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 Aula

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Sarah Bishop

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Ausbildung : Derzeit mache ich eine Ausbildung zum JOCKEY, allerdings bin ich bereits etablierte Dressurreiterin.
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BeitragThema: Re: Aula   Mi Nov 29, 2017 5:57 pm

Hätte man Sarah vor einem Jahr gesagt, dass ihr dieser blonde Finne, der erst zugab, dass er Angst vor Pferden hatte, nachdem er ihr Hilfe mit ihrem ausflippenden Dreijährigen angeboten hatte, einmal das wichtigste auf diesem Hof sein würde, hätte sie ihn ausgelacht. Und hätte man ihr erzählt, dass sie auf diesem Hof in der Mitte der Pampa die Liebe ihres Lebens finden würde, hätte sie es nicht glauben wollen. Natürlich, Samu und sie waren noch nichtmal ein Jahr zusammen. Und sie wusste auch, dass er ein paar Jahre älter war, und manche das immer noch seltsam fanden. Aber für Sarah stand jetzt schon fest, dass es hier nicht um irgendwas ging - nicht um Spaß oder Ablenkung oder Langeweile. Hier ging es um Liebe. Samu hatte ihr das gezeigt, jedes Mal aufs Neue, und Sarah hatte von ihm gelernt, hatte es ihm zurückgegeben. Er hatte sie verändert, zu einem besseren Menschen gemacht. Das konnte man nicht mal so eben wieder wegdenken.
Sarah genoss jeden Augenblick, den sie mit ihm hatte. Außerdem überlegte sie, den Finnen in diesem Sommer schon ihren Eltern vorzustellen. Nicht, dass das eine sonderlich große Priorität für die Jockette war - sie hatte ihm auch noch nichts davon erzählt, und bisher stand auch jegliche Planung noch in den Sternen. Aber cool wäre es trotzdem, wenn sie ihm ihr Zuhause zegien könnte, ihm das Gut zeigen und ihn in ihrer Familie integrieren könnte. Darum ging es, immerhin: er sollte irgendwann einmal Familie werden. Wenn es nach Sarah ging jedenfalls. Sie beobachtete Samu, wie er das Essen anstarrte, und lächelte - ja, eigentlich hätte sie nichts dagegen, mit diesem verrückten Menschen über Für Immer zu reden. Bald. Irgendwann.

Entspannt lehnte sich Sarah ein wenig mehr gegen Samu, und nicht nur, weil sie perfekt unter seinen Arm passte, den er entspannt um sie gelegt hatte. Seine Worte erfüllten sie mit Wärme, und sie konnte nicht leugnen, dass sie unter ihrem Make-Up ein wenig rot wurde. Sie lächelte zu ihm hinauf, bevor sie sich lang machte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken - immerhin ging das mal ein wenig einfacher, wenn sie wie heute auf Heels lief, bei denen anderen Frauen womöglich schwindelig werden würde. "Du hast nicht unrecht", antwortete sie, und leerte ihren Sekt. "Aber wenn du denkst, dass das hier mit den High Society Events mithalten kann, die ich sonst besuche, dann musst du mich wirklich mal begleiten - du hast eine ganz falsche Vorstellung!"
Obwohl die Worte klangen wie die alte Sarah, für die außer Marken, Geld und Erfolg kaum etwas noch irgendeine Bedeutung hatte, war der Ton ein ganz anderer - die Arroganz war, jedenfalls wenn sie mit Samu redete, fast komplett aus ihrem Wortschatz verbannt worden. Stattdessen sagte sie es in einem entspannten Plauderton, mit einem Lachen, das gerade am Ende mitschwang; sie hatte sich doch ganz schön verändert. Mit einem kleinen Seufzen schaute sie auf ihr Sektglas, aufs Buffett, und schließlich wieder auf Samu, der seine Augen nicht vom Essen lassen konnte. Die Rothaarige gewann die Aufmerksamkeit ihres Freundes mit einem sanften Druck gegen seine Seite, und nickte dann auf das Essen. "Was sagst du, holen wir uns was zu essen? Bevor du hier noch auf deiner eigenen Sabber ausrutscht!"


