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 Kantine

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BeitragThema: Kantine   Sa Okt 10, 2015 1:37 pm

Hier gibt es dreimal täglich Essen für die gesamte Bewohnerschaft, und es ist den ganzen Tag möglich, Getränke und Obst zu bekommen.
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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Nov 28, 2015 7:56 am

» Plot 9: fast wie fliegen
Frühlingsgefühle inklusive


Es ist ruhig auf der Ranch - der Sommer steht schon in den Startlöchern, und alle genießen das gute Wetter, das endlich mal Einzug hält. Alles keimt und gedeiht - und nicht nur in der Natur. Mit riesigen Schritten eilt das Ende des ersten Schuljahres auf die Schüler zu, es muss gelernt und Klausuren geschrieben werden. Die Auszubildenden müssen sich auf die Jahresabschlussprüfung vorbereiten, die Lehrer und Ausbilder auf die Stellung der Abschlussklausuren. Es dauert keine zwei Monate mehr, da dürfen sich alle für zwei Monate von der Ranch verabschieden - aber deswegen friert das rege Leben noch lange nicht ein.

Es ist ein ruhiger Maisamstag - die Sonne scheint, es sind angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad. Die meisten Schüler, Azubis und Lehrer gönnen sich mal eine Pause vom Alltag: genug gebüffelt, man reitet lieber mal aus oder geht mit seinen Freunden in die Stadt. Oder man bereitet sich auf das in zwei Wochen anstehende Sommerturnier vor - ganz, wie es einem beliebt.

## 10. Mai 2014 ;; 14:00, nach dem Mittagessen
## sonnig, ein paar kleine Wölkchen, 20°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte
## Idee für Ideenlose: Training und Planung fürs Sommerturnier am 23.-25. Mai!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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BeitragThema: Re: Kantine   Fr Nov 04, 2016 7:53 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


Wie im Nu vergeht die Zeit. Der Sommer klopft schon an der Tür, und für die Auszubildenden stehen die Jahresabschlussprüfungen vor der Tür, so wie für die Schüler die letzten Klausuren des Schuljahres. Bald ist es an der Zeit, die fast drei Monate langen Sommerferien einzuläuten, und den Hof zu verlassen - doch davor gibt es noch ein weiteres Highlight: ein Sommerturnier auf dem Hof, wo Schüler, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer zeigen können, was sie drauf haben! Es gibt Reitprüfungen in allen Disziplinen, es sind zahllose Reiter aus der Umgebung eingeladen worden - denn das Turnier dient auch gleichzeitig dem Werbezweck fürs kommende Schuljahr, und ein Tag der offenen Tür findet gleichzeitig statt.

Wir spielen den Samstag des dreitagigen "Wochenendes der offenen Tür" - Freitag hatte es eine Grillparty gegeben, und für den Sonntag haben die Hofbewohner mit ihren vierbeinigen Freunden einige Vorstellungen und kleine Shows vorbereitet, um zu zeigen, was sie am Workshopwochenende oder generell in ihrem Jahr auf der Ranch gelernt haben. Samstags finden die Turniere an sich statt, auf die sich alle freuen. Das Wetter spielt super mit, es ist kaum eine Wolke am Himmel zu sehen, und der späte Mai zeigt sich von seiner besten Seite. Um die Reitplätze und die Angebotsstände ist es voll, und es gibt unzählige interessante und vor allem kauffreudige Besucher! Wer wird das Turnier wie abschneiden, wer nimmt eine Schleife mit nach Hause? Wer bekommt es mit nervigen Touristen zu tun, wer mit einem ambitionierten Möchtegernreiter? Was passiert? Funktioniert alles? Oder geht es total in die Hose? Seid gespannt!


## 24. Mai 2014 ;; 10:00, Turnierbeginn
## sonnig, 24°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte – allerdings wird in den einzelnen Plotposts angegeben, was wo stattfindet (z.B. beim Springplatz stehen nur die Springstarter, usw.)
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## jeder, der sich für einen Stand eingetragen hat, sollte auch seine Zeit daran "absitzen": dadurch sind die Postgruppen abgedeckt!
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz bei Katha oder Moon!
## Wer einen Besucher oder eine Besuchergruppe spielen möchte - für seine eigene Postinggruppe oder um eine andere zu ärgern -, meldet sich bitte bei den Admins für das NPC-Account-Passwort!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Apr 08, 2017 8:56 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


## ZEITSPRUNG: es ist jetzt 11:30
## alle Charaktere haben sich bei den Ständen eingefunden, wofür sie eingetragen sind. Ausnahmen bilden die 11:30/12:00/12:30 Starter, die dürfen auch die Vorbereitung ihrer Pferde beschreiben.
## es wird jetzt mit dem M-Springen weitergehen und danach nur eine kurze Zeit für andere Posts geben, bevor es mit den Western-Disziplinen und dann mit der Vielseitigkeit weitergeht
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## ihr dürft jetzt gern neue Postinggruppen bilden, immerhin überspringen wir eine Stunde Zeit
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz beim Spielleitungsaccount!
## Wer einen Besucher oder eine Besuchergruppe spielen möchte - für seine eigene Postinggruppe oder um eine andere zu ärgern -, meldet sich bitte bei den Admins für das NPC-Account-Passwort!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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BeitragThema: Re: Kantine   Mo Nov 20, 2017 5:43 pm

» Plot 11: Prom Night
Frühlingsgefühle inklusive


Die letzten Wochen waren chaotisch, geradezu die Hölle: nicht nur gab es viel emotionales Drama für die verschiedenen Bewohner der Ranch, nein; auch die Abschlussprüfungen standen an. Für die Auszubildenden hat sich das erste Lehrjahr dem Ende zugeneigt, für die Schüler das erste Schuljahr - für manche bedeutete das trotzdem, dass sie sich auf die Versetzungsprüfungen vorbereiten mussten. Das, zusammen mit allem anderen, was geschehen war, hat eine Menge Druck auf die Bewohner des Internats gepackt. Doch nun ist es vorbei, und ein letztes Abenteuer vor den langen Sommerferien steht an: der Abschlussball!

Am Mittag hat es in jeder Stufe Zeugnisse gegeben, für die Auszubildenden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfungen, und in den nächsten Tagen wird der Hof sich leeren, die meisten werden über die Ferien wegfahren - Schüler müssen den Hof verlassen, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer haben die Chance, auf der Horizon Ranch zu bleiben. Als krönender Abschluss des goldenen ersten Jahres hat man sich was ganz besonderes überlegt: einen Abschlussball. Die Aula des Schulgebäudes hat man in ein glitzerndes Wunderland verwandelt, es gibt ein Buffett, genug Tische, damit jeder sitzen kann, und eine Tanzfläche, die ebenfalls groß genug für alle sein sollte. Im Park sind unzählige Lichterketten aufgehangen worden, um auch draußen für eine romantische Abschlussstimmung zu bringen. Alle Bewohner haben sich nach bestem Wissen und Gewissen aufgetakelt und freuen sich auf diesen letzten Abend.

## Freitag, 27. Juni 2014 ;; 20:00
## sonnig, perfekter Abend, 25°C
## bespielbare Orte: Aula, Park
## Holmes hat bereits seine Rede gehalten und den Ball feierlich eröffnet - ergo, alle Gäste befinden sich bereits in der Aula oder im von dort aus zugängigen Park: keiner kommt erst an!
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BeitragThema: Re: Kantine   Mo Sep 10, 2018 1:09 pm

» Plot 12: Come Back Home
Lasst uns feiern


Für die wenigen Mitarbeiter und Lehrer, die ihre Sommerferien auf dem Hof verbracht haben, waren die letzten Wochen viel zu ruhig: die Schüler waren alle über die Ferien nach Hause gefahren, und auch die meisten Auszubildenden haben die Sommerferien für etwas anderes genutzt. Es ist schon seltsam, den Hof menschenleer zu sehen, ohne Pferde in den Stallungen und Hunden auf dem Hof. So wird es endlich Zeit, dass alle wieder zurückkehren, auf in ein neues Schuljahr.

Es ist Samstag. Im Laufe des Tages sind alle Schüler wieder auf dem Reitinternat zurückgekehrt. Die neuen Stundenpläne wurden eingesammelt, zumeist die alten Boxen bezogen, bevor es auf die neuen Zimmer ging. Die meisten waren in eine andere Stufe versetzt worden, sodass es ganz neue Strukturen und Zimmergemeinschaften geben wird, die man erstmal wieder finden muss. Nachdem es den ganzen Nachmittag gab, um in Ruhe wieder anzukommen, gibt es am Abend ein gemeinsames Abendessen in der Kantine. Alle Bewohner der Ranch kommen zusammen, um sich wiederzutreffen - und die neuen Mitschüler und Mitarbeiter in ihrer Mitte zu begrüßen. Danach wird es weiterhin Freizeit geben; nur Reiten ist tabu, damit die Pferde sich nach den Reisestrapazen erholen und den Stress abbauen können.

