereinigt hatte machte sie sich an die Stehmähne des Wallachs.
Wenn der Tag vorbei ist brauche ich erstmal ein Bier. Rutschte es Rebecca beim fertig machen raus. Bist du dabei? Fragend schaute sie nun zu dem jungen Mann der mit in der Box war an. Sie trank gerne mal ein Bier und auch wenn sie heute Abend sicherlich müde und kaputt sein würde, ein Bier konnte nicht schadete nicht. Es half ihr bei der Entspannung. Das sollte jetzt auf keinen Fall heißen das Rebecca regelmäßig zur Flasche griff, aber sie sagte auch oft nicht nein zu einem Feierabendbier.
Die Sängerin war gespannt was ihr manchmal nicht vielsagender Freund von ihrer Idee hielt.
[schaut sich die neuen Pferde an / spricht mit Phillip / putzt Ezekiel]

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Maureen Grey

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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Jan 27, 2017 10:38 pm


Maureen lachte auf als ihre Freundin sie sah und ihr um den Hals fiel. Sie freute sich auf die Reaktion ihrer besten Freundin, sie hatte sich auch keine andere erhofft. Ich freue mich so sehr dich endlich wiederzusehen. Es war viel zu lange her gewesen und es gab auch sehr viel zu berichten, sicher auf beiden Seiten.
Ihre Gedanken hingen in vielen Schlaflosen Nächten bei ihrer besten Freundin, aber sie sah gut aus. Es schien ihr wirklich gut zu gehen und das ließ Maureen das Herz aufblühen. Ich will dich gar nicht davon abhalten, aber nach der Prüfung sprechen wir auf jeden Fall noch. Sie war gespannt wen Sarah Maureen vorstellen wollte und sie sah ihrer Freundin noch hinterher welche auf den Abreiteplatz ging.
Nach einem weiteren lächeln von Maureens Seite aus machte diese sich auf dem Weg zu ihrem 8 jährigen Oldenburger Hengst.
Der Fuchs stand schnaubend in seiner Box und spitzte die Ohren auf als seine Besitzerin an der Boxentür stand. Im Stall war viel los aber alle Einheiten schien am einen Strang zu ziehen und die Grey Tochter freute sich jetzt schon ein Teil davon zu sein wenn sie hier ihre Ausbildung anfing. Auch davon wusste ihre beste Freundin ja noch nichts.
Ihr aktueller Pferdepfleger trat in die Box um Lorino fertig zu machen. Eigentlich wollte Maureen das selbst machen aber ebenso wollte sie auch den Ritt von Sarah sehen. Aus diesem Grund machte sie sich jetzt auf dem Weg zum Dressurviereck.
Der Ritt war routiniert aber nicht langweilig.Solche Leistungen war Maureen von ihrer Freundin gewöhnt. Nachdem Sarah und Summer das Viereck verlassen hatten ging Maureen zum Abreiteplatz wo sie Lorino dem Pferdepfleger abnahm.
[redet mit Sarah / schaut Sarah zu / cf Dressurviereck]
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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mi Feb 01, 2017 1:02 pm

Casanova trippelte neben Rahel her, als sie ihn in den Stall führte, sich an Schaulustigen und Mitarbeitern vorbeidrängte. Am liebsten hätte sie seinen Kopf zu sich herangezogen und ihn angeschrien. Einzig und allein ihr letzter Rest Selbstbeherrschung und das Wissen darum, dass diese Aktion absolut nichts bringen würde, erlaubte es ihr, sich zu beherrschen. Trotzdem blieb eine dermaßen nagende Wut, dass Rahel immer noch nicht wusste, ob sie schreien, etwas schlagen oder weinen sollte. Wahrscheinlich war es auch nicht nur die Wut darüber, wie sich der Fuchs benommen hatte, sondern auch darüber, dass sie ihn nicht sofort unter Kontrolle hatte und über die gesamte Situation.
Wer würde ihn jetzt noch kaufen? Jeder hatte sehen können, wie er gestiegen war, und wie lange es gedauert hatte, bis sie – eine Bereiterin mit hervorragenden Referenzen – ihn wieder gebändigt hatte. Nur jemand, der dieses Verhalten mit Temperament verwechselte, würde jetzt noch an sie heran treten. Andererseits war Casanovas Leistung im Viereck beeindruckend gewesen. Vielleicht fand sich ein Irrer, der mit diesem Teufel zurecht kam.
Rahel betrat den Hengststall und bemerkte glücklicherweise, dass sie noch allein war. Die Putzbox von Casanova stand noch neben der Tür und bot eine günstige Gelegenheit, um ihrer Wut Luft zu machen. Mit Schwung trat Rahel dagegen. Die Bürsten klapperten gegeneinander und Casanova riss den Kopf hoch.
„Du verdammter Gaul! Du bist wie Jon, du verdammter Teufel! Benimm dich, verdammt nochmal!“, fauchte sie den Hengst an und schob ihn in die Box herein. Noch immer trug er den Kopf stolz erhoben, blickte mit einem Ausdruck von Arroganz auf sie herab, der bei Pferden höchst selten vorkam. „Denk ja nicht, dass du irgendeine Belohnung bekommst, wenn wir gut platziert wurden. Erwarte überhaupt nie wieder etwas von mir!“, schimpfte sie weiter und nestelte an den Riemen der Trense herum. Ihr Herz schlug zu schnell und sie spürte, dass sie noch immer wütend und enttäuscht war. Niemals hätte sie mehr als Geld von Jon nehmen dürfen. Nie. Natürlich musste es schief gehen, wie hatte sie nur etwas anderes erwarten können? Sie zog sich den Zylinder vom Kopf, warf ihn auf den umgestürzten Putzkasten und bemerkte dann erst, dass sie nicht mehr allein war. „Was willst du, Sebastian?“
Kaum dass sie die Worte gesagt hatte – wenig freundlich, nicht neugierig, eher schnappend, wie bei einer Katze, die verletzt irgendwo lag und nicht wollte, dass man sich ihr näherte – bereute sie den Tonfall bereits.