{ Gedanken | Gespräch mit Samu }

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Aula   Do Nov 30, 2017 12:40 pm

Phillip war nie ein Mensch für enge Beziehungen gewesen. In seiner Jugend war er von so vielen Menshen enttäuscht worden, jeder, auf den er sich verlassen hatte, bevor er zu den Meehans gekommen war, hatte ihn im Stich gelassen. Da war es auch klar, dass seine Beziehungen nie lange gehalten hatten und er nie etwas Ernsteres eingegangen war. Er hatte gelernt, allein für sich zu kämpfen, und hatte nie etwas anderes gemacht, selbst dann, als er eine Familie hatte, auf die er sich verlassen konnte. Das war ein einsames Leben, was er führte, und manchmal vermisste er das; vermisste das Gefühl, jemanden zu haben, auf den er sich verlassen konnte - und das, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er das das letzte Mal gehabt hatte.
In Rebecca hatte er, überraschenderweise, mittlerweile eine Person gefunden, der er vertraute. Natürlich vertraute er ihr noch blind - nach über zwanzig Jahren ohne Vertrauen ging das nicht einfach so; es gab viele Sachen, die sie nicht über ihn wusste, die er auch eigentlich hatte geheim halten wollen, aber nachdem sie ihm so deutlich gezeigt hatte, dass sie ihn ausgesucht hatte, und nachdem er so starke Gefühle für sie entwickelt hatte, war es wohl an der Zeit, sich ihr zu öffnen. Die Sache war, Phillip wollte, dass Rebecca es wusste. Außer Sebastian gab es auf diesem Hof niemanden, der von seiner dunklen Vergangenheit wusste - und langsam wurde es Zeit, oder nicht? Er würde keine Beziehung beginnen, die auf Lügen aufgebaut war. Nicht mit dieser Frau, die ihm so wichtig geworden war.

Und dann redete sie von Alkohol. Phillip konnte nicht anders, als dass er sich verspannte. Natürlich trank er ab und zu mal ein Bierchen - auch als Mensch, der dank Alkohol die schlimmsten Jahre seines Lebens verbracht hatte, kam er nicht umhin, mal ein entspanntes Bier mit Freunden zu trinken. Aber Rebecca redete hier nicht von einem Bier, sie redete von mehreren Drinks, die irgendwann in Betrunkenheit endeten. Das Lächeln verblasste auf seinen Zügen, und er wandte den Blick ab. Wie sollte er ihr jetzt erklären, dass er das nicht machte? Warum er das nicht machte? Er war schon lange nicht mehr in der Situation gewesen, und war auch mit Rebecca bisher immer drum herum gekommen, sich mit Party und den ganzen dazugehörigen Themen auseinanderzusetzen. Aber er wollte nicht mehr lügen, er wollte keine Ausreden finden. Er wollte Rebecca die Wahrheit sagen.
"Alkohol ist da wohl genau das, was nicht helfen würde", sagte Lip, und bemühte sich um einen leichten Ton - was ihm nicht so recht gelingen würde. Unruhig schob er das Essen auf seinem Teller hin und her. "Ich - mein Vater war Alkoholiker. Deswegen trinke ich nicht." Er sagte es leise genug, dass die anderen Menschen im Raum ihn nicht verstehen würden, aber er wusste, dass Rebecca es verstehen würde. Blieb nur die Frage, wie sie reagieren würde - entweder, sie reagierte gut und verstand seine Situation, oder sie würde schreiend davon laufen, wenn sie erfuhr, wer Phillip wirklich war. Und eigentlich waren beide Ausgänge gar nicht mal schlecht; so oder so wusste er zumindest, was er an ihr hatte.


{ Gedanken | Offenbarung }

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Ira Dialo

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Ausbildung : Bereiter (Vielseitigkeit)
Anzahl der Beiträge : 52
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BeitragThema: Re: Aula   Do Nov 30, 2017 1:46 pm

Eigentlich war Ira fest davon entschlossen gewesen, dass wenn er zu diesem öden Abschlussball ging, einer Feier die so gar nicht seinem Geschmack entsprach, dann in der Begleitung von Hazel zu erscheinen - sofern sie dies gewollt hätte.
Doch Colin war schneller gewesen, über die Frage ob er den jüngeren Schüler begleiten würde war er so erstaunt und verwirrt gewesen, das er wie automatisch ein ja auf die Frage erwiderte. So kam er über die Situation zwischen sich und Hazel zwar nicht weiter, aber er hatte sogar einen guten und attraktiven Grund sie nicht zu fragen. Warum sollte ausgerechnet Hazel ihn auch freiwillig begleiten? Die Frau, welche es geschafft hatte ihm zum schweigen zu bringen, ihm deutlich machte, dass sie ihm den harten Bad Boy nicht wirklich abkaufte.