## Freitag, 09. August 2014 ;; 18:00
## sonnig, leicht schwül, 27°C
## bespielbare Orte: fürs erste Zimmer und Kantine
## Essen ist von 18:00 bis 19:00 - das bedeutet, dass die Schüler entweder schon in der Kantine sind, oder in kürzester Zeit dort ankommen



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Joleen Mahone

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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Sep 15, 2018 8:05 pm

Es war ein bisschen wie ausatmen, als Joleen beobachtete, wie sich langsam aber sicher der Hof wieder füllte. Die ersten Schüler und Auszubildenden kamen schon am frühen Morgen aus den Ferien zurück, und sie konnte sich das Grinsen nicht verkneifen bei den vielen bekannten Gesichtern. Dennoch konnte sie es sich nicht verkneifen, nach diesem einen besonders bekannten Gesicht Ausschau zu halten. Die roten Haare, die strahlenden Augen ... doch sie wusste, dass Lucien nicht wieder kommen würde. Sie hatte es so hart versucht, doch er hatte sich nicht wohlgefühlt. Natürlich sah Jo ein, dass diese Welt, in die sie sich perfekt eingefügt hatte, nichts für diesen außergewöhnlichen Jungen war; aber trotzdem war es ein Schlag ins Gesicht, dass er sich entschieden hatte, die Ausbildung wieder abzubrechen. Sie konnte nur hoffen, dass Lucien seinen Platz in der Welt doch noch finden würde.
Joleen hatte den Sommer hauptsächlich auf der Ranch verbracht, auch wenn sie mit Freckles und auch mit Ice viel in den Staaten unterwegs gewesen war - sie war immer noch eingefleischte Turnierreiterin, auch wenn sie auch mit Leib und Seele Lehrerin war und ihren neuen Job liebte mehr als alles andere. Freckles hatte sich wie immer erfahren und ruhig gezeigt, und manche Schleife und manchen Pokal mit nach Hause gebracht. Ice allerdings war ja noch nicht so routiniert, und sie hatte die Sommerzeit genutzt, um ihm zu zeigen, wie Auswärtsturniere funktionierten, und dass die genauso viel Spaß machten wie Prüfungen zu Hause. Sie war überrascht von ihrem kleinen schwarzen Babyboy - denn er war in diesem Sommer erwachsener geworden, als sie es erwartet hätte.

Doch trotz des erfolgreichen Sommers war Joleen froh, dass es jetzt endlich weiterging. Und als sie zum ersten gemeinsamen Abendessen in die Kantine kam, konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen: die letzten Wochen war der Anblick der Kantine irgendwie trostlos gewesen, weil sie meist leer war. Jetzt war sie schon zu Beginn der Buffetzeit prall gefüllt, und der Lärm von klapperndem Geschirr und schnatternden Mündern erfüllte die Luft; was sie im letzten Schuljahr oft genervt hatte, machte sie jetzt zugegeben etwas glücklich.
So glücklich, dass es sie gar nicht so sehr störte, dass der letzte freie Platz nicht zwischen Schülern neben Robert Shelby war. Sie hatte es eigentlich den ganzen Sommer geschafft, dem stellvertretenden Schulleiter zu entkommen - durch ihre vielen Reisen und auch ihre vielen langen Ausritte hatte sie gar nicht so viel wirklich im Stall verbracht, und das hatte auch zu reichlich Konfliktausdemweggehe geführt. Extra war es nicht passiert - aber passiert war es. Vielleicht lag es daran, vielleicht an ihrer guten Laune, vielleicht an beidem - aber auf jeden Fall schaffte Joleen es, ihrem Kollegen ein schiefes, leicht sarkastisches Lächeln zuzuwerfen.
"Guten Apetit", wünschte sie ihm, als sie sich unzeremoniell neben ihn gesetzt hatte, und begann selbst, zu essen.


{ setzt sich zu ROBERT an den Tisch }

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Samu Kärkäinen
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BeitragThema: Re: Kantine   Mo Sep 24, 2018 4:50 pm

Der Sommer war erdrückend gewesen. Nichts hatte wirklich gepasst und alles war durcheinandergeraten, obwohl es doch gerade dabei war, sich zu ordnen. Samu hatte sich wieder gefühlt, wie damals, als sie noch von Club zu Club zogen, um sich irgendwie mit ihrer Musik über Wasser zu halten. Jeder Tag war ein einziger Kampf gewesen. Aber er hatte immerhin das getan, was er liebte: Musik. Letztendlich war diese auch das Einzige, das ihm geblieben war. Denn im Gegensatz zu geliebten Menschen verließ die Musik einen nicht. Das konnte ihn jedoch nicht über den Umstand hinwegtrösten, dass Sarah fort war. Raus aus seinem Leben. Zurück in ihre Welt der Reichen und Schönen. Und dabei hatte alles gerade begonnen, perfekt zu werden.

Der hochgewachsene Finne hatte den Sommer – wie sollte es anders sein – in Finnland verbracht. Mit ein paar alten Kumpels ein paar Tage raus in die Natur, in eine einsame Holzhütte im Wald. Zurück zu den Wurzeln sozusagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hatten mit Feuer gekocht und waren im eiskalten See schwimmen gegangen, um sich danach in der Saune aufzuwärmen. Egal, wie wenig Luxus eine Unterkunft in Finnland hatte, eine Saune besaßen sie alle. Gemütlich hatten sie bei Bier zusammengesessen und sich vom Alltag erholt. Einige Zeit hatte er auch in Helsinki verbracht, war im Tonstudio gewesen, hatte ein wenig Musik gemacht. In den neuen Liedern versuchte er natürlich den Schmerz zu verarbeiten und irgendwie das Loch, das Sarah hinterlassen hatte, wieder aufzufüllen. So wirklich gelungen war es ihm nicht. Aber immerhin hatte er nicht mehr ununterbrochen an sie denken müssen und sich nicht ausschließlich den Kopf darüber zerbrochen, woran ihre Beziehung gescheitert war. Sarah hatte keine Zukunft für sich auf diesem Hof gesehen und das war okay, immerhin war sie eine exzellente Reiterin und es hatte Samu ohnehin gewundert, dass jemand wie sie auf eine Ranch inmitten der USA zog, um sich ausbilden zu lassen. Als ob es in Miami, Los Angeles und San Diego keine Reitställe gäbe. Als sie ihm eröffnet hatte, dass das mit ihnen in einer Fernbeziehung nicht funktionieren würde, war das wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Am liebsten hätte er getobt, doch die Wut war er ausgebrochen, als Sarah schon lange den Raum verlassen hatte.

Tuuka sprang aus dem Kofferraum des SUV und hob schnuppernd die Nase. Der junge Hund war über den Sommer richtig erwachsen geworden und hatte nochmal an Größe und Gewicht zugelegt. Er sah schon beinahe aus wie ein richtiger Weimaraner und mit etwas Wehmut hatte Samu feststellen müssen, dass auch seine unbeschwerten Kindheitstage gezählt waren. Er war jetzt ein waschechter Teenie und so gerieten sie nicht selten aneinander, wer der Alpha in ihrem kleinen Zweierrudel war. Meistens war Tuuka dann aber doch so, wie in alle kannten. Ein aufgeweckter Wirbelwind, der allerhand Schabernack im Kopf hatte und viel zu süß mit seinen blauen Augen rollen konnte, als dass man ihm lange böse war. Dennoch hatte Samu ihn an diesem ersten Tag an der Leine, denn er rechnete fest mit neuen Schülern und neuen Hunden, die Tuukas Spielsinn vielleicht nicht uneingeschränkt teilten.
Es war nicht wie am ersten Tag und aufregend an den Hof zurückzukommen. Samu begrüßte viele alte Gesichter, über deren Wiedersehen er sich umso mehr freut, wie er selbst feststellte. Und doch lag ein Schleier über der freudigen Atmosphäre, weil nirgendwo der ihm so vertraute, rote Lockenkopf auftauchte. Sarahs zierliche Silhouette würde er auf diesem Hof nicht mehr wiedersehen. Ein Ruck ging durch den blonden Mann und raschen Schrittes steuerte er auf sein altbekanntes Cottage zu – an dem so viele Erinnerungen hingen, die er hier mit Sarah geteilt hatte. Ihre gemeinsamen Abende am Kamin, die Nächte auf dem Fußboden und weiß Gott, wo noch. Er hatte sie geliebt, wie er selten jemanden geliebt hatte und er tat es wohl noch immer. Aber vermutlich musste er aktzeptieren, dass sie einfach noch ein gutes Stück jünger war als er und den Rest ihres Lebens nicht mit einem Lehrer auf irgendeiner Ranch verbringen wollte. Dabei sah er sich nicht einmal als besonders erwachsenen Mann, schließlich war er immer eher der Kumpeltyp gewesen, der zu allem Spaß bereit war. Auch bei seinen Schülern. Doch auch das, würde ihm Sarah nicht zurückbringen.

Nach einer ausgiebigen Runde im Wald hatte er den grauen Rüden ins Cottage gebracht, ihn gefüttert und sich selbst unter die Dusche gestellt. Beim Sport konnte er sich immer noch am besten Auspowern und von seinen Gedanken ablenken. Immerhin wurde er dabei auch nicht so wehmütig, wie mit der Gitarre in der Hand. Er schlüpfte in eine frische Jeans und ein weißes Top. Darüber zog er eines der karierten Hemden, die so typisch für ihn waren, knöpfte es jedoch nicht zu und striff seine Vans über. Ein paar Mal fuhr er sich durch die Haare und brachte sie mit etwas Haarspray in Form, während er beschloss, dass der Drei-Tage-Bart auch noch einen vierten Abend ohne Rasur überstehen würde. Er war Rocker – er musste doch wohl nicht glatt rasiert sein.
In der Kantine angekommen, klapperte schon überall das Geschirr und die Luft war erfüllt von Gelächter und Stimmenwirrwarr. Da er noch niemanden erblickte, mit dem er im letzten Jahr Freundschaft geschlossen hatte, nahm er sich etwas von dem Reis mit der Gemüse-Hähnchenpfanne und setzte sich an einen der freien Tische am Fenster, wo er getrost erneut seinen Gedanken nachhängen konnte.

{Rückblick | Ankunft | Tuuka | ANSPIELBAR}

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Dana Kelly

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BeitragThema: Re: Kantine   Di Sep 25, 2018 10:35 pm

Dana hatte einen Teil ihrer Ferien zu Hause in Irland verbracht. Es war schön gewesen ihre Familie und alten Freunde wieder zu sehen. Allerdings war es auch ernüchternd gewesen, wie viel sich während ihrer Abwesenheit geändert hatte. Natürlich wurde sie immer auf dem Laufenden gehalten während sie auf der Ranch war, doch es war nun mal etwas anderes, als wenn man direkt vor Ort war. Irgendwie fühlte sie sich mit ihren Freunden nicht mehr so verbunden wie früher. Natürlich verstanden sie sich nach wie vor gut und niemand hatte ihr das Gefühl gegeben, dass sie nicht mehr dazu gehörte. Doch Dana merkte, dass sich etwas verändert hatte, vielleicht dass sie sich verändert hatte.

