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 Aula

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Aula   Fr Feb 23, 2018 6:08 pm

Vincent wusste gar nicht wirklich, wie es sich anfühlte, sich um jemanden zu sorgen. Seine Eltern hatte es nie interessiert, was er machte; und auch, wenn seine Nanny sich immer gut um ihn gekümmert hatte, war es doch nicht das Gleiche. Wenn ein Junge sich nichts sehnlicher wünschte, als Anerkennung von seinen Eltern zu bekommen, war es ganz egal, dass er eine Nanny hatte, die sich kümmerte, als wäre er ihr eigener Sohn. Und das veränderte einen - natürlich tat es das. Sein ganzes Leben hatte Vince den Egoismus, der laut sämtlicher Quellen über seine Familie schon seit Jahrhunderten quasi in ihrem Blut war, vorgelebt bekommen: da war es irgendwie klar, dass er selbst so geworden war, wie er war.
Und das war dann natürlich irgendwie problematisch, wenn er sich eigentlich für Daniel bessern wollte. Beziehungsweise, er wusste, dass er sich bessern musste, wenn er in irgendeiner Form mit Daniel eine Beziehung eingehen wollte - denn der war so viel besser als alles, was Vince jemals gewesen war, dass er so einen Nutjob wie ihn nicht verdient hatte. Aber Vince wusste nicht, wie das ging: er wusste nicht, wie man auf einen anderen Menschen Rücksicht nahm, oder wie man gut zu einem anderen Menschen war - wie man sich benahm wie eine gute Person. Und wie sollte er dann in irgendeiner Form der Richtige für Daniel sein? Er wusste es nicht. Wollte er es wissen?
Eigentlich nicht. Jedenfalls nicht an diesem Abend.

"Dein Glück, ja?", fragte Vince, und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wieder einmal ließ er seine Augen über sein Gegenüber gleiten - dieses Mal versteckte er seinen schmachtenden Blick aber nicht: denn es war offensichtlich, dass es jetzt um mehr ging, als nur darum, sich irgendwie wieder anzufreunden. Und Daniel war noch immer der einzige Mensch, für den Vincent jemals irgendwie gefühlt hatte, und das konnte man nicht mal eben so verstecken.
"Ich und vernünftig!" Vincent lachte, und leerte mit einem Mal seinen Drink. "Als ob ich jemals vernünftig werde!" Seine Augen blitzten dabei fröhlich - er war durchaus stolz darauf, dass er immer noch für unvernünftig gehalten wurde, und das, obwohl sein Dad ihm so scharfe Auflagen gegeben hatte. Denn eigentlich war Vince ein Freigeist, immer schon gewesen, und das wollte er auch eigentlich gar nicht ändern - nur hatte er im letzten Jahr lernen dürfen, dass das gar nicht mal so einfach war.
"Stimmt, wir sind ja hier, um uns hemmungslos zu besaufen" Das brachte Vince zum Kichern. "Was hattest du dir denn von diesem Abend erhofft, dass du allein gekommen bist?"


{ Gespräch mit Daniel }

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Aula   Sa Feb 24, 2018 11:41 am


Es war noch immer verwirrend wie schnell sich ein Mann in das Leben von Rebecca hatte schleichen können. Zumindest jemand der ihr wichtig war, jemand mit dem sie sich eine ernste Beziehung vorstellen können und nicht nur einfach ein wenig Spaß haben wollte. Die junge Frau war sonst immer eigenständig und vor allen unabhängig gewesen, vielleicht auch ein wenig zu stur um sich ernsthaft auf einen Mann einzulassen, aber Phillip war einfach anders und er verstand wie sie tickte. Beccas Blick lag auf besagten Mann, welcher sich mit ihr unterhielt und ihre Hand hielt als wäre es das normalste der Welt.

Damien riss sie mit seinen Worten aus den Gedanken und ihr etwas verwirrter Blick ging zu ihrem guten Freund. Das er sich die Party nicht entgehen lassen wollte hatte sie geahnt, aber nun war er hier...alleine und schien noch nicht lange vor Ort zu sein. "Schön dich zu sehen Damien, wie geht es dir?" Nachdem sie ihn mit einem lächeln begrüßte und auf eine Antwort wartete, war er auch schon wieder weg. Phillip und Rebecca teilten sich einen verwirrten Blick, bevor sie Damien noch einmal kurz hinterher sah, dieser verschwand aber über die Tanzfläche wahrscheinlich an die Bar. "Ich habe keine Ahnung was bei ihm los ist. Irgendwas oder wer schien ihn aus der Bahn geworfen zu haben." Mit ihrer freien Hand nahm sie ihr Glas in die Hand und trank noch einen Schluck, bevor sie es wieder wegstellte. "Ich glaube, ich habe den Grund gefunden." Mit ihrem Kopf deutete sie zur Bar, wo man sah das Damien sich zu einer Frau, welche Rebecca nur flüchtig vom Sehen her kannte.
Es freute sie wenn Damien offensichtlich jemanden gefunden hatte mit wem er sich gut verstand, aber warum warf sie ihn so aus der Bahn?

Rebecca hatte bereits aufgegessen und nippte zwischenzeitlich immer wieder an ihrem Cocktail. Die Aula füllte sich und auch die Stimmung stieg weiter an. Einige Grüppchen hatten sich an der Bar gesammelt, andere saßen noch an ihren Tischen und sobald die Tanzfläche erfüllt war würde diese sich sicherlich auch füllen.
[Unterhaltung mit Philip / beobachtet Damien]

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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Aula   Sa Feb 24, 2018 12:14 pm

Alkohol, er brauchte mehr Alkohol! Die Richtung in die sich das Gespräch, die Blicke und die Körpersprache entwickelte, gingen eindeutig in eine Richtung, die er nicht unbeschadet überleben würde, wenn er keinen bestimmten Pegel erreicht hatte. Daniel bemerkte den schmachteten Blick seines Gegenübers und das machte die ganze Lage nicht besser für ihn. Wie sollte er denn so vermeiden dem Mann nicht doch einfach zu überfallen, ihn aus dieser Aula zu schleifen, irgendwo hin wo sie alleine waren, ihm sagen wie sehr Daniel ihn liebte und dann wollte er ihn nur noch küssen.
Sein Halt war sein Glas in der Hand, welches eindeutig zu klein war um eine gute Ablenkung zu sein!
"Wie hätte ich an deine ungeteilte Aufmerksamkeit kommen sollen wenn du in einer Begleitung hier aufgetaucht wärst?" Neue Technik! Er wollte heute Abend kein Geheimnis daraus machen wie er über seinen Exfreund oder Exaffäre? - Was auch immer das damals zwischen ihnen war, dachte. Ein letztes mal würde er sich seinen Gefühlen hingeben, danach wurde dann an einem neuen Plan gefeilt.

Nachdem sie den Shot gemeinsam geleert hatten bestätigte Daniel die Aussage seines Gegenübers mit einem Nicken. Hemmungslos besaufen war eindeutig sein Plan geworden. Wie schnell sich so etwas doch ändern konnte. "Eigentlich war ich nur hier um den Pflichtteil hinter mich zu bringen und dann hatte ich mir überlegt einem naiven, sturem Mann, den ich schon länger kenne den Kopf zu verdrehen." Der Blick war erst aufs Glas gerichtet, bevor dieser vielsagend zu Vincent ging. Ob er auf dieses Spielchen eingehen würde?


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Maureen Grey

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Ausbildung : Bereiterin (Dressur)
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BeitragThema: Re: Aula   Sa Feb 24, 2018 12:38 pm



Er war charmant wie immer, da dies aber einfach in der Natur von Damien lag wunderte es die Grey Tochter gar nicht. Wieso er nun genau vor ihr stand wusste sie nicht, aber innerlich freute sie sich wirklich. Immerhin hatte sie immer positiv über ihn gedacht, war ihm nicht sauer nachdem er verschwunden war. Es störte sie nur das es keinen Abschied gab, wer wusste schon wie es sonst zwischen ihnen gelaufen war?
Als Kurzschlussreaktion hatte sie seine Nummer und jegliche Kontaktdaten gelöscht und er? Naja er hatte sich nicht gemeldet. Wie wichtig war Maureen ihm gewesen?

Abwartend sah sie zu ihrem Gegenüber, unsicher in dem was sie tun sollte, wollte sie doch eigentlich ihn, aber ebenso wollte sie nicht einfach wieder stehengelassen werden weil ihm einfiel das er woanders arbeiten wollte. "In meiner Gesellschaft gibt es viele, meist prunkvollere Bälle, auf so einem zu tanzen ist nicht wirklich etwas besonderes mehr." Er wusste genau wie sie tickte und beide wussten das diese Gesellschaft die sie 'ihre' nannte, nicht das war was Maureen über alles liebte. Für ihn hatte sie oft solche Veranstaltungen versäumt in dem sie ihren Eltern sagte sie fühle sich nicht gut. Kaum waren diese aus dem Haus, hatte sie sich zu dem Mann geschlichen, welchen sie so liebte.

Ja, sie hatte sich geändert. Sie war erwachsener, nicht mehr so naiv und war gebrochen worden. Natürlich verhielt man sich dann anders. "Und du? Hast du dich auch verändert?" Seine Antwort auf diese Frage würde wohl über den Verlauf des Abends entscheiden.
"Du meinst einfach von vorne anfangen bis dir wieder irgendein Grund einfällt mich einfach zurück zu lassen? Woher soll ich wissen, das sich diesmal etwas ändert Damien?" Sie war unsicher, ihr Herz schrie sie solle ihm diese verdammte Chance geben, er hatte im Grunde ja nichts falsch gemacht, aber dennoch war sie verletzt worden und den selben Fehler wollte sie nicht noch einmal machen. Wer wusste schon welche Hintergedanken Damien hatte, wollte er irgendwas aufwärmen oder wollte er wirklich sie? Dies sollte er ihr erstmal beweisen!
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Liam Dearing

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Klasse : Inzwischen ist er in der Mittelstufe angelangt. Der Abschluss rückt also immer näher, auch wenn es noch einige Jahre dauern wird.
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BeitragThema: Re: Aula   Sa Feb 24, 2018 3:38 pm

