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 Stallungen

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Spielleitung
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BeitragThema: Stallungen   Sa Okt 10, 2015 2:26 pm

Der Stall ist durch eine große Putzstellensammlung und anliegende Sattelkammer in zwei Teile geteilt - auf der kleineren Seite stehen die Hengste, auf der größeren die Wallache und Stuten.
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Spielleitung
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BeitragThema: Re: Stallungen   Sa Nov 28, 2015 8:07 am

» Plot 9: fast wie fliegen
Frühlingsgefühle inklusive


Es ist ruhig auf der Ranch - der Sommer steht schon in den Startlöchern, und alle genießen das gute Wetter, das endlich mal Einzug hält. Alles keimt und gedeiht - und nicht nur in der Natur. Mit riesigen Schritten eilt das Ende des ersten Schuljahres auf die Schüler zu, es muss gelernt und Klausuren geschrieben werden. Die Auszubildenden müssen sich auf die Jahresabschlussprüfung vorbereiten, die Lehrer und Ausbilder auf die Stellung der Abschlussklausuren. Es dauert keine zwei Monate mehr, da dürfen sich alle für zwei Monate von der Ranch verabschieden - aber deswegen friert das rege Leben noch lange nicht ein.

Es ist ein ruhiger Maisamstag - die Sonne scheint, es sind angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad. Die meisten Schüler, Azubis und Lehrer gönnen sich mal eine Pause vom Alltag: genug gebüffelt, man reitet lieber mal aus oder geht mit seinen Freunden in die Stadt. Oder man bereitet sich auf das in zwei Wochen anstehende Sommerturnier vor - ganz, wie es einem beliebt.

## 10. Mai 2014 ;; 14:00, nach dem Mittagessen
## sonnig, ein paar kleine Wölkchen, 20°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte
## Idee für Ideenlose: Training und Planung fürs Sommerturnier am 23.-25. Mai!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



© Horizon Ranch 2015
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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Dez 03, 2015 7:50 am

Als Trainer auf der HorizonRanch hatte Phillip alle Hände voll zu tun. Viele der Pferde hatten keinen Reiter, weil das Internat einfach noch nicht voll besetzt war, und im Moment fehlten auch einige Lehrkräfte, weswegen sich Phillip mit Kyle, dem Bereiter des Hofes, momentan die Ausbildungsaufgaben von Pferden und Reitern teilte. Es war nicht einfach, um ehrlich zu sein, weil es ziemlich drunter und drüber ging im Stallteam des Hofes. Aber Lip genoss jeden Augenblick. Sie arbeiteten nun schon eine Weile zusammen, und langsam wurden sie wirklich zu einer Mannschaft, die einander unterstützten und miteinander klar kamen.
Er fühlte sich so, als wäre er endlich wirklich angekommen.
Das war gerade für den jungen Pferdetrainer nicht schlecht. Er war immer schon eher der Einzelgänger gewesen, eher still, doch hier hatte er Freunde gefunden, die ihn endlich dazu motivierten, mehr aus sich rauszukommen. Er mochte die Menschen hier und er mochte den Hof und er war richtig, richtig froh, hierhergekommen zu sein. Es war fast so, als könne er endlich der Mensch werden, der er sein wollte - und das nicht nur, weil er hier den Job hatte, den er immer hatte haben wollen. Richtigen Anschluss zu einer Gruppe zu haben kannte er nicht; er hatte zwar immer den einen oder anderen Kumpel gehabt, aber hier mochten und akzeptierten ihn eigentlich alle.
Und deswegen machte er sich jetzt auch nicht allein auf den Weg in den Stall zurück, als das Mittagessen beendet war. Damien war neben ihm, und Hamlet wuselte vor ihnen her über den Hof. Phillip hatte das harte Training für den Tag schon beendet, jetzt galt es nur noch, Ethálon und Phoenix zu bewegen, bevor er sich seinen Feierabend gönnen durfte. Er konnte immer noch nicht fassen, dass Sebastian Ethálon gekauft hatte. Der Tigerschecke war seit Jahren ein treuer Freund gewesen, und jetzt hatte Lip ihn endlich wieder. Es war herrlich. Und mit Phoenix kam er auch voran; der spritzige Fuchs schien endlich Vertrauen zu fassen und wurde ruhiger, händelbarer. Trotz seiner jahrelangen Erfahrung freute ihn das immer noch.
Im Stall angekommen hielt Lip inne, unsicher, was er zuerst machen wollte. "Was meinst du - wollen wir ins Gelände gehen, oder bleiben wir auf dem Platz?" Das Wetter war perfekt zum draußen reiten, weil es relativ windstill und ziemlich mild war. Trotzdem würde er einen Teufel tun, mit seinem kleinen roten Teufelchen ins Gelände zu gehen. Also würde er je nachdem, was Damien antwortete, ein anderes Pferd rausholen.


{ auf dem Weg zum Stall mit DAMIEN }

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Damien Lewis

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mi Dez 09, 2015 5:16 pm

Man merkte, dass sich der Winter nun vollends verabschiedet hatte und der Frühling war im vollen Gange. Die ersten Blumen blühten rund um die Horizont Ranch und auch die Bäume hatten wieder Blätter. Alles in allem war Damien froh darüber, schließlich hatte der Winter seiner Meinung nach wieder viel zu lange gendauert. Auf dem Hof herrschte wieder geschäftiges Treiben und der Pferdepfleger hatte aller Hand zu tun, doch es machte ihm nichts aus, er fand es ganz angenehm nicht vorwiegend im Haus eingesperrt zu sein. Sich jeden Tag aufs Neue zu überlegen was er machen könnte und nur in der Halle trainieren hatte seine Nerven ziemlich mitgenommen. Er schob diese Gedanken weit von sich und strich Ash kurz über den bulligen Kopf. Der Rüde hatte sich neben ihn an den Tisch gesetzt und sah ihn mit einem Hundeblick an. „Du kannst es versuchen, doch du wirst nicht gewinnen“ meinte Damien zu seinem Rüden, ein breites grinsen lag auf seinen Lippen. Damien hing soweit seinen Gedanken nach, aß hier und da einen Bissen doch eigentlich war er mal wieder ganz wo anders. Bis zu dem Zeitpunkt wo er von Phillip angesprochen wurde. Ein breites grinsen lag auf Damiens Lippen, als er von dem Pferdetrainer gefragt wurde ob er mit in den Stall kommen wolle. Damien sagte natürlich sofort zu. Ash sah sein Herrchen mit schräg gelegtem Kopf an.

Nun waren die beiden gemeinsam auf dem Weg in Richtung Stall. Damien war gerade noch am Überlegen was sie machen sollten, da fragte ihn Phillip auch schon das gleiche. „Hmh, ich denke etwas Training auf dem Platz könnte Enzo nicht schaden, oder wie siehst du das?!“ immer noch mit einem breiten grinsen auf den Lippen sah er zu Phillip. Die beiden Hunde wuselten vor ihnen her und dabei wurde das grinsen des Pferdepflegers nur noch breiter. Es tat gut sich mal wieder mit Menschen zu umgeben, der Winter hatte seinen Nerven wirklich einiges abverlangt, dachte Damien bei sich. Ehe die beiden den Stall betraten und Damien zu Enzo ging. Ein bockeln an der Boxentür kündigte an, das mit dem Hengst nicht gut Kirschen essen war. Auch wenn er Bewegung hatte, in Form von auf der Koppel herum rasen so liebte es der Hengst doch etwas zu tun zu haben.

[Mittagessen | auf dem Weg zum Stall | Phillip | begrüßt Enzo]

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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo März 14, 2016 6:04 pm

Wenn man Frauen fragte, was sie an sich mochten, bekam man meistens nur sehr vage Antworten oder eine lange Pause zu hören. Die Modewelt, Kosmetikosmen und Frauenzeitschriften wären entweder nie auf der Bildfläche erschienen oder schon längst wieder von ihr verschwunden, wäre das anders. Rahel bildete da nur bedingt eine Ausnahme, auch wenn das eher daran lag, dass sie einfach nicht mit so einer Frage rechnen würde. Schließlich ging es eigentlich niemanden etwas an, was sie an sich mochte oder nicht, wo sie gern ein bisschen mehr und wo ein wenig weniger haben würde – letzteres kam tatsächlich sehr selten vor. Sie war schließlich Sportlerin, mehr oder weniger. Die Tatsache, dass sie keine Storchbeine hatte, war normal und einem Po, der den ganzen Tag im Sattel saß, durfte man das ansehen. Doch wenn man sie in genau diesem Moment, da Holmes zurück ins Wohnzimmer getreten war, gefragt hätte: „Hey, Rahel, was magst du eigentlich an dir?“ hätte sie guten Gewissens antworten können, dass sie es sehr schätzt, nicht gleich rot zu werden, egal wie heiß ihre Wangen wurden.
Denn ihr Gesicht glühte, als ihr Boss als Erwiderung auf ihr Lachen zu Grinsen begann. Ein Glück hatte er nicht die geringste Ahnung davon, was ihr gerade durch den Kopf gegangen war. Als wolle sie an den Gedankengang anknüpfen, hätte sie ihm auch gern die Brille auf der Nase gerade gerückt, doch zum Glück hatten ihre Hände noch etwas Verstand und blieben an ihrer Seite hängen. Wenigstens einen Moment lang, bevor sie sie doch beschäftigen musste, weil diese Brille – sie stand eigentlich gar nicht auf Brillen. Brillen konnten so störend sein – doch nerven musste, wenn sie nicht gut saß. Letztlich lief es darauf hinaus, dass sie die Armbänder, die sie bei der Stallarbeit eigentlich nicht tragen sollte, ausschüttelte, bis sie klapperten.
„Bereit, wenn du es bist“, grinste sie schließlich und trat vor ihrem Chef hinaus in die Sonne. Ihre Strahlen kitzelten sie sogleich angenehm auf der Nase. Am liebsten hätte sie die Augen kurz geschlossen und wäre einfach nur stehen geblieben, das Gesicht wie eine Pflanze der gelben Scheibe zugewandt. Doch dazu hätte sie gleich noch Zeit, sobald sie auf dem Pferd saß, wenigstens einen Moment lang könnte sie die Strahlen genießen.
„Paniertes Pferd, so so“, sagte sie statt stehen zu bleiben und zu schweigen mit einem Seitenblick an Holmes. „Muss an der deutschen Rasse liegen.“ Rahel zwinkerte. Ihre Familie väterlicherseits hatte deutsche Wurzeln, auch wenn diese in den dreißiger Jahren sehr schnell in einen Topf von Uncle Sam umgesiedelt worden waren – in Anbetracht der Geschichte eine sehr vernünftige, wenn auch nicht ganz freiwillige Entscheidung – und sie hatten einmal den Sommerurlaub in dem Land in Europa verbracht. Kulinarisch war Rahel wenig wirklich in Erinnerung geblieben, von einem Lokal mit Wiener Schnitzeln und einem süßen Kellner mit Zahnspange einmal abgesehen.
„Was hat es eigentlich mit dem Turnier auf sich?“

Allmählich tauchte die Stallung vor ihnen auf und nur wenige Augenblicke später traten die beiden in den offenen Stall, wo sich auch Phillip Mehan und Damien Lewis, zwei ihrer Kollegen und die deutlich netteren, aufhielten. Rahel hob grüßend die Hand, bevor sie sich schnalzend der Box ihrer Stute näherte, um zu überprüfen, ob sich die werte Dame noch in ihrem tadellos weißen Zustand befand – tat sie –, ehe sie doch wieder Holmes hinterher ging. Sebastian würde heute leiden müssen, beschloss sie mit dem Anflug eines Grinsens. Dann konnte er sich in den nächsten Tagen auch wieder unter Bergen von Klassenarbeiten oder sonstigem vergraben. Heute war Smalltalk und Bigtalk angesetzt. Da kam er nicht mehr drum herum!