Zu Iras Verwunderung war sie dann mit Logan aufgetaucht. Ob es rein freundschaftlich war oder ob die beiden sich besser kannten als der Azubi sich vorstellen wollte, wusste er nicht, aber irgendwie würde er es schon herausfinden. Er spürte einem Blick in seinem Rücken und er konnte verwetten das er genau wusste wer zu ihm rüber schaute. Natürlich ließ er sich nicht anmerken das er sie bemerkt hatte, er aß einfach und unterhielt sich weiterhin mit Colin. Dem Mann, der sich aktuell öfter in Iras Bett verirrte. Als besagter Mann das Wort ergriff, schaute Ira zu ihm rüber. Dieser hatte in der Zwischenzeit aufgegessen und widmete sich dem Bier vor sich. Ich habe eine Menge Turniere in der Vielseitigkeit mit beiden Pferden genannt...sonst werde ich wohl hier auf der Ranch bleiben. Früher war er regelmäßig mit anderen Freunden nach Miami geflogen, aber diese hatten sich so weit auf der Welt verteilt, dass es schwierig war einen gemeinsamen Termin zu finden.

Es gab nichts vieles was Ira im Leben wichtig war, eigentlich war es im Moment nur sein Job und seine Pferde - sein Aussehen ließ er lieber aus bei dieser Aufzählung. Aus diesem Grund war die Entscheidung sich auf den Sport zu konzentrieren und seinen Bekanntheitsgrad - wenn möglich - auszubauen gar nicht so schwer gefallen.
Er sah es als eine Chance und bevor er jeden Tag faul irgendwo rumlungerte und die Zeit vergehen ließ, ging er lieber auf Turniere. Doch noch war das Internat voll, die Schüler waren noch vor Ort und er freute sich schon auf die ruhigere Zeit. Ich komme gleich wieder, die Sucht ruft. Mit diesen Worten war Ira aufgestanden und ging genüsslich eine Zigarette rauchen.

[Colin]
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Vincent Traynor

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Anzahl der Beiträge : 69
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BeitragThema: Re: Aula   Di Dez 05, 2017 5:16 pm

Vincent war es satt, sich um Daniel so unsicher zu fühlen. Er war es gewöhnt, mit Menschen umzugehen, die er attraktiv fand oder mit denen er was gehabt hatte. Er hatte einige Freunde, mit denen er ursprünglich im Bett gelandet war, wonach sie sich schließlich angefreundet hatten - da hatte er diese Probleme nie gehabt. Er war da ziemlich gut drin - und er war auch gut darin, Gefühle zu überspielen. Das war nicht das Ding, nach außen hin wirkte er wie immer, arrogant, selbstbewusst, entspannt. Doch in seinem Kopf überschlugen sich Gedanken, Eindrücke, Erinnerungen. Er hätte nie gedacht, dass er Daniel, den einzigen Menschen, für den er jemals tatsächliche, erwachsene Gefühle gehabt hatte, jemals nochmal wiedersehen würde; vielleicht hatte er deswegen niemals mit der Sache abgeschlossen, sondern all die ungesagten Dinge tief in seinem Innern vergraben. Doch jetzt waren sie hier, und die Situation war in etwa so aussichtslos wie damals - nur dass sie sich jetzt noch nichtmal mehr mit Sex ablenken konnten.
Als sie noch in Oxford waren, war das einfacher gewesen: damals hatten sie diese Stillen einfach mit Küssen gefüllt, oder mit Grabschen. Darin waren sie gut gewesen, und Vincent hatte es auch nie geschert, dass jeder sie sehen konnte, wenn sie auf solchen Events waren - jedenfalls, solange niemand dabei war, der seinem Vater etwas davon stecken konnte. Statt zu reden hatten sie sich lieber in den Laken gewälzt, und wenn Daniel dann doch mal hatte reden wollen und er sich auf zu dünnes Eis begeben hatte, hatte Vincent immer gewusst, wie er ihn ablenken musste, um der Situation auszuweichen. Das war einfach gewesen, da war er gut drin gewesen. Und jetzt? Was machte er jetzt? Jetzt gab es nichts, was die beiden davon abhalten konnte, sich wie peinliche Teenager zu verhalten, denn in Erinnerungen schwelgen würde den Schmerz nur vervielfachen und drüber reden schien einfach nicht drin zu sein.