Liam saß an einem der Tische am Rande der Aula. Derzeit war er alleine und beobachtete nur die Menschenmassen um sich. Ein Date hatte er nicht und  jetzt noch jemanden zu fragen traute er sich nicht. Vorhin hatte er seinen Bruder gesehen, aber ihn auch inzwischen aus den Augen verloren. Ohnehin hatte er keine Lust, ihm jetzt schon auf die Pelle zu rücken. Die Ferien standen bevor und Zuhause würden sie bestimmt mehr als einmal auf einander treffen. Liam fragte sich nur, ob sie weiterhin einfach an einander vorbeigehen konnten oder er seinem Bruder bald genug auf die Nerven ging, dass dieser ihren Waffenstillstand brach. Hier gab es wenigstens genug Platz, dass sie sich aus dem Weg gehen konnten. Aber das war nicht das einzige, was ihm Bedenken gab, wenn er wieder an Lexington dachte. Da war noch sein Vater, der es auch nicht besonders gut aufgenommen hatte, dass sein Jüngster sich zu Männern hingezogen fühlte. Ihn würde er mit nichts mehr zufrieden stellen können, selbst wenn er über Nacht ein Einserschüler wurde. Seine Noten waren nicht schlecht, aber herausragend jetzt auch nicht. Wenigstens seine Mutter wäre stolz darauf, gerade nachdem er jetzt mit dem Springreiten angefangen hatte und schon Fortschritte machte. Am meisten würde es sie natürlich freuen, wenn ihre Jungs sich wieder verstehen würden. Daher waren die Ferien vielleicht die beste Möglichkeit, sich mit Colin endlich auszusprechen. Kurz ließ Liam seinen Blick wieder durch den Raum gleiten. Nein, hier war Colin nicht, er saß an keinem der Tische. Er stand auch nicht am Buffet oder war auf der Tanzfläche. Er sah nur Lehrer, Mitarbeiter und andere Schüler. Am Thresen entdeckte er Levanna aus seiner Klasse, die er nächstes Jahr jedoch nicht wieder im Unterricht sehen würde. Nach den Ferien würde Liam schließlich in die Mittelstufe gehen und sie noch in die Unterstufe. Der Fünfzehnjährige richtete seinen Hemdkragen. Ob es ihm dort gefallen würde? Das würde sich vermutlich noch erst zeigen. Hauptsache man würde ihn nicht wieder fertig machen, wie es Colin getan hatte. Aber vielleicht würde er auch einen Freund finden. Irgendwie freute er sich schon darauf, wenn er am Ende der Ferien wieder los fuhr. Und bis dahin hatte er wenigstens Roxi, mit der er etwas unternehmen konnte. Bei ihrer Energie würde er auf jeden Fall viel mit ihr anstellen müssen. Ein Grinsen schlich sich in sein Gesicht, als er an seine Bullterrierdame denken musste.

{sitzt alleine am Tisch | in Gedanken versunken | Anspielbar}

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Hund und Pferd von LuDa-Stocks auf Deavianrt
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Damien Lewis

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BeitragThema: Re: Aula   Mo Feb 26, 2018 10:39 pm

Damien fand die ganze Situation ganz schön verfahren. Er wusste ganz genau worauf sie hinaus wollte. Natürlich war er immer Charmant gewesen. Das war etwas, von dem er immer etwas verstanden hatte, dass es nun so schlimm sein sollte, ging ihm nun wirklich nicht in den Kopf, so war er ihr doch mehr als treu gewesen, wo sie es mit einander versucht hatten und er hatte damals wirklich das Gefühl gehabt, das aus dem, was sie teilten mehr werden konnte. Doch er hatte gewusst, dass es die falsche Zeit war, schließlich hatten ihre Eltern irgendwann Wind davon bekommen und hatten ihn, den ersetzbaren Pferdepfleger hochkant hinaus geschmissen. Klar hätte er weiter in ihrer Nähe bleiben können, doch er hatte sich gedacht, das ein sauberer Schnitt nicht so viel kaputt machen würde Das war ja ein super Plan du Trottel schalte er sich selbst zur Ordnung, er wusste, dass er extrem großen Mist gebaut hatte, aber was sollte er machen. Manche Dinge konnte man wohl nicht ändern.

Damien wusste nicht genau, was er auf ihre Frage antworten sollte. Er wusste, wenn er die Wahrheit sagen würde, könnte er sie damit endgültig vergraulen. Jedoch war er noch nie der Mensch gewesen, der eine Frau anlog, ja okay, vielleicht um die ein oder andere ins Bett zu kriegen, ging es ihm durch den Kopf, aber das war schon lange her. Er wusste, das Maureen die Wahrheit hören wollte, doch er wusste, das ihr diese nicht gefallen würde. Jedoch war sie in den letzten Monaten einfach kein Thema mehr für ihn gewesen. Jedoch, jetzt wo sie vor ihm stand, war sie für ihn wieder ein riesen großes Thema. Er schloss kurz die Augen und fuhr sich durch die Haare, er war immer noch in und her gerissen. Doch es brachte ihm nichts, länger hier herum zu stehen wie ein Ölgötze und nichts zu sagen.

Damien öffnete die Augen wieder und sah Maureen gerade heraus an. „Man könnte nicht wirklich sagen das ich mich groß geädert habe. Ich jogge viel mit Ash und stürze mich in die Arbeit. Hin und wieder hatte ich ein bisschen Spaß mit Rebecca, aber es war nie etwas ernstes“ meinte er und das ohne mit der Wimper zu zucken. Damien ballte langsam die Hände zu Fäusten und sah sie immer noch direkt an „Mein Gott Maureen. Du glaubst nicht ernsthaft das ich freiwillig gegangen bin?“ er wollte sie gerade nur anschreien und sie durchschütteln. Gab sie wirklich IHM die Schuld für etwas, das ihr Vater getan hat „Ich hatte keine andere Wahl. Sowas machen Menschen wenn sie ohne Kündigungsfrist gefeuert werden. Ich musste mir einen neuen Job suchen und das einzige was ich gefunden habe, nach zigtausende Absagen, war die Ranch hier“ er knirschte mit den Zähnen. Er war kurz davor sich einfach um zu drehen und sie stehen zu lassen.

Wieder strich er sich durch die Haare „Ich kann verstehen, dass du wütend bist und mich am liebsten auf den Mond schießen könntest. Ich kann dir nur sagen, warum ich gegangen bin und das es mir verdammt noch mal nicht leicht gefallen ist.“ Er hätte so viele entschuldigenden Worte vorbringen können, aber er war es leid sich zu entschuldigen für etwas, dass er vor 10 Jahren getan hatte. „Wenn du mir keine zwei Change geben willst, kann ich das verstehen, aber sag es mir einfach und ich werde dich nie wieder belästigen.“  Wieder fuhr er sich durch die gut gemachten Haare, ehe er sich zur Bar hin drehte und sich zwei Shots bestellte und dann seinen Sekt hinunter kippte. Er hatte nicht das Gefühl, dass es Maureen nochmal mit ihm versuchen würde, also könnte er sich auch hemmungslos besaufen und sich dann die nächst beste Singlefrau nehmen und sie mit in sein Cottage nehmen würde.

[Maureen | letztes Angebot | Shots und Sekt]

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BeitragThema: Re: Aula   Mi Feb 28, 2018 8:09 pm

Während sie einen der kleinen Hamburger zwischen ihrem Daumen und Zeigefinger hielt und eingehend betrachtete, hörte sie dem Kanadier schmunzelnd zu. „Kleine Wuschelmeter“. Da merkte man mal wieder, wie viel Kyle für Ponys übrig hatte – nämlich gar nichts. Wobei Isländer eigentlich Islandpferde hießen und somit nicht wirklich zu den Ponys zählten. Es sei denn man ging nur nach Stockmaß, dann waren sie doch wieder darunter zu sortieren. Wie dem auch sei, Ponys oder nicht, sie waren eben isländische Kultur und gehörten zu Island wie die Mustangs nach Amerika. Oder eben auch wie fermentierter Hai… eh, ja.
“Einen Urlaub ist Island auf jeden Fall wert. Jetzt nicht unbedingt wegen den kulinarischen Sehenswürdigkeiten. Steinalter gammeliger Hai ist eine von denen. Da wundert es mich nicht, dass ausschließlich Skyr es in die Welt geschafft hat.“, antwortete sie von der Beleidigung der Ponys unbeeindruckt. Stattdessen konnte sie nicht anders, als den Klugscheißer heraushängen zu lassen. “Und die Einfuhr von Tieren jeglicher Art ist streng geregelt, weil Island nunmal eine kleine Insel mit einem eigenen Ökosystem ist. Da kann man nicht alles Mögliche einschleppen wie man lustig ist. Was glaubst du, warum wir noch keine Kamelkrise haben wie in Australien? Ja, genau deshalb – und weil Kamele es in Island zu kalt finden, aber das ist Nebensache.“ Ok, vielleicht war Emmi als Klugscheißer doch nicht ganz so ernst zu nehmen. Zumindest heute nicht. Heute war ihr eigentlich auch gar nicht wirklich nach ernsthafter Konversation zu Mute.
Kurzentschlossen biss sie nun von dem kleinen Burger ab. Schmeckte gar nicht mal so übel… Was war sie froh, dass sie ihren Körper nicht so pflegen musste. Männer hatten es da schon etwas schwerer, um gut auszusehen. Aber Kyle bekam das ganz gut hin, soweit sie das beurteilen konnte.
“Wer weiß. Vielleicht durch das gute Klima in Kentucky? Gute Gene?“, antwortete sie lachend. Es war wirklich angenehm, sich einmal recht unkompliziert mit Kyle unterhalten zu können. Wenn man nicht gerade mit ihm arbeiten musste, war er ein recht erträglicher Gesprächspartner, fast sogar ein wirklich guter. Ob er wohl tatsächlich sowas wie ‚Spaß haben‘ kannte? So langsam zweifelte Emmi nicht mehr ganz so stark daran. Mal sehen, was der Abend noch so bringen würde.
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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Aula   Fr März 02, 2018 8:27 pm