[cf. Cottage 1 ; Gedanken | Gespräch mit Sebastian | im Stall | begrüßt Phillip und Damien | zu Sir Giggolo]

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Stallungen   Di März 15, 2016 10:16 am

Sebastian war dran gewöhnt, mit seinen Pferden allein zu sein. Wenn er wirklich mit ihnen arbeiten wollte, dann war er tatsächlich lieber allein auf dem Platz - es war kein Geheimnis, dass es einfacher war, komplizierte Dressuraufgaben zu reiten, wenn keine anderen Pferde in der Bahn waren. Aber auch ins Gelände war er in der Regel allein gegangen - durch seine Arbeit als Lehrer war er, bevor er den Hof hier gegründet hatte, oft nur zu den seltsamsten Zeiten in den Stall gegangen, weswegen er kaum Leute von dort gekannt hatte. Seine Pferde waren daran gewöhnt, alleine auszureiten, alleine zu arbeiten, aber im Herdenverbund zu leben.
Erst hier auf seiner Ranch hatte sich das endlich geändert. Seine Mitarbeiter waren allesamt supernett; es war ihm wichtig gewesen, als er sie eingestellt hatte, dass sie alle ins Team passten. Klar, man gab ihm Freiraum, wenn er mal wirklich intensiv arbeiten musste - dafür hatte er ja auch so viele verschiedene Reitanlagen bauen lassen. Aber beim lockeren Training oder reinen Bewegungsarbeit hatte er inzwischen oft Gesellschaft; ob nun von seinem Trainer oder von einem seiner Lehrerkollegen, aber er musste nicht mal mehr alleine ins Gelände gehen. Siehe heute: er musste sich noch nicht einmal mehr darum bemühen, Gesellschaft zu finden. Stattdessen kam die Gesellschaft zu ihm.
Fühlte sich überraschend gut an.
"Ja, wahrscheinlich." Sebastian lachte. Gigolo war ein Friese, der war Meer gewöhnt - auch, wenn er sich nicht sicher war, ob sein Hengst jemals tatsächlich nordfriesisches Land gesehen hatte. Bei seinen gelegentlichen Ausflügen nach Deutschland war er in der Regel in Aachen gelandet. "Das wird im Blut liegen, du hast recht." Er war sich ziemlich sicher, dass er noch nie von einem so dreckigen Friesen gehört hatte wie es sein Pferd war. Aber nunja, Ausnahmen bestätigten die Regel.
Dann fragte Rahel nach dem Turnier, das Sebastian auf der letzten Schulversammlung verkündet hatte. Sofort begann der Direktor, aufzublühen - er redete immer gern über seine Pläne für die Schule, wenn es jemanden tatsächlich interessierte. "Naja, ich dachte, dass ist eine gute Belohnung für die Arbeit der Schüler in den letzten Monaten. Sie haben alle viel Arbeit in ihre Reitkünste gesteckt, und ich finde, das sollte belohnt werden. Und dann dachte ich, wir machen so etwas wie ein Sommerfest - Musik, Buffet, kleine Stände, wo die Schüler selbst was organisieren müssen. Eine Lehrerklasse hab ich überlegt, könnte man auch im Turnier machen. Vielleicht lade ich noch ein paar Reiter von außerhalb ein, das könnte die Sache spannender machen; und eine gute Werbung für den Hof ist es auch."
Während Sebastian Rahel das erklärte, gingen sie an Lip und Damien vorbei - Sebastian grüßte die beiden Männer mit einer freundlichen Handgeste. Besonders zu seinem Trainer hatte er ja einen ziemlich guten Draht; der Mann war ein gescheiter Kerl. Es gab einen Grund, warum er ihm den Wallach gekauft hatte, von dem er in abendlichen Reitrunden so viel gehört hatte. Er warf auch Rahels Stute einen Blick zu, und war ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, als die junge Frau ihm nach einem kurzen Stop zu den Hengstboxen folgte. Es brachte ihn zum lächeln. Das war wirklich lieb von ihr.
Im Hengsttrakt des Stalls angekommen, stieß Sebastian nur einen kurzen Pfiff aus, und schon war ein Wiehern und erfreutes Scharren zu hören - bei Gigolo funktionierte das immerhin. Der Friese drückte schon seine weiche Nase an die Gitterstäbe der Tür, als Sebastian bei ihm ankam - und er sah genau so schlimm aus, wie Sebastian es befürchtet hatte. "Du alter Dreckspatz!", schimpfte er, und öffnete die Tür, um seinen Hengst zwischen den Ohren kraulen zu können. Dabei wandte er sich mit einem verschmitzten, jungenhaften Blitzen in den Augen seiner Begleitung zu. "Siehst du? Paniert wie ein Wiener Schnitzel?" Das kam davon, wenn man den Hengst den ganzen Morgen auf einer schlammigen Wiese tollen ließ.


{ cf: Cottage 1 | Gespräch mit RAHEL | grüßt PHILLIP und DAMIEN | bei Gigolo }

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Sa Mai 21, 2016 6:53 am

Es war schon interessant. Binnen einen Jahres war Phillip von einem Einzelgänger zu einem Menschen mit ziemlich vielen Freunden geworden. Und ausgerechnet Damien schien einer seiner Besten geworden zu sein. Es war eine typische Art Männerfreundschaft - sie quatschten hauptsächlich über belanglose Dinge, tranken ihr Feierabendbier zusammen und machten gemeinsam Sport. Doch der junge Pferdetrainer war sich auch ziemlich sicher, dass er und Damien sich im Zweifelsfall aufeinander verlassen können würden. Sogar ihre Hunde mochten sich; obwohl Hamlet ein wenig älter war als Ash und eigentlich ein sehr, sehr ruhiger Hund, blühte er auf, wenn er Zeit mit dem Staff verbringen konnte. Die Beiden jagten um die Hunde, rannten wie die Bekloppten, und feierten zusammen.
Es war schön, zu wissen, dass er irgendwo angekommen war.
Phillip harrte einen Moment lang bei Damien aus, als dieser bei seinem Hengst anhielt. Manchmal war er immer noch überrascht, wie viel Energie der große Falbe hatte. Lip hatte Damien ihn schon stundenlang trainieren und rennen sehen, doch der iberische Hengst verlor keinerlei seiner Ausdauer, wie es schien. Da würde vermutlich sogar Lip irgendwann müde waren. Aber der Pferdepfleger kam super damit klar und schien nicht aufgeben zu wollen. Sie waren ein fantastisches Team, das musste Phillip zugeben. Besser als manch andere. Er genoss es jedes Mal wieder, die beiden zusammen zu sehen - zumindest, wenn Phoenix ihn nicht gerade so einspannte, dass er selbst aufpassen musste, im Sattel zu bleiben.
"Ich glaube, bei dem Temperament sollten wir so oder so erstmal ein bisschen auf der Bahn bleiben" Lip sagte das mit einem Lachen, und ging dann drei Boxen weiter, um den unruhigen Phoenix zu besuchen. Der rote Warmblüter war aufgeregt - er hatte heute nur ein paar Stunden auf der Wiese verbracht, aber richtig mit ihm gearbeitet hatte Phillip noch nicht. Gestern auch nicht, wenn er sich recht entsinnte. Da war er unter Trainingseinheiten mit seinen Azubis und den Jungpferden ertrunken und am Abend nur noch todmüde ins Bett gefallen.
Die Beziehung zwischen ihm und Phoenix war immer noch nicht viel einfacher geworden. Er ritt ihn schon ein dreiviertel Jahr, doch er verlor nur wenig von seiner Abneigung gegenüber Menschen. Er zickte, sobald Lip die Tür aufmachte, und es dauerte erstmal einen ganzen Moment, bevor er seinen Kopf so weit unter Kontrolle hatte, dass er ihm das Halfter überziehen konnte. Phoenix versuchte, nach ihm zu schnappen, doch er zog ihm die Hengstkette über und hatte ihn damit unter Kontrolle. Er hatte es anders versucht, doch bisher klappte das nicht. Immerhin brauchte er nicht mehr immer die Kandare benutzen - nur noch an ganz besonders schlimmen Tagen. Irgendwann würde auch ein Burning Phoenix sich beruhigen.
"Ich bin bei den Putzboxen", sagte Lip zu Damien, als er an ihm vorbeiging - und machte sich mit Phoenix genau dahin auf. Dort war der Hengst zumindest sicher festgemacht, und dort stand er auch ein wenig ruhiger als in der Box, weswegen er da besser zu händeln war.