Also gab es, als Vincents logische Schlussfolgerung, nur eine Lösung: Alkohol. Kaum, waren die beiden jungen Männer drinnen angekommen, steuerte Vincent zielgerichtet die Bar an, und bestellte einen Drink, von dem er noch wusste, wie gern Daniel ihn damals getrunken hatte, und den gleich zwei Mal, damit er sich selbst ebenfalls in diese Erinnerung stürzen konnte (wie oft hatte er ihm die letzten Reste von den Lippen ... darüber sollte er wohl lieber nicht nachdenken). Mit einem Lächeln, das ein wenig zu schief war, um aufgesetzt zu sein, aber umso ehrlicher wirkte, präsentierte er das Glas am Ende seiner überraschenden Begleitung für den Abend.
"Den mochtest du, richtig?", fragte er, jedoch kannten sie beide die Antwort auf die Frage und so erwartete Vincent keine. In seiner üblichen Eleganz lehnte er sich gegen die Bar, und hielt Daniel sein eigenes Glas zum Anstoßen entgegen. "Auf einen feucht-fröhlichen Abend, würde ich behaupten!" Vielleicht war er also doch nicht so schlecht, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Jeder außenstehende Beobachter hätte glauben können, dass sich Vincent aufführte wie immer mit seinem schiefen Grinsen und der entspannten, erhabenen Körperhaltung. Er bewegte sich in diesem maßgeschneiderten Anzug, als wäre er hineingeboren, und vermutlich war das noch nicht mal so weit hergeholt. Aber dennoch wurde der junge Brite das Gefühl nicht los, dass sie Beide gerade auf dünnem Eis tanzten, und es nicht mehr lange dauern würde, bis die Situation eskalierte und übersprudelte wie ein Geysir - noch mehr Sachen, über die er sich lieber keine Gedanken machen wollte.


{ cf.: Schulpark | Gespräch mit Daniel }

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Aula   Do Dez 07, 2017 10:03 am

Sebastian hatte zwischenmenschliche Beziehungen immer gern nüchtern betrachtet. Er wusste, dass man sich seine Familie nicht aussuchen konnte, und dass man wegen der engen Verbindung zu diesen Menschen seit frühesten Kindheitstagen meist zu niemand anderem eine ähnliche Bindung aufbauen konnte wie zu Eltern und Geschwistern. Freundschaft entstand aufgrund gleicher Interessen, manchmal aber auch nur, weil die Schule einen zwang, miteinander zu arbeiten und einem dann das Auftreten des Anderen sympatisch vorkam oder man immer gut miteinander lachen konnte. Freundschaften waren manchmal auch auf nicht mehr gebaut als darauf, dass man die gleichen Personen hasste oder die gleichen Probleme hatte. Sebastian wusste das - und weil er immer der komische Nerd gewesen war, wusste er auch, dass man durchaus gut ohne enge Freunde auskommen konnte.
Sebastian wusste auch, dass Liebe nichts war als die Abhängigkeit von chemischen Prozessen, die von dem anderen in dem eigenen Körper ausgelöst wurden - Lust und Geborgenheit zum Beispiel, das waren laut den meisten Experten die am weitesten verbreiteten Gefühle, auf denen Liebe basierte. Wenn man den anderen anziehend fand, wenn man angeflirtet wurde oder selbst flirtete, dann wurden gewisse Hormone ausgeschüttet und Enzyme aktiviert, und irgendwann wurde der Körper davon abhängig - und dann stellte man fest, dass man "ohne den Anderen nicht mehr leben konnte". Sebastian hatte das eigentlich nie gehabt. Geborgenheit hatte er stets auf dem Pferderücken gefunden, oder aber in seinen Büchern. Und Lust war für ihn etwas, dass er bei mehr als nur einem Menschen fühlen konnte - wenn also die Aufregung, die mit einer neuen Beziehung gekommen war, verflogen war, dann hatte er sich wieder getrennt. "Liebe" hatte er nicht gekannt.