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mi Feb 01, 2017 5:29 pm

Scarlet hatte einen herausragenden Ritt hingelegt. Die junge Stute würde bald fertig für den internationalen Sport sein - er wusste jedoch noch nicht, ob er sie wirklich wieder verkaufen würde. Eigentlich war es so geplant gewesen: er hatte eine Jungstute mit Potential gekauft, sie in Kleinstarbeitt ausgebildet zu einem Spitzenpferd, jetzt fehlte nur noch der Erfolg im Sport und dann würde er sie für ein Heidengeld verkaufen können, das er widerum in die Ranch und die Verbesserung seiner Anlagen stecken konnte, vielleicht sogar in die Förderung einiger besonderer Talente. Doch mittlerweile hatte die weiße Stute Sebastians Herz erobert - sie gab immer ihr Bestes, wollte gefallen, und meinte niemals etwas böse, wenn sie einen Fehler machte. Sie war ein herzensgutes Tier, und das hatte sie heute erst wieder unter Beweis gestellt. Sie hattte ihn so gefesselt wie Giggolo es einst getan hatte - und das bedeutete ja eigentlich, dass er sie nicht wieder gehen lassen können würde.
Aber es war ja auch noch gar nicht so weit. Erstmal musste er sie vorstellen, und dann musste er sie zum Kauf anbieten - so lange war sie sein Pferd. Und dieses Pferd hatte ein verwöhnendes Abbürsten nach dem Abreiten genauso verdient wie die Möhre, die er ihr zusteckte, bevor er sie in ihrer Box zurückließ. Von Rahels Ritt hatte er nichts mehr mitbekommen außer der Aktion mit dem Steigen nach dem Ritt, und machte sich so auf den Weg in den Hengststall, um nach ihr zu sehen, als er mit seiner Stute fertig war. Schon von Weitem konnte er das Poltern hören, und erwartete das schlimmste - er wusste, dass Casanova ihr oft Probleme bereitete, und vermutlich war der Hengst heute mit der Situation überfordert gewesen. Das sollte für Rahel jedoch kein Problem darstellen, so wie er sie kannte. Aber wieder einmal musste Sebastian sich daran erinnern, dass er sie eben nicht kannte - jedenfalls nicht so gut, wie er sich manchmal einbildete. Über ihre Vergangenheit wusste er eigentlich nichts außer dem, was in ihrem Lebenslauf gestanden hatte - und vielleicht war gerade diese Vergangenheit schuld, warum sie ihren Zylinder durch die Gegend warf und ihn anfauchte, als er sich einfach nur in ihrer Nähe aufhielt.
"Nach dir sehen will ich.", gab Sebastian zurück; ein Mann wie er ließ sich nicht von so einem bisschen Provokation aus der Ruhe bringen. Er öffnete die Knöpfe an seinem Jackett und zog die Krawatte etwas lockerer. Dann erst trat er vorsichtig etwas näher zu ihm, seine Körperhaltung gewollt offen und vorsichtig, um ihr zu signalisieren, dass er nichts Böses von ihr wollte. "Was ist passiert? Warum bist du so aufgewühlt?" Und was hat dieser Jon damit zu tun? Zum Glück hatte Sebastian noch ein kleines bisschen Anstand in sich, und verkniff sich die letzte Frage. In den letzten Wochen und Monaten hatte er immerhin gelernt, so etwas wie Einfühlsamkeit nachzuvollziehen und anzuwenden - endlich hatte er nicht mehr das Einfühlungsvermögens eines trockenen Brötchens.