Das Essen war - gelinde gesagt - ok. Vermutlich stammte es auch nur von irgendeinem x-beliebigen Caterer, der alles in rauen Mengen kaufte und dann nur einmal über dem Herd warmschüttelte, bevor in zwei Stunden das Verfallsdatum endete. Und wie jeder wusste, war ab diesem Datum alles definitiv tödlich. Kyles kritischer Blick mit dem er hin und wieder sein Essen betrachtete, sagte wohl am besten aus, was er davon hielt. Abermals wurde er daran erinnert, warum er es vorzog außerhalb zu essen. Ein Leben im Luxus hatte eben so seine Vor-, aber auch Nachteile. Aber unterm Strich mehr Vorteile. Auch Emilia schien von der Qualität des Essens nur bedingt überzeugt, was bei Kyle die Frage aufwarf, was sie sonst so aß. Offiziell war es immerhin auch den Mitarbeitern erlaubt die Kantine zu besuchen. Aber vermutlich war Emilia so jemand, der sich lieber jeden Tag selbst hinstellte und frisch kochte. Zumindest sah sie nicht so aus, als ob sie sich ständig mit Fast-Food zudröhnen würde und wenn doch, würde das immerhin erklären, warum sie mit ihrer sportlichen Karriere nicht vorankam.
Bei ihren Belehrungen über Island verdrehte Kyle nur missmutig die Augen. Es war nicht spaßeshalber, da seine Miene dabei ernst blieb, doch er polterte nicht los, wie er es vielleicht sonst gerne tat. "Oder weil Isländer Angst haben, dass aus ihren Zottelchen tatsächlich noch irgendwann richtige Pferde werden." Gangpferdeprüfungen waren ihm durchaus ein Begriff, aber er fand auch die Walker in Amerika mehr als seltsam. Ihm strampelten die meisten Dressurpferde ja schon zu viel.
Ordentlich legte er das Besteck zur Seite, nachdem er den Teller leer gegessen hatte. Eher eine spärliche Mahlzeit, aber er würde es wohl überleben. Als der Kellner vorbeikam schnappte er sich noch ein Glas Sekt, verzog wie schon beim ersten Glas die Miene, leerte es aber in einem Zug. Sekt war wirklich nicht das geeignetste um sich zu betrinken, schon gar nicht dieser Sekt. Und wenn er den Abend überleben wollte, brauchte er unbedingt etwas stärkeres.
"Ja, vermutlich liegt es nur daran." Sämtliche Seiten a la "Du bist nicht zu dick, du hast nur schlechte Gene" wollten einem immerhin suggerieren, dass es nur an den Genen lag und man gar nichts dafür konnte, das man untrainiert war. Aber Emilia behauptete ja immer von sich, sie schuftete genauso viel wie ihre Mitarbeiter, also wusste sie ja, wie sich Muskeln aufbauten. Doch würde er jetzt kaum seinen Trainingsplan herunterleiern, es bestand schließlich keien Auskunftspflicht. Obwohl Emilia oft genug die Dreistigkeit besaß, nach Dingen zu fragen, die sie besser nicht gefragt hätte. Zum Beispiel, ob er nach Feierabend noch einmal durchfegen konnte, wenn er schon der Letzte im Stall war. Als ob! Er war doch nicht der Kehrbursche. "Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich werde den Abend definitiv nicht überleben, ohne meine Sinne zu benebeln. Wünschen Madame auch etwas?" Ein Friedensangebot? Oder seit wann offerierte Mr Davison solche Großzügigkeit und bot an, einen Drink mitzubringen. Für eine Dame, bei der er nicht einmal gewisse Absichten haben konnte. Sollte. Haben dürfte... Nein, hatte er nicht! Es war ein Zeichen seines guten Willens.

{Emilia}

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BeitragThema: Re: Aula   So März 04, 2018 8:21 am


Emmi stellte gerade fest, dass ihr Gehirn gelegentlich Kyles Worte einfach ausblendete, wenn es nur Stuss war. Es war fast so als würde es alles in ein Einheits-Blablabla übergehen. Das war sehr angenehm, wenn er sich mal wieder auf der Arbeit beschwerte, warum er etwas machen sollte. Aber wenigstens ging es diesmal nur um isländische Wuschelponys.
Sie musste wirklich sagen, aus irgendeinem Grund mochte sie Kyle. Er war zwar der anstrengendste Angestellte, den sie hatte, weil er immer Widerworte hatte, doch er hatte etwas, das sie faszinierte. Manch anderer Chef hätte den talentierten Kanadier wahrscheinlich schon längst gefeuert. Aber wie gesagt, er hatte Talent und ein Händchen für Pferde, wie man es selten sah. Und trotz der Widerworte und der Auseinandersetzungen oder vielleicht auch gerade deswegen, hatte sie etwas für ihn übrig. Vielleicht erinnerte sie ihn ein wenig an ein ungezähmtes Pferd. Er tat eben am liebsten das, was er wollte. Und ließ sich nur ungern von anderen herumkommandieren oder sich gar deren Willen aufzwingen.
Nach kurzer Zeit, hatten sie beide ihre Teller geleert. Viel war es ja nicht gewesen. Das Buffet lud aber auch irgendwie nicht wirklich zum vollfressen ein. Es ging eher Richtung Snackbar. Als sie sah, wie Kyle die Bedienung abpasste und diese genauso fix wieder verschwand, verzog sie unzufrieden das Gesicht. Der Typ hätte das scheiß Tablett mit den Sektgläsern auch da lassen können! Ihr Gegenüber kippte wie auch schon das erste Glas in eins hinunter. Emmi war sich tatsächlich nicht sicher, ob sie das über längere Zeit mitmachen könnte. Von Sekt bekam sie viel zu schnell Kopfschmerzen. Gabs hier denn nichts Stärkeres?
Passend dazu bot Kyle sich an, ihnen Drinks zu holen. Moment! Der Kyle Davison, der sonst über jede Tätigkeit und sei es das Naseputzen diskutierte, bot an, ihr einen Drink zu holen? Da konnte man doch nur skeptisch werden. Aber vielleicht hatte er sich ja auch dazu entschieden, mal heute kein totales Ekel zu sein. Wer wusste das schon…
“Ohja, bitte! Ohne Alkohol stehe ich die Veranstaltung nicht durch.“, antwortete sie lachend, es klang beinahe etwas erleichtert. Vielleicht würde es ja wirklich noch ganz erträglich. Vielleicht wurde Kyle ja durch Alkohol auch etwas erträglicher. Wobei er sich eigentlich heute ganz schön zusammen riss. Sie war gespannt, was der Abend noch bringen würde.
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Levana Renouard

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BeitragThema: Re: Aula   So März 04, 2018 12:05 pm

Levana stand immer noch an der Bar, was ihr auf Dauer zu langweilig wurde. Außerdem wollte sie nicht irgendwelche Gespräche belauschen. Da nicht weit von ihr Damien und Maureen wohl eine heftige Auseinandersetzung hatte, nahm sie lieber ihre Beine in die Hand. Sie nahm also ihr Glas mit Orangensaft und hielt sich am Rande der Tanzfläche auf. Sie wusste nicht so genau, was sie hier eigentlich sollte. Klar sie hatte ein schönes Kleid an und sich die Haare gemacht, doch es hatte sie bis jetzt noch niemand wirklich bemerkt. Klar kein Wunder, wenn sie alle beschäftigt waren, dachte die Französin bei sich und schnaubte leicht. Es konnte doch nicht sein, das sie die einzige hier auf dem Ball war, der keine Begleitung hatte, ging es ihr durch den Kopf und wieder ließ sie den Blich schweifen.

Es dauerte etwas bis sie an einem Tisch einen Jungen aus ihrem Jahrgang sah. Sie musste etwas in ihrem Kopf kramen, bis sie sich an seinen Namen erinnerte. Sie Atmete kurz tief durch, ehe sie sich zu ihm gesellte „Ich hoffe es macht dir nichts aus, wenn ich mich zu dir setzte?“ fragend sah sie Liam an. Wenn er verneinen würde, könnte sie immer noch verschwinden, ging es ihr kurz durch den Kopf. Doch jetzt setzte sie sich erst einmal und nahm einen Schluck von ihrem Orangensaft. Levana hatte keinen großen Drang danach Alkohol zu trinken. Nicht, dass sie keinen trinken dürfte. Es war einfach nie ein Thema für sie gewesen, da ihre Eltern kaum Tranken, genauso wie ihre Großmutter.

Sie Atmete nochmals tief durch und sah Liam von der Seite an. „Ganz schön viele Paare die sich hier versammelt haben“ es war mehr ein Gedanken, den sie aussprach. Jedoch hoffte sie, irgendwie eine Konversation zum laufen zu bringen. Schließlich wollte sie nicht nur hier sitzen, etwas essen und trinken und dann wieder zu gehen ohne das sie einen schönen Tanz hatte oder sich amüsiert hatte oder eine gute Konversation geführt hatte. Wieder beobachtete sie die Tanzfläche und ihre Gedanken machten sich auf eine Reise, welche sie nicht beeinflussen konnte.

[Bar | bemerkt Damien und Maureen | Verlässt die Bar | Erblick Liam | gesellt sich zu ihm]

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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Aula   So März 04, 2018 6:32 pm

Warum genau er den Abend mit seiner verhassten Chefin verbrachte, wusste Kyle auch nicht so ganz. Aber er hatte sich vorgenommen - nachdem feststand, dass sie sich als 'Promdate', wie sich das hier schimpfte, trafen - nicht weiter darüber nachzudenken, um nicht den Glauben in sich selbst zu verlieren. Es war ihm schleierhaft, was ihn dazu bewogen hatte, auf Emilias Angebot, den Ball gemeinsam zu bestreiten, einzugehen. Eigentlich war zu dem Zeitpunkt im vollständigen Besitz seiner Sinne gewesen. Aber irgendwie war er leichtsinnig geworden, das erkannte er auch daran, dass er sich schon den ganzen Abend mit der Isländerin unterhielt, deren Kontakt er sonst entschieden mied. Gott sei Dank wohnten sie in unterschiedlichen Cottages, sonst wäre er irgendwann einmal ausgerastet. Aber in der letzten Zeit war es irgendwie komisch gewesen zwischen ihnen, irgendwie anders. Vielleicht lag es auch daran, dass Emilia ihm ein Friedensangebot unterbreitet hatte, dass sie beide davon abhielt, einander anzugiften. Weil keiner den ersten Bruch machen wollte. Doch früher oder später würde es wohl so weit kommen. Glaubte Kyle. Hoffte er fast. Andernfalls würde er sich wirklich Sorgen um sich selbst machen müssen.
In dem Moment, wo er Emilia nach einem Drink fragte und ihren leicht verblüfften Blick bemerkte, erkannte er, was er da eigentlich gerade gesagt hatte. Er lud sie auf einen Drink ein. Nein, falsch, die waren eh umsonst. Er holte ihr etwas zu trinken. Als wäre er ein Gentleman. Als wäre das hier wirklich ein Date. Doch bevor er seine Aussage revidieren konnte, willigte Emilia schon ein und er suchte das Weite. Erst später fiel ihm auf, dass er vergessen hatte zu fragen, was genau sie wollte. Vielleicht sollte er das Spiel auf die Spitze treiben und ihr einen Sex on the Beach mitbringen... Er entschied sich dann aber dagegen, das war zu - obszön. Stattdessen ließ er den Barkeeper irgendetwas zusammenmischen, indem er mit dem Finger auf Emilia verwies. Der Barkeeper grinste und zwinkerte Kyle zu, woraufhin der nur die Augen verdrehte. Wenn sie nicht aufpassten, gab es nach diesem Abend eine Reihe unschöner Gerüchte. "Für dich etwas mit Ananassaft?" Die Frage des Barkeepers, ließ Kyles Kopf herumfahren und wenn Blicke töten konnten, dann wäre von dem jungen Mann nicht mehr viel übrig geblieben. "Cuba Libre." In seiner Stimme lag ein warnender Unterton, der beinahe bedrohlich klang, als sich der Kanadier zu seiner vollen Größe aufrichtete und finsteren Blickes den Barkeeper bei seiner Arbeit beobachtete. Dieser hatte offenbar seinen Fauxpas erkannt und mischte eilig das Getränk zusammen.
Mit zwei Gläsern in der Hand und einem grimmigen Ausdruck im Gesicht kam Kyle an den Tisch zurück und setzte geräuschvoll die Getränke ab. "Schöner Gruß von dem netten Herr an der Bar." Seine Stimme strotzte vor Kälte und hätte vermutlich dem kanadischen Winter Konkurrenz gemacht, doch Kyle setzte nicht dazu an seinen Stimmungsumschwung zu erklären, prostete stattdessen Emilia zu und nahm einen großen Schluck Rumcola. Blieb zu hoffen, dass der vorwitzige Mann an der Theke ihr nicht sonst was in den Cocktail gemischt hatte.