Dennoch musste Sebastian jetzt feststellen, dass das mit Rahel wohl anders werden würde. Sie waren noch lange nicht zusammen, auch wenn deutlich war, was sich beide von ihrer Verbindung versprachen. Und dennoch bezeichnete er sie jetzt als seine Retterin in der Not, als die Person, die ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholte - und er hatte sich von ihr in mehr als nur einer Situation abhängig gefunden, wenn sie die einzige war, die ihn von der Arbeit befreien und auch wirklich davon ablenken konnte. Er brauchte sie nur ansehen, brauchte ihr nur zuzuhören, und sein sonst so voller Kopf schien wie leergefegt, weil sich dann plötzlich alle Gedanken nur noch um sie drehten. War das Liebe? Das hatte er sich schon oft gefragt. War das der Grund, warum Leute so lange zusammen blieben? Weil sie einander tatsächlich brauchten, um den Alltag zu bewältigen? Sebastian wusste es nicht, und hatte auch bisher noch keine Antwort in den Psychologiebüchern auf seinem Regal gefunden. Vielleicht würde er noch tiefer graben müssen; vielleicht war es aber auch einfach an der Zeit, es auzuprobieren.
Sebastian lachte mit Rahel, als ihr Magen hörbar grummelte - es war schwer, nicht mitzulachen, und es war noch schwieriger, wieder wegzusehen. Für Sebastian war sie das Schönste des ganzen Abends. "Ging mir ähnlich", pflichtete Sebastian seiner Begleitung bei, als sie auf dem Weg zum Buffett waren. Damit versuchte er geschickt zu überspielen, dass sein Puls sich beschleunigte, als sie sich bei ihm einhakte. "Also, sowohl mit dem Essen, als auch mit dem Ball. Ich bin normalerweise nicht der Typ für Parties irgendeiner Art, wie du vielleicht bemerkt hast. Die meisten Outings in der Reitsportszene hab ich immer gemieden." Sein Blick schwiff über das Essen, dass die engagierten Caterer so appetitlich drapiert über die Tische verteilt hatten, und ihm lief im wahrsten Sinne das Wasser im Mund zusammen. Wie Rahel, griff er zu einem Teller.
"Glaub mir, das wird im besten Fall meinen Respekt für dich nur noch erhöhen.", erwiderte Sebastian mit einem Grinsen. "Ist doch egal, was die anderen denken - nimm dir so viel wie du willst, dafür ist das Essen immerhin da! Ich vestehe diesen Quatsch, dass Frauen nicht viel essen dürfen, sowieso nicht. Ihr habt doch auch einen Metabolismus, und der braucht fast so viel Input wie der eines Mannes. Also lass dich nicht aufhalten!"


{ Gedanken | Rahel | Buffett }

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Samu Kärkäinen
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BeitragThema: Re: Aula   Fr Dez 08, 2017 9:46 pm