{ mit DAMIEN | holt Phoenix aus der Box }

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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Stallungen   Di Mai 24, 2016 9:27 pm

Begeisterung kündigte sich durch alle Völker, Schichten und Geschlechter gleich an. Augen wurden etwas weiter aufgerissen und in den Mundwinkeln zuckte es verräterisch. Wie es dann mit der Begeisterung weiterging, war unterschiedlich. Viele zügelten sich irgendwie, ließen es nicht zu, dass ihre Stimme Zeichen von Schwärmerei zeigte oder die Gestik etwas lebhafter wurde. Andere hingegen suhlten sich in ihrer Euphorie und ihrem Enthusiasmus, konnten daraus gar nicht mehr entkommen und steigerten sich in die Sache so weit hinein, dass das jeweilige Gegenüber versucht war, sich nachträglich auf die Zunge zu beißen, um die Frage auf gar keinen Fall auszusprechen, weil man den Gesprächspartner nie wieder loswerden würde.
Bei Sebastian war sich Rahel sicher, dass er nicht in das letzte Extrem abdriften würde. Allerdings hätte sie bei einer Wette eher darauf gesetzt, dass die Begeisterung weder Einzug in seine Stimme noch seine Gestik halten würde. Immerhin war er Brite und ein kleiner Sonderling. Ein Einzelgänger. Denen sah man ja oft nicht an, was sie empfanden, weil es für jedes Einzelgängertum einen Grund gab, und Rahel hatte mit der Zeit festgestellt, dass schlechte Erfahrungen meistens mit schlechten Menschen zusammenhingen. Die Betroffenen sahen das aber nicht so. Sie suchten die Ursachen bei sich selbst und veränderten ihr Verhalten – nicht immer zum besseren.
Entsprechend überrascht war Rahel, als Holmes mit sichtlicher Begeisterung vom Turnier erzählte. Über die Schüler wusste die junge Frau tatsächlich wenig. Sie kannte ihre Pferde und vielleicht ihre Gesichter, wenn sie auf den Vierbeinern saßen, aber mehr nicht. Klar, sie hatte manchmal beobachten können, dass sie sich verbessert hatten. Ob sie das bei einem Turnier wirklich zeigen konnten, würden sie sehen. Entsprechend nachdenklich war Rahels Gesicht, während sie den Ausführungen lauschte. Vielleicht könnte sie die Schüler etwas besser kennenlernen, indem sie ihnen Hilfe beim Training anbot. Ihr Metier waren zwar eigentlich eher die Pferde, aber die konnten das Geforderte ja auch nur dann zeigen, wenn sie richtig angeleitet wurden…. Gerade, als sie im Kopf schon grobe Pläne vor sich sah, was sie tun könnte, erwähnte Sebastian die Lehrerklasse. Ihre Rückenmuskeln spannten sich leicht an. Sie könnte Casanova vorstellen. Zwar nur einer sehr, sehr kleinen Gruppe von Menschen, aber es würde dem heißblütigen Monster gut tun, Turnierluft zu schnuppern. Mal wieder. Er war ja kein unbedarftes Jungpferd, das noch nie im Viereck getanzt hatte. Aber es war eine Zeit lang her, dass Novi präsentiert wurde. Zuletzt hatte ihr Mann… Exmann ihn unterm Sattel gehabt. Sie hatte ihn nur trainiert, nie vorgestellt. Sie sollte es tun. Nur – wollte sie? Eigentlich nicht, aber das war kein guter Grund, es nicht zu tun. Nicht für Rahel.
„Das klingt interessant“, antwortete sie noch leicht nachdenklich. „Nur Lehrer oder auch Mitarbeiter? Es wäre spannend, sich mit dir zu messen.“ So könnte sie es natürlich auch sehen. Auch wenn Sebastian mit seinen Pferden schon in der S-Klasse antrat. Diese Sätze klangen immerhin besser als Super! Kann ich auch teilnehmen, um vielleicht demnächst ein Pferd loszuwerden, das ich zwar unbedingt haben wollte, aber nicht besitzen will? Allein den Satz zu erklären, würde zum einen Stunden dauern und zum anderen in einen Bereich ihres Lebens führen, den sie nicht in einer Stallgasse besprechen wollte. Da waren ihr die Ablenkungen durch Phillip und Demian gerade recht. Und Cayenne munterte sie ja eh so zuverlässig auf wie Sonnenschein.

Beim Anblick von Sebastians Pferd musste sie kichern und hielt sich in einem Anflug von mädchenhafter Verschämtheit, die sie gar nicht von sich kannte, die Hand vor den Mund. Ihr leises Lachen war ihr immer etwas unangenehm gewesen, weil es klang, als sei käme es geradewegs aus ihrem vierzehnjährigen Mund. Alles an ihr war älter und reifer geworden. Manche Gedankengänge und eben dieses Lachen nicht. „Eher eine helle Mousse au Chocolat, findest du nicht?“, grinste sie den Hofleiter an und zog sich hoch, um auf einer Boxentür zu sitzen. Das Pferd, das normalerweise dort stand, musste wohl auf der Koppel oder beim Training sein. „Brauchst du Hilfe? Als Schimmelbesitzerin kennt man alle Kniffe.“


[Gedanken | Sebastian]

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Jul 14, 2016 10:36 am

Sebastian war nie der Mensch gewesen, der sich von Menschen hatte beeindrucken lassen - zumindest nicht vom Verhalten der Menschen. Er hatte schnell gelernt, dass die Meisten einfach nur langweilig waren und in die Normen passten. Jeder war angepasst an die Gesellschaft; sogar jene Punks, die es nicht wollten und ihr Bestes gaben, nicht in den Fluss der Generalitäten zu passen. Die gehörten auch zu einem Teil der Gesellschaft, den jene brauchte, um richtig zu funktionieren. Also ging er über das generelle Verhalten hinaus - wer ihn beeindrucken wollte, sollte das mit Taten tun, oder mit besonderen Fähigkeiten. Was ihn wirklich bewegte, waren reiterliche Künste oder hohe Intelligenz - Sachen, auf die er selbst stets sehr säuberlich achtete.
Trotzdem war Sebastian in dem Moment, als Rahel lachte, ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht. Er verstand nicht, was passierte - seine Beziehungen bisher hatten stets auf gleichen Interessen basiert, und auf einem hohen Level von Intelligenz. Er war nicht auf ein wenig Eye Candy aus, das er sich vom Arm hängen lassen konnte, wann immer er auf einem öffentlichen Event war, deswegen war das Aussehen und das Verhalten nebensächlich. Aber während sie lachte, hatte Rahel etwas, das ihn faszinierte - etwas, das ihn beeindruckte. Und so schaffte er es nur, ein wenig schief zurückzulächeln, bevor er sich mit einem Ruck aus seiner Starre riss, um seinen Hengst aufzuhalftern. Gigolo beobachtete ihn mit klugen, dunklen Augen - und es schien, als wüsste der Friese genau, was passierte, und machte sich darüber lustig.
"Mitarbeiter und Lehrer, natürlich. Wir wollen ja nicht diskriminieren.", ging der Direktor auf die vorhergegangene Frage der Bereiterin ein, als er den Hengst aus der Box führte. "Meinetwegen ist er auch ein Dessert - dafür ist er nur nicht süß genug, find ich." Wieder ein kurzes Lachen, und er klopfte auf eine weniger versiffte Stelle auf dem Hals des Friesen. "Hast du dein Pferd schon fertig? Dann wäre ein wenig Hilfe fantastisch." Nicht, dass er das nicht alleine konnte. Aber er hatte es auf einmal ziemlich eilig, mit seinem Pferd und Rahel und ihrem Pferd rauszukommen - und viele Hände schafften ein schnelles Ende, also.
Er war immer noch überrascht, dass er es jetzt schon als ziemlich angenehm fand, Zeit mit Rahel zu verbringen. Das war alles, nur nicht typisch für Sebastian. Sebastian war ein analytischer Mensch, der es als nicht angenehm empfand, mit Menschen Zeit zu verbringen. Für Studien, für Unterricht, immer wieder gerne - aber privat genoss er seine Freizeit lieber allein. Menschen redeten viel, ohne auch nur irgendwas zu sagen. Die meisten konnten nicht einmal mit seinen wirren Gedanken und hochangesetzten Gesprächsmaßstäben mithalten. Rahel schien manchmal auch überfordert, und trotzdem versuchte sie es wieder und wieder, ihn nach draußen zu locken. Er hatte sogar schon ein bisschen Farbe im Gesicht bekommen, weil er so viel Sonne sah. Das war seltsam.
Und zum ersten Mal in Sebastians Leben konnte er nicht verstehen, was Rahels Motiv für ihre Handlungen war.


{ auf dem Weg zum Putzplatz / Gespräch mit RAHEL }

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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Aug 29, 2016 9:02 pm

Als aufmerksame Frau lernte man früh, diverse Blicke der Männerwelt zu unterscheiden. Etwa ab dem Alter, ab dem man sich zu überlegen begann, ob man nicht einmal seine Beine rasieren sollte, konnten einem solche Blicke begegnen. Man sah sie in der Schule, verschämt über Bänke hinweg, später auf Partys, Bällen und in Bars. Diese Blicke variierten in ihrer Intensität, in dem Maße in dem sie angenehm oder ungewollt waren. Man erkannte den Unterschied zwischen lüstern, neutral-interessiert und fasziniert.
Was Rahel förmlich auf ihrer Haut brennen fühlte, als Sebastian sie nach ihrem Kichern etwas zu lange ansah, war letzteres. Sie musste ihm gar nicht genau in die Augen sehen, um zu wissen, dass sich seine Pupillen geweitet hatten. Feine Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf, aber es war kein unangenehmes Gefühl. Es erinnerte sie an die Blicke von Jon, als sie ihn kennengelernt hatte, aber sie hinterließen ein anderes Echo. Es hat ihr gut, auf eine seltsame Weise.

Rahel litt nicht unter zu geringem Interesse seitens der Männerwelt. Sie musste sich nur schick machen und ausgehen, um etliche Blicke der Kategorie Lüstern zu erhalten. Manchmal waren auch ehrlich faszinierte Blicke dabei, aber die waren weniger ehrlich. Weniger wohltuend. Vielleicht lag es daran, dass Rahel diese Männer nicht kannte. Mit Sebastian hatte sie eine Art gemeinsame Geschichte, sie kannten sich. Und irgendwie vertraute sie ihm, diesem komischen Briten, der nur seine Arbeit kannte und zu Freizeit gezwungen werden musste.

Rahel versuchte sich allerdings nichts anmerken zu lassen, während sie sich setzte. Wahrscheinlich sah man es auch nicht, dass sich ihre Körpertemperatur gefühlt um 20 Grad erhöht hatte – und ja, sie wusste, dass das nicht möglich war. Aber es lenkte sie genug ab, dass sie nicht länger über ihren Fuchs nachdachte, obwohl das zuvor noch der Fall war.
„Er ist doch herzallerliebst“, erwiderte sie schmunzelnd und rutschte wieder von der Boxentür, als Sebastian seinen Hengst aufhalfterte und ganz aus der Box führte. Sir Giggolo war wirklich ein prächtiges Tier – kein Wunder, dass die beiden solche Hingucker auf Turnieren waren und auch wieder sein würden. Der Friese sah einfach aus, wie aus einem Märchen entlaufen. Allerdings eher wie das Pferd des Bösen, was Sebastian sicherlich nicht war.
„Cayenne ist sauber und schnell gesattelt, wenn überhaupt. Ich hab also Zeit“, erwiderte sie und kraulte den Hengst am Hals, ehe sie ihm den Strick geschickt aus der Hand entwand und ihn bat, schon die Putzbox holen zu gehen. Als er mit seinem typischen Schritt zur Sattelkammer ging, konnte sie es nicht lassen, ihm noch einmal nachzuschauen.