{ Scarlet in Box | geht zu RAHEL }

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Bryan King

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Feb 02, 2017 6:34 pm

Nicole Oak.
Eine Frau, die zu viel redete, die immer komisch angezogen war, die irgendwie laut war. Eine Schönheit. War letzteres der Grund, warum Bryan jetzt wie ein Trottel in der Stallgasse stand, warum er hätte fluchen können, weil er die Gelegenheit nicht ergriffen und sie wirklich an sich gezogen hatte? Gern hätte er es darauf beschränkt, dann wäre alles nämlich sehr viel einfacher. Er hätte alles auf seine Hormone schieben können und die waren für ihn so vollkommen ungreifbar, dass er sich nicht dagegen wehren konnte. Männer fühlten sich eben zu schönen Frauen hingezogen. Daran hatte sich seit den Anfängen der Menschheit nichts geändert.
Doch Bryan spürte, dass es nicht nur an der feinen Komposition von Kurven, roten Haaren und strahlenden Augen lag, dass ihm das Herz in der Brust hämmerte und er schlucken musste, weil sein Mund einer Wüste glich.
Etwas unter der knallbunten Oberfläche der Therapeutin interessierte ihn. Er wollte sie kennenlernen, wollte Zeit mit ihr verbringen. Vielleicht fiel er genau deshalb gerade aus der Rolle und fragte ernsthaft, ob sie ihm helfen würde, obwohl er beim Putzen von Ponys keine Hilfe brauchte. Aber wenn er jetzt in Pikas Box verschwand und Nicole in die von Ezekiel, dann wäre der Wunsch, Zeit mit ihr zu verbringen, unerfüllt. Es war also reine Taktik. Bryan King brauchte immer noch niemanden, der ihm wirklich half, wenn es um Stall- oder Pferdearbeit ging.
Doch auch der Taktiker in ihm schmolz, als Niké die Namen der Pferde vermischte, und auf den bartstoppeligen Wangen breitete sich ein warmes Lächeln aus, ehe er den einsamen Cowboy wieder hervorkehren konnte. Begriffe wie süß und liebenswert schossen ihm durch den Kopf und er war verdammt froh, dass man Gedanken nicht lesen konnte.
Hatte ihre Verwirrung die gleichen Gründe wie seine? Bryan war es nicht entgangen, dass sie praktisch hinter Blackjack geflüchtet war und auch der Hauch von Farbe in ihrem Gesicht, der sie noch attraktiver machte, war ihm aufgefallen. Doch allein diese Vermutung ließ die Aufregung in ihm wieder wachsen, obwohl er sich doch eigentlich für so ausgeglichen hielt.
Als sie seinem Vorschlag zustimmte, brachte er nur ein Nicken zustande und sein Kopf wanderte ihr automatisch hinterher, als sie zur Sattelkammer verschwand.
Wow.
Er brauchte einen Eimer mit Eiswasser, um klar denken zu können, und fand ihn in Form von Phillip. Die implizierte Aufforderung entlockte ihm ein Augenrollen. Diese vertraute Regung brachte ihn etwas mehr ins Hier und Jetzt zurück und ließ ihn etwas davon brummen, dass es schon schlimm genug sei, dass Laress sie alle herumkommandierte. Eigentlich mochte er Phillip, nur Anweisungen bekam er nicht gern, wenn er doch eigentlich genau wusste, was in welcher Geschwindigkeit zu tun war. Er verkniff sich jedoch, den Mann so anzufahren, wie er es bei seiner Chefin unweigerlich getan hätte, und ging zu Pikas Box los, während Niké noch damit beschäftigt war, den großen Hollsteiner zu satteln.
Diese Aktion dauerte allerdings nicht lange, sodass sich Bryan kurz später wieder in Gesellschaft der Texanerin befand. „Man drängt uns zur Eile“, kommentierte er stirnrunzelnd und machte sich daran, das braune Fell der kleinen Stute abzubürsten. Kaum dass er die Bürste angesetzt hatte, schüttelte sich Pika, als säßen tausend Fliegen auf ihr.
„Freches Pony“, murmelte der Texaner. Dann wanderte sein Blick wie von selbst zu Nicole zurück. „Wie bist du eigentlich zu deinem Beruf gekommen?“ Er wusste nicht genau, wie er jetzt darauf kam. Vielleicht war es nur der Wunsch, irgendetwas zu sagen, damit keine Stille entstehen konnte, die hätte peinlich werden können. Eigentlich mochte er Stille und Ruhe, aber er wusste durchaus um die kleinen Nuancen. Einvernehmliche Stille war die beste. Peinliche die denkbar schlechteste.

[Gedanken | PHILIPPs Aufforderung | zu Pika | Frage an Nicole]

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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Feb 02, 2017 8:38 pm

"Nach dir sehen will ich."
Dieser Satz nahm Rahel jeden Wind aus den Segeln. Sie atmete zitternd aus und nur jahrelanger Übung war es zu verdanken, dass sie den Tränen keinen freien Lauf ließ. Niemals, niemals weinen, wenn dich jemand sehen kann, niemals jemandem zeigen, wie sehr du verletzt, wie wütend du bist. Das hatte sie sich im zweiten Ehejahr geschworen und bisher hatte sie sich eisern daran gehalten. Sebastian Holmes war vielleicht die Person, der sie im Moment am meisten vertraute, von der sie sich im hintersten Winkel ihres Herzens erhoffte, dass er sie verstehen würde, aber er war nicht derjenige, wegen dem sie alle ihre Prinzipien aufgeben würde. Das würde sie für keinen Mann auf der Welt tun. Dazu waren auf ihrer Seele und auf ihrem Herzen zu viele Narben geblieben.
„Dieses Pferd!“, antwortete sie schließlich. Konnte sie Holmes mehr erzählen? Waren sie sich in den letzten Wochen auf eine Art näher gekommen, die persönliche Details erlaubte? Rahel wollte damit sparsam umgehen. Zu große Offenheit war niemals gut, das hatte sie schließlich lernen müssen. Aber war der hochgewachsene Mann vor ihr nicht vielleicht völlig anders? Verdiente er nicht ihr Vertrauen, weil er es bisher bei kleineren Dingen noch nie missbraucht hatte? Weil er vielleicht schwierig im Umgang sein konnte, seine Probleme mit Spaß und Freizeit hatte, aber dafür grundehrlich erschien? Weil er eine Schule aufgebaut hatte, die zumindest in der Schülerschaft ein so soziales Umfeld erschuf, wie es in der Welt selten sein dürfte? Besaß Sebastian Holmes nicht Werte, die so selten wie echte Prinzen geworden waren?
Rahel suchte im Gesicht des Lehrers nach einer Antwort auf diese Frage, fand sie fast in seinen weiteren, behutsamen Fragen und wurde schließlich von Casanova abgelenkt, der an ihrer Hose herumschnobberte.
„Könntest du mir zur Hand gehen?“, bat sie ihn, seufzte schließlich leise und diesmal waren ihre Finger immerhin ruhig genug, um die Verschlüsse der Trense zu öffnen. „Wusstest du, dass ich geschieden bin? Dieser Gaul hier war die ganz große Hoffnung meines Exmannes.“ Rahel zog Casanova die Trense über die Ohren, danach die Zügel. Inzwischen war er ruhiger geworden, wahrscheinlich, weil sie nicht mehr gegen Putzboxen trat und ihn anschrie. Wieder entwich ihr ein Seufzen und sie fuhr sich übers Gesicht, obwohl ihre Handschuhe staubig waren. „Und Casanova ist genauso wie Jon war. Verdammt begabt und ein Ekel.“