{Emilia}

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BeitragThema: Re: Aula   Di März 06, 2018 5:32 pm


Schmunzelnd betrachtete Emilia das Geschehen. Wie Kyle zur Bar ging, auf sie deutete und der Barkeeper begann zu mixen. Ja, er hatte vergessen zu fragen, was sie wollte. Aber solange es nichts mit Sahne und/oder Kokos wurde, konnte sie sich mit allem begnügen. Dann schien der Barkeeper ihn zu verärgern, was Emmi kurz zum Lachen brachte. Mit einer definitiv düstereren Miene als beim Abgang kam er nun zurück. Den Cocktail identifizierte sie vorerst als Margarita, mal sehen wie er schmeckte. Was Cocktails anging hatte irgendwie jeder Barkeeper seine eigene Note. So kam es ihr jedenfalls vor. Und Emmi war doch recht engagierte Cocktailtesterin.
“Ich grüße ihn beim nächsten Gang zurück. Und ermahne ihn, netter zu dir zu sein.“, antwortete sie grinsend und schnappte sich ihren Cocktail. Oh, sie würde sich bestimmt innerhalb der nächsten Minuten einen zweiten holen. Einer reichte definitiv nicht, um sie schön beschwipst zu machen. Nur vielleicht… naja, es war schließlich eine Schulveranstaltung. Sollte man sich da auf Kosten der Schule betrinken? Schwierige Frage, doch das vernünftige Stimmchen in Emmis Kopf sagte „Nein“. Aber hielt sie das davon ab, sich hier bis zu einem bestimmten Pegel zu trinken? Nope! Seit wann war sie eigentlich so eine Schnapsdrossel? Wahrscheinlich fehlte ihr einfach der gute Einfluss von Samia. Seit sie weg war, hatte Emmi auch selten wirklich Gesellschaft außer ihrer Hündin. Eigentlich ganz schön langweilig. Vielleicht war sie deswegen auch so froh, dass ihr nervigster Angestellter sich dazu herabließ, Zeit mit ihr zu verbringen.
Schon bald trank sie den letzten Schluck ihres Cocktails und der Alkohol begann auch langsam zu wirken. Es war, als ob irgendjemand an der Schärfe ihrer Linse herumgestellt hatte. Alles war weicher, die Konturen, die Musik, die im Hintergrund lief.
“Denkst du auch, was ich denke? Ein Ortswechsel könnte nicht schaden. Ich dachte da so an die Bar. Es sei denn, der Barkeeper ist dir so unsympathisch, dass du lieber Abstand hältst. Ich brauche jetzt jedenfalls erstmal Nachschub.“, schlug Emilia nun vor und stand auf. Jap, es fing an zu wirken. Leicht, aber merkbar. Das war auch so eine der Unarten von Alkohol. Im Sitzen merkte man so gut wie nie etwas davon, aber sobald man aufstand… Doch noch war es nicht so weit, dass sie nicht ohne Probleme zur Bar stiefeln konnte.
An der Bar setzte sie sich elegant auf einen der Barhocker und lächelte den Barkeeper auf eine Weise an, wie man es eigentlich nur tat, wenn man mehr wollte als nur einen Drink. Zumindest hatte sie damit sofort seine Aufmerksamkeit geweckt, im Gegensatz zu dem armen Schüler, die vor ihr da gewesen war. “Doch kein Interesse an dem arroganten Modeltypen? Was darf ich dir machen?“, begrüßte er sie grinsend. “Das weiß ich noch nicht so genau. Aber zu einem Mojito würde ich definitiv nicht Nein sagen.“ Emmi zwinkerte dem Barkeeper zu und beobachtete ihn dabei, wie er die Zutaten in dem Longdrinkglas zusammen mischte. Den mit Minzblättern dekorierten Cocktail stellte er ihr mit einem “Vielleicht hilft das bei der Entscheidung.“ auf die Theke. Ja, vielleicht. In vino veritas. Im Wein liegt die Wahrheit. Sie trank zwar gerade keinen Wein, aber es kam auf das Gleiche heraus. Seit sie mit Kyle eine „Waffenruhe“ vereinbart hatte und keiner sie brechen wollte, war es erstaunlich entspannt mit ihm. Und irgendetwas hatte er an sich, das Emmi faszinierte. Er löste irgendein Gefühl in ihr aus, das sie einfach nicht deuten konnte. Nachdenklich nippte sie an ihrem Cocktail und sah sich um, ob er nun herüber kam oder sie wohl doch wieder den Weg zurück antreten musste.

xx Kyle x Bar xx
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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: Aula   Sa März 10, 2018 9:18 pm

Der Cocktail war ganz gut. Das, was er von einer Schulveranstaltung erwartet hatte. Genügend Cola und ein Schuss Rum. So in etwa. Es gab stärkere Sachen, aber auch schlechtere. Vielleicht wären Shots die geeignetere Wahl gewesen. Oder er hätte gleich eine ganze Flasche nehmen sollen...
Inzwischen hatten sich sogar vereinzelt ein paar Pärchen auf die Tanzfläche begeben und wippten im Takt der Musik. Wie unbedarft sie doch alle waren. Wie mittellos. Um dieses Elend zu ertragen würde er sicherlich drei Flaschen brauchen. Tequila ginge zur Not auch, wenn sie nichts hochkrätigeres am Start hatten. Die Hälfte seines Glases war bald leer, sodass er an sich halten musste, den Rest nicht auch noch hinterher zu kippen. Was war eigentlich mit diesem Barkeeper falsch gewesen? Skeptisch betrachtete er das Glas und drehte es in seiner Hand. Emilias Kommentar hatte er nur mit einem ebenso scharfen Blick kommentiert, den er zuvor dem jungen Mann hatte zukommen lassen. Ein Blick, der feindselig war und stark an jene erinnerte, die er ihr noch vor wenigen Wochen entgegengebracht hatte. Bevor sie sich auf diese lächerliche Waffenruhe geeinigt hatten und alles irgendwie aus dem Ruder gelaufen war. Kyle merkte wie er weich wurde und er hasste das. Alkohol lockerte bekanntlich die Zunge und beinahe hätte er seinen Plan, sich zu betrinken, über Bord geworfen, weil er fürchtete, zu viel zu reden. Er war sich nicht sicher, ob Emilia seine Akte kannte, immerhin war er kein Schüler, dessen kompletter Werdegang nachverfolgt werden musste. Vor Holmes hatte er dann dennoch das gespaltene Verhältnis zu seinem Vater und die elendigen Abschiebungen gestehen müssen. Und er hasste es, dass der Hofleiter eingeweiht war. Dass er damals weich geworden und auf sein Bitten eingegangen war.

Ja, ich halte lieber Abstand. Am liebsten hätte er Emilia genau das gesagt. Ein Ortswechsel war nicht unbedingt das, wonach es ihm stand und als sie sich erhob und davondackelte, überlegte er, ob er nicht einfach sitzen bleiben und seinen Frust in diesem Glas ertränken sollte. Das Glas, in dem nur noch Eiswürfel und Limetten lagen. Unter einem Seufzen erhob sich der fast 1,90m große Kanadier und folgte seiner Chefin an die Bar. Natürlich hatte er Barkeeper sie bereits belagert und die beiden schienen miteinander zu plaudern. Demonstrativ knallte Kyle das Glas auf die Theke, woraufhin er die Aufmerksamkeit des Bediensteten gewann. Sein Blick war noch immer hart und unterkühlt. "Ich glaube es wird Zeit für Whiskey." Unschlüssig sah der Barkeeper den Dunkelhaarigen an. "Tut mir Leid, Whiskey schenken wir nicht pur aus. Dürfen wir gar nicht, das ist eine Schulveranstaltung." Aha! Also nur schwache Cocktails. Kyles Blick verfinsterte sich - sofern das überhaupt noch möglich war. Er trat an die Theke heran, lehnte sich zu dem Barkeeper hinüber und betrachtete die Flaschen hinter ihm. "Dann lass dir was einfallen." Er hielt ihm das leere Cocktailglas hin. Würde er eben bis zum Morgengrauen brauchen, bis er betrunken war.
Kyle knöpfte sein Jacket auf, schälte sich raus und legte es neben sich, ehe er sich auf den Barhocker neben Emilia setzte. Es wurde zunehmend warm in diesem Raum, der von Musik und Stimmengewirr erfüllt war. Kurz darauf stellte ihm der junge Mann, fast ein wenig eingeschüchtert, das neu gefüllte Glas hin, das Kyle kritisch beäugte, ehe er es in die Hand nahm und damit an Emilias stieß. "Darauf, dass dieser Abend schnell vorbei sein möge."