[Sebastian | übernimmt sein Pferd | zum Putzplatz (out: du kannst sie ruhig schweigend putzen lassen, damit wir voran kommen Wink )]

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Okt 10, 2016 4:31 pm

Damien war etwas in seine eigene Gedanken verstrickt, bis er fast eine Kopfnuss von seinem Hengst bekam „Hör auf mit dem Blödsinn, irgendwann kommst du zum Tierarzt, damit er dir deine Eier abschneidet“ meinte Damian. Der Hengst hatte jetzt schon wieder genug Flausen für drei Pferde im Kopf. Na das wird ein Spaß beim Reiten, dachte Damian bei sich, ehe er Phillip sagen hörte, das er zum Putzplatz geht „In Ordnung, ich komm gleich nach“ rief er dem Pferdetrainer nach. Manchmal fragte er sich wirklich, wie es geschehen konnte, das so ein Einzelgänger wie er, mit einem Sonnyboy wie ihm befreundet sein konnte, aber Lip war deutlich aufgeblüht. Ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen, ehe er sich das Halfter Schnappte und die Box betrat. Er legte es mit geübten Händen an und führte den Buckskin aus der Box.

Es dauerte wirklich nur ein paar Minuten, bis er zu Phillip und seinem Pferd Phoenix am Putzplatz trat. Er Band den Hengst an einem der Ringe an und verschwand dann für einige Minuten, ehe er mit Putzbox und Trense wieder kam. Mit geübten Händen fuhr er über das sandfarbene Fell des Hengstes. Es dauerte nicht lang, bis er mit Fell und Hufe fertig war. Er schnappte sich seine Putzbox und verschwand dann wieder, ehe er mit Vielseitigkeitssattel und Schabrake zurück kam. Er sattelte und trenste sein Pferd. Prüfte dann nochmals alles.

„Ich geh dann schon mal vor auf den Platz“ meinte Damian zu dem Pferdetrainer. Er hoffte, das Phoenix heute einen guten Tag hatte, sonst könnte das für Phillip anstrengend werden. Dachte Damian bei sich. Er würde mit seinem Hengst genug zu tun haben. Auch wenn er vielleicht brav neben ihm her lief, so könnte er im nächsten Augenblick bockend über den Platz rasen. Leicht schüttelte Damian den Kopf, wie war er nur auf diese Grandiose Idee gekommen diesen Hengst zu retten, fragte er sich in Gedanken, doch er würde ihn für ein Geld der Welt verkaufen.


[Enzo fertig machen | Phillip | auf dem Weg zum Reitplatz]

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BeitragThema: Re: Stallungen   Di Okt 11, 2016 8:23 am

Sebastian war zugegeben erleichtert über die Pause, die Rahel ihm verschaffte, als sie ihn losschickte, um die Putzsachen zu holen. Er war nicht mehr daran gewöhnt, sich so aus dem Gleichgewicht zu fühlen, nur weil er mit einer hübschen, intelligenten Frau redete. Er war nicht der Typ Mann, der sofort anfing zu sabbern und sich von seinem Schwanz steuern ließ, sobald eine Frau mal seinen Vorstellungen entsprach. Das war er nie gewesen. Seit Jahren hatte er dieses Gefühl schon nicht mehr gehabt - sein Puls geriet normalerweise nicht aus dem Takt, außer wenn er sich extrem körperlich anstrengte, und er wurde auch nicht rot oder fühlte sich irgendwie komisch, so wie er es jetzt tat. Er war doch kein hormongesteuerter Teenager mehr! So nahm er die Minute Verschnaufpause, um sich zu sammeln, und sich daran zu erinnern, dass er da zu alt für war, um sich von einer Frau so aus dem Gleichgewicht werfen zu lassen.
Es war ein gutes Zeichen, als er zurückkam, und Giggolo sich ganz brav hatte anbinden lassen und sich jetzt mit Streicheleinheiten von Rahel verwöhnen ließ. Der Friese war ja manchmal ein wenig eigen und ließ sich nicht gleich von jedem alles gefallen. Doch es sah ganz danach aus, als hätte Sebastians bester Freund diese Frau schon akzeptiert, die dafür sorgte, dass Sebastian auch mal hinter dem Schreibtisch rauskam, und mal mehr machte als nur das Nötigste. Das war definitiv ein gutes Zeichen. So lächelte Sebastian die Beiden an, als er bei ihnen ankam, und gemeinsam schrubbten sie den Hengst, bis man tatsächlich wieder sah, dass er ein Rappe war. Sie sprachen wenig, beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Pferd, und so kamen sie schnell voran, und schnell sah Giggolo wieder wie der Prachtkerl aus, der er eigentlich war. Trotzdem hatte Sebastian das Gefühl, dass er die helle Schabracke heute abend in die Wäsche würde schmeißen dürfen.

"Willst du Cayenne dann dazu holen und schonmal satteln?", fragte Sebastian, als er sich den Hufkratzer schnappte. Immerhin waren sie jetzt kurz vor fertig. Es war seltsam, aber plötzlich konnte er es kaum erwarten, hier rauszukommen, und mit Rahel auszureiten. Er wusste nicht mehr, wann er das letzte Mal ganz entspannt einfach nur in der Gegend geritten war. Die letzten Monate hatte das Wetter nicht mitgespielt, und davor war er meistens in irgendwelchen Planungen für das Schuljahr verstrickt gewesen. Sollte das jetzt echt das erste Mal im gesamten Schuljahr sein, dass Sebastian sich nur zum Vergnügen auf den Pferderücken schwang? Wann war es denn so weit gekommen?


{ Gespräch mit RAHEL | putzen Giggolo }

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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Okt 14, 2016 10:31 am

Henry schlenderte in gemähchlichem Tempo über den Hof, dabei hatte er eigentlich was zu tun und keine Zeit für zum Bummeln.
Da auch seine Freundin, Kyla, beschäftigt war, da sie für ihre Abschlussprüfungen lernen musste, hatte er eigentlich endlich mal Zeit um mit seiner Stute nochmal ein wenig am Parcours zu üben, da er als AUszubildener, ähnlich wie die Schüler am Ende des Schuljahres geprüft wurde, nur eben im Reiten.
Außerdem hatte er auch nopch eine Menge STallarbeit zu erledigen.
Am Putzplatz stand sogar der Rektor, Thorne, höchstpersönlich und putzte sein prächtiges Pferd.
Henry ging mit einem Nicken an ihm und seiner Begleitung vorbei und betrat den Stall.
Dort sog er erst einmal den angenehmen Geruch nach Pferd ein, ehe er sich auf den Weg zu Sattelkammer machte, um die AUsrüstung für seine Stute zu holen.
Zwei weitere Jahre auf der HorizonRanch lagen noch vor ihm und er konnte sich auch nicht vorstellen, die AUsbildung frühzeitig abzubrechen.
Aber was wurde dann aus ihm und Ky? Sie würde voraussichtlich diesen Sommer ihren Abschluss machen und war dann fertig mit der Schule.
Wo wollte sie hin? Und plante sie weiter mit ihm?
Die beiden hatten dieses Thema in letzter eit gekonnt vermieden, doch Henry wusste, das es Zeit wurde, darüber zu reden.
Was ist wenn sie auf ein College geht? Meilenweit entfernt.
Ich will sie nicht verlieren, nicht noch einmal....

Doch leider wusste Henry auch, dass das mit der Zeit kommen würde, sie würden sich auseinander leben, ob sie wollte oder nicht. Und das bereitete ihm furchtbares Kopfzerbrechen.
Völlig in Gedanken, putzte er Dornröschen, fuhr ihr mit kräftigen Bürstenstrichen über das samtige Fell, wobei er aber immer wieder innehielt, als wolle er auf seine Gedanken warten, die ihm irgendwie nachhingen.
Die Stute schien auch schon bemerkt zu haben, dass ihr Besitzer heute nicht ganz bei der Sache war, denn sie stieß ihn mehrmals auffordernd an.

Ja, meine Hübsche, ich mache ja schon. WIllst du etwa gerne springen?


Im Grunde erübrigte sich die Frage, denn die Rappstute war immer voll bei der Sache, wenn es um Hindernisse ging. Und auch die anfänglichen Schwierigkeiten, dass sie durch alles durchrannte, was unter 1,50 Meter lag, hatten die beiden mit der Unterstützung einiger guter Trainer auf der HorizonRanch, und auch von außerhalb, in den Griff bekommen.
Dornröschen war nun ein perfektes Springpferd, das beste, was man sich nur wünschen konnte. Sie kam gefühlt über alles drüber, als könnte sie fliegen, und schnell war sie ja immer schon.
Henry hatte auch überlegt, weiter mit ihr zu züchten, sie hatte ja schließlich bereits ein Fohlen gehabt, was er schweren Herzens aus Zeitmangel wieder abgegeben hatte. Doch ihr nächstes, das hatte Henry sich geschworen, würde er selbst ausbilden, in der Hoffnung, es hatte die Gabe seiner Mutter geerbt.
Nachdem er sie aufgetrenst hatte, führte der Junge Mann Dornröschen durch die Stallgasse hinaus ins Freie, von wo aus er den Weg zum Springplatz einschlug.
Sollte er sie wirklich decken lassen, hatte er auch schon einen Hengst im Auge und zwar Coronet Black, der allerdings seinem Vater gehörte... Und dieser war bekanntlich oft genug etwas schwierig. Denoch hatte Henry die Hoffnung, ihn zu einem EInverständnis bringen zu können, wenn er sah, was für ein Springtalent die Rappstute war, so dass er erwog, seinen Vater zur Abschlussprüfung einzuladen.
Nur dafür musste er natürlich noch üben, damit alles glatt lief.


[Stall // Gedanken // Springplatz mit Dornröschen]
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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Nov 04, 2016 8:02 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


Wie im Nu vergeht die Zeit. Der Sommer klopft schon an der Tür, und für die Auszubildenden stehen die Jahresabschlussprüfungen vor der Tür, so wie für die Schüler die letzten Klausuren des Schuljahres. Bald ist es an der Zeit, die fast drei Monate langen Sommerferien einzuläuten, und den Hof zu verlassen - doch davor gibt es noch ein weiteres Highlight: ein Sommerturnier auf dem Hof, wo Schüler, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer zeigen können, was sie drauf haben! Es gibt Reitprüfungen in allen Disziplinen, es sind zahllose Reiter aus der Umgebung eingeladen worden - denn das Turnier dient auch gleichzeitig dem Werbezweck fürs kommende Schuljahr, und ein Tag der offenen Tür findet gleichzeitig statt.

Wir spielen den Samstag des dreitagigen "Wochenendes der offenen Tür" - Freitag hatte es eine Grillparty gegeben, und für den Sonntag haben die Hofbewohner mit ihren vierbeinigen Freunden einige Vorstellungen und kleine Shows vorbereitet, um zu zeigen, was sie am Workshopwochenende oder generell in ihrem Jahr auf der Ranch gelernt haben. Samstags finden die Turniere an sich statt, auf die sich alle freuen. Das Wetter spielt super mit, es ist kaum eine Wolke am Himmel zu sehen, und der späte Mai zeigt sich von seiner besten Seite. Um die Reitplätze und die Angebotsstände ist es voll, und es gibt unzählige interessante und vor allem kauffreudige Besucher! Wer wird das Turnier wie abschneiden, wer nimmt eine Schleife mit nach Hause? Wer bekommt es mit nervigen Touristen zu tun, wer mit einem ambitionierten Möchtegernreiter? Was passiert? Funktioniert alles? Oder geht es total in die Hose? Seid gespannt!