Sie war mit gemischten Gefühlen wieder zur Ranch zurück gekehrt. Einerseits hatte sie sich natürlich auf ihre beiden Pferde gefreut. Sie hatte ihnen den Reisestress nicht antun wollen und sie für die paar Wochen in ihrer nun gewohnten Umgebung gelassen. Doch sie bedauerte es auch ihre Familie wieder zu verlassen. Besonders bei ihren Eltern war ihr der Abschied schwer gefallen. Allerdings hatte sie sich diesen Ausbildungsplatz und dieses Leben selbst ausgesucht, daher jammerte sie auch nicht darüber. Sie freute sich natürlich auch darüber ihre neuen Freunde wieder zu sehen. Sie würden sicher einiges zu erzählen haben, wenn sie sich trafen.

Auf der Ranch angekommen bezog sie erst einmal ihr neues Zimmer und verstaute ihre Sachen ordentlich im Schrank. Um dem Jetlag zu entgehen, ging sie sofort danach zum Stall wo sie ihre Lieblinge. Während Kathrinchen ihr freudig entgegen wieherte, schlug Janoush ungedulig mit dem Kopf, bis sie ihn endlich begrüßte. Bewegen wollte sie die beiden heute nicht, dafür würde ihre Zeit wohl nicht reichen. Sie beschloss aber, die beiden ausgiebig zu putzen und zu bespaßen. Zumindest solange, bis auch die anderen endlich angekommen waren und es Zeit wurde sich für das Abendessen fertig zu machen.

Nachdem sie die erste Müdigkeit mit einer Dusche und frischer Kleidung vertrieben hatte, ging sie in die Kantine. Dort war es bereits ziemlich voll. Sie nahm sich etwas vom Buffett und suchte sich einen freien Platz. Am Rande des Raumes konnte sie tatsächlich eine Lücke ausmachen und versuchte dort unfallfrei hinzu kommen. Zu ihrem eigenen erstaunen gelang es ihr sogar. Die Lücke bestand aus einem noch unbesetzten Tisch. Kaum zu glauben, dass es noch leere Tische gab, aber so musste sich zumindest nicht länger als nötig mit ihrem Tablett jonglieren und setzte sich einfach. Sie hoffte nur, dass sie nicht lange alleine bleiben würde, sie fürchtete sonst doch noch einzuschlafen.

[Zusammenfassung | Ankunft]
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Robert Shelby

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BeitragThema: Re: Kantine   So Sep 30, 2018 12:03 pm

In Amerika hatte der Sommer noch etwas Unbeschwertes. Etwas Zeremonielles. Etwas Heiliges. Immer Sommer, da flogen sie alle aus und verbrachten die wärmsten Monate des Jahres am Strand, in irgendwelchen Villen und Sommerhäusern und lebten einfach das Leben. Am letzten Schultag hatte Robert Shelby auf der Veranda des Haupthauses gestanden und mit gerunzelter Stirn die Autos beobachtete, die die Einfahrt hinaufkamen. Schüler, die ihren Eltern entgegenliefen, Hunde, die bellten, weil ihre Familie wieder komplett war. Dann waren sie alle davongefahren und der Hof war so leer wie selten zuvor gewesen. Noch knapp zehn Tage nach diesem Tag war Robert auf dem Hof geblieben, um mit Sebastian eine Bilanz des ersten Schuljahres zu ziehen. Die Ranch stand gut da, die Zahlen stimmten und so hatte Robert ohne schlechtes Gewissen ebenfalls seinen Heimaturlaub antreten können.
In Birmingham hatte der Sommer nichts Magisches. Es war weder besonders warm, noch herrschte ein Gefühl der Unbeschwertheit. Arbeiter hetzten durch die Straßen und abends erklang das vertraute Geräusch von zerspringenden Gläsern aus zahlreichen Pubs. Es roch in den engen Gassen nach Abgasen und Urin und in den gehobenen Vierteln nach Blumen und dem Parfum reicher Damen. Archie und Henry hatten im letzten Jahr das Shelby-Imperium weiter ausgebaut und Wettbüros in Manchester unter ihre Fuchtel gebracht. Die Zahlen sahen hervorragend aus. Zu diesem feierlichen Anlass ließen es sich die Brüder nicht nehmen, mit dem eingeschworenen Kreis ihrer Mitarbeiter und Freunde einen Trinken zu gehen. Natürlich blieb es nicht bei einem. Und natürlich erklang auch aus dem Pub, den sie besuchten, bald das Geräusch von zerspringendem Geschirr. Robert hatte es vermisst. Das Gefühl des Rauchs, das Knistern in der Luft vor einer Schlägerei. Der Alkohol, der seine Sinne benebelte und schärfte. Hier war er zuhause.
Der Abschied war kurz und knapp ausgefallen – wie immer. Die Shelbys waren keine Freunde von großen Gefühlen. Ehe sich Robert versah, saß er wieder im Flieger zurück nach Amerika und hatte alle Zeit der Welt, um seinen Gedanken nachzuhängen, während die Wolken an ihm vorbeizogen.

Mit argwöhnischem Blick stand Robert Shelby auf der Veranda und beobachtete das Treiben. Eltern brachten ihre Zöglinge wieder auf den Hof. Hier und da floss ein Tränchen, aber grundlegend schienen die Kinder glücklich, wieder auf die Ranch zu kommen. Sebastian hatte offenbar recht mit seiner Vision, dass Kinder liebend gern an einen Ort wie diesen zurückkommen würden und damit der Begriff „Internat“ keine Bürde mehr war. Robert glaubte eher, dass dies an dem überaus freundlichen Ranchpersonal lag – zu dem er sich selbst nicht unbedingt zählte, doch auch er sah davon ab, die Schüler in seinem Unterricht anzuschreien oder dergleichen. Er konnte das mit Blicken.
Seinen beiden Pferden hätte er zwar die Strapazen zweier Flüge binnen so kurzer Zeit erspart, doch Vivaldi hatte er in England gebraucht und Staubfinger konnte er unmöglich für beinahe zwei Monate in die Obhut fremder Menschen geben. Nicht, weil er sich um Staubfinger sorgte, eher um das Wohlergehen der fremden Personen. Doch die beiden Wallache hatte die Flüge relativ gut weggesteckt und sonnten sich nun etwas auf der Weide, solange es noch hell war. Also konnte Robert getrost in die Kantine schlendern und an dem groß einberufenen Abendessen teilnehmen.
Ein Bier wäre nicht schlecht gewesen. Doch beim Abendessen wurde keines angeboten und Robert war nicht gewillt, sich in Grundsatzdiskussionen zu verstricken, wenn er nun sein eigenes Bier aus dem Cottage holte und vor Minderjährigen trank, die sicherlich noch nie in ihrem Leben Bier gesehen oder getrunken hatten. Das hasste er an seiner Rolle als Lehrer – diese elendige Vorbildfunktion. In Shelbykreisen wurde mit 14 der erste Whiskey getrunken, von Bier mal ganz zu schweigen. Während er so darüber nachsinnierte, wie behütet die Kinder in Amerika aufwuchsen, bemerkte er zu spät, dass sich ihm eine Person näherte, die er den ganzen Sommer nicht vermisst hatte. Unbewussterweise war er offenbar froh gewesen, Joleen Mahone mehrere Wochen nicht sehen zu müssen, sodass er alles andere als erpicht darauf war jetzt hier, am ersten Tag auf der Ranch mit ihr einen Tisch zu teilen. Doch er bemerkte sie zu spät und so war die Chance verstrichen, sie mit bösen, warnenden Blicken davon abzuhalten, sich ihm zu nähern. Ehe er sich versah saß sie neben ihm und wünschte mit einem sarkastischen Lächeln „Guten Appetit“. Augenblicklich verkrampften sich jegliche Muskeln unter Roberts weißem Hemd, das er wie immer in Kombination mit Stoffhosen trug. Er biss die Kiefer aufeinander und verkrampfte die Hand um die Gabel in seiner Hand, während er sich Joleens Nähe so überdeutlich bewusst war. Die Nähe ihres Körpers, ihrer dunklen Haut, ihrer dichten, langen Haare. Er zwang sich zu schlucken und zu atmen. Der Appetit war ihm mehr als vergangen und am liebsten wäre er wortlos aufgestanden und davongelaufen. Doch das ließ sein Stolz nicht zu – und vielleicht auch seine Marnieren, die er irgendwo im Hinterstübchen doch noch besaß. „Was verschafft mir die Ehre zu diesem – Kuschelkurs?“ Er spuckte das letzte Wort förmlich aus, starrte noch immer auf seinen Teller und sah Joleen nicht an. In Birmingham war er glücklicherweise nicht vielen Menschen mit afrikanischen Wurzeln begegnet. Sein Abstecher nach London hatte seine Toleranz dann doch mehr auf die Probe gestellt und vielleicht – ja ganz vielleicht, war es auch an dem einen oder anderen Abend einmal eskaliert. Dieser Hass, der ihn innerlich zerfraß, wollte manchmal einfach raus. Musste irgendwo hin. Vor allem musste er zwischen ihn und Joleen.

{Rückblick | Kantine | Joleen}

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Kantine   Mo Okt 01, 2018 3:51 pm


So sehr Rebecca die Zeit in Deutschland genossen hatte, so sehr freute sie sich auch wieder in Amerika, auf der Ranch im Nirgendwo zu sein. Sie hatte ihre Pferde vermisst, ihre Freunde vermisst und natürlich hatte sie auch Philip vermisst.
Zwei Wochen war sie in ihrer Heimat gewesen, bei ihren Eltern und Freunden. Die Zeit verging viel zu schnell und doch hatten sie eine schöne Zeit gehabt. Mit ihren Eltern verbrachte sie die meiste Zeit beim Spazieren gehen im Park, mit ihrer alten Band schrieb sie an Songs und mit wieder anderen schlug sie sich die Nächte um die Ohren.
Es war schön der Verantwortung als Lehrer für eine kurze Zeit zu entkommen und doch merkte sie erst in Deutschland, wie sehr sie ihren Beruf liebte. Es war das Gesamtpaket was die Ranch für sie perfekt machte.
Der Abschied war mit einem weinenden und einem lachenden Auge ertragen worden. Es war die Entfernung zu ihren Eltern und das Wissen, dass sie nicht so schnell wieder nach Deutschland kommen würde, was Rebecca betrübte als sie in den Flieger stieg.