{Emilia}

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BeitragThema: Re: Aula   So März 11, 2018 8:30 am

Als Emilia sich umdrehte, sollte sie nicht enttäuscht werden. Kyle marschierte in aller Modelmanier durch den Raum und auf die Bar zu. Einen klitzekleinen Moment ertappte sie sich dabei, wie sie schwach wurde. Man konnte ihm sein gutes Aussehen definitiv nicht absprechen. Es lud einfach zum Schwärmen ein. Kyle war einer dieser Typen, die man im Fernsehen oder in Zeitschriften sah und sich dachte, ganz nett, aber treffen wird man ihn eh nie. Und damit war die Überlegung dann leider abgeschlossen. Was sollte man denn tun, wenn dieser Traumtyp vor einem stand und leider nur schwer zu ertragen war? Wobei sich Emmi eigentlich sicher war, das irgendwo in ihm auch ein wenig Nettigkeit unter dem Sarkasmus steckte. Wer mit Pferden so umging wie Kyle, der konnte kein durchweg schlechter Mensch sein.
Grimmig setzte er sich neben sie. Nicht ohne vorher sein Jacket auszuziehen. Oh. Mein. Gott. Konnte er bitte aufhören alles so unverschämt sexy zu machen? Eine Jacke ausziehen zum Beispiel? Sie selbst sah dabei aus wie ein krepierendes Einhorn, aber nein, Mr. Perfect tat auch das als würde er es 200 Mal vor dem Aufstehen üben. Das lag bestimmt am Alkohol! Also nicht die Tatsache, dass Kyle äußerlich aussah wie aus einem Traum entsprungen, sondern die Tatsache, dass sie das im Moment so empfand. Eventuell machte sie Alkohol etwas… wie sollte man es ausdrücken… naja, rollig…

Kyles Forderung nach Whisky würde sie dennoch unterstützen. Aber da es eine Schulveranstaltung war… Langweiler! Naja, gut, das war besser als nachher eine Anzeige und zehn Alkoholvergiftungen zu haben.
Das leise Klirren der Gläser als Kyle seines gegen ihres stieß holte sie endgültig in die Realität und aus ihrer Schwärmerei heraus. “Skál! Und auf den obligatorischen Weltfrieden“, fügte Emmi lachend hinzu. Sie zog nochmal an ihrem Strohhalm und musste feststellen, dass ihr Glas schon wieder leer war. Oh, Mann… aber eine Pause war definitiv nicht drin. Stattdessen machte sie dem fidelen Barkeeper klar, dass es nochmal das gleiche sein durfte.
“Ich glaube, wir sind aber auch nicht zwingend verpflichtet, hier den ganzen Abend zu verbringen. Irgendwo habe ich noch einen mittelklassigen schottischen Whisky und die Cottages sind sowieso ausgestorben.“ Trotz Emmis gelegentlichen vom Alkohol geprägten Gedankenabschweifungen sprach sie klar und wirkte geradezu nüchtern. Doch die leicht schlirrige Sicht belehrte zumindest sie selbst eines Besseren – sie war definitiv schon gut angeschickert. In ihrem Ton mochte man eventuell ein nicht ganz jugendfreies Angebot erkennen, wenn man denn wollte. Doch das war es definitiv nicht, worum es Emmi eigentlich ging. Zumindest glaubte sie das… ein Teil von ihr glaubte das.

xx Kyle x Angebot xx
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BeitragThema: Re: Aula   So März 11, 2018 1:32 pm

Es war nicht zu verkennen, dass der junge Mann von der Bar offensichtlich einen größeren Schuss Alkohol in das Glas gefüllt hatte. Dieses Getränk, das stark an einen Capirinha erinnerte, schmeckte primär nach Alkohol und Zucker. Auf letzteres hätte Kyle getrost verzichten können und wenn er es sich recht überlegte, hatte er nicht wenig Lust einen Streit mit dem Barkeeper vom Zaun zu brechen. Doch dann stieß Emilias Glas gegen das Seine und er verwarf den Gedanken. Vielleicht war es besser, hier keine allzu große Szene zu machen. Würde er sich eben anderweitig abreagieren müssen. Boxen wollte er eh schon lange einmal wieder gehen.
"Willst du mir nun deine Sprache näher bringen, um die Chance zu erhöhen, dass ich in Zukunft deine Anweisungen befolge?" Sein Mundwinkel zuckte zu einem Grinsen, doch es verschwand wieder. Seine Stimmung war gerade einfach an einem Tiefpunkt angelangt, den er nur mit mehr Alkohol zu bewältigen wusste. Mit einem Blick auf die Uhr stellte er fest, dass es noch weit vor Mitternacht war und am liebsten hätte er seinen Kopf gegen die Theke gehauen. Gab es eine Vorschrift, wie lange sie hier anwesend sein mussten?
Als hätte sie sein Stoßgebet erhöhrt, formulierte Emilia denselben Gedanken, den er soeben gehabt hatte und schlug vor, diese Feierlichkeit hier zu verlassen. Überrascht zog Kyle eine Augenbraue in die Höhe, eigentlich hatte er nicht erwartet, dass die Stallmeisterin den Ball verließ ohne getanzt zu haben. Sie wirkte irgendwie wie eine typische Frau, die auf solcherlei Sachen stand. Andererseits - wirklich typisch war Emilia nicht. Sie war zierlich, gut 20cm kleiner als er, man sie ihr ihre nordische Abstammung an und irgendwie wollte sie nicht in das Bild der feierwütigen, primitiv wirkenden Amerikaner passen. Dafür war sie irgendwie zu - elegant. Aber genau das hatte ihn annehmen lassen, dass sie unbedingt wie die Eiskönigin über die Tanzfläche schweben wollte. Irgendwie hatte er keine Sekunde daran gezweifelt, dass sie tanzen konnte. Jede Frau konnte das.
Aber er würde sicherlich nicht derjenige sein, der darauf bestand. Wenn er es sich recht überlegte, war er nicht sonderlich scharf darauf, seine Vorgesetzte zum Tanz zu führen. Man musste die Gerüchteküche dieses Hofes nicht noch mehr schüren. Es reichte schon, dass über ein vermeintliches Verhältnis seinerseits zu Rahels ehemaliger Azubine Catalina Prinsloo gemunkelt wurde.
"Warum immer mittelklassig?", murmelte er fast mehr zu sich selbst, als zu Emilia. Aber schließlich leerte er sein Glas in einem Zug. Aufgrund seiner Körpermasse würde er ohnehin noch ein Weilchen brauchen, bis er ordentlich angeheitert war. Im Gegensatz zu Emilia, deren Alkoholpegel wohl zu steigen schien. Wie sonst war ihr Wunsch, mit ihm allein in ein Cottage zu gehen, zu erklären?
Kyle war zwar kein Samariter, aber er beschloss, die Isländerin wenigstens in ihr Zimmer zu geleiten, wenn dies ihr Wunsch war. Anschließend konnte er sich in seines verziehen und den hochkarätigen 40 Jahre alten Whiskey hervorholen, den er noch rumstehen hatte. Dann würde hier auf dieser Promnight wenigstens keiner Emilia an zwielichtige Orte verschleppen und ob es ihm nun passte oder nicht, er wollte nicht mehr, dass Emilia spurlos vom Erdboden verschwand, wie einst.
"Nun gut, gehen wir, wenn deine Schlafenszeit angebrochen ist." Er grinste sie nun doch leicht an, schob das Glas zurück und stand auf. Im Umdrehen griff er sich sein Jacket, draußen würde es vermutlich etwas kühler sein, aber a) mochte er es als Kandier ohnehin gerne etwas kälter und b) war das eine prima Gelegenheit, um sich von dieser Hitze hier zu aklimatisieren.
Langsam schlenderte er zur Tür, damit Emilia Zeit hatte, nachzukommen. Er wusste nicht, wie sich Alkohol auf ihren Bewegungsapparat auswirkte, doch er würde ihr hier jetzt nicht seinen Arm anbieten. Draußen angelangt sog er die frische Luft ein und das schwarze Hemd spannte sich über seiner muskulösen Brust. Die Stallmeisterin kam hinter ihm aus der Aula und so gingen sie hinüber zu den Cottages. Zu Emilias Cottage. Das er sich geschworen hatte niemals zu betreten.

{Emilia | COTTAGE -->}

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Aula   So März 11, 2018 8:50 pm

Sebastian und Rahel setzten sich hin, um zu essen, und unterhielten sich angenehm über Dies und Das. Rahel war tatsächlich die angenehmste Gesellschaft, die er seit langem gefunden hatte. Natürlich genoss Sebastian es stets, gebildete Gespräche zu führen, die sich oft lange nur um ein Problem drehte. Aber Rahel führte ihm vor Augen, dass auch eine entspannte, langweilige Alltagsunterhaltung interessant sein konnte. Er hing an ihren Lippen wie er sonst nur an den intelligentesten Professoren hing, und jedes Wort, das sie sprach, wurde von ihm auf die Waage gelegt und für wichtig empfunden.
Sebastian fragte sich oft, ob das, was er gerade mit Rahel erlebte, das war, wovon seine Mutter immer geredet hatte. Seine Mutter hatte immer gesagt, dass er nur den richtigen Menschen finden müsste, dann würde er bereit dafür sein, eine Beziehung einzugehen und sich endlich mal "auf den Boden der Tatsachen zurückzufinden". Seine Mutter hatte ihn für herablassend gehalten, weil er sich nie mit Banalitäten aufgehalten hatte: wenn er nichts wichtiges zu bereden hatte, dann redete er auch nicht mit den Menschen. Was für ihn zählte, waren Intellekt und Wissen, nicht das Wetter und eigentlich auch nicht das Befinden anderer Menschen. Natürlich hatte sich einiges geändert, sonst würde er nicht diese Schule leiten. Aber. Aber.
Lag das nicht auch an Rahel? Sebastian wusste es nicht, wie er so viele Dinge momentan nicht wusste. Aber er hatte auch mit der Zeit eingesehen, dass es Dinge gab, die er nicht wissen musste: Wissen war nicht immer alles. Dieser Gedanke brachte ihn zum Schmunzeln, und abermals wanderten seine Augen zu Rahel - sie war einfach atemberaubend, und er entschied, dass dieser Abend eine Wendung in ihrer Beziehung werden würde. Sobald der offizielle Teil denn dann beendet war. So wandte er seinen Blick ab, checkte seine Uhr. "Es ist Zeit. Wenn du mich kurz entschuldigen würdest.", sagte er zu Rahel, stand auf, und berührte sie zum Abschied kurz an der Schulter, damit er sie nochmal anlächeln konnte, bevor er sich zur Bühne und dem darauf befindlichen Mikro aufmachte.