An manchen Tagen wünschte sich Samu, dass er die Bilder, die seine Augen streiften, mit seinen Jungs hätte teilen können. Dass auch sie das sahen, was er gerade sah, und sie sich anschließend gebührend darüber auslassen und unterhalten konnten. Doch diese Zeiten waren vorbei und das schmerzte Samu fast so sehr wie die Tatsache, dass er mit nunmehr dreißig wohl dem jugendlichen Wesen, das in ihm schlummerte, vollends Lebewohl sagen musste. Oder eher sollte, denn eigentlich wusste jeder, dass das nicht passieren würde. Samu würde immer Samu bleiben - mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen, einen schlakhaften Funkeln in den Augen und einem aufmunternden Wort auf der Zunge. Er war die Personifikation des Kindes im Manne, wenn man so wollte. Doch einen richtig guten Freund hatte er auf der Horizon Ranch auch nach einem Schuljahr noch nicht gefunden. Da war zwar Summer, doch der Vierbeiner zählte wohl kaum zu vergleichbaren besten Kumpels mit denen man sich unterhalten konnte. Er war aber ein guter Zuhörer.
Nur Sarah vermochte es dieser Tage Samu daran zu erinnern, dass er eben doch nicht alleine war. Womöglich hätte er auch gar keine Zeit für einen besten Freund gehabt, denn immerhin nahm die Jockette ihn gern jederzeit in Anspruch, wenn sie beide nicht gerade Unterricht hatten. Wobei Samu auch hier fürchtete, dass ihre gemeinsame Zeit schrumpfen würde, nachdem Maureen seit einigen Wochen auf dem Hof wohnte. Bisher hatte er jedoch noch keine bedenklichen Verluste machen müssen, was die Zeit mit Sarah anbetraf. Das lag aber vielleicht auch daran, dass sie sich mit ihrer besten Freundin ein Zimmer teilte und die beiden somit ohnehin fast jede Sekunde dort zusammenwaren.
Hier auf dem Ball hätte der Finne zwar gerne einen Freund gehabt, mit dem er sich ein wenig unterhalten konnte, aber letztendlich war er doch als Paar hierhergekommen und Sarah wirkte nicht so, als würde sie ihm so schnell von der Seite weichen. offenbar war Maureen ebenfalls irgendwo untergekommen, dass die Chance auf einen ungestörten Abend bestand. Nicht, dass er etwas gegen die Dunkelhaarige gehabt hätte, aber manchmal war traute Zweisamkeit eben auch schön.
"Pfff - sicher. Das werde ich bestimmt - wenn Einhörner Wirklichkeit sind und Pferde kotzen können.", schnaubte er, doch das Grinsen kam gleich zurück auf seine Züge. Natürlich meinte er es nicht böse, doch feierliche Anlässe waren einfach nicht seines. Schon gar nicht, wenn er sich dafür in einen Anzug zwängen und benehmen musste. Er wollte doch nur Beer&Drugs&Rock'n'Roll&... - nun, vor allem mochte er kneipenähnliche Zustände lieber, wo sich niemand um das Äußere scherte, sondern nur darum, ob noch genug Bier im Kühlschrank war und die Musikanlage ging. Doch genau das war vermutlich nicht Sarahs Welt, jedenfalls konnte er sie sich kaum darin vorstellen, nach allem, was er über sie und ihr Leben erfahren hatte. Andererseits würden ihr knappe HotPants, karierte Blusen und eine Lederjacke sicherlich auch mehr als gut stehen...

Sarahs Stimme riss den Blonden aus seiner Fantasie, in der das Bild von der knapp bekleideten Jockette immer deutlicher geworden war. Er räusperte sich, ehe er Atem fand um zu antworten. "Nur weil er ausnahmsweise nicht dir gilt..." Schelmisch zwinkerte er ihr zu, stimmte dann aber ein und hielt ihr den Arm hin, damit sie sich auf den Weg zum Buffet machen konnten.
Insgeheim war Samu froh, dass man hier nicht mit den erlesensten Speisen der Welt auffuhr, sondern sich dann doch auf die klassische amerikanische Küche beschränkte - mit ein paar mediterranen Ausflüchten. Er schnappte sich einen Teller, nahm sich etwas vom Feta mit den Oliven, ein Stück Hühnchen, etwas Weißbrot und noch ein paar Kleinigkeiten von der gemischten Platte. Wenn er sich schon keinen Mut antrinken konnte, dann musste er sich den wenigstens anessen, denn er war fest überzeugt, dass Sarah wohl später noch würde tanzen wollen und trotz ihrer gelegentlichen Übungen war er eine absolute Niete in diesen klassischen Sachen. Doch nach abrocken fragte hier nunmal niemand.
Sie suchten sich einen Platz, wo sie sich weitestgehend ungestört unterhalten konnten und Samu prostete Sarah mit dem Weinglas zu, dass er sich an der Bar geholt hatte. Wein und Bier zählten für ihn schließlich noch nicht zum Alkohol, das waren eher Appetithappen. Doch als Musiker musste man sich um seine Trinkfestigkeit wohl keinerlei Gedanken machen. "Und was sagt die Expertin zu diesem Event hier?"