[Gedanken | Antwortet SEBASTIAN]

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Jim Turner

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Ausbildung : Er macht eine Ausbildung zum PFERDEPFLEGER; ein Beruf, den jeder braucht, aber nicht jeder respektiert.
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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Feb 10, 2017 5:28 pm

Jim hatte während der Zeit auf der Horizon Ranch einiges gelernt. Er hatte gelernt, dass er nicht immer alle Menschen gleich nach ihrem Äußeren beurteilen musste, nur weil sie Markenklamotten trugen. Stellte sich heraus, dass nicht alle, die Eskadron trugen, auch gleich Eskadron-Tussis waren. Wie Phillip zum Beispiel - der Pferdetrainer sah zwar immer aus, als wäre er gerade dem Fotoshoot für irgendeinen Reitsportkatalog entsprungen, aber er war einer der besten Pfferdemenschen, die Jim je persönlich kennengelernt hatte. Er hatte auch gelernt, dass er in seinem Job genau richtig war, ganz egal, was andere zu ihm sagten. Die Mitarbeiter des Internats zeigten ihm jeden Tag aufs Neue, dass er glücklich werden konnte, wenn er seiner Leidenschaft folgte, und dass das Geld keine Rolle spielte. Die letzten Monate hier hatten ihm außerdem gezeigt, dass es okay war, dass er kein Profiturnierreiter war, nur weil er auf einem Hof arbeitete; er war ein passabler Westernreiter, gut genug für kleinere Turniere, und er hatte gesunden Pferdeverstand. Das war genug.
Auch, wenn Kyle ihn deswegen regelmäßig aufzog.
Kyle.
Über Kyle hatte Jim auch in den letzten Monaten einiges gelernt. Er hatte ihn als einen schroffen Kanadier kennengelernt, mit düsterem Blick und kühlem Auftreten. Doch die Zeit, die er mit ihm verbrachte, zeigte ihm immer wieder, dass es gut gewesen war, sich von dieser Fassade nicht abschrecken zu lassen. Denn genau das war es: eine Fassade. Dahinter steckte ein loyaler Mensch mit überraschend schrägem und überraschend gutem Humor. Er hatte das Rätsel, das Kyle am Anfang dargestellt hatte, beinahe gelöst, und er mochte, was er dahinter sah. Kyle war intelligent und beschützerisch, nicht nur arrogant und egozentrisch. Und Jim hatte jeden Tag aufs Neue Spaß mit ihm. Zwar tat es Jim nicht unbedingt gut, zu wissen, dass Kyle auch andere hatte - natürlich war es ihm klar. Sie hatten eine Affäre, mehr nicht. Aber schön war das nicht. Aber er genoss viel mehr die Freundschaft mit Kyle als die ganzen sexuellen Abenteuer. Gut, vielleicht genoss er beides gleich. Aber das musste ja nichts bedeuten. Nach Samuel tat es auf jeden Fall gut, mal was unkompliziertes zu haben.

"Ich, Näher?", fragte Jim ungläubig. Gut, vielleicht war die Beziehung doch nicht so unkompliziert. "Nein. Das ist mir viel zu sauber. Und mein Leben wäre nicht vollständig, wenn mir nicht regelmäßig ein Pferd auf den Fuß treten würde." Und wieder grinste Jim Kyle an. Kyle musste ja nicht wissen, dass Jim sich nur so geschickt anstellte, wenn es darum ging, Langhaar bei Pferden einzuflechten; beim Rest stellte er sich ziemlich ungeschickt an - wie immer, eigentlich. So wie damals, als Kyle sich von hinten angeschlichen hatte und Jim bei der Abendfütterung erschreckt hatte - er hatte seine Beine so schlimm verknotet, dass er rückwärts ins Heu gefallen war. Das durfte er sich heute noch anhören; und so würde es auch enden, wenn er Kyle erzählte, dass einflechten sein einziges Talent war.
Es gab Sachen, die musste Kyle einfach nicht wissen. Zum Beispiel, dass Jim ein wenig eifersüchtig war auf die Frauen, die ihm hinterherschmachteten, und die Kyle bestimmt nicht alle von der Bettkante stieß. Zum Beispiel, dass Jim Kyles platonische, freundschaftliche Gesellschaft genauso sehr schätzte wie die körperliche Nähe, wenn sie sich durch die Laken wälzten. Oder auf der Couch. Oder im Stroh. Oder, dass sein Herz immer anfing etwas schneller zu schlagen, wenn er Kyles offenes, ehrliches Grinsen sah. So wie jetzt gerade.
Dennoch konnte Jim es sich nicht verkneifen, seinen Blick langsam einmal Kyles Körper hinab und wieder hinauf schweifen zu lassen, und sich dabei auf die Unterlippe zu beißen - Kyle hatte immerhin nicht unrecht, wenn er meinte, dass Jim ihn begehrte, und was war schon falsch an ein bisschen Flirten hier und da? "Du hast natürlich nicht unrecht. Und glaub mir, dich bekomm ich in den Griff!" Jims Augen funkelten mit etwas Düsterem, als er Kyle ansah. Vermutlich, wenn sie allein gewesen waren, hätte Jim die Situation genutzt, um Kyle mal zu zeigen, wie gut genau er ihn im Griff hatte. Aber sie hatten nicht genug Ruhe dafür, das war ihm auch bewusst. Später vielleicht.