## 24. Mai 2014 ;; 10:00, Turnierbeginn
## sonnig, 24°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte – allerdings wird in den einzelnen Plotposts angegeben, was wo stattfindet (z.B. beim Springplatz stehen nur die Springstarter, usw.)
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## jeder, der sich für einen Stand eingetragen hat, sollte auch seine Zeit daran "absitzen": dadurch sind die Postgruppen abgedeckt!
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz bei Katha oder Moon!
## Wer einen Besucher oder eine Besuchergruppe spielen möchte - für seine eigene Postinggruppe oder um eine andere zu ärgern -, meldet sich bitte bei den Admins für das NPC-Account-Passwort!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Nov 10, 2016 8:32 am

Phillip hatte alle Hände voll zu tun. Er und Lena waren hier heute immerhin dafür da, um für Ordnung zu sorgen. Alle anderen freuten sich schon riesig auf den Tag - sie konnten am Turnier teilnehmen, mussten ein paar Stunden an dem Stand absitzen, an dem sie sich eingetragen hatten, und hatten genügend Zeit, sich alles anzugucken. Es war ja nicht so, dass Lip am Nachmittag nicht auch Freizeit haben würde. Aber erstmal musste er sich darum kümmern, dass alles in seinen gewohnten Bahnen ablief. In den Gastboxen musste alles ordentlich sein, er musstte die Schüler mit ihren Pflegepferden kontrollieren, er musste die Ponies fürs Ponyreiten fertig machen, und und und.
Er kam noch nichtmal dazu, Rebeccas Ritt zu beobachten. Nach dem einen Tag, als sie versucht hatte, aus ihm rauszukriegen, warum er an diesem Tag geradezu depressiv war, hatten sie eine vorsichtige Freundschaft aufgebaut - sie gingen locker miteinander um, und doch schlummerte etwas hinter der fröhlichen, sorglosen Fassade, von dem Rebecca wusste, und Lip wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sie es herausbekommen würde. Niemand wusste davon, und so jagte es ihm nur umso mehr Angst ein. Und trotzdem schaffte er es nicht, sich von der volltätowierten Lehrerin zu distanzieren.
Alle Pferde, die heute noch gebraucht werden würden, standen in ihren Boxen, und bei denen, die Probleme machen könnten wegen des Trubels, waren auch die Paddocks abgeschlossen. Der Rest stand auf den Wiesen. Und so hatte er schnell alle Pferde kontrolliert, ob es irgendwelche Anzeichen auf Verletzungen oder Beeinträchtigungen gab. Erst dann packte er sich die Putzkisten, die er brauchte, platzierte sie vor den jeweiligen Boxen und begann zu putzen. Mit Baile fing er an, und als er den Tinker sah, wusste er wieder, warum er so erleichtert gewesen war, dass er selbst mit seiner Prüfung erst nach zwölf dran sein würde. Der liebe Wallach hatte sich in der letzten Nacht komplett paniert.
Und so begann Phillip, ihn zu schrubben - wenn er Baile auf Hochglanz gebürstet und eingeflochten hatte, würde er den Rest machen müssen: Ezekiel, Blackjack, Pika, Spots und Winnie. Er war gespannt, welches der Kinder, die kommen würden, sich auf Blackjack oder Winnie trauten. Denn während die beiden Gesellen lieb und ruhig und absolut goldig waren, waren sie auch leicht riesig, und das schreckte viele Kinder oft ab. Es würde schon in die Hose gehen.


{ Turniervorbereitungen | putzt Baile }

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Nov 10, 2016 10:46 am

cf Springplatz
Rebecca kam vom Springplatz in den Stall gelaufen und schaute nochmal kurz nach ihrem Hengst Fine Feeling. Ihn hatte sie Heute morgen schon um 6 Uhr für zwei Stunden auf die Koppel gebracht damit er sich einmal hatte austoben können. Nun stand der Hengst brav in seiner Box und fraß die reste seines Heus.
Zu den heutigen Springen hatte Rebecca entschieden ihn einzuflechten doch das hatte noch ein wenig Zeit. Sie war routiniert dadrin und brauchte bei ihm nie lange. Nachdem sie Feeling kurz ein Stück Apfel zugesteckt hatte machte sie sich auf den Weg um auf die andere Seite des Stalls zu kommen. Unbewusst war sie auf der Suche nach Philip, sie wusste das der Pferdetrainer heute sehr viel zu tun hatte und sie wollte ihm, solange sie selbst Zeit hatte, helfen.
Es dauerte nicht lange, da fand sie ihm bei Baile in der Box. Bei dem Tinker konnte man nicht mehr viel von seinem weißen Fell erkennen und seine Mähne sah aus als hätte er sich absichtlich in den Dreck gelegt.
Guten Morgen Lip.Begrüßte sie ihren neu gewonnen Freund. Sie wollte immer noch herausfinden was ihn Nachts den Schlaf raubte und ihn beschäftigte und sie wusste das sie es früher oder später auch herausfinden würde. Solang wollte sie einfach nur mit ihm befreundet sein und für ihn da sein sollte er sie brauchen. Kann ich dir bei irgendwas helfen? Rebecca war einfach niemand der untätig rumstand während andere arbeiteten. Noch bevor er ihr antwortete schnappte sie sich einfach eine Bürste und machte sich daran die Mähne des Tinkers zu bearbeiten.
[schaut nach Feeling / begrüßt Philip / putzt Baile]

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Nov 10, 2016 8:07 pm

Auch wenn Nathan nicht vor Nervosität gezittert hätte, wäre ihm der Trubel auf dem Hof eindeutig zu viel gewesen. Überall, wirklich überall, standen Menschen herum; mal alleine, mal in Gruppen, mal mit Kindern, mal ohne, mal mit Pferd, aber meistens ohne. Sie alle waren gekommen, um den Hof an einem der außergewöhnlichsten Tage des Jahres zu erleben, sich darüber zu informieren, ob er etwas für ihre Kinder sein könnte oder auch um sich die Konkurrenz von Morgen zu betrachten. Gerade die letzte Kategorie erschreckte Nathan ungemein. Er hatte sie fast alle schon in den letzten Tagen gesehen; die Reiter, die nun wie er weiße Hosen und Jacketts trugen und sich auf den Beginn des Dressurturniers vorbereiteten. Die meisten von ihnen machten auf ihn den Eindruck, als seien sie mindestens so erfahren wie Holmes und Goldman. Dabei hatte er auch Reiter bemerkt, die eindeutig jünger und nervöser als er gewesen waren, als er ihnen über den Weg gelaufen war, sie nickend gegrüßt hatte und doch nur am Rande wahrgenommen hatte.
Überhaupt hatte der Brite das Gefühl, man habe ihm einen Schleier über den Kopf gezogen. Alles um ihn herum wirkte betäubt und dumpf.

Seit dem Aufstehen vor zwei Stunden sagte er sich, dass er ja eigentlich nichts zu verlieren hatte. Der Erfolg eines Pferdetrainers zeigte sich ja nicht nur durch Turniere und das erste Turnier mit einem Pferd war auch nicht besonders aussagekräftig. Oder?! Doch genau da lag das Problem; er glaubte sich selbst kein Wort. Für ihn zählte jede Minute im Viereck, jeder Schritt von Neron zählte. Er hatte hart trainiert in den letzten Wochen, hatte Jim vernachlässigt, hatte vielleicht eine Beziehung zu der hübschen Literaturlehrerin erst gar nicht zustande kommen lassen und mehr als einen Rüffel von Davison kassiert, wenn er nicht pünktlich zur Reitstunde gekommen war, weil er vor Erschöpfung abends den Handywecker nicht richtig gestellt hatte. Er wollte einen guten Platz erzielen.
Ob er das schaffen konnte, bezweifelte er allmählich allerdings, während er in Nerons Box stand und die Striegel und Bürsten zurück in die Putzbox beförderte. Dabei war er allerdings zum Glück nicht allein. Mit einem verzweifelten Lächeln wandte er sich an Cathy, die sich bereiterklärt hatte, ihm an diesem Morgen zu helfen. Dass er sich mit der jungen Frau angefreundet hatte, war reiner Zufall gewesen. Natürlich kannte man sich irgendwie aus dem Stall, aber er war zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen – mit der falsch interpretierten Schwärmerei für Jim, der Scheu im Bezug auf Flair, die die Ranch doch wieder verlassen hatte, mit der Versagensangst bezüglich der kommenden Prüfungen – um irgendetwas außerhalb seiner Gedanken zu bemerken. Dann jedoch war Rahel Goldman einen Tag ausgefallen und Cathy war zu ihm und Davison in die Reitstunde gesteckt worden. Davison mochte nicht viele gute Eigenschaften haben, aber irgendwie hatte der kanadische Miesepeter es geschafft, sie ins Gespräch zu bringen und dann zusammenzuschweißen. Vielleicht war die junge Frau noch nicht zu einem so engen Freund wie Jim geworden, aber ihre Anwesenheit tat gut. Sie beruhigte ihn und sorgte wahrscheinlich dafür, dass er jetzt nicht ganz auf dem Zahnfleisch ging. Gut… er ging auf dem Zahnfleisch. Er war verdammt nervös und er würde sich am liebsten wegen Migräne oder Zahnweh krankmelden.
„Hast du dir mal angesehen, wer in meiner Klasse startet?!“, seufzte er und strich sich die Haare zurück, ehe er bemerkte, wie sinnlos diese Geste war. Er hatte seine wieder etwas länger werdenden Locken nach hinten gegelt, in der Hoffnung, dass sie ihm nicht ins Gesicht fallen würden. „Das sind alles Profis! Verdammte Profis! Selbst Sarah hat mehr Turniererfahrung als Neron und ich. Ich schaff das nicht, Cathy.“


[Gedanken | Nervosität | Gespräch mit Catalina]
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Nicole Oak