Nachdem der Taxifahrer ihre Koffer in den Sand gestellt hatte, streckte sie sich kurz und die Deutsche atmete tief ein. Der Duft von Gras und Pferden stieg ihr wie gewohnt in die Nase.
Eilig hatte Becca ihre Koffer in ihr Zimmer gestellt, bevor sie mit großen Schritten über den Hof zu den Stallungen lief. Natürlich hatte sie ihre beiden Schätze vermisst und musste ihnen erst einmal hallo sagen. Aus einem hallo wurde für beide eine ausgiebige Putzeinheit, bevor sie auf die Koppel kamen.
Erst danach wurden die Koffer geleert und die Kleidung in die Schränke geräumt.

Am Abend machte auch Rebecca sich auf den Weg in die Kantine. Dort fand das gemeinsame Abendessen statt und schon von weiter Entfernung konnte die junge Frau eine entspannte Geräuschkulisse wahrnehmen. Ein lächeln lag auf ihren Lippen, als sie besagte Kantine betrat. Es waren viele neue Gesichter an den Tischen zu sehen, doch auch Bekannte waren vereinzelnd zu entdecken.
Als der Teller mit Salat und etwas Käse gefüllt war, setzte die Lehrerin sich zu einigen neuen Gesichtern an den Tisch und begann etwas zu essen, nachdem sie sich vorgestellt hatte.
Sie hatte Philip nicht im Cottage angetroffen und auch hier hatte sie ihn noch nicht gesehen, weshalb sie sich zunächst an den gewählten Tisch gesetzt. Es waren noch einige Plätze an diesen frei.
Während der Zeit, die sie in Deutschland verbracht hatte, hielt sie meist über das Handy Kontakt zu dem Mann, der ihr nicht mehr auf dem Kopf ging.


[Rückblick / Ankunft in der Kantine]

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Colin Dearing

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Klasse : Durch zweimaliges Sitzenbleiben steckt er immer noch in der MITTELSTUFE fest. Das findet er überraschenderweise weniger schlimm als andere.
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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Okt 06, 2018 8:16 pm

Colin und Liam hatten sich über den Sommer endlich wieder richtig vertragen, nachdem Colin sich endlich aufgerafft und entschuldigt hatte. Es war vielleicht immer noch schwierig, weil sie lange nicht miteinander gesprochen hatten, und die ganze Dynamik irgendwie zerstört war, die sie früher verbunden hatte. Liam war immerhin Colins Lieblingsbruder gewesen, und es hatte so viele Sommer gegeben, die sie miteinander verbracht hatten - wenn Joey und Logan im Urlaub waren, aber auch, wenn sie es nicht waren. Dann waren sie halt zu viert losgezogen. Das hatte es oft genug gegeben. Doch jetzt hatte Joey seinen Abschluss gemacht, und war erstmal auf Reisen gegangen, und Logan war - naja. Es war halt immer noch nicht gut. Die Szene, die Colin auf dem Abschlussball gemacht hatte, war Logan offensichtlich noch mehr auf den Sack gegangen, und auch, wenn es einen Moment lang so ausgesehen hatte, als würde etwas passieren - es passierte nichts, außer dass Logan nun noch mehr böse auf Colin war.
Natürlich hatte jeder gesehen, dass Colins Herz gebrochen war. Und während seine Mutter glaubte, dass er mit seinen Mädchengeschichten endlich zur Vernunft gekommen war, und jetzt die junge Dame gefunden hatte, die ihm mal zeigte, wo es lang ging. Doch Liam hatte ja etwas mitbekommen von dem, was auf dem Ball gelaufen war - und hatte seine Schlüsse gezogen. Und dann hatten sie drüber geredet, irgendwann, als Colin vor lauter Heimweh nichtmal mehr das Haus verlassen hatte ganze drei Tage lang. Das war dann zumindest ihr Wendepunkt gewesen, derjenige, der die Brüder wieder zusammengeführt hatte - irgendwie.
Tja, und deswegen waren die beiden Dearings jetzt auch zusammen, am ersten Schultag. Schon früh morgens waren sie losgefahren, um möglichst bald auf den Hof zurückzukehren. Die Pferde hatten ruhig im Hänger gestanden, und Heartbreaker war genauso froh wie sein Besitzer, endlich wieder dort zu sein, wo sie sich am Wohlsten fühlten. Ein bisschen war es, als würde sich ein Gewicht von Colins Brust lösen, als er sein Pferd in die gewohnte Box stellte und seine Sachen wieder dorthin zurückräumte, wo sie hingehörten. Dennoch grauste es ihm davor, sein Zimmer zu beziehen - denn dadurch, dass die Klassen so klein waren, konnte er mit einhundertprozentiger Sicherheit sagen, dass er sich mit Logan ein Zimmer teilen würde. Und jetzt war auch noch Ira weg, sodass er noch nichtmal mehr irgendeinen Rückzugsort hatte. Deswegen hatte er die Zeit im Zimmer so lange wie möglich herausgezögert, und hatte dann auch so wenig Zeit wie irgendmöglich dort verbracht, bevor er seinen kleinen Bruder zum Essen abholte.

Die Kantine roch wie immer köstlich, und obwohl die Dearings pünktlich kam, waren die meisten Tische schon gut gefüllt. Colin gab sein bestes, um nicht nach den altbekannten schwarzen Locken in der Menge zu suchen - und schaffte es nur, weil sein Magen knurrte, als hätte er seit Tagen nichts mehr gegessen. Aber zugegeben, er hatte das Kantinenessen wahnsinnig vermisst: es war womöglich mit das Beste, das er jemals gegessen hatte. Dieser Gedanke brachte immerhin ein kleines, schiefes Grinsen auf Colins Gesicht; ein Schatten dessen, was die Leute von ihm kannten, doch es war besser als der Rest des Sommers. Darüber, was die anderen über seine neue, etwas abgemagerte, schlabberige Erscheinung dachten, machte er sich lieber keine Gedanken.
"Und, freust du dich auch so drauf, wieder hier zu essen?", fragte Colin seinen Bruder, als sie sich mit Tabletts und Tellern bestückten. "Ich schwöre dir, für das Essen der Köchin würde ich sterben."



{ Rückblick | Essen mit Liam }

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Kantine   So Okt 07, 2018 8:17 pm

Phillip hatte lange gewartet, und lange gebangt, doch in diesem Sommer war es endlich soweit: dadurch, dass er sich auf der Ranch viele laufende Kosten hatte sparen können, unter anderem Auto- und Mietkosten, hatte er genug Geld gespart, um sich seinen langjährigen Traum zu erfüllen. Den Traum eines eigenen Pferds. Während die meisten, die ihn nicht allzu gut kannten, erwartet hätten, dass er sich ein spritziges Jungpferd kaufen würde, ein aufstrebendes Sportpferd wie Phoenix es war, hatte es für Phillip nur ein Pferd gegeben. Etálon war seit Jahren sein treuster Freund, und absolut das Pferd, von dem er immer geträumt hatte. Deswegen hatte er Sebastian im Jahr zuvor gebeten, den Wallach auf die Ranch zu holen, und deswegen war es keine Frage gewesen, dass er jeden letzten Cent in die Spardose gesteckt hatte, um ihn zu kaufen. Sebastian war nicht überrascht gewesen, und er hätte Phillip das Pferd wohl auch so überlassen, aber es war ihm wichtig gewesen, zu sagen, dass er sich sein erstes eigenes Pferd auch wirklich selbst erarbeitet hatte.
Und so war über den Sommer, während die meisten anderen irgendwo im Urlaub gewesen waren, dieser besondere Wallach in seine Hände gewandert, und seine Familie war um ein weiteres Tier gewachsen: nach Hamlet gehörte jetzt auch Etálon ganz offiziell dazu. Damit schien es nun endgültig so, als würde sich Lips Leben endgültig zum Guten wenden: nicht nur hatte er endlich jemanden gefunden, dem er vertrauen könnte, und dem er alles erzählen konnte, sondern er hatte auch noch seinen Traumjob und sein Traumpferd. Ein bisschen suspekt war es ihm noch, doch so langsam wurde es einfacher, nicht mehr darüber nachzudenken, was alles schieflaufen konnte, und es zu akzeptieren, dass keine dunklen Gedanken am Rande seines Bewusstseins lauerten, um von ihm Besitz zu ergreifen.

So startete Phillip auch viel entspannter in das zweite Schuljahr, als er es zuvor gewesen war. Den ganzen Tag schon lag ein kleines Lächeln auf seinen Lippen, was sogar Hamlet zu überraschen schien - der Rüde beäugte ihn schon den ganzen Tag skeptisch, aber das brachte Phillip nur weiter zum Lachen. Er verbrachte den Tag damit, den Stall zu kontrollieren; das war zwar auch Roberts Aufgabe, doch auch die Augen des berüchtigten Shelby konnten nicht alles sehen. Dazwischen hatte er etwas mit Etálon gearbeitet, und mit Phoenix - der würde im Laufe diesen Jahres bereit sein, um einen Auszubildenden als Reiter zu bekommen. Lip hatte einige Turniere mit dem Roten gemacht, und auch, wenn es weh tat: dafür war er da, um die Pferde verlässlich zu machen, vernünftig auszubilden. Doch während Phoenix nun endlich nicht mehr unberechenbar war, war er immer noch schwierig und anspruchsvoll, und so stand es aktuell eh auf der Kippe, ob Lip jemanden finden würde, dem er dieses Pferd anvertrauen wollen würde - zum Glück hatte er da ja ein bisschen mitzureden.
Mit diesen Gedanken machte er sich schließlich auf zum Duschen, ließ Hamlet im Cottage zurück, und machte sich nach einem kurzen Umweg über den Stall auf den Weg zur Kantine - auf dieses Abendessen freute er sich besonders, und nicht nur, weil es das erste gemeinsame Essen der Ranchbewohner sein würde. Nein. Sie würde da sein. Lips Herz schlug höher, sobald er an sie dachte, und er konnte das Grinsen nicht verkneifen, als er sie im Essraum erblickte, als er ihn betrat. Sie hatte den Sommer in ihrer Heimat verbracht, und er hatte sie vermisst, obwohl sie fast jeden Tag geschrieben und ziemlich regelmäßig telefoniert hatten. Bevor er sich also Essen holte, ging er von hinten auf sie zu, und hielt ihr schließlich in einer überraschend kindlichen Geste die Augen zu.