{ Gespräch mit KYLE }

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Nicole Oak

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BeitragThema: Re: Stallungen   So Feb 12, 2017 3:04 pm

    Es war im Grunde schon verrückt.
    Für einen Augenblick, während sie die Sattelkammer aufgesucht hatte, um den Sattel des Holsteinerwallachs zu holen, hatte Nicole kurz inne gehalten und ihren Gedanken etwas genauer gelauscht. Ihr war das dunkle, feine Lächeln nicht entgangen, als sie Bryan ihre Hilfe für 'Pizekiel' zugesichert hatte und eben jenes selten gesehene Lächeln stieß etwas im Innern der jungen Texanerin an. Niké erinnerte sich an diesen Moment und lächelte ebenfalls, ehe sie wieder zurück zu Pika und Bryan in die Box schlüpfte.
    Während der groß gewachsene Mann das beinahe schon winzig wirkende Pony zu striegeln begann, griff sich die Rothaarige die nächste Bürste und begann damit die dicke Mähne des Ponys im Gröbsten von Dreck und Stroh zu befreien. „Man drängt uns zur Eile.“ Kurz blickte Niké von ihrer Arbeit auf, eine Hand auf dem Mähnenkamm Pikas abgelegt, die offenbar ein wenig unleidig wurde. Nicole schob das vorwitzige Maul der Stute energisch wieder beiseite, grinste allerdings Bryan entgegen und antwortete prompt und gut gelaunt: »Dann sollten wir uns dringend eilen, mein Herr. Nicht, dass wir noch von den Kindern zerfleischt werden. Das wäre Verschwendung in epischem Ausmaß.«
    Allein die Vorstellung, Bryan inmitten zahlreicher kleiner Mädchen, die begeistert zu dem Raubein aufsahen und darum bettelten, einmal mit dem Pony geführt zu werden, ließ die Sechsundzwanzigjährige lächeln. Kurz betrachtete sie das kantige Profil des attraktiven Rancharbeiters, sann darüber nach, wie er selbst wohl mit eigenen Kindern umgehen würde und ob diese womöglich sehr nach ihm kämen, während sie sich Pikas Schweif widmete. Ihr war das Stirnrunzeln Bryans nicht entgangen und es juckte sie regelrecht in den Fingern, seine Stirn zu glätten. Somit begnügte sie sich lediglich mit einem belustigten Seitenblick und meinte amüsiert: »Man möchte meinen, Philip hätte dir ein unmoralisches Angebot unterbreitet.« Sie zwinkerte ihm erheitert entgegen, während sie mit der Bürste ein letztes Mal durch das nun entwirrte Schweifhaar fuhr und dabei den feineren Haaren mit den Augen folgte. Derart abgelenkt traf die Frage von Bryan sie unvorbereitet und sie blickte fast schon besorgt zu ihm auf, ehe sie den Blick rasch wieder zu Pika senkte. Die kleine Ponystute war recht zappelig heute, doch bislang schien sie noch keine Anstalten zu machen, ihre ponyhafte Sturheit auszuleben. Nicole zögerte einen Augenblick, spürte ihren Herzschlag kräftig in der Brust schlagen und holte kurz, aber tief Luft.
    »Mhm, das kam eigentlich recht spontan. Ich ... arbeite gern mit vielen Leuten zusammen«, dann fühlte sie sich nicht so einsam, »und ich habe durch Zufall eine Physiotherapeutin kennengelernt, die bei einer meiner Pflegemütter ihre Haare hat machen lassen.« Nicole erinnerte sich gut an die ältere Dame, deren Finger bereits knorrig und arthritisch gewesen waren, doch ihr Lächeln hatte Niké damals das Leben erleichtert. »Sie fragte mich damals, ob ich schon Ideen für meine Zukunft hätte und nachdem ich ihr sagte, dass ich gerne mit Tieren arbeiten möchte, aber für eine Farmerin zu wenig Geld besaß, hat sie mich an eine befreundete Kollegin weitergeleitet. Diese war ebenfalls Physiotherapeutin mit Schwerpunkt Kleintier ... und dann kam alles irgendwie zusammen. Irgendwann landete ich dann hier.«
    Für einen kurzen, wehmütigen Moment dachte sie an diesen recht intensiven Lebensweg zurück und seufzte leise. Manchmal vermisste sie ihre beiden Mentorinnen schon ein wenig. Mit einem fast schon erleichtert wirkendem Lächeln suchte sie Bryans Blick und richtete seine Ausgangsfrage an ihn. »Was ist mit dir? Was sind deine Beweggründe, dein Leben mit den Tieren verbringen zu wollen?« Behutsam packte sie ihre Putzutensilien wieder ein, öffnete der kleinen Ponystute das Halfter, nachdem sie kurz zuvor offenbar von der Weide geholt worden war und streifte es ihr über die Ohren ab. Zuvor hatte Nicole sich vergewissert, dass die Boxentür geschlossen war, denn Ponys hatten ungewöhnlicherweise alle den 'richtigen Riecher' für solche günstigen Momente. Während sie Bryan zuhörte, streifte Niké dem widerspenstigen Pony die Trense über und verschnallte diese. Ihr dunkler Blick glitt unbewusst über die lockeren Bewegungen ihres Gegenübers weiter über die muskulösen Oberarme bis hin zu seinem dunklen Bartschatten, der ihm ein zusätzlich verruchtes Aussehen verlieh. Die Texanerin erwischte sich bei recht unzüchtigen Gedanken, schluckte schwer und ehe sie tatsächlich über diesen Vorschlag nachdenken konnte, sprach sie ihn auch schon aus: »Meinst du, du könntest die Tage abends ein bisschen Zeit freischaufeln?«
    Im ersten Augenblick sah sie selbst ein wenig überrascht aus, dann jedoch formte sich langsam ein ehrliches Lächeln auf ihren Zügen und Nicole neigte sachte das Haupt, sah fragend zu ihm auf. Würde er darauf eingehen? Allein der Gedanke daran ließ ihr Herz ein wenig flattern und ihr Lächeln tiefer gehen. Da Pika vorerst sauber und getrenst war, fehlte lediglich noch der Sattel. Nicole linste über die Boxenwände hinweg und suchte nach Philip und Rebecca, die ebenfalls Ezekiel herausputzten. »Philip?« Sie suchte seinen Blick, lächelte kurz. »Wir sind soweit fertig. Gibt es irgendwelche Zuteilungen an Pferden?« Im Grunde eine recht eigenartige Frage, aber es half Niké ein wenig dabei die eigene Überraschung und Nervosität bezüglich einer Antwort seitens Bryan zu bekämpfen.