Lampenfieber kannte Sebastian nicht. Wenn er etwas vorstellte, dann tat er es mit Überzeugung: er glaubte, dass das, was er sagte, richtig war und wichtig war, und das sorgte dafür, dass er es mit Selbstbewusstsein und ohne Unsicherheit oder Zweifel vorstellen konnte. Das war immer schon ein Vorteil für ihn gewesen, und auch jetzt war es für ihn kein Problem, vor der Masse der versammelten Schüler zu stehen, und zu reden. Der DJ drehte die Musik runter, und wie es ruhig im Saal wurde, drehten sich auch die Augen zum Direktor, der überraschend elegant aussah in seinem ausgefallenen Anzug.
"Liebe Schüler, liebe Kollegen, wenn ich einmal um eure Aufmerksamkeit bitten dürfte", sagte Sebastian selbstsicher, und nahm den Umschlag entgegen, der ihm auf die Bühne gereicht wurde. "Es ist an der Zeit, den letzten offiziellen Teil des Abends einzuleiten, und euch dann die Tanzfläche zu lassen. Da geht es darum, dass wir ja noch das Königspaar des Abschlussballes krönen müssen. Auf allgemeinen Wunsch hin, sind dafür alle Bewohner dieser Ranch angetreten, jeder konnte aufgestellt werden - nicht nur Schüler." Er wusste schon, was in dem Umschlag stand, und so wurde sein Lächeln breiter. "Deswegen freut es mich jetzt umso mehr, das diesjährige Paar zu krönen, das erste Abschlussballkönigspaar der Horizon Ranch. Ich bitte um einen riesigen Applaus für:", er baute eine letzte Kunstpause ein, indem er den Umschlag öffnete, "Phillip Meehan und Rebecca Morgan! Bitte kommt nach vorn und holt euch eure Krönchen ab!"
{ Rahel | KRÖNUNG DES BRAUTPAARS }

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BeitragThema: Re: Aula   Mo März 12, 2018 12:44 pm

Das schönste an Samu war wohl, dass er Sarah immer zum Lachen brachte. Er war einfach ein unglaublich positiver Mensch, und war zudem auch noch mit richtig gutem Humor gesegnet worden. Da war es irgendwie klar, dass sich auch Sarahs Lebenseinstellung ein Stück weit verbessert hatte: wer den ganzen Tag mit guter Laune umgeben war, konnte nicht anders, als selbst irgendwann besser gelaunt zu sein. Klar war es manchmal schwierig: dann nämlich, wenn Samu mal wieder den von Sarah wahrgenommenen Ernst der Situation nicht sah, und sie sich nicht ernst genommen fühlte. Da wurde es manchmal schwierig. Aber ihr war auch bewusst, dass sie noch nicht allzu lange zusammen waren, auch wenn es sich wie eine Ewigkeit anfühlte, und dass sie sich beide immer noch ein Stück weit aneinander gewöhnen mussten. Also war sie guter Dinge, dass das auch irgendwann nochmal besser werden würde.
Außerdem blieb es ja auch die Ausnahme. Die meisten Tage, so wie an diesem, war es einfach ein entspanntes, wunderbares Miteinander, das jeden Moment lebenswert machte. Sobald Samu da war, wurde einfach alles ein bisschen schöner, das konnte sie nicht leugnen. Deswegen kam ihr auch dieser mehr als durchschnittliche Mittelklasse-Ball wie ein schönes Event mit gutem Essen vor: weil ihre Begleitung einfach überdurchschnittlich klasse war. Während Samu und Sarah zum Tisch zurück gingen, noch immer lachend, blickte sie sich um, sah ihre beste Freundin, die sich mit dem Stallburschen unterhielt. Ob das wohl der Stallbursche war? Sarah hatte sich damals nicht übermäßig für die Geschichte interessiert, und mittlerweile bereute sie es, dass sie früher nicht so genau zugehört hatte. Sie versprach sich einmal mehr, dass sie ihr Verhalten bessern und eine bessere Freundin sein würde.

Das Paar setzte sich, und sie begannen zu Essen. Das Essen war tatsächlich relativ gut - aber das kannte Sarah ja auch von der Kantine. Holmes konnte man vieles nachsagen, aber nicht, dass er ein Mensch war, der keinen Wert auf Qualität legte. Da hatte sie also nichts zu Meckern. Dennoch kam die Rothaarige nicht umhin, ihre Meinung klar zu äußern, als Samu sie danach fragte, wie sie den Ball fand.
"Es ist okay. Nichts überragendes. Ich hab in meinem Leben sehr viele Edelgalas gesehen, und an keine davon kommt diese Landveranstaltung hier ran." Sie klang in dem Moment wie die verzogene Zicke, als die sie galt, aber dann glitt wieder ein Lächeln über ihre Züge. "Aber ich finde,
man sieht, dass das mit viel Liebe erarbeitet worden ist."

Bevor sich einer der Beiden weiter dazu äußern konnte, begann Holmes seine letzte Rede. Sarah hielt nicht viel von diesen komischen Traditionen von Promking und Promqueen. Sie war natürlich damals selbst gekrönt worden, aber auch da war es für sie keine überragende Leistung gewesen: eine überragende Leistung war es, ein schwieriges Rennpferd zum Sieger zu machen, oder mit einem Araber eine hohe Dressur zu gehen. Das hier, das war eigentlich nur Affentheater. Aber wenn den Kindern das doch gefällt, dann sollte es auch gemacht werden. Immerhin sollten die hier nach Möglichkeit ihre gesamte Jugend verbringen.
Umso überraschter war Sarah, als sie hörte, dass das Paar eben nicht aus den Rängen der Jüngeren kam, sondern aus den Erwachsenen. Erstaunt drehte sie sich zu Samu, und blickte ihn mit großen Augen an. "Kannst du das glauben? Ich wusste ja, dass der Wettbewerb für alle offen ist, aber damit hätte ich nicht gerechnet!"


{ Gespräch mit Samu }
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Maureen Grey

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BeitragThema: Re: Aula   Mo März 12, 2018 3:24 pm



Abwartend sah sie ihren Schwarm an. Sie hatte sich nie etwas anderes gewünscht als wieder in seinen Armen zu liegen, kannte sie doch den Damien, den nicht jeder zu Gesicht bekam. Und nun? Jetzt wo sie ihn einfach greifen könne wurde sie von der Angst geplagt. Das was mit ihm so schön begonnen hatte, war mit einem bitteren Beigeschmack geendet. Was für Sie viel schlimmer war, als die Tatsache das er gegangen war, war die Tatsache das er sich danach nie wieder bei ihr gemeldet hatte. Gemeinsam hätten sie einen Weg finden können, da war sie sich mehr als sicher.

Seine Aussage riss Maureen aus den Gedanken. Hatte er ihr grade wirklich gesagt mit wem er hier auf dem Hof schlief?! Sie war eindeutig überrascht darüber. Natürlich wusste sie, dass er sicherlich seinen Spaß haben würde, aber das er ihr mitten ins Gesicht sagte mit wem er schlief?! Und das direkt wenn er versuchte um sie zu kämpfen?! Ob die Taktik so gut war?

"Ich weiß das du damals nicht freiwillig gegangen bist Damien. Mein Vater hat mir alles erzählt. Es geht mir auch nicht darum das du gegangen bist, sondern darum wie du es getan hast. War es so schwer sich nochmal zu melden oder mir zu antworten?" Sie hatte ihm noch zwei dreimal eine Nachricht geschrieben mit der einfachen bitte sich bei ihr zu melden, darauf war nie eine Antwort gekommen. War es daher nun verwunderlich, dass sie sich nicht sicher war ob er eine Chance richtig nutzen würde?

Nachdem sie ihn dabei zugesehen hatte, wie er die Shots und den Sekt wie Wasser herunter kippte griff sie einfach nach seinen Händen und ging einen kleinen Schritt auf ihn zu. Die Grey Tochter wollte nicht dabei zusehen wie Damien sich nun betrinken und dann wahrscheinlich mit einer anderen abziehen würde. "Damien..." sie stockte kurz, atmete tief an und sah ihn dann in die Augen. Eine ihrer Hände ließen seine los und legte diese an seine Wange. "Es ist nicht so das ich dir keine Chance geben möchte, ich mein es lässt sich nicht leugnen das ich noch immer Gefühle für dich habe, aber ich habe einfach Angst." Mit diesen Worten ließ sie ihn los und trank etwas von ihrem Sekt.
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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Aula   Mo März 12, 2018 3:24 pm

Vincent fühlte eine Wärme in sich, die definitiv nicht von dem Alkoholpegel kam, der langsam aber sicher in ihm anstieg. Es war etwas, das er lange nicht mehr gefühlt hatte, und auch, wenn er das nicht zugeben würde, verunsicherte ihn das. Wenn er so mit Vincent sprach, fühlte er sich wieder wie ein junger Student, der nicht wusste, was er mit seinem Leben anfangen sollte. Dabei hatte er das Studium schon lange hinter sich gelassen. Er hatte jetzt einen Job, er war von Zuhause weg, und verdiente sogar mehr oder weniger seinen eigenen Unterhalt (auch, wenn die meisten seiner Ausgaben immernoch von der von Daddy gesponserten Kreditkarte abgingen). Er war selbstbestimmt, erwachsen - er war fast dreißig! Da konnte es doch nicht angehen, dass er es nicht hinbekam, sich gegenüber Daniel so zu benehmen.
Dennoch war es so. Alles, was Daniel tat, was ihn ausmachte, warf Vincent aus der Bahn. Dieser Mann war alles und mehr, was er sich je erträumt hatte. Und er war sich eigentlich so sicher gewesen, dass diese Zeiten vorbei waren, die Zeiten des Ausprobierens und die Zeiten der wilden Gefühle. Er war davon ausgegangen, dass er irgendwann ein hübsches, britisches Mädchen aus einer reichen, altenglischen Familie heiraten würde, die er mochte, die aber im Grunde den Vorstellungen seiner Familie entsprach, damit er weiterhin an seinen Teil des Traynor-Geldes kam. So wie Alistair, der offensichtlich der süßen kleinen Ärztin aus der Hand fraß. Aber nein: stattdessen war es Daniel, immer noch Daniel. Und Vince wusste doch, wie sein Vater dazu stand. Er wusste doch, was er sich selbst gesagt hatte, was er aus seinem Leben machen wollte. Doch er konnte es nicht verhindern, dass er sich wieder fühlte wie dreiundzwanzig und auf der Uni, als er von der Macht seiner Gefühle in die Ecke gedrängt worden war.
Das konnte er eigentlich nicht noch einmal passieren lassen.