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Nov 17, 2016 9:11 pm

    Nicole Oak war ein Morgenmensch. Normalerweise. Zudem war Nicole Oak das blühende Leben höchstselbst und an Energie und Aktionismus kaum zu übertreffen. Normalerweise. Doch an diesem Morgen war nichts so wie es sein sollte. Die Nacht war kurz gewesen, zu kurz und darüber hinaus wenig erholsam. Albträume hatten die junge Frau geplagt und ständig aufschrecken lassen, durchwachsen von gelegentlich verwirrend anmutenden Wirrträumen.
    Dementsprechend hatte sie vollkommen übermüdet auf Bryan gewartet, versucht, sich ein wenig vorzeigbar herzurichten und dabei zu den farbenfrohesten Kleidungsstücken in ihrem Kleiderschrank gegriffen. Glücklicherweise bissen sich die Farben nicht allzu sehr, womöglich würde sie jedoch ungehört zum Opfer einiger Schmähungen werden. Allerdings würde Nicole diese in ihrem derzeitig etwas desolatem Zustand kaum bemerken.
    Somit schritt sie also ungewohnt langsam und schweigsam neben Bryan zum Stall, hatte sie mit ihm inzwischen etwas Verwirrendes, was einer Freundschaft nahe kam, mühte sich jedoch um einigermaßen freundliche Gesichtszüge. Immerhin konnte niemand etwas für ihre Albträume, die waren lediglich das Beiwerk ihrer Kindheit. Die Texanerin seufzte schwer, schlüpfte durch die Stalltüren und entdeckte in einiger Entfernung den Pferdepfleger Philip und die charismatische Lehrerin Rebecca. Mit einem kurzen »Hallo ihr Zwei.« winkte sie zu den Beiden, griff sich die nächstbeste Putzkiste und zwinkerte Philip kurz dankbar zu. Er war etwas wie die gute Fee im Stallbereich und für die Pferde ein wahrer Segen. Kurz blinzelte die Therapeutin gen Bryan, spürte ihr Herz nervös schlagen und schlüpfte kurzerhand in Blackjacks Box. Der betagte Holsteinerwallach drehte sich kurz nach ihr um, schnaubte dann freundlich und widmete sich wieder seinen letzten verbliebene Heuhalmen. Liebevoll klaubte Niké dem Rappen einen Strohalm aus der kurzen Mähne, strich über sein glattes, dunkles Fell und genoss die aufsteigende Wärme des Pferdekörpers. Behutsam begann die Rothaarige damit, den Körper des Pferdes von gröberen Dreck zu befreien und allmählich setzte die Freude ein, vertrieb die dunklen Schatten der Nacht. Konzentriert bearbeitete sie das Fell des Zweiundzwanzigjährigen, versuchte sich der Gegenwart Bryans nicht allzu bewusst zu werden. In letzter Zeit hatten sie sich häufig gesehen und miteinander gesprochen, Nicole genoss seine Gegenwart mehr, als sie es für möglich gehalten hätte. Etwas, was sie ein wenig verunsicherte, aber auch neugierig machte. Er machte sie neugierig. Sie hielt in ihren kreisenden Bewegungen inne, blinzelte über den riesigen Rappwallach hinweg und versuchte einen kurzen Blick auf den jungen Texaner zu werfen. Etwas an ihm zog sie an, ähnlich wie die Motte, welche zum Licht steuerte, obwohl sie daran verbrennen würde. Nicole schluckte, hörte Rebecca und Philip in den naheliegenden Boxen und das Rascheln der Pferde im Stroh. Um sich selbst ein wenig der Anspannung zu nehmen, begann sie leise mit Blackjack zu reden, der ihr seelenruhig mahlmend laschte und ab und an schnaubte. »Na, mein Schöner? Ein bisschen Kinder bespaßen heute? Du magst doch Kinder, nicht wahr, Jack? Heute musst du besonders lieb sein, immerhin sitzen einige das erste Mal auf einem Pferd. Werden das erste Mal die faszinierende Bewegung eines anderen Geschöpfes unter sich spüren ... « Im grunde wusste die Therapeutin, dass auf den sanften Riesen Verlass war, ebenso wie auf die anderen Pferde der Runde. Kurz fühlte sie sich zurück versetzt in ihre erste Reitstunde, als sie auf einem Pferd gesessen hatte und sich kaum zu atmen traute. Blackjack erinnerte sie an ihr erstes Schulpferd. Verlässlich, absolut lieb und mit dem Sinn ausgestattet, seinen jungen Reitern Sicherheit zu vermitteln. Lächelnd strich sie Blackjack über die breite, weiße Blesse.

    [Übermüdet | Mit Bryan zum Stall | Putzt Blackjack]

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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Stallungen   So Nov 27, 2016 3:26 pm

Für gewöhnlich war es morgends immer friedlich und man hatte seine Ruhe im Stall. Sofern man nicht gerade auf Lena traf und wieder zwanzig neue Aufgaben aufs Auge gedrückt bekam, weil irgendjemand seinen Mist nicht selbst erledigen konnte. Kyle war genervt von der derzeitigen Situation, in der er immer öfter das Gefühl hatte, Lena würde ihm einfach nur Aufgaben aufs Auge drücken, um ihm seine schnippischen Kommentare heimzuzahlen. Wirklich bedauerlich, dass sich seine Vorgesetzte so wenig mit Worten zu wehren wusste. Mit einem Gesicht wie drei tage Regenwetter betrat er auch an diesem Morgen den Stall und bewirkte damit augenblicklich, dass jeder, der in sein Sichtfeld trat, sofort zurückwich. Der Kanadier nahm dies mit Wohlwollen zur Kenntnis; das letzte was er gebrauchen konnte, war unnötig viel Smalltalk mit dem Gesindel des Hofes. Während alle in heller Aufregung waren udn sich wie Schmitz'Katze auf diesen Tag freuten, schlurfte der Bereiter beinahe gelangweilt zur Box seines Hengstes, der sich draußen auf dem Paddock das Geschehen auf dem Hof ansah. Offensichtlich konnte Iblis den ganzen Tumult ebenso wenig nachvollziehen wie sein Reiter, für den Turniere zum Alltag gehörten. Aber für die breite Masse nunmal nicht - was unverständlich war, immerhin gab es genug Landeierturniere mit Ponygezuckel. Da konnten sie selbst ihre Haflingerärsche anmelden. Sich selbst zur Ruhe mahnend, verschwand er ersteinmal in der Sattelkammer und kramte alle benötigten Sachen hervor.

Cornet Iblis legte einen derartig irritierten Ausdruck an den Tag, das man schon fürchtete, er würde sich vielleicht auch nicht mehr daran erinnern, wie er zu springen hatte. Mehrmals klopfte Kyle ihn ab, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, aber der Hengst war wie ferngesteuert. Also gab er irgendwann resigniert auf und begann ihn in gleichmäßigen Zügen zu putzen. "Mach mir heute keine Schande, du alter Stinkstiefel, klar?" So schroff die Worte auch klangen, konnten sie den liebevollen Unterton, die in der Stimme mitschwang nicht überspielen. Kyle liebte sein Pferd, wenngleich er mehr Diskurse mit ihm führte, als mit seinem Vater und die Anwesenheitspflicht in der Schule.
Irgendwann dann tauchte Filou auf, die ähnlich verwirrt umhertappte, wie der Schimmel dreinschaute. Jedoch fing sich die Terrierdame weitaus schneller wieder und machte es sich augenscheinlich zur Aufgabe, dem Grund dieses Aufruhrs auf die Schliche zu kommen. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete sie das Treiben auf der Stallgasse, als wäre sie Sherlock höchstpersönlich. Wie aufs Stichwort kam dann auch ihr Kumpane Watson in Form einer völlig geschockten Phönix herbeigehastet. Die Münsterländerin schien nicht mehr zu wissen, wo oben und unten war und drehte ein paar verzweifelte Runden um die Beine ihres Herrn, der jedoch nur ein müdes Lächeln für sie übrig hatte. "Gewöhn dich dran, Honey, das wird heute nur noch schlimmer." Beinahe schutzsuchend zwängte sie sich an Filou, die ihre statuengleiche Haltung keineswegs aufgab und die Augen erst wieder normal weitete, als eine ihnen allen wohlbekannte Stimme durch die Stallgasse flog. Kyle verdrehte die Augen. Natürlich konnte Jim an einem Tag wie diesem gar nicht anders, als gut drauf zu sein. Mal abgesehen davon, dass er IMMER gut drauf war. Er war wirklich ein Mysterium. "Hey, Stallbursche, du könntest dich mal nützlich machen.", rief er ihm schließlich neckisch entgegen. Tatsächlich zeichnete sich ein feines Grinsen auf seiner sonst so verbissenen Miene ab. Jim machte vielleicht doch einen besseren Menschen aus ihm. Manchmal.

{Turniertrubel | Stall | Iblis | Hunde | Jim}

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Nov 28, 2016 9:32 pm

Jim turnte durch die Menge, als hätte er nie etwas anderes getan. Obwohl er heute schicker angezogen war als sonst - die schwarze Jeans saß hauteng, war weder verwaschen noch zerrissen, das schwarze Top unter dem rotkarierten Hemd sauber und ebenfalls lochlos, die Chucks sauber -, konnte niemand ihn davon abhalten, sich um seine Aufgaben im Stall zu kümmern. Obwohl er noch im ersten Lehrjahr war, ging ihm das Meiste automatisch von der Hand - immerhin machte er das schon sein ganzes Leben lang. Er tigerte, gefolgt von Jolly, heute an der Leine, durch den Stall, begrüßte Besucher, stellte Pferde vor, wenn jemand interessiert war, und redete den Pferden, die nervös wurden durch den Trubel, ein bisschen Ruhe ein. Gulliver hatte er schon am frühen Morgen auf die Wiese gebracht, weil den Shire sowieso heute nichts aus der Ruhe bringen konnte, und er sich den freien Tag echt verdient hatte. In letzter Zeit hatten sie ziemlich viel miteinander unternommen.
Wieder einmal schien es wie Schicksal, dass er auf Kyle traf, der gerade dabei war, seinen großen weißen Hengst für die Prüfung vorzubereiten. Es lief jetzt schon fast ein halbes Jahr, was sich zwischen ihnen entwickelte, und Jim konnte nicht leugnen, dass es ihm gefiel. Der Bereiter hatte einen durchaus sympatischen weichen Kern hinter der harten (heißen) Fassade, und Jim schien es sich zur Aufgabe zu machen, den zu finden. Nicht, dass er es gewollt hatte; angefangen hatte es für ihn nur als Sex, wenn der gewollt war. Und wahrscheinlich war es das für Kyle, der ja nicht irgendwie offenkundig bisexuell war oder so, immer noch. Doch das interessierte Jim nicht sonderlich; er konnte damit leben, eine Freundschaft mit Vorzügen zu haben, solange er dann nicht irgendwann "der andere Kerl" wurde.
Eine Weile beobachtete der Zwanzigjährige die Rasselbande um den Älteren, während er einen der jungen Hengste beruhigte. Erst nach einer kurzen Weile rief er einen Gruß an seinen Kumpel. "Na, seid ihr schon fleißig?" Mit einem Grinsen trat er zu dem Dunkelhaarigen. Jolly begrüßte Phönix und Filou sofort schwanzwedelnd - sie ließ sich von dem Tumult heute überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Warum auch? Sie liebte Menschen. Und Aufregung. Und Aufmerksamkeit. Und die bekam sie zugenüge - wer kannte hier schon einen roten Husky? Als Kyle ihn aufforderte, dass er ja mal seinen Job machen könnte, musste Jim lachen. "Du weißt schon, dass ich Stallbursche bin und kein Pferdepfleger?", erwiderte er, und dennoch machte er Jolly am Boxengitter fest, schnappte sich das Mähnenpflegezeug und begann, den Schimmel einzuflechten. Er konnte damit leben, als Turniertrottel aufzutreten, wenn das bedeutete, dass er mit Zeit mit Kyle verbringen konnte.
"Sieht ja nicht so aus, als wärt ihr vier sonderlich begeistert von der Situation hier.", bemerkte er.