    [BRYAN # macht Pika fertig # Gespräch # Frage an PHILIP]

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Stallungen   Sa Feb 18, 2017 11:15 pm

Sebastian war geübt darin, Menschen zu lesen. Jahre hatte er damit verbracht, die Körpersprache seiner Mitmenschen zu studieren und zu analysieren, um damit arbeiten zu können. Er wusste, wann jemand log, wann jemand ehrlich seine Gefühle zeigte; bei Menschen, die er sehr gut kannte, konnte er sogar sehen, wenn diese sich selbst so sehr anlogen, dass sie glaubten, ehrlich zu sein. Früher hatte er es schamlos ausgenutzt, um damit zu bekommen, was er wollte, die Menschen zu seinen Gunsten zu manipulieren, oder um sie einfach nur bloßzustellen. Und zugegeben, manchmal tat er gerade letzteres immer noch, wenn ihm gerade jemand tierisch auf den Keks ging. Aber seit er Lehrer geworden war, hatte er gelernt, dass es nicht immer gut war, alles zu seinem Vorteil auszunutzen. Und so versuchte er, nicht mehr dauerhaft auf die Körpersprache seines Gegenübers zu achten; auch, wenn das immer noch schwer war.
Dennoch gab es immer noch Momente, in denen Sebastian nicht anders konnte, als auf dieses Wissen zurückzugreifen, um die Situation zu verstehen. Manchmal war es aber auch leicht anspruchsvoll, zu verstehen, was andere Menschen von ihm wollten, von ihm erwarteten; auch nach drei Jahrzehnten, in denen er als nachweißlich hyperintelligenter Mensch zwischen „Normalsterblichen“ gelebt hatte, wusste er noch immer nicht, warum sie es nicht schafften, einfach das zu sagen, was sie meinten. Bei Rahel war das eigentlich meist einfach, weil sie in der Regel sehr offen war und wenig vor ihm verbarg. Vielleicht gingen deswegen bei Sebastian alle Alarmglocken an, als sie ihn anfuhr und er sie beobachtete: sie wirkte verschlossen. Und so nahm er sich ein wenig Zeit, sie zu analysieren.
Sie war offensichtlich wütend, aber nicht auf sich, und offensichtlich schien sich diese Wut auch nicht auf das Pferd zu richten; ihre Aggression gegenüber dem Putzkasten machte das spätestens deutlich. Ob da dieser Jon ins Spiel kam, den sie gerade lauthals verflucht hatte? Sie war außerdem verzweifelt, wusste nicht mehr, was sie machen wollte; und daher rührte wahrscheinlich auch die Traurigkeit, die er entdeckte, als ihre Wut in sich zusammenpuffte wie eine Blase. Überrascht musste Sebastian feststellen, dass ihm auch diese Körpersprachenanalyse nicht unbedingt weiterhalf, Rahel zu verstehen und ihr zu helfen. Darum war es bisher eher selten gegangen – um den Vorteil eines anderen aus seinen Handlungen. Aber jetzt war Sebastian hier, und Rahel war hier und erwartete offensichtlich etwas von ihm. Konnte er ihr das geben, was sie wollte? Er wusste es nicht. Er wusste aber auch nicht, ob ihn das interessierte. Er würde es versuchen.