"Wer ist da denn?", fragte er, breit grinsend.


{ Gedanken | überrascht Rebecca }

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Luke Collins

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BeitragThema: Re: Kantine   Mo Okt 08, 2018 12:54 pm


Schulbeginn...für Luke war es allerdings eher wie ein ganz normaler Tag. Als Hufschmied hatte er auf der Ranch nun mal keine Sommerferien gehabt. Die Zeit auf der Ranch war allerdings langsamer vergangen als so wenig los war. Vielleicht lag es auch daran, dass Luke viel Zeit damit verbracht hatte sich zu fragen warum seine Exfreundin ausgerechnet auf diese Ranch gekommen war.
An dem Abend wo sie die Sicherung des Cottage gesprengt hatte, hatten sie sich noch einige Zeit unterhalten. Der Anfang war krampfhaft, doch mit der Zeit wurde es lockerer und es entstand eine richtige Unterhaltung draus. So hatten sie sich schon lange nicht mehr unterhalten, auch nicht während ihrer gemeinsamen Beziehung.
Während der Sommerzeit war Luke an den Wochenenden viel unterwegs gewesen um seiner Leidenschaft, dem Bull riding, nachzugehen. Recht erfolgreich war er sogar unterwegs gewesen. Nun stand eine Pause von ein paar Wochen an, gut für ihn, denn noch immer spürte er seine Rippen von dem Unfall von vor einem Jahr.

Nachdem er den Tag entspannt gestartet hatte war er in den Stall gegangen um seine Termine zu erledigen. Je nach Besitzer konnte er sich die Pferde einfach aus der Box nehmen oder musste eben Termine absprechen. Auf der einen Seite konnte er verstehen, dass einige Besitzer dabei sein wollten, auf der anderen Seite war es manchmal etwas ätzend einen Termin zu finden, der beiden passte.

Frisch geduscht hatte Luke sich auf dem Weg in die gut gefüllte Kantine gemacht. Es war schön wieder so viele Gesichter zu sehen. Die meisten schienen sich angeregt zu unterhalten. Nachdem der Teller des Cowboys gut gefüllt war suchte er sich einen ruhigen Platz. Diesen fand er bei der Pferdepflegerin Dana. "Darf ich mich dazu gesellen?" Fragend deutete er auf den freien Platz an ihrem Tisch.
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Liam Dearing

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Klasse : Inzwischen ist er in der Mittelstufe angelangt. Der Abschluss rückt also immer näher, auch wenn es noch einige Jahre dauern wird.
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BeitragThema: Re: Kantine   Mi Okt 10, 2018 2:59 pm

Irgendwie war es komisch, wieder hier zu sein. Aber das lag wohl daran, dass Liam hier mit seinem Bruder Colin war und sie nicht mehr einfach nur nebeneinander existierten. Auf dem Abschlussball hatte es eine Szene gegeben, die den Älteren deutlich mitgenommen hatte. Liam war nicht blind, natürlich hatte er etwas mitbekommen und der Streit, der zwischen ihm und seinem Bruder gestanden hatte, hatte es ihm nicht unbedingt leicht gemacht, damit umzugehen. Irgendwas war zwischen Logan und Colin gelaufen, was kein gutes Ende genommen zu haben schien. Am liebsten hätte er seinen Bruder während der Sommerferien bestimmt hundertmal in den Arm genommen, aber er hatte sich eben nicht getraut, falls das nur wieder triggern würde, dass der wieder auf ihn losging. Das hätte dem vielleicht gut getan, so depri, wie er gewirkt hatte, aber da war Liam das Anschweigen doch lieber.
Und dann hatte es die Zeit gegeben, als Colin schon gar nicht mehr das Haus hatte verlassen wollen. Da hatte es Liam doch nicht mehr ausgehalten und ihn mal auf die Sache mit Logan angesprochen. Sie hatten tatsächlich einfach nur geredet, Colin war nicht ausgetickt und hatte auch ihm keine Schimpfwörter an den Kopf gehauen. Stattdessen hatte er sich wirklich entschuldigt. Da hatte sich der Blonde dann doch nicht mehr zurückhalten können und Colin umarmt. Es war bei weitem vermutlich nicht das richtige Ende, aber es war schon mal ein Anfang. Ein Anfang, wieder da anknüpfen zu können, wo sie vor Jahren quasi ihre Bruderschaft aufgekündigt hatten, weil rausgekommen war, dass Liam eben auf andere Jungs stand.
So konnten sie wenigstens auch zu zweit den ersten Tag genießen, zumindest einigermaßen. Roxie war natürlich begeistert genug gewesen, um solange über den Hof zu flitzen, wie Liam gebraucht hatte, um Ash und dessen Sachen in den Stall zu bringen. Danach war sie auch friedlich in ihrem Körbchen im neuen Zimmer eingeschlafen. Lange hatte Liam sich dort nicht aufgehalten. Die Nervosität von Colin wegen eines bestimmten Zwischenfalls mit einem bestimmten Lockenkopf hatte er gespürt und deswegen schnell wieder nach ihm sehen wollen.

Am Ende waren sie einfach gemeinsam in die Kantine gegangen, die doch schon wieder gefüllt war. Sie roch mal wieder herrlich. Ob Colin direkt nach Logan suchen wollte oder lieber ihn genauso ignorieren, wie er es bei Liam bis letzten Sommer getan hatte? Kurz sah sich Liam selber um, konnte aber den 17-jährigen nicht entdecken. Vielleicht besser so. Es würde vermutlich noch in Streit enden. Er konnte es halt nicht wirklich ab, seinen Bruder so geknickt zu sehen. Und dass er das im Sommer miterleben musste, daran war Logan schuld, auch wenn er in bizarrerweise dem Jungen auch dankbar sein sollte. Ohne diesen bescheuerten Streit zwischen ihm und Colin, hätte es bestimmt kein Versuch, der Versöhnung gegeben. Bis jetzt hatte auch noch alles geklappt. Liam war sich nur nicht sicher, auf wessen Seite sich der Ältere stellen würde, wenn er Logan die Meinung geigte. Das war zwar nicht seine Art, aber für seinen Bruder tat er dann doch so einiges. "Und wie.", meinte Liam, als Colin ihn fragte, ob er froh war, wieder hier zu essen. "Nichts gegen Mums Kochkünste, aber Nudelauflauf esse ich lieber hier." Liam grinste seinen Bruder kurz an. Es war immer noch ungewohnt, ihm wieder so nah zu sein, ohne dass einer von ihnen direkt die Flucht ergriff, weil er dem anderen nicht ins Gesicht sehen wollte. Kurz fragte er sich aber auch, ob sein Bruder das Ganze eintauschen würde, wenn das bedeutete, sich wieder mit Logan zu vertragen. Tja, sie mussten sich halt beide wieder an einander gewöhnen.
Beladen mit seinem Essen, sah sich Liam wieder in der Kantine um. "Offensichtlich stehen nicht nur wir zwei auf das Kantinenessen, oder hast du schon irgendwo eine Lücke an einem Tisch gesehen?", fragte er dabei Colin und machte ein paar Schritte in den Raum rein, um nicht die Essensausgabe zu blockieren. Hier und da sah er bekannte Gesichter, hier und da aber auch ein paar neue. Mal sehen, wer alles in seine Klasse kam.


{Rückblick | Gespräch mit Colin}

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Brianna Conway

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Ausbildung : Ich trete hier meine Ausbildung zur professionellen Vielseitigkeitsreiterin an.
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BeitragThema: Re: Kantine   Do Okt 11, 2018 1:43 pm

Für Brianna war die Rückkehr auf den Hof eine Erleichterung. Generell war sie nicht oft zu Hause gewesen und wenn, dann auch nicht lange. Ihre Mutter hatte sich zwar über ihren Besuch gefreut, aber nachdem Brianna sich im letzten Jahr an die Weite, Offenheit und vielleicht auch den Luxus der Horizon Ranch gewöhnt hatte, empfand sie die zwei winzigen Zimmer, die ihre Mutter bewohnte, als beengend und luftabschnürend. Sie war nur wenige Tage geblieben, hatte sich die Sorgen ihrer Mutter angehört und einen Umschlag mit Geld zurückgelassen. Mehr Geld, als sie eigentlich geplant hatte, aber es war ihr falsch vorgekommen – auf der Ranch konnte sie ein Schulpferd reiten, wozu sollte sie also auf ein eigenes sparen, wenn ihre eigene Mutter noch in Armut lebte? Zähne knirschend hatte sie bloß gehofft, dass weder Moses noch Roy auch nur einen Cent davon zusehen bekämen. Ihrer Mum das zu sagen, war jedoch auch nicht in Frage gekommen.
Der Besuch bei Jeremy war hingegen die reinste Freude gewesen. Susanna und ihr Bruder schienen so glücklich zu sein, dass es sie fast eifersüchtig gemacht hätte. Doch das winzige Haus in den äußeren Bezirken von New Orleans, wo von Jazz und Gambo nicht mehr so viel zu spüren war, wäre nichts für sie. Sie brauchte mehr Leben, mehr Aktion. Auch die Aussicht, dass Jem und Susi bald Aktion durch ein Kind planten, war nicht verlockend gewesen. Nein, Brianna hatte die Ranch, die Pferde und den Nervenkitzel auf dem Parcours vermisst. Die wenigen Stunden Aufregung und Kribbeln mit dem Cousin von Susi, dessen Besuch sich mit dem ihren überschnitten hatte, hatten zwar diesen einen Akku wieder aufgeladen, aber waren auch nicht mehr gewesen.