Vielleicht würde irgendwas anders sein, wenn sie es nochmal versuchten. Vielleicht war es gar nicht so gut, wie sie sich erinnerten. Diese Gedanken hegte Vincent, als er den Shot runterspülte, den sie sich gemeinsam bestellt hatten. Und dann, dann sagte Daniel diese verhängnisvollen Worte, die die Wärme in Vincents Magengegend in eine Hitze verwandelte, die er nicht mehr ignorieren konnte. Er wusste, dass es töricht war. Und er wusste, dass alles, was er fühlte, zu viel war, um geleugnet zu werden. Dafür hatten sie sich jetzt zu lange miteinander abgegeben, ohne dass Vincent der Anziehungskraft des Jüngeren hatte entkommen können. Wie sollte es weitergehen? Er wusste, wenn er jetzt darauf einstieg, dann würde er das nicht mehr rückgängig machen können. Dann wäre er doch wieder schwach geworden, obwohl er das nicht hatte werden wollen.
Auf der anderen Seite - war er nicht schon schwach, seit er das erste Gespräch mit Daniel angefangen hatte?
Ein Grinsen zog sich auf seine Züge, das nichts anderes widerspiegelte als Verruchtheit. Plötzlich schien jede Entfernung zwischen Daniel und ihm zu viel, und er lehnte sich näher zu ihm. "Ach wirklich? Naiv also? Was erweckt den Eindruck in dir?" Bevor Daniel antworten konnte, bemerkte Vincent, dass Sebastian auf die Bühne kletterte, und die Musik ausging. "Na, sieh mal einer an - deine Chance ist gekommen!"


{ Gedanken | Flirt mit Daniel }

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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Aula   Mo März 12, 2018 5:48 pm


Während Daniel noch darüber nachdachte ob es nun gut oder schlecht gewesen war mit offenen Karten zu spielen, nippte dieser noch einmal an seinem Drink während er sein gegenüber genau beobachtete.
Er versuchte seine Körpersprache zu deuten, was durch den steigenden Alkoholpegel gar nicht mal so einfach war. Außerdem dachte sein Kopf durch den Alkohol bedingt eher an den gut gebauten Körper unter dem Anzug anstatt darauf zu achten welche Informationen die Körperhaltung eventuell geben würden. In den letzten Wochen hatte Daniel sich immer wieder dabei erwischt, wie er darüber nachdachte ob Vincent noch immer so gut gebaut war wie er es in Erinnerung hatte, aber in dem Punkt war er sich fast komplett sicher, das dem so war.

Beide wussten das dieser Abend nicht gut enden würde, beziehungsweise einer von ihnen, wenn nicht sogar beide würden es am nächsten Tag wahrscheinlich bereuen. Zumindest Daniel wusste das er es tun würde und es war ihm egal. Nun wollte er sich einmal einer seiner Sehnsüchte wenn sie zum greifen nah war, hingeben. Immerhin war hier die Rede von dem Mann der ihm als letztes wirklich wichtig gewesen war. Alle anderen die danach gekommen waren, hatten ihm nie so viel bedeutet wie Vincent.

Die Frage von Vincent war wahrscheinlich berechtigt, doch bevor Daniel richtig antworten konnte ergriff der Direktor der Schule das Wort. "Jeder von uns ist doch ein wenig naiv." Damit beendete er dann auch das Thema, bevor er so tat als würde er sich nur auf die Rede unterhalten. In seinem Augenwinkel war natürlich immer noch der so anziehnde gut aussehnde Mann. Etwas erstaunt über das Ergebnis schaute Daniel kurz zu besagten Paar welches 'gewonnen' hatte, bevor er sich dann doch wieder um wesentlich wichtigeres kümmerte...und zwar um Vincent.

Als Daniel sich wieder zu ihm drehte war er ihm etwas näher gekommen. Das ließ sein Herz schneller schlagen. Er fühlte sich wie ein Teenager, welcher grade dabei war kurz vor seinem ersten Kuss zu stehen, aber dem war nicht so. "Diese Chance sollte ich wohl gut nutzen." Der Blick war auf die Augen von Vincent gerichtet während Daniel den Abstand zwischen ihnen noch verkleinerte, so nahe war er ihm lange nicht mehr gewesen und schon gar nicht gewollt. Das am Tag seiner Ankunft war nämlich alles andere als gewollt gewesen. Doch diesmal wollte er es und offensichtlich hatte auch Vincent nichts dagegen. Aus dem Grund zog Daniel den älteren zu sich und küsste ihn einfach. Diesmal war es aber kein Kuss der nur den Hauch einer Sekunde ging.

Die Gefühle hatten offensichtlich einen Kurzschluss in seinem Gehirn ausgelöst, was sonst hätte ihn dazu gebracht seine alte Liebe nun einfach vor aller Welt zu küssen?! Er hatte ihn den Kopf verdrehen wollen, ja...das war sein Ziel gewesen, aber sicherlich nicht direkt mit irgendeinem überstürzten Kuss!

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Aula   Di März 13, 2018 12:47 pm

Phillip nahm sich einen Moment, um in sich hineinzuhorchen, und stellte fest, dass er sich wohlfühlte. Er war zufrieden, mit sich, mit der Situation, mit seinem Leben. Das sollte eigentlich nichts neues sein, und dennoch überraschte es ihn: eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, dass es jemals irgendwas anderes geben konnte, als das nagende Gefühl in seinem Hinterkopf, nicht gut genug zu sein. Die Dämonen, die ihn seit seiner Kindheit nicht losließen, schienen aber endlich mal wieder genug davon zu haben, ihn zu belangen. Ob das ein gutes Zeichen war? Wenn er ehrlich war, dann wusste er das nicht. Bisher war es immer am Ende so gewesen, dass er doch wieder ein Tief erlebt hatte: Glück hatte sich nie wirklich gehalten.
Aber wenn er Rebecca so ansah, die Wärme ihrer Hand in seiner fühlte, dann war ihm auch eigentlich bewusst, dass das nicht weiter wichtig war. Dann würde es ihm halt irgendwann wieder schlechter gehen; es würden auch wieder bessere Zeiten kommen. Rebecca wusste, dass sie von ihm nicht nur immer Sonnenschein erwarten musste; sie hatte ihn kennengelernt, als sein Gemüt düsterer war als an den meisten Tagen. Und trotzdem hatte sie Interesse und Wohlwollen gezeigt, hatte sich hinter seine Mauern und in sein Herz geschlichen. Sie würde es einfacher machen. Sie würde vielleicht sogar dafür sorgen, dass er sich irgendwann so akzeptierte, wie er war, dass er nicht mehr jeden seiner Schritte genau Revue passieren lassen musste abends, um sich über jeden kleinen Fehler aufzuregen.

Der Gedanke brachte ihn zum Lächeln.
Lip wandte seine ungeteilte Aufmerksamkeit wieder seiner Begleitung zu, als die auf seine Frage reagierte, und folgte mit den Augen schließlich ihrem Deuten. Tatsächlich hatte sich Damien zu einer hübschen, jungen Frau gesellt. Phillip war zwar kein Psychologe, aber es war offensichtlich, dass sie der Grund für das komische Verhalten seines Kollegen war; und auch, dass irgendwas zwischen den Beiden stand, das die Luft zwischen ihnen knistern ließ. Er hob die Augenbrauen in einem ungläubigen Gesichtsausdruck. "Das glaub ich für dich mit. Vielleicht müssen wir ihn doch mal aushorchen." Wir. Wie einfach es war, das zu sagen, und daran zu glauben, dass diese Gemeinschaft tatsächlich bestand ...
Wieder wurde Phillip aus seinen Gedanken gerissen, die heute mal wieder das zu tun schienen, was immer sie wollten. Dieses Mal lag es jedoch daran, dass es still im Raum wurde, und sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Bühne richtete, wo Sebastian stand. Es ging also jetzt weiter im Programm: das Abschlussballpaar musste noch gekrönt werden, und dann würde der Tanzteil des Abends beginnen. Lip war gespannt, wer gewinnen würde - sicherlich irgendein Paar aus den Reihen der Schülern. Oder Samu und Sarah, die ja seit einem halben Jahr das Traumpaar des Internats darstellten.
Aber dann sagte sein Chef auf einmal Phillips Namen. Und Rebeccas. Was zum Teufel? Ungläubig, aber durchaus freudig lachte Lip die wunderschöne Frau an seiner Seite an. "Oh mein Gott!"


{ Rebecca | Krönung }

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Bryan King

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BeitragThema: Re: Aula   Di März 20, 2018 11:33 am

Bryan auf einem Ball anzutreffen, war in etwa so wahrscheinlich wie eine Sonnenfinsternis. Dass es an diesem Tag dazu gekommen war, verdankte er zu einhundert Prozent einer gewissen Person mit roten Haaren, einem liebevollen Lächeln und der beeindruckenden Fähigkeit, ihn zu Dingen zu überreden, die er eigentlich nicht tun wollte. So war es auch schon bei ihrem Besuch in der vollkommen überfüllten Bar gewesen, wo irgendeine Band aufgetreten war, die Nicole gern hörte. Ihm war der Schweiß letztlich nicht nur wegen der regenwaldartigen Temperaturen über den Rücken gelaufen, sondern auch weil sich seine Platzangst bemerkbar gemacht hatte. Er hasste enge Räume mit Menschen drin. Und trotzdem hatte er sich um ein Lächeln bemüht, weil er das Strahlen in den Augen der jungen Frau gesehen hatte, als die ersten Klänge ertönt waren. Wahrscheinlich war er ein ausgewachsener Narr, weil er sich von so etwas so dermaßen beeindrucken ließ. Immerhin war er ein Mann, er sollte einer Frau nicht hinterher rennen, um ihr zu gefallen. Das hatte er noch nie getan und war auch eigentlich der absolut felsenfesten Überzeugung gewesen, dass es auch nie so kommen würde. Aber was war mit Niké denn schon normal?
Vielleicht passte es daher auch in diese abnormale Nicole-Normalität, dass er sich in seinen einzigen Anzug geworfen hatte – ein Dreiteiler. Wenn schon, denn schon galt an diesem Abend – und während der Rede von Holmes neben Nicole an der Bar gelehnt hatte, seinen ersten und zweiten Drink des Abends in der Hand, dann ebenfalls mit besagter Dame zum Buffet und zu einem Tisch gegangen war. Sie hatten sich über Belangloses unterhalten. Warum Niké nichts zu wichtigen Themen gesagt hatte, wusste er nicht. Er selbst hatte sich hinter Small Talk verschanzt, weil er nervös war. Noch so etwas vollkommen Unnormales. Es lag nicht daran, dass zu viele Menschen in dem Raum wären. Er würde einen Teufel tun und sich in Gedränge auf der Tanzfläche stellen, allein um Emilia keine Chance auf ausführlichen Spott zu geben, und außerhalb des Vierecks war jede Menge Platz. Nein, es war nicht seine Welt. Er trug eigentlich keine Anzüge und er führte keine Frauen in Abendkleidern zu so schicken Events aus. Er war ein Stallbursche. Pferde, Mist und frische Luft waren sein Metier. Hätte er solche Veranstaltungen gemocht, hätte er auch Jura studieren können.
Immerhin blieb ihm jedoch die zweifelhafte Ehre erspart, Teil des Ballkönigspaares zu sein. Er beneidete Phillip überhaupt nicht, als dieser von Holmes aufgerufen wurde. Mit einem schiefen, kaum humorvollen Grinsen wandte er sich an seine Begleitung: „Das können die beiden wahrscheinlich auf ihren nächsten Lebenslauf schreiben.“ Trotz des bissigen Tonfalls stimmte er in den Applaus ein, konnte sich ein Kopfschütteln aber auch nicht verkneifen. „Wie beim Abschlussball.“