Eine nur allzu passende Ablenkung war die Frage, die Rahel ihm schließlich stellte. So konnte er sich damit beschäftigen, dem Fuchshengst den Sattel vom Rücken zu ziehen, nachdem er ein kurzes “Selbstverständlich“ gemurmelt hatte. Seine Hände zu beschäftigen war immer schon ein gutes Mittel gewesen, um klar denken zu können. Das hatte sich auch nach Jahren immer noch nicht geändert. Ruhig lauschte er ihrer Geschichte, und erst, als sie fertig war, verließ er die Box, um den Sattel auf einer vorübergehenden Halterung vor der Boxentür abzulegen. “Das wusste ich nicht, nein.“, antwortete Sebastian ruhig. Er hatte solche Informationen nie von seinen Mitarbeitern verlangt und er würde es auch nie tun – er selbst wusste wohl am besten, dass die Vergangenheit in der Gegenwart keine Rolle spielte, weil ein Mensch sich ändern konnte. Lucien war eins der besten Beispiele dafür, dass das Sebastians Arbeitsmoral war.
“Ich finde nicht, dass Casanova ein Ekel ist.“, sagte er, während er dem Hengst, den er bisher nur als feurig, aber niemals als böse eingeschätzt hatte, über die Nase strich, bevor er sich an die Gamaschen machte. “Was hat er denn getan, um dich wütend zu machen? Ich habe es nicht mitbekommen.“


{ Gedanken # RAHEL # Casanova}

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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Feb 20, 2017 12:12 pm

Provoziert hatte Kyle schon immer gerne. Eine kleine Stichelei hier, ein falsches Wort dort - er wusste genau, wie er sein Gegenüber zur Weißglut brachte. Sehr zum Leidwesen der anderen, aber darum hatte er sich schließlich noch nie gekümmert. Es war ihm egal, was andere von ihm dachten oder was sie empfanden, ob sie sich angegriffen fühlten oder beleidigt waren. Es ging ihm nicht darum im Leben möglichst viele Freunde zu finden, denn Freundschaft war ebenso flüchtig wie Liebe, weswegen er sich erst gar nicht darauf einließ. Es gab eine handvoll Personen, denen er vertraute und die er gerne um sich hatte. Mehr nicht. Er glaubte auch nicht, diesen ganzen Firlefanz zu brauchen, denn am Ende machte das nur verletzlich. Dennoch hatte er es nicht geschafft, sich rechtzeitig von Jim loszueisen, damit dieser ihm nicht noch mehr ans Herz wachsen konnte. Denn genau das hatte der Schwarzhaarige getan: er war immer näher an sein Herz gekrochen, ganz unbedarft und ein wenig wie ein verspielter Welpe, der doch nur niedlich war und ein wenig Beschäftigung wollte, den man nicht einfach so wegschubsen und stehen lassen konnte. Deswegen war Jim jetzt auch hier, weil Kyle ihn in die handvoll aufgenommen hatte. Aber das war gewiss kein Freiticket für die Gunst des Bereiters, wenngleich er es auch in Erwägung zog, Personen aus dieser handvoll einen Gefallen zu tun.
"Du magst es lieber schmutzig." Ein Glitzern in den braun-grünen Augen verdeutlichte die Zweideutigkeit von Kyles Worten, ehe er sich unter einem Grinsen wieder dem Fell von Iblis zuwandte und nun die Beine abbürstete. Das, was er mit Jim teilte, ging nur sie beide etwas an, und doch kam er nicht umhin, Anspielungen zu machen. Immerhin wälzten sie sich oft genug in den Laken - oder auch anderswo - dass man ihnen eine gewisse Vernarrtheit ineinander nachsagen konnte. Doch dazu stehen würden sie wohl beide nicht. So war es doch immer bei einer Affäre. Sie war da - geheimnis- und verheißungsvoll mit einem bitter-süßen Beigeschmack des Unentdecktseins. Für Kyle der einzige Reiz, der ihn nähere Bindungen zu anderen Menschen eingehen ließ. Von Liebe wollte er nicht hören, zumal er nicht daran glaubte. Liebe war enttäuschend und frustrierend und viel zu zeitintensiv. Wer wollte schon kuscheln?
"War das eine voreilige Drohung oder glaubst du das wirklich?" Er hatte einmal auflachen müssen, bei Jims Worten. Das war auch so eine Eigenart von ihm. Er schaffte es tatsächlich Kyle zum Lachen zu bringen. Dabei lachte er sonst nicht. Das Leben war schließlich kein Ponyhof. Aber Jims Art war so anders und erfrischend, dass sie einen einfach mitriss und Kyle sich seinem Charme nicht entziehen konnte, so sehr er es auch wollte. Deswegen verstand er auch diese Affäre noch nicht so ganz, denn eigentlich war Jim äußerlich absolut nicht sein Typ. Aber die Chemie zwischen ihnen stimmte einfach und er konnte nicht leugnen, dass er sich freute, wenn ihm zu früher Morgenstund Jim im Stall über den Weg lief, mit einer fröhlichen Begrüßung auf den Lippen, Pferden an der Hand, die er zur Koppel brachte und einem erheiternden Lächeln, das sogar das frühe Aufstehen vergessen ließ. Jim war einfach Jim und Kyle würde es nie verstehen können, aber er wollte ihn auch nicht missen. Und Iblis offenbar auch nicht, denn der hatte den Kopf gedreht und begann in gemächlichen Zügen Jims Arm genüsslich abzuschlecken.