So war sie nun wieder hier. In einer überfüllten Kantine auf der Suche nach einem Sitzplatz. Da sie schon in den letzten beiden Wochen wieder auf der Ranch gewesen war, hatte sie im Zimmer lediglich die Stallschuhe gegen Flipflops getauscht, ehe sie sich zum Essen begeben hatte. Ob neues Gepäck im Raum gestanden hatte, war ihr vollkommen entgangen. Einen leeren Magen zu haben, hatte Brianna noch nie gefallen. Kurz fiel ihr Blick über ihren Ausbilder und die einzige andere Schwarze, die sie im letzten Schuljahr auf der Ranch gesehen hatte, und ihre Augenbrauen schossen in die Höhe. Shelby war ein kleiner Rassist in ihren Augen und jetzt unterhielt er sich mit Joleen? Faszinierend. Und befremdlich mit einem Hauch Gruselfaktor. Obwohl es sie brennend interessiert hätte, was die beiden redeten, beschloss sie schließlich doch, dass Abstand zu ihrem Ausbilder keine schlechte Wahl sei. Sie hätte früh genug wieder mit ihm zu tun.
Jedoch sah sie auch niemanden ihrer Freude und musste so den Blick für andere Menschen öffnen. Wie für Damien, den Pferdepfleger zum Beispiel. Das wäre doch was. Unwillkürlich schwangen ihre Hüften ein wenig stärker, während sie sich ihren Weg zudem Tisch bahnte. Sie ahnte und wollte, dass sie seinen Blick auf sich zog, wollte das Kribbeln spüren, das sie in den letzten Wochen manchmal verbunden hatte. Auf ihre Lippen legte sich ein herausforderndes Schmunzeln und sie konnte den Schauer bei der Erinnerung an die ausgetauschten Zärtlichkeiten nicht verbergen. Zielstrebig trat Bri auf den freien Platz zu und beugte sich ein wenig vor. „Hey! Ist hier noch frei?“

[Rückblick. Kantine, bemerkt Robert und Joleen. Geht zu Damien]

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Zuletzt von Brianna Conway am Di Okt 16, 2018 10:23 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Okt 13, 2018 9:46 pm

Der Sommer war für Sebastian anstrengender gewesen als für die meisten anderen. Während sich die meisten den Sommer über erholt hatten, war er mit lauter Arbeit beschäftigt gewesen. Er hatte sich auf die Suche nach neuen Arbeitsmethoden gemacht, hatte neue Lehrpläne für die Auszubildenden und Trainingspläne für die Pferde erarbeitet. Und um Pferde hatte er sich gekümmert: nach einem Jahr hate sich erst wirklich herausgestellt, welche Pferde sich für die Arbit im Schulbetrieb eigneten und welche nicht. Nur die, die hier herein passten, wurden behalten, für den Rest suchte er bessere Heimaten, bei Einzelpersonen oder Reitställen, die jedes einzelne von ihnen so fördern konnte, wie er es brauchte. Und er kaufte die Pferde, die besser auf den Hof passten, in sein Konzept, wie die Jugendlichen es brauchten.
Und dann war da noch die Geschichte mit Rahel. Natürlich hatte er schon vorher Beziehungen geführt, mit anderen Frauen, die intelligent und gutaussehend waren. Doch noch nie hatte er jemanden getroffen, der so war wie sie: so faszinieren, mysteriös, und wunderschön. Sie war etwas ganz Besonderes, und sie hatte ihn in ihren Bann gezogen. Er kam nicht von ihr weg - sie pellte ihn aus seinen ganzen Schutzwällen und zeigte ihm eine neue Welt, und er brachte ihr neues Vertrauen und schenkte ihr all die Aufmerksamkeit, die sie forderte. Er fühlte sich wie ein Teenager, der die Liebe zum ersten Mal für sich entdeckte. Sie gingen auf Dates, sie gingen aus, sie verbrachten noch mehr Zeit miteinander als im vergangenen Jahr. Und auch, wenn Sebastian nicht bereit war, zuzugeben, was das war, das sie verband: er genoss jede einzelne Minute mit ihr und bekam auch einfach nicht genug.

So war es auch an diesem ersten Tag. Ganz egal, was es war oder was nicht, Sebastian war so an Rahels Nähe gewöhnt, dass er nicht bereit war, das aufzugeben, nur weil seine Schüler und Auszubildenden wieder zurück waren. Es war nirgends verboten worden, dass er eine Beziehung führen durfte, und er würde das auch nicht aufgeben. Klar, die Ranch war sein ganzer Stolz - aber er würde sein persönliches Glück nicht leichtfertig aufgeben. Er musste sich sicher sein, dass seine Beziehung mit Rahel es wert war; oder eben auch nicht. Aber es sollte noch nicht so weit sein, dass er sich rational entscheiden konnte - irgendwie war nichts rational, wenn es um Rahel ging.
Mit diesem Gedanken blickte Sebastian auf von dem Essen, das bereits vor ihm auf dem Tisch stand; er war einer der ersten in der Kantine gewesen, hatte das Buffett nochmal kontrolliert, und war dann selbst zum Essen gegangen. Bei ihm, wie fast immer, Rahel. Seine Augen fanden sie sofort, und er konnte sich ein schiefes Lächeln nicht verkneifen. Nichts war rational, wenn es um sie ging. Und vielleicht war gerade das das Wunderschöne an ihrer Beziehung.


{ Gedanken | Rahel }

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Dana Kelly

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BeitragThema: Re: Kantine   So Okt 14, 2018 1:24 pm

Da sie alleine an dem Tisch saß und somit niemanden hatte, mit dem sie sich unterhalten konnte. Aß sie in Ruhe ihr Essen und hing ihren Gedanken nach. Natürlich waren diese noch zu Hause. Doch ihre Gedanken drehten sich immer wieder im Kreis. Sie wusste das es nichts brachte darüber nachzudenken, denn ändern konnte sie es doch nicht, nicht einmal wenn sie es wollte. Aber da war schon das erste Problem sie wollte es nicht. Das Verhältnis zu ihren Freunden, würde sich bestimmt wieder verbessern, wenn sie dauerhaft nach Hause zurückkehren würde, da war sie sich sicher, auch wenn es dafür keine Garantie gab. Doch genauso sicher war sie sich, dass sie es sich nie verzeihen würde, wenn sie ihre Ausbildung abbrach. Dazu käme vermutlich noch, dass ihre Eltern enttäuscht wären und sie selbst ebenfalls. Also blieb ihr nur, sich damit abzufinden, im Grunde hatte sie wissen müssen, dass es sie Freundschaften kosten konnte, wenn sie ihre Familie verließ. Sie war ja nicht einmal nur in eine andere Stadt gezogen, sie war ja gleich auf einen anderen Kontinent gereist.

In ihren Gedanken versunken bemerkte sie nicht, wie sich jemand ihrem Tisch näherte. Daher schreckte sie kurz auf, als Luke sie ansprach. "Na klar", meinte sie lächelnd zum Hufschmied. Kurz überlegte sie, wann ihre beiden Pferde wieder dran waren mit Ausschneiden, beschloss aber dann, dass jetzt definitiv nicht der richtige Zeitpunkt dafür war. "Wie war dein Sommer?", fragte sie stattdessen um ein Gespräch zu beginnen.
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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Kantine   Di Okt 16, 2018 4:14 pm


Erst nachdem die Lehrerin sich gesetzt hatte, entdeckte sie ihren guten Freund Damien. Auch wenn das zwischen den beiden ein wirklich netter Zeitvertreib gewesen war, sie hatten beide gewusst das nie mehr daraus werden würde. Schon bevor sich etwas zwischen Rebecca und dem Bereiter angebahnt hatte, hatten sie und der Pferdepfleger ihre kurzweilige Affäre beendet. Es war besser gewesen Freunde zu sein und sie war froh, dass dies auch so gut funktionierte.
Wie sein Sommer war und ob sich zwischen ihm und Maureen alles geklärt hatte würde die tätowierte Lehrerin noch früh genug erfahren. Sie wusste nicht einmal ob die Grey - Erbin überhaupt ihre Ausbildung hier weiter machen würde. Im Stall hatte sie die Pferde allerdings nicht gesehen.

Während des Essens unterhielt Rebecca sich ein wenig mit den Schülern an ihrem Tisch. Die meisten freuten sich auf die Zeit und waren glücklich auf dieser Ranch sein zu dürfen. Becca wusste wie es ihnen ging, auch sie war froh gewesen eine Zusage von Holmes bekommen zu haben. Das Internat gab es zwar noch nicht lange, aber es machte seinem Ruf alle Ehre. Den Pferden ging es hier hervorragend, die Bedingungen für die Schüler waren mehr als überragend und so etwas spiegelte sich nun mal auch in den Noten der Klassen wieder, bei den meisten zumindest. So war es, dass Rebecca einen Moment lang nicht an besagten Bereiter dachte und sich somit gut ablenken konnte. Aus dem Grund zuckte sie kurz zusammen als ihr jemand die Augen zuhielt. Der Schreck wich schnell der Freude, denn sie nahm den Geruch seines After Shaves war und vernahm seine Stimme. Das lächeln auf ihrem Gesicht wurde breiter. Ihr Herz pochte verrückt unter ihrer Brust und die Schmetterlinge in ihrem Bauch schienen Loopings zu fliegen.
Sie sprang auf und fiel ihm freudestrahlend um den Hals. "Lip!" Es schien als würde eine Art Anspannung von ihr abfallen. Sie hatte ihn vermisst, gleichzeitig hatte sie sich um ihn gesorgt. Sie wusste nicht wie es um ihn und seine inneren Dämonen stand. Es war selten bis nie Thema in den Telefonaten, doch irgendwas verriet ihr, dass es ihm gut ging. "Ich habe dich vermisst." Lächelte sie an, während ihre Arme weiterhin in seinem Nacken liegen blieben und sie ihm einen zärtlichen Kuss auf seine Lippen drückte.