{ Aufregung | Gespräch mit KYLE }

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BeitragThema: Re: Stallungen   Do Dez 01, 2016 5:00 pm

Es gab Menschen, die schwiegen morgens, weil sie müde und missgelaunt waren. Ihr Körper gab ihnen einen Takt an, der erst gegen Mittag etwas schneller wurde, sodass sie sich auch dann erst wirklich zu Gesprächen oder auch nur netten Worten hinreißen ließen. Diese Menschen fand man überall und vor allem bei den jüngeren oder kanadischen Bewohnern der Ranch konnte man beobachten, wie ihre Laune mit dem Fortschreiten des Zeigers auf der Uhr besser wurde. Vielleicht liebte Bryan genau aus diesem Grund die morgendliche Ruhe im Stall. Die Schüler saßen über ihren Büchern, die Lehrer standen vor den Schülern und deren Büchern und die meisten anderen im Stall hielten die Klappe und laberten ihn nicht mit ihren Wochenendplänen oder sonstigem Mist voll. In 90 Prozent der Fällen interessierte sich Bryan einfach nicht dafür, was die Menschen um ihn herum vorhatten; immerhin war er meistens ja eh kein Teil davon. Er hasste Menschenmengen und er sah seine Stute für seinen Geschmack sowieso zu wenig. Deshalb verbrachte er seine Freizeit bei ihr oder allein.
Nun, zumindest war das so gewesen. Denn plötzlich hatten die zehn Prozent, für deren Leben er sich interessierte und deren Geplapper er morgens, mittags und abends ertragen konnte (zumindest meistens), ein Gesicht bekommen. Seit der ziemlich klischee- und schicksalhaften Begegnung auf der Koppel waren sie irgendwas wie Freunde geworden und der Texaner genoss die Gegenwart der meist knallbunt angezogenen und so ganz anderen Frau.
So war es auch nicht verwunderlich, dass sie sich an diesem Morgen verabredet hatten, um gemeinsam in den Stall zu gehen. Doch irgendetwas war an diesem Tag anders. Bryans blaue Augen wanderten nach der leicht brüsken Begrüßung an Nicole auf und ab, doch er konnte nicht wirklich sagen, was es war, das anders war. Sie lächelte ihm immerhin leicht zu, also konnte es nicht so schlimm sein – oder? Wahrscheinlich war das so ein nerviges Frauen-Ding. Ihre Tage oder so. Seine letzte Beziehung war so lange her, dass er sich gar nicht mehr daran erinnern konnte, wie das andere Geschlecht in der Zeit war… oh, konnte er doch, aber er hatte es verdrängt. Am besten wäre es also, Nicole einfach ein bisschen Freiraum zu lassen. Den Weg zum Stall legten sie dementsprechend schweigsam zurück.
Im Stall schob Bryan dann die Begrüßung nach, betrachtete die Sauerei, die eigentlich das Fell des Tinkers darstellen sollte, mit einem amüsierten Schnauben. Natürlich hatte sich Phillip direkt den Kameraden ausgesucht, der am längsten brauchen musste – der Mann wusste eben Prioritäten zu setzen. Ebenso Nicole, die sich einfach eine Putzbox schnappte und zu Black Jack verschwandt.
Nun runzelte Bryan doch die Stirn. Stille! Er hatte Niké noch nie so ruhig erlebt.
Unschlüssig tat er einen Schritt auf die Box mit dem großen Rappen zu; die Frage, ob bei ihr alles okay sei, lag ihm schon auf der Zunge. Doch dann hielt er sich doch zurück. Wie blöd käme das wohl, nach einem Weg von fünf Minuten zu fragen, ob es ihr gut gehe. Er würde sich ja als vollkommener Idiot offenbaren. Außerdem musste die Arbeit gemacht werden… also ließ er Nicole mit einem letzten besorgten Blick allein. Doch er war abgelenkt, als er die Box von Spots betrat, der zum Glück nicht annähernd so dreckig war, wie Baile. Mit geübten Bewegungen, aber vielleicht etwas weniger sanft als er es bei einem sensibleren Pferd tun würde, befreite Bryan das Fell des bunten Pferdes. Dabei glitt sein Blick jedoch immer wieder zu Jacks Box.
War wirklich alles okay mit Nicole? Ein leichter Knoten der Sorge bildete sich in der Magengegend des Brünetten, den er so nicht kannte. Klar, er mochte die Rothaarige, er fand sie extrem anziehend, aber das hatte er schon bei mehreren Frauen gedacht und sie doch nicht mehr beachtet. Doch bei ihr war das anders.
Bryans Bewegungen wurden schneller, wenn auch nicht weniger gründlich. Er war es seit seiner Kindheit gewohnt, Pferde ordentlich zu versorgen und dafür eigentlich immer zu wenig Zeit zu haben. Außerdem war Spots nicht am vergangenen Abend schlammbaden gewesen.
Nach einiger Zeit war der Wallach ordentlich sauber, sodass Bryan seine Aufmerksamkeit nicht länger teilen musste. Langsam ging er zu Jacks Box und konnte ein Lächeln beim Klang von Nicoles Stimme nicht unterdrücken. So viel wusste er inzwischen; sie redete immer mit Pferden, egal ob diese ihr gehörten oder nicht.
„Das ist etwas, was man nie vergisst, oder? Den ersten Ritt...“, mischte sich Bryan mit ungewohnt sanfter Stimme ein. „War vorhin eigentlich alles okay? Du warst schweigsamer als sonst...“ Jetzt war es doch heraus. Und er spürte, wie sein Herz schneller schlug, während er auf eine Antwort hoffte.
[Gedanken | Weg zum Stall mit Nicole | grüßt Phillip und Rebecca | putzt Sprinkled Spots | zu Nicole | Frage]

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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Dez 02, 2016 4:41 pm

Turniertrubel und Turniergeschehen waren Dinge, die dem Gespann um Kyle Davison nur allzu gut bekannt waren. Selbst seine beiden Hunde waren oftmals mit dabei, dann jedoch an der Leine. Hier im Stall störte diese allerdings nur, wenn er nebenbei sein Pferd fertig machen wollte. Denn eines war bei diesem Turnier gewiss anders: Er hatte kein Team um sich herum. Keinen Pferdepfleger, der rund um die Uhr Iblis Wohlbefinden checkte, keinen Manager, keinen Trainer. Er musste hier alles alleine stemmen und das nagte an seiner Laune. Zwar hatte sich Kyle erstaunlicherweise einmal vorgenommen, den Tag entspannter anzugehen als sonst, denn immerhin hatte er keine Unterrichtsstunde zu halten, die ihn zum frühen Aufstehen zwang, aber schon als er gesehen hatte, wie voll der Hof am frühen Vormittag war, hätte er am liebsten wieder kehrt gemacht. Die einen kannten ihn natürlich aus irgendwelchen Magazinen, oder diversen Turnieren, die sie entweder selbst verfolgt hatten oder im Fernsehen gesehen. Die anderen versuchten beständig sein Pferd anzutatschen, das davon herzlich wenig begeistert war, dabei war es doch so ein schickes Sportpferd mit dem man unbedingt ein Selfie wollte. Nur wenige Sekunden hatte Kyle sich das Geschehen mitangesehen, ehe er seinen Hengst erlöst und die kleine Traube mit harschen Worten hinfort geschickt hatte. Dass unfähige Kinderhände an seinem Championatspferd herumgrabbelten hatte ihm gerade noch gefehlt. Somit war es zwar verständlich, dass Cornet Iblis nicht sonderlich gut drauf war, dennoch wünschte Kyle sich, dass sein Pferd ein bisschen weniger Missmut an den Tag legen würde. Das war doch sonst auch nicht seine Art. Unter einem Seufzen striegelte er das seidig weiße Fell über, auf dem ohnehin kaum Dreck, sondern nur ein wenig Staub lag.
Erstaunlicherweise hatte sein Ruf nach einem Stallburschen in Form von Jim Anklang gefunden, denn der Schwarzhaarige gesellte sich augenblicklich zu ihnen. Sehr zur Freude von Filou, die den Azubi schon längst als Rudelmitglied aufgenommen hatte und wann immer es ging, seine Liebkosungen suchte. Im Gegensatz zu Phönix, die noch immer zurückhaltend blieb und sich lieber an Kyle hielt. Doch bei dem Tumult schien selbst ihr Jims Anwesenheit lieber zu sein, denn sie rückte ein wenig von der Boxenwand ab und setzte sich neben seine Beine. "Oh, sieh mal einer an - Madame Angsthase beginnt Vertrauen zu fassen." Mit einem Lächeln sah Kyle liebevoll auf die Münsterländerin hinunter, die so fern jeglichen Jagdhundecharakters war, wie nur irgend möglich. "Fleißig sind wir gewzungenermaßen. Ich habe einerseits keine Lust, dass noch mehr unerzogene Wonneproppen an meinem Pferd herumtatschen, andererseits habe ich hier kein vollständiges Team zur Verfügung, das mir diese Stallarbeit hier abnimmt. Ergo: Ich wusste nicht, dass Turniere so anstrengend sein können. Zumal es ein Hofturnier ist!" Letztes sprach er mit ein wenig Verachtung in der Stimme aus, bei der klar war, woher sie rührte: Kyle war es gewohnt auf den großen Plätzen der Welt zu reiten; er war es gewohnt mehrere Menschen um sich zu haben, die einzig und allein für ihn und sein Pferd da waren. Er war es nicht gewohnt, auf sich allein gestellt zu sein. Aber das würde er nie zugeben.
Immerhin machte sich Jim trotz eines kurzen Portestes augenblicklich daran, Iblis einzuflechten. Etwas, an dem Kyle ohnehin grandios gescheitert wäre. Flechten war Mädchensache. "Stallbursche - Pferdepfleger - alles dasselbe. Wo soll der Unterschied liegen? Ihr tragt doch alle Mistgabeln." Schelmisch zwinkerte er Jim über den Schimmelrücken zu. Auch wenn da zwischen ihnen Was-auch-immer war, konnte er sich derartige Seitenhiebe nicht verkneifen. Und Jim würde das verstehen, so wie immer. Er war eben Jim. Er konnte gar nicht anders. Und genau deswegen hatte Kyle ihn vermutlich auch lieber, als er es jemals aussprechen würde. Aber er war ohnehin kein Mann der großen Worte. Zumindest nicht, wenn es um soetwas wie Gefühle ging. "Ich nehme an, du beteiligst dich an diesem ganzen Quatsch hier nicht reiterlich? Oder habe ich etwas verpasst?" Der Kanadier machte eine ausladende Handbewegung, während er das Turnier als Quatsch umschrieb. Kyle hatte nicht zwingend etwas gegen Kaltblüter. Sie hatten immerhin noch mehr Funktion als ein Pony. Wenn auch nicht mehr heutzutage. Aber sie waren nicht so zickig. Dennoch wagte er zu bezweifeln, dass Jim seinen sanften Riesen bei diesem Turnier vorstellen würde. Wenngleich die Vorstellung rucht amüsant war.