{bei Iblis | Jim}

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Bryan King

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BeitragThema: Re: Stallungen   So März 19, 2017 6:32 pm

Wenig war schöner als ein Lächeln, musste Bryan gedankenverloren feststellen, als er selbiges auf Nicoles Lippen bemerkte, nachdem sie zu ihm und dem Pony in die Box gekommen war. Es verwirrte ihn und brachte ihn ein wenig aus dem Konzept, auch wenn er sonst nicht der Typ dafür war, sabbernd in der Gegen herumzustehen, wenn eine schöne Frau vorbeilief und ihn anlächelte. Doch bei dieser Frau war es etwas anderes. Sie brachte ihn aus dem Konzept mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem offenen Wesen und gleichzeitig dem Gefühl von Tiefe, das hinter diesen ersten Attributen schlummerte. Ganz gewiss hatte Nike heute morgen etwas vor ihm verborgen und eigentlich hätte Bryan wirklich gern gewusst, was das gewesen sein mochten. Doch in diesem Moment war das ganz und gar aus seinem Kopf verschwunden, ersetzt durch den Wunsch, allgemein mehr über sie erfahren zu können. Wer war sie? Irgendwie war es seltsam, dass sie sich nie darüber unterhalten hatten, wie sie beide hergekommen waren. Immerhin war es nicht gerade der bekannteste oder vielversprechendste Ort dieser Welt. Wobei es auch nicht so erstaunlich war – Bryan war kein Plappermaul und hatte der Texanerin meistens die Wahl des Gesprächs überlassen.
Umso mehr überraschte es ihn, dass sie nun bei ihrer Antwort zögerte und tief Luft holte. Die Reaktion fesselte Bryans Blick, während seine Hände mechanisch die Pflege des Pferdefells übernahmen. Sehr bald hatte sie sich jedoch wieder gefangen, lächelte bei dem ein oder anderen Namen gedankenverloren. Doch etwas erhaschte die Aufmerksamkeit des Stallburschen und ließ ihn die Augenbraue heben. Pflegemütter. Zu gern hätte Bryan nachgefragt, was es damit auf sich hatte, aber das gehörte nicht in diesen Rahmen. Vielleicht könnten sie irgendwann einmal ausreiten oder essen gehen und dann würde er sie danach fragen. Wenn es ruhig wäre und nicht gefühlt zwanzig Menschen ihnen zuhören konnten.
„Du scheinst gute Erinnerungen an die Frauen zu haben“, kommentierte er und erwiderte das Lächeln, das sie ihm schenkte, zwanglos. Bei ihrer Frage verdüsterte sich sein Blick jedoch. Er hatte nicht mit der Gegenfrage gerechnet und die Wut auf seinen Vater saß zu tief, als dass er wirklich bereitwillig antworten konnte. Noch immer. Es war so lange her, dass sein Erzeuger sein Leben in den Sand gesetzt hatte, und doch hatte er ihm nie wirklich verzeihen können. Trotzdem atmete er tief durch, fuhr Pika noch einmal über das Fell und antwortete: „Ich bin auf einer Farm aufgewachsen. Mein Vater wollte das ganze zu einer Art Cowboy-Disneyworld ausbauen und hat sich verschätzt. Deshalb hat er verkaufen müssen und ich konnte den Hof nicht übernehmen… ich hab also eine Ausbildung machen müssen. Zuerst zum Sanitäter, dann doch zum Stallburschen. Tja. Holmes hat Leute gesucht und so bin ich hierher gekommen.“
Er begann, Pikas Schweif zu verlesen, vermied dabei Nicoles Blick. Er wollte nicht, dass sie den Schmerz über seine Vergangenheit bemerkte. Denn letztlich hatte er es gut getroffen. Er liebte die Arbeit hier, egal wie sehr Sterling ihm auf den Nerv ging. Und er war damals jung genug gewesen, dass er problemlos einen anderen Weg hatte einschlagen können. Manchem Angestellten der Ranch war es viel schlechter gegangen. Was aus dem fünfzigjährigen Reitlehrer geworden war, hatte Bryan nie erfahren. Erst nach der Tätigkeit wandte sich der Stallbursche wieder der Rothaarigen zu, sah sie die Stute auftrensen.
Er seufzte leise, fühlte sich noch immer seltsam entblößt, obwohl er nichts wirklich Privates erzählt hatte. Langsam schüttelte er den Kopf – und hielt dann mitten in der Bewegung inne. Lud sie ihn da grade zu einem Date ein? Fast wäre ihm die Kinnlade heruntergefallen. Aber er war beherrscht und so entwich ihm nur ein leiser Laut der Überraschung. „Ja, klar… morgen?“ Heute würden sie wahrscheinlich beide tot ins Bett fallen und er rechnete damit, spät am Abend noch im Stall zu tun zu haben. Auch wenn Sterling ihn anders eingeteilt hatte… aber sie hatte ja auch nach dem Aufenthalt irgendwo nicht an Ahnung gewonnen. Doch jetzt verdarb ihm der Gedanke an seine Vorgesetzte nicht die Laune. Zu wild pochte sein Herz und zu sehr überlief ihn ein kurzes Gefühl der Freude, das noch nicht einmal dadurch verdrängt wurde, dass Nicole sich nur Momente später wieder der Geschäftigkeit im Stall zuwandte.

[Gespräch mit NICOLE]

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