[Philip]

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Luke Collins

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BeitragThema: Re: Kantine   Fr Okt 19, 2018 11:44 am


Offensichtlich hatte Luke die Pflegerin aus ihren Gedanken geholt, denn er bekam mit wie sie kurz zusammen zuckte. Dankend setzte er sich dann zu ihr an den Tisch. Es wurde immer voller und die Plätze immer weniger in der Kantine. "Es ist wirklich ungewohnt, wie viel hier heute los ist." Es störte ihn nicht, aber nach sechs Wochen ruhe musste man sich erst einmal wieder daran gewöhnen. Schon in einigen Wochen würde hier alles seinen gewohnten Gang gehen und es wirkte wieder, als wäre es nie anders gewesen. "Mein Sommer? Er war ein bisschen von allem würde ich behaupten. Anstrengend, entspannend, heiß und manchmal sogar langweilig." Fasste der Cowboy knapp zusammen. Wenn er genau darüber nachdachte musste er sogar feststellen, dass es einer der langweiligsten Sommer seines Lebens war. Kein Sommer kam auch nur Ansatzweise an den heran, in dem er Skye kennen und lieben gelernt hatte und keiner war so schlimm, wie der in dem sie sich getrennt hatten. Skye... Kurz dachte er an die Lehrerin und automatisch suchten seine Augen nach ihrer Silhouette, doch er konnte sie nicht finden. Somit legte sich seine Konzentration schnell wieder auf Dana. "Ich war die Wochenenden zu Wettkämpfen gefahren und in der Woche bin ich meinem Job nachgegangen. Pferdehufe wachsen nun mal auch wenn alle anderen Ferien machen." Kurz lachte er und begann etwas zu essen. "Und? Wie war dein Sommer?!
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Thalia Jansen

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BeitragThema: Re: Kantine   Fr Okt 19, 2018 12:41 pm

Thalia war schon immer ein Weltenbummler gewesen. Obwohl sie ihre skandinavische Heimat liebte, gab es zu viel Rest der Welt, als dass sie sich dauerhaft an diesen Ort binden wollte. Dennoch war es ein komisches Gefühl, zu wissen, dass sie jetzt drei Jahre lang nur noch für Weihnachten und für den Sommer nach Hause zurückkehren konnte. Natürlich war es ein Abenteuer, und natürlich war sie es gewohnt, nicht oft zu Hause zu sein, wegen ihrer Wanderslust und auch dem Touren mit ihrer Band. Jedoch war es schon etwas deutlich anderes, ob sie jederzeit die Wahl hatte nach Hause zu gehen, oder ob sie sich zu einem dauerhaften Auslandsaufenthalt verpflichtet hatte.
Aber davon wollte sie sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Sie hatte Bob und Raija dabei, die ja schon seit Ewigkeiten ihre besten Freunde waren, und das machte es einfacher. Außerdem war Thalia kein Mensch, der zu Heimweh neigte. Vielmehr freute sie sich jetzt auf die kommende Zeit, und auf die Arbeit, die ihr nun bevor stand. Sie war schon am Tag zuvor angereist, hatte sich aber noch nicht viel mit ihrem neuen Wahlzuhause auseinandergesetzt: sie hatte sich um Bob und Raija kümmern müssen, dass sie sicher auf der Ranch ankamen. Während der Hund schon jetzt super entspannt war, hatte Raija die lange Reise nicht ganz so gut überstanden, aber mit der Ruhe, die sie nun hatte, ging es ihr schnell besser.
Und dann hatte sie sich selbst natürlich auch noch einrichten müssen. Den meisten Teil ihres ersten ganzen Tages hatte sie also im Stall und in ihrem Zimmer verbracht. Erst jetzt, zum Abendessen, stürzte sie sich auf die Masse. Dadurch, dass ihr der Hof den ganzen Tag ziemlich verlassen vorgekommen war, wunderte sie sich, wie voll die Kantine jetzt schon war. Überall schwirrten Schüler und Auszubildende durch die Gegend, und auch, wenn sie ein paar von ihnen schon einmal gesehen hatte, waren sie doch alle Fremde.

Alle?
Nein. Als Thalia sich etwas zu essen genommen hatte, entdeckte sie auf einmal jemanden, mit dem sie hier absolut nicht gerechnet hätte: Samu Kärkäinen saß an einem der Tische, in Mitte des Chaos und doch allein. Sie hatte ihn mal sehr gut gekannt, doch seit er nach Amerika gegangen war, um an einem Internat zu lehren, hatte der Kontakt abgerissen. Unglaublich, dass es sie beide ausgerechnet an das gleiche Internat getrieben hatte! Sie hätte niemals gedacht, dass das der Fall sein würde. Umso größer war ihre Freude: sie kannte doch jemanden! Das machte es viel einfacher, das erste Abendessen nicht seltsam zu machen. So machte sie sich auf den Weg zu ihm, und setzte sich ohne großes Ritual ihm gegenüber.
"Na sieh mal einer an, wie klein die Welt doch ist!", sagte sie, mit einem breiten Grinsen. Erst dann fiel ihr auf, wie anders er aussah: ausgemergelt und irgendwie traurig. Er hatte sein Feuer verloren. Ihr Grinsen verrutschte etwas, und sie konnte sich nur gerade so davon abhalten, direkt nachzuhaken - sie war sich nicht sicher, ob das noch okay war, ob sie ihn einfach so auf seinen Gemütszustand ansprechen konnte. Dafür waren sie eigentlich gar nicht mehr eng genug befreundet, deswegen behielt sie ihre Beobachtung erstmal bei sich und wartete die Reaktion des Musikers ab.


{ Gedanken | bemerkt Samu }

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Damien Lewis

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BeitragThema: Re: Kantine   Fr Okt 19, 2018 4:02 pm

Damien war nicht gerade erfreut drüber nach Hause zu kommen und doch, hatte er sich eine Woche genommen um mal wieder seine Schwestern zu besuchen. Diese hatten den Sommer bei ihren Eltern verbracht und so war auch er gezwungen gewesen, die Tage bei seinen Eltern zu verbringen, auch wenn er ein paar Stunden mit seinem Vater auf dem Baseballfeld verbracht. Auch wenn er immer noch das Zeug zu einem super Spieler hatte, wie sein Vater es ausruckte, waren ihre Gespräche ziemlich karg ausgefallen, da sich Damien nicht von seiner Leidenschaft abbringen lies. Er Atmete tief durch und war Froh, als seine Füße nach der Woche bei seinen Eltern und seinen Geschwistern, die er sehr vermisste und mit denen er viel Zeit verbracht hatte, wieder den Boden der HR betraten. Er ließ sich für einen Moment auf sein Bett in seinem Cottage gelegt und hatte die Ruhe genossen. Ehe er sich umgezogen hatte um sich sein Pferd und seinen Hund zu schnappen. Nach einem Ausgiebigen Training und einer gemütlichen Schritt und Trabrunde durch das Gelände hatte er seine Batterien wieder aufgeladen und war viel ausgelassen, wie noch vor wenigen Stunden.

Damien hatte sich schnell wieder eingelebt, doch Maureen hatte ihm sehr gefehlt, warum es wohl nicht sehr verwunderlich, dass ihm die junge Vielseitigkeitsazubine ins Auge gefallen war. Er wusste nicht was ihn geritten hatte, doch er liebte nun einmal das Abenteuer. Sie hatten sich sehr gut unterhalten, nicht nur über Pferde, sondern auch über das ein oder andere Thema. Er hatte sich erstaunlich lange im Griff, bis sie dann doch die ein oder andere Zärtlichkeit miteinander geteilt hatten.

Damien hatte seine Tägliche joggingrunde wieder aufgenommen und so, war er auch an diesem Morgen wieder unterwegs. Der Trubel hatte wieder eingesetzt, denn die Schüler und Azubis waren auf die Ranch zurück gekommen. Damien grüßte den ein oder anderen den er kannte. Legte seine Strecke dann aber mit Ash gemeinsam zurück. In seinem Cottage wieder angekommen, nahm er eine ausgiebige kalte Dusche, ehe er sich eine kurze Hose und ein T-Shirt angezogen hatte. Festes Schuhwerk gehört für ihn, Sommer wie Winter dazu. Ash hatte er gefüttert, der Rüde lag zufrieden in seinem Körbchen und Damien hatte kein schlechtes Gewissen ihn im Cottage zu lassen.

Damien betrat die Kantine früher als die anderen Gäste und somit konnte er sich in Ruhe das Essen ansehen. Er lud sich ziemlich viel auf den Teller und suchte sich seinen Platz. Groß zum Essen kam er allerdings nicht, denn der Trubel der ankommenden hielt ihn erst einmal vom essen ab und als er dann ein paar Bissen vertilgt hatte nahm er eine wohl bekannte Stimme wahr. „Für eine so hübsche Dame ist doch immer Platz“ meinte er und deute auf den Platz ihm gegenüber. Ihm war wohl bewusst, dass Maureen das bestimmt auffallen würde. Doch er machte sich jetzt noch keine Gedanken darüber, da es ja noch nicht eingetroffen war und wenn es so weit kommen sollte, konnte er immer noch überlegen, wie er sich aus der Situation raus manövrieren könnte.