[Ballerlebnis bis Krönung - NICOLE]

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BeitragThema: Re: Aula   Di März 20, 2018 1:08 pm

Aus der Nähe betrachtet war Daniel in Vincents Augen nur noch schöner. Seine Gesichtszüge waren fein und definiert, mit hohen Wangenknochen und einer geraden Nase wirkte sein Gesicht immer irgendwie zeitlos, der schmale Kiefer und die vollen Lippen hatten etwas Sinnliches. Das betörendste an Daniel waren für Vincent jedoch seine Augen. Große, dunkle Augen blitzten ihn aus langen, vollen Wimpern an - sie hatten noch nie irgendein Geheimnis verstecken können. Wenn Vince sich in ihren Blick fallen ließ, dan fühlte er sich wieder wie Anfang zwanzig, als er unglaublich verliebt in diesen Jungen gewesen war, der ihn immer mit seinen großen dunklen Augen anhimmelte. Vince wusste nicht, ob es ein schlechtes Omen war, oder ein gutes. Er wusste so viele Dinge nicht.
Aber in letzter Zeit schien es unwichtiger und unwichtiger zu werden, viele Dinge zu wissen. Sowieso, Vincent war schon immer ein Liebhaber des Ungewissen gewesen, und das, obwohl er ein Planungsmonster war, der es nicht wirklich aushalten konnte, zu viele spontane Pläne zu haben. Allerspätestens, wenn es um Herzensangelegenheiten gegangen war, war Vincent zum Planer mutiert: er musste wissen, was Vor- und Nachteile einer Beziehung waren (er redete hier nicht von seinen vielen Affären oder One Night Stands) und wie gut er und die Person wirklich harmonierten. Erst dann könnte er sich vielleicht fallen lassen, um zu entscheiden. Aber war das wirklich wichtig, wenn es um Daniel ging? Ging es nicht bei Daniel um so viel mehr? Wusste er nicht von Daniel schon längst, dass sie so kompatibel waren wie Topf und Deckel?
Das waren ganz schön viele unbekannte Komponenten dieser seltsamen Beziehung.

Doch wenn er Daniel so nah war, dass er sein Aftershave riechen konnte (war es immer noch das Gleiche wie vor all den Jahren?), dann war all das egal. Was zählte war, dass sie einander wollten - trotz des Schmerzes, trotz der Komplikationen waren sie immer noch aufeinander angewiesen - mehr oder weniger jedenfalls. Und so konnte er nicht anders, als sich fallen zu lassen, immer näher zu Daniel. Er wusste, dass es eine bescheuerte Idee war, und er wusste auch, dass er sich eigentlich vorgenommen hatte, den Abend anders zu verbringen: mit einer Aussprache nämlich. Das hatte Vince sich fest vorgenommen, doch in diesem Moment schien es geradezu nebensächlich, wenn er es nicht schon komplett vergessen hätte.
Denn im nächsten Augenblick, während sich Vincents Gedanken noch überschlugen, fand er sich auf einmal wieder mit einem armvoll Daniel, der sich an ihn drückte und ihn küsste. Davon war Vincent für einen Moment komplett überrumpelt - wo war der freche Junge hin, der in Sachen Körperlichkeit so zurückhaltend gewesen war? Er wusste es nicht. Aber wenn er ehrlich war, dann begeisterte ihn dieser neue Daniel sehr, und nach einer kurzen Schrecksekunde schaffte Vince es endlich, die Arme um Daniels Hüften zu schließen und ihn zurückzuküssen, bis er keine Luft mehr in seinen Lungen und kein Blut mehr in seinem Gehirn hatte.
"Wir verschwinden von hier." Das war gar keine Frage. "Auf der Stelle. Ansonsten wird's peinlich." Das irgendjemand ihn bei dem Kuss gesehen haben könnte, der das eventuell seinem Vater stecken konnte, darüber dachte Vince gar nicht nach.


{ Daniel }

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Aula   Do März 22, 2018 12:17 pm


Rebecca und Beziehungen? - Das hatte noch nie lange gehalten, aber diesmal würde sie darum kämpfen. Für Philip lohnte es sich, auch wenn er sicher einer der kompliziertesten Männer auf dieser Ranch war, sie kam mit ihm und seinen Gefühlsschwankungen klar, wusste was sie erwartete und war bereit ihm zur Seite zu stehen und heute Abend schien es als wäre es das normalste der Welt, neben ihm zu sitzen und ihre Hand in seiner zu finden.
Als sie in Berlin ihre Sachen packte und sich entschied auf die Ranch zu gehen, sich hier ein neues Leben aufzubauen, da hätte sie nie gedacht das es so schön werden würde. Rebecca hatte viele Freunde gefunden, einen Job der ihr Spaß machte und einen Mann mit dem sie sich einiges, wenn nicht sogar alles vorstellen konnte. In Momenten wie diesen vermisste sie nicht mal ihre Band, mit der sie Jahrelang Musik gemacht hat. Der Part der damals das wichtigste in ihrem Leben war, war ausgespielt. Nur noch ein Hobby, eine Leidenschaft, welcher sie auf der Ranch nicht mehr so intensiv nachkam.

Ihr Blick ruhte noch immer auf Damien. Natürlich war er viel zu weit weg, als das sie irgendwas hatte hören können, aber einige Gesten sprachen ja auch für sich. Die junge Frau von ihm gegenüber schien aufgewüht und auch seine Körpersprache wirkte alles andere als entspannt. "Ja, das sollten wir wirklich mal tun. So aufgewühlt kenne ich den Guten gar nicht." Nicht das Rebecca Damien schon Ewigkeiten oder besonders gut kannte, aber er war sonst immer eher der lässige Typ, grade Frauen gegenüber. Sie hatte noch nie mitbekommen, das ihn eine so beschäftigte. Nun wand sie den Blick von ihrem guten Freund ab, sie und Philip würden irgendwann schon gemeinsam herausfinden was sich dort grade abspielte.
Um sie herum wurde es still und Sebastian, der Direktor erhob erneut das Wort. Nachdem das Ballpaar sich ihre Krönchen abgeholt hatten, würde dieser Pflichtteil endlich vorbei sein. Rebecca hörte eher Halbherzig zu, im gegensatz zu vielen Schülern die heiß mitfieberten ob sie selbst vielleicht gewonnen hatten. Umso überraschter war sie als dann kein Name von Schülern sondern von Philip und ihr genannt worden war. Ungläubig, überrascht und irgendwie auch erfreut sah sie den Mann neben sich ab. "Das ist doch nicht deren Ernst!" Mit diesen Worten stand sie auf und ging mit Philip gemeinsam zu Sebastian.
Nachdem sie 'gekrönt' worden waren, gingen sie gemeinsam wieder zu ihrem Tisch. Rebecca konnte sich ein lachen nicht verkneifen. "Ich verstehe noch immer nicht wieso einigen diese Krönung so wichtig ist." Einigen Schülern konnte man die Enttäuschung richtig ansehen.
[Philip]

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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Aula   Do März 22, 2018 1:54 pm


Es war falsch, sowas von falsch und fühlte sich doch so richtig an. Dieser Kuss riss so viele Gedanken in Daniels Kopf los, das er kurz dachte er würde das Bewusstsein jeden Moment verlieren. Sein Herz kam gar nicht so schnell hinter her und drohte jeden Moment aus der Brust zu springen und dann zu versagen. Es wirkte so laut in seinem Kopf, er hörte vermehrt Stimmen, die seines Vaters, wie er ihn mal wieder anschrie oder Vincents Worte als er ihn verlassen und einfach hat stehen lassen. Die konnte er so selbstzerstörerisch sein und nun sein Verderben küssen? Wie konnte das Verlangen danach so groß sein? Er hatte Vince noch etwas dichter an sich heran gezogen, wollte jede einzelne Sekunde genießen, ihm nahe sein und die Stimmen in seinem Kopf wieder aussperren.

Plötzlich war alles still, nur die Erinnerung an dem Schmerz von damals, war ihm geblieben. Erst jetzt realisierte er, dass sein Gegenüber sich von ihm gelöst hatte und er füllte seine Lungen mit Luft. Die Worte von Vincent klangen mehr als verlockend, wie gerne er dieses Angebot nun annehmen würde, doch würden sein Verstand und er das überleben? Der Alkohol hatte seine Sinne benebelt, schien aber im Moment wie weggeblasen. Bleiben oder gehen? Diese Frage schwirrte dem jüngeren und kleineren Mann im Kopf. Natürlich wollte er sich mehr als nur daran erinnern wie sich die Haut von Vincent anfühlte und wie sein Körper unter dem perfekt sitzenden Anzug aussah, aber allein der Gedanke das es nur eine einmalige Sache für Vincent sein könnte und dieser Daniel am Ende wieder allein lassen könnte, war schmerzhaft und ließ das ganze riskant wirken.

Zuvor hatte er seinen ganzen Mut zusammen genommen um den Abend überhaupt mit Vincent zu verbringen, doch jetzt war er einfach nur noch der verletzliche, misshandelte Junge der Angst vor einer weiteren Enttäuschung hatte. Also atmete er tief ein, nahm Vince Geruch in sich auf als wäre es eine Droge, stahl sich noch einen kurzen Kuss und entfernte sich dann von dem Mann den er wohl immer lieben würde. "Ich kann nicht Vincent. Das überlebe ich nicht." Er spielte mit offenen Karten, wollte nicht das dieser gut aussehnde Mann dachte er würde ihn nicht ernst nehmen oder nur mit ihm spielen. Dazu wäre er gar nicht in der Lage. "Es tut mir leid." Mit diesen Worten hatte er sich von Vincent abgewand und machte sich auf den Weg die Aula zu verlassen. Irgendwo hin wo er alleine sein konnte, der Weg führte ihn dann ins Cottage. Dort lebte zwar auch Vincent, aber notfalls konnte Daniel sich auch noch immer in sein Zimmer zurück ziehen, sollte Vince ihm folgen...


>>>> Cottage 4

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