{Jim}

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Nicole Oak

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BeitragThema: Re: Stallungen   Fr Dez 02, 2016 8:53 pm

    Das Pflegen eines Pferdes hatte stets etwas ausgesprochen Entspannendes an sich. Langsam ließ die junge Physiotherapeutin die Bürste über das samtweiche Fell des Holsteiners gleiten, lächelte sanft, als dieser kräftig schnaubte. Beherzter bürstete Nicole nun wieder über den Körper des Wallachs, welcher zufrieden zu mahlen begann. Kopfschüttelnd setzte Niké die Pflege des Rappen fort. Einem Impuls folgend blickte die Texanerin auf, am gesenkten hals des Pferdes vorbei aus der Box heraus und entdeckte eben noch Bryan, der soeben vorbei lief. Augenblicklich setzte ihr das Herz einen Schlag aus und pulsierte ein wenig Adrenalin durch ihren Körper. Woher nur rührte dieses so ungewohnte Gefühl, sobald er sie auch nur aus seinen fantastischen, tiefblauen Augen ansah?
    Blackjack indess forderte auf zarte Art und Weise seine Massage ein: Die weichen Nüstern gruben sich neugierig in ihre Hand, beschnupperten diese und die Bürste. Leise lachte die Rothaarige, strich ihm über den Hals und schaute sich verstohlen zu allen Seiten um. »Wenn du mich nicht verrätst, alter Bursche, kann ich eventuell ...« Nach einem weiteren Blick begann sie vorsichtig den Mähnenkamm des Rappen zu massieren, wanderte langsam weiter gen Halsansatz. Der Holsteiner verharrte kurz, ehe er die Nüstern aufblähte und kräftig schnaubte. Danach kehrte absolute Stille ein und Nicole genoss das vertraute Gefühl von Muskelgewebe und Fett zwischen den Fingern. Plötzlich erklang eine ungewohnt weiche Stimme und die Rothaarige zuckte erschrocken zusammen, ehe sie sich mit wild klopfendem Herzen zu Bryan umwandte. Ihr Lächeln wirkte ein wenig verrutscht, beinahe als fühle sie sich ertappt. »Nein. Das vergisst man nie.« Das entsprach sogar der Wahrheit, allerdings war dieses Thema wenig präsent in ihrer Erinnerung. Bedeutend deutlicher nahm sie den gestählten Körper des Ranchmitarbeiters wahr, die maskuline Präsenz, die er ausstrahlte und sie aus unerfindlichen Gründen schwach werden ließ.
    Sie schluckte schwer, als er fragte, ob alles in Ordnung wäre. Es verblüffte sie ein wenig, dass er sich offenbar derart um ihr Wohl sorgte und ein schlechtes Gewissen kam in Nicole auf, als sie an ihren recht schweigsamen, gemeinsamen Morgenauftakt zurückdachte. Sie nickte kräftig, woraufhin Blackjack kurz mit den Ohren zuckte, sich aber nicht weiter stören ließ. »Sicher. Ich dachte mir, das könnte dir vielleicht am Morgen besser gefallen, als mein ständiges Geplapper.« Sie grinste verlegen ob dieses Geständnisses, klopfte ihm dann freundschaftlich die Schulter und fühlte sich gleichzeitig entsetzlich. »Naja, und viel geschlafen habe ich auch nicht.«, setzte sie betont fröhlich hinzu, winkte ab. Im Grunde war es eine Bagatelle - aber sie schien aufzufallen. Verstohlen musterte Nicole ihr attraktiven Gegenüber, versuchte zu erahnen, wie er reagieren würde.
    Dann jedoch trat sie aus einem Impuls heraus verschwörerisch an ihn heran, legte ihm behutsam die schmale Hand auf den ausgeprägten Bizeps und raunte ihm verschwörerisch entgegen: »Was ist mit dir? Viel Kindergeschrei, Menschen en masse, und ganz fatal, die ganzen Stände mit gutem Essen. Denkst du, du schaffst das oder soll ich dir Beruhigungstabletten verschreiben?« Sie hoffte, er würde ihren wild rasenden Puls ebenso bemerken wie ihre unterschwellig zitternde Stimme. Die Nähe dieses Mannes brachte sie aus dem Konzept und rasch nahm sie ihre Hand wieder von seinem Arm. Obgleich sie einander näher gekommen waren, entsprach dies doch eher einer zart keimenden Freundschaft und aus bislang unerfindlichen Gründen wollte Nicole diese eine Beziehung nicht aufs Spiel setzen. Bryan mochte eigensinnig und teils kompliziert sein, doch eben dies mochte sie so an ihm. Dass er sich nun um sie sorgte, veränderte diese Gefühle zunehmend. In welche Richtung jedoch vermochte sie nicht zu sagen.
    Flink schlüpfte sie unter dem Hals des ruhig kauenden Holsteiners hindurch, versuchte ein wenig Raum zwischen den Texaner und sich zu bringen, bevor sie damit begann, die kurze Mähne des Tieres zu säubern. Gedanklich schalt sich Nicole, den Blauäugigen womöglich bereits vertrieben zu haben, linste immer wieder über den Mähnenkamm hinweg zu Bryan. Es irritierte sie, dass ausgerechnet in seiner Gegenwart ihr texanisches Temperament sie im Stich ließ. Behutsam strich sie Blackjack über den Mähnenkamm.

    [Box von Blackjack | Bryan | Gespräch | Verwirrt]

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BeitragThema: Re: Stallungen   So Dez 04, 2016 7:45 pm

Lena machte sich gerade fertig. Sie zog sich eine weiße Reithose an, ihre schwarzen Reitstiefel und ein blaues Oberteil. Ihre Haare band sie zu einem Pferdeschwanz zusammen. Das Reitturnier auf dem Hof hat sie durch ihre Arbeiten fast vergessen. Natürlich hoffte sie jetzt auch, durch ihren Schlafmangel nicht einzuschlafen oder völlig die Strecke zu vergessen.
Kurz prüfte sie nochmal ihr Outfit, ehe sie sich ihre Weste und ihren Helm schnappte um runter in den Stall zu gehen. Schließlich musste sie ja noch Eclipse und Wildfire fertig machen. Lena ging runter und über den Hof zum Stall.
Im Stall herrschte Trubel. Sie seufzte kurz durch und lies ihren Blick durch die Stallgasse gleiten, ehe sie auch Kyle sah. Freundlich begrüßte sie die anderen und aus Trotz auch Jim und Kyle, ehe sie zu Eclipse´s Box ging, diese öffnete und der Wallach leicht schnaubte. "Na dann wollen wir dich mal fertig machen.", flüsterte Lena leise und streichelte den Holsteiner. Nach seiner Streicheleinheit, holte sie seinen Putzkasten und fing an ihn zu putzen. Die Dreckflecken sieht man zwar nicht, aber dennoch sollten sie raus gehen. Eclipse genoss es sichtlich, senkte seinen Kopf, entlastete sein rechtes Hinterbein und döste halb. Die ganz dreckigen Stellen, wusch sie mit etwas Wasser und der Zauberbürste raus. Manchmal fragte Lena sicht schon ob er es mit Absicht macht, damit sie mehr zum putzen hat und er es länger genießen konnte.
[macht sich fertig / geht zum Stall / begrüßt alle / putzt Eclipse]
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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Stallungen   Mo Dez 05, 2016 9:06 am

Phillip war so vertieft in die Arbeit von Baile, dass er sich erschreckte, als Rebecca ihn ansprach. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass er noch ein bisschen seine Ruhe hatte - aber anscheinendging es hier doch hektischer zu, als er es erwartet hatte. Nicht, dass er etwas gegen den Besuch hatte - ebensowenig wie Hamlet. Der Border Collie sprang freudig auf und grüßte Rebecca; der Rüde schien entschieden zu haben, dass die Springlehrerin super war, und er hatte damit nicht unrecht, wenn man Phillip fragte. Außerdem hatte er schnell gelernt, dass er seinem Hund trauen konnte, wenn es um menschliche Charaktere ging. So beobachtete er, wie der Hund Rebecca begrüßte, und schenkte der jungen Frau dann selbst ein Lächeln.
"Gern - sonst kriege ich den kleinen Dreckspatz wahrscheinlich nie sauber.", scherzte er, und war zugegeben froh, dass sie sich an die dicke Tinkermähne machte. Er hatte inzwischen den Rumpf ziemlich sauber - so sauber wie es ohne ein intensives Bad ging - und machte sich an die Beine - der Behang war komplett verkrustet, doch zum Glück war der Schlamm durchgetrocknet, und ließ sich relativ gut entfernen. Er mochte das Arbeitsklima zwischen ihm und Rebecca - die Beiden arbeiteten hauptsächlich still, und es tat gut, dass sie ihn nicht zum Reden zwang; immerhin konnte er vor ihr schonmal zeigen, dass er nicht der fröhliche Geselle aus gutem Hause war, sondern eigentlich ziemlich still. Vielleicht würde er doch mal wieder jemandem ein wenig Vertrauen schenken können - nicht, dass er das unbedingt wollte, aber die tätowierte Lehrerin machte es ihm nicht einfach.
Als Phillip sich von den Beinen aufrichtete, hatte sich bereits noch mehr Hilfe gefunden - Nicole und Bryan hatten sich ebenfalls daran gemacht, Reitschulpferde für das Ponyreiten zu putzen. Das war doch schonmal nicht schlecht. Er war gespannt, wie das heute alles funktionieren würde - er hatte eigentlich genug kompetente Hilfe, damit sein Stand keine Katastrophe würde, und die Pferde hatte er vorsichtig gewählt, in dem Wissen, dass einige vermutlich nicht reiten konnten, die hierher kamen. Und die, die es konnten, könnten vielleicht sogar eine kleine Reitstunde bekommen - aber das würde er spontan entscheiden. Er und auch die anderen, die heute halfen, konnten die Reitfähigkeiten von anderen Menschen eigentlich schnell und gut einschätzen.
Lip streckte sich einmal, nachdem er sich aufgerichtet hatte, und bekam damit Rebeccas Aufmerksamkeit, wenn auch nicht zwingend so geplant. "Magst du ihn gleich satteln? Dann geh ich schonmal eine Box weiter, Winnie, Pika und Ezekiel müssen ja auch noch fertig gemacht werden." Winnie stand direkt nebenan, und mit dem würde Phillip weitermachen - wenn Rebecca ihn denn gehen lassen würde.
{ REBECCA # kurzes Gespräch # stilles Putzen # Frage }

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