[Rückblick | Essen | Bemerkt Bri | Beitet ihr Platz an]

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Kantine   Fr Okt 26, 2018 10:56 am

In einer perfekten Welt hätte Vincent sagen können, dass sein Sommer wundervoll gewesen war.
Immerhin hatte er mit ihm und Daniel in einem Bett geendet, eng ineinander verschlungen und nicht in der Lage, sich voneinander zu lösen. Doch dieses Glück, diese vorsichtige Annäherung, war dann auch relativ schnell unterbrochen worden: unterbrochen ausgerechnet vom traynorschen alljährigen Sommerurlaub. Statt also den Sommer mit seiner wiedergefundenen großen Liebe zu verbringen, war Vince wochenlang mit seiner Familie im Strandhaus eingesperrt. Das war für ihn früher mal ein Traum gewesen: denn er hatte den Sommer am Strand verbracht, auf Parties, bei Suarees, und eigentlich war er nie richtig nüchtern gewesen. Damals war er auch mit seinem Bruder noch viel besser klar gekommen; die Beziehung kriselte allerdings momentan. Ein kleiner Lichtblick: Alistair redete zwar möglichst wenig mit Vincent, aber er hatte auch ihrem Vater nichts davon erzählt, was zwischen Vince und Daniel in den letzten Wochen - oder generell irgendwann - vorgefallen war.
Manchmal, in ruhigeren Momenten, wunderte sich Vincent, ob Daniel das wert war; Vince war drauf und dran, die Beziehung zu seinem Bruder, seinem besten Freund, seinem engsten Vertrauten zu zerstören, und das nur, weil er verliebt war. War Daniel das wert? Vince wusste noch nichtmal, ob sie es dauerhaft miteinander aushalten würden. Klar, er hatte die letzten Monate möglichst viel Zeit mit ihm verbracht, und sie verstanden sich blendend. Aber würde das so bleiben? Immerhin war Vince nicht unbedingt der Typ, der sich binden oder am Boden halten ließ. Aber Vince kannte auch seinen Bruder: wenn Stairs sich aufregte, dann konnte er sehr schnell zur Dramaqueen mutieren - das hatten sie gemeinsam. Aber irgendwann würde er sich auch wieder einkriegen, und dann würden sie sich auch wieder zusammenraufen. Das dauerte zwar dieses Mal schon überraschend lange (so lange, dass Vincent überlegte, ob er selbst tatsächlich den ersten Schritt gehen sollte), doch wenn es so weit sein würde, dann war es halt so weit.
Und so lange tippelten sie halt auf Zehenspitzen umeinander her, in diesem Cottage, das mal wieder viel zu eng wirkte mit den ganzen Spannungen zwischen den Bewohnern. Vielleicht auch deswegen kam Vincent tatsächlich überpünktlich zum Essen: im Haus konnte er es nicht mehr aushalten, weil Alistair eine immerwährende, Funkensprühende Präsenz war, die ihn nicht mehr atmen ließ. Wo Daniel hinverschwunden war, wusste er nicht; in diesem Moment zählte eher, dass er aus dem Cottage kam, als zu wem er kam. Und so kam es, dass Vince tatsächlich alleine in der Kantine auftauchte, und auch erst nach einer kurzen Weile einen Platz fand, wo er sich hinsetzen wollte. Er war allerdings so in seine Gedanken vertieft, dass er erst bemerkte, neben wen er sich setzte, als er schon neben der gutaussehenden jungen Frau saß.

"Frau Doktor Verma” Vincent lächelte, als er diese Worte sagte, doch die Freundlichkeit war deutlich aufgesetzt: das Lächeln war bloß eine Maske, und seine Stimme ließ die Ironie durchschimmern, mit der er ihren Titel untermalte. Diese aufgesetzte Freundlichkeit war etwas, das man nur beherrschte, wenn man regelmäßig mit der britischen Oberschicht in Kontakt trat. “Ich hoffe, du hattest einen angenehmen Sommer.“


{ Gedanken | Gespräch mit Sheela }

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Rahel Goldman

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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Okt 27, 2018 9:40 pm

Rahel hätte sich einen Sommer wie diesen niemals vorstellen können. Die Schüler waren ausgeflogen, ebenso viele ihrer Pferde und auch die Azubis und Lehrer hatten sich Ferien unterschiedlicher Länge gegönnt. Sie selbst war auch kurz bei ihrer Familie gewesen, allerdings war es nur eine Stippvisite gewesen, um ihren Eltern die große Neuigkeit des Sommers zu berichten, sich ihre Ratschläge aber auch Glückwünsche anzuhören. Ihre Mutter hatte halb angedroht, halb angekündigt, dass sie sich den Hof und dessen Besitzer gern einmal ansehen wollte. Rahel war insgeheim froh, dass es dazu noch keinen Termin gab. Denn so ganz bereit, ihr neues Glück mit ihrer Familie zu feiern, war sie noch nicht. Zunächst einmal wollte sie wissen, ob ihr Weg und der von Sebastian tatsächlich parallel laufen sollten oder ob es nur ein Kreuzen war.
Sebastian – das war überhaupt die Sache des Sommers. Sie hatte viel mit Cayenne und auch mit Casanova gearbeitet, war ihren Kollegen zur Hand gegangen und hatte die Schulpferde, alt wie neu, bewegt, auch wenn sie nur vereinzelt Turniere angefahren hatten, aber zum ersten Mal seit Jahren verblasste beides ein wenig hinter ihrem persönlichen Glück.
Sie hatte nicht mehr mit einem Prinzen auf einem Pferd gerechnet, als sie auf die Ranch gezogen war und sich mit Sebastian angefreundet hatte. Sie wusste, dass die Hoffnung auf einen Prinzen tatsächlich unbegründet gewesen war, aber der exzentrische Hofleiter war für sie ziemlich nah dran. Zumindest das weiße Pferd brachte er mit und vieles mehr. Es war das Lächeln, das auf seinen Lippen lag, wenn sie nebeneinander aufwachten. Die kleinen Berührungen im Alltag, die Küsse auf ihr Haar, der warme Druck seiner Hand, wenn sie ausgingen. Die Tatsache, dass er sich gemerkt hatte, dass sie am Wochenende gern etwas Zimt in ihren Kaffee gab, nicht jedoch unter der Woche. Dass er ihr das Gefühl gab, abends auf sie zu warten, aber nicht zu erwarten, dass sich jede Minute nur um ihn drehte. Es war wundervoll, aufregend und Rahel wünschte sich, jede einzelne Sekunde, die sie mit ihm verbrachte, einkorken zu können.
So war es auch nicht verwunderlich, dass sie auch an diesem ersten inoffiziellen Schultag gemeinsam in die Kantine gegangen waren. Während Sebastian alles ein letztes Mal überprüft hatte – würde sie den Perfektionismus immer als so charmant ansehen? – hatte sie sich ein wenig egoistisch ihren Lieblingsplatz am Fenster gesichert und die Beine ausgestreckt. Den ganzen Tag über hatte sie im Stall geholfen, um die Rückkehr und Ankunft der zahlreichen Pferde koordinieren zu können. Inzwischen knurrte ihr Magen ganz gewaltig, aber sie wagte sich erst ans Buffet, als es für alle eröffnet war. Trotzdem waren sie und Holmes schon nahe am Nachtisch, als viele der anderen erst durch die Kantinentüren traten.
„Wird dir die Ruhe der Ferien fehlen?“, fragte Rahel und erwiderte das Lächeln auf Bastians Lippen automatisch. Wann hatte etwas zuletzt so sehr gekribbelt? Sie wusste es nicht, aber beinahe wurde ihre Lust auf den Schokoladenpudding durch eine ganz andere ersetzt. Es war, als seien sie wieder Teenager. Natürlich kannte sie es, verliebt zu sein. Aber jetzt fühlte es sich so viel richtiger an als je zuvor. Vorsichtig streckte sie unter dem Tisch das Bein aus, dankbar dafür, dass sie sich vor dem Essen beide umgezogen hatten, und fuhr mit ihrem Fuß sachte an seiner Wade entlang. Eigentlich hätte sie gern seine Hand auf dem Tisch ergriffen, wie manchmal in Restaurants, aber wirklich sicher, ob es Sebastian auch recht würde, wenn ihre Beziehung so offiziell würde, war sie noch nicht.


[Erinnerung | Kantine | Sebastian]

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Brianna Conway

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BeitragThema: Re: Kantine   Sa Okt 27, 2018 9:52 pm

Das Lächeln, das sich auf Briannas Lippen legte, hätte kaum koketter sein können. Sie wusste, dass es mit Damien nichts Ernstes werden würde. Das wollte sie auch gar nicht. Auf der Ranch genügten die wenigsten Männer ihren Ansprüchen und von den Frauen hatte sie noch keine getroffen, von der sie sich auch nur vorstellen konnte, dass sie auch nur an Experimenten interessiert sein könnte. Bri hatte hohe Erwartungen an eine Beziehung – sie wollte wirklich und bedingungslos geliebt werden, wie Tiana in ‚Küss den Frosch‘. Sie wollte einen Partner, der damit klar kam, dass sie schwarz war und dass sie um die Unterschiede, die immer noch zwischen den Ethnien gemacht wurden, wusste und gewillt war, das zu bekämpfen. Und gleichzeitig wollte sie Nervenkitzel. Mit einem langweiligen Spießer würde sie auch nicht klarkommen. Damien war vor allem eine gute Ablenkung gewesen. Er war Single, er war heiß und er wusste, was er tat. Und er tat jetzt, einige Zeit nach ihrem letzten Mal, nicht so, als sei sie Luft. Auch das rechnete sie ihm insgeheim sehr hoch an.
Natürlich hatte sie auch die Gerüchte gehört, dass er ihre Mitazubine Maureen, diese reiche, bleiche Schnöselin, von früher kannte und die beiden auch durch Gefühle verbunden waren. Aber das waren noch nur Gerüchte. Solange Damien andere Frauen mit in sein Cottage nahm – sie machte sich keine Illusionen, dass sie im Sommer die einzige gewesen war – war für sie klar, dass sie niemandem den Mann streitig machte. Und sie würde es ja auch nicht ausreizen, wenn Maureen tatsächlich Ansprüche auf den Pferdepfleger erheben würde.
„Ein Schmeichler, wie immer“, antwortete sie. „Wie geht’s den Pferden, die geflogen sind?“

[Damien]

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