{Sarah}

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Aula   Sa Dez 09, 2017 10:37 am


Die Stimmung war gut, zumindest schien es so als würden alle ihren Spaß haben. Erstaunt war Rebecca bei den wenigsten Paaren gewesen, die entweder zusammen auf den Ball kamen oder sich an den Tischen zusammen gefunden hatten. Überrascht war sie gewesen, als Ira zusammen mit Colin, einem anderem Mann auftauchte und die beiden eindeutig nicht als Freunde hin gingen. Sie kannte Ira schon einige Zeit und hätte nie gedacht, dass er sich für das andere Geschlecht interessierte.

Außerdem sah sie einige Kollegen die zusammen hingegangen waren, so wie sie und Phillip. Phillip, der Mann der es ohne Mühen geschafft hatte ihr Herz zu stehlen. Das was wie eine gute Freundschaft anfing, war jetzt wesentlich mehr und auch wenn beide wussten das der andere Gefühle hatte, es stand noch immer unausgesprochen zwischen ihnen. Das sie gemeinsam auf den Ball gingen war schon ein großer Fortschritt. Bis heute war Rebecca nicht sicher, ob Phillip sie gefragt hätte, wenn sie diesen Schritt nicht übernommen hatte. Doch diese Frage würde sie wohl nie beantwortet bekommen und so wichtig war es dann ja auch gar nicht. Ihr Blick ging zu dem besagten Mann und ihr huschte automatisch ein kleines Lächeln auf die Lippen.

Rebecca wusste das Lip Geheimnisse hatte, wusste das dies ganz offensichtlich eine schwere Bürde war, aber sie hatte ihn nie gedrängt ihr davon zu erzählen. Er würde es schon von alleine tun wenn er soweit war, wenn er ihr soweit vertraute. Sie wusste nicht was sie erwarten würde, was für Geheimnisse hatte er, dass er offensichtlich regelmäßig schlecht bis gar nicht schlief?
Die junge Frau hatte gelernt die kleinsten Anzeichen bei ihm zu erkennen, so wusste sie meistens wie es um seine Laune stand bevor sie miteinander gesprochen hatten. Die Reaktion auf ihre Worte verliefen in eine ganz andere ganz andere Richtung, als wie sie es erwartet hatte. Offensichtlich hatte sie das komplett falsche Thema angesprochen.
Wieder stieg die Panik in ihr auf, welche sie vorhin noch los geworden war. Wieso hatte sie auch den dummen Alkohol ansprechen müssen?! Sie erwartete keine Erklärung darüber wieso Alkohol sicherlich nicht helfen würde, doch zu ihrer Verwunderung setzte er noch zu einer Erklärung an, einer Erklärung die ihr einen Schauer über den Rücken laufen ließ.

Ohne Gedanken im Kopf ergriff Rebecca Lips Hand, welche auf dem Tisch gelegen hatte. Sie wollte ihm Halt geben, Halt den sie grade selber brauchte um nicht zu türmen. In ihrem Kopf liefen viele Szenarien ab was die Tatsache, dass Lips Vater Alkoholiker gewesen war für seine Kindheit bedeutet hatte. Sie kannte aus Deutschland zwei Freundinnen die ebenfalls einen Alkoholabhängigen Vater hatten und wusste was dies für sie bedeutet hatte.
Ich...das wusste ich nicht Lip, bitte entschuldige meine Aussage! Noch immer war der jungen Frau nicht bewusst, dass sie einfach nach Lips Hand gegriffen hatte, aber indirekt wollte sie ihm einfach klar machen, das sie für ihn da war, das sie ihn wegen seiner Vergangenheit nicht sitzen lassen würde. Nicht als gute Freunde und auch nicht wenn es sich tatsächlich mehr daraus entwickelte. Wenn er sie komplett in sein Leben ließ. Ich möchte das du weißt, dass ich für dich da bin Lip, falls du drüber reden möchtest und auch wenn du es nicht willst. Sie konnte ahnen das nicht viele bis gar keiner von dieser Tatsache wusste. Ob Damien sein Geheimnis kannte? Dein Geheimnis ist sicher bei mir. Versicherte sie dem Mann den sie über alles liebte.

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BeitragThema: Re: Aula   Fr Dez 15, 2017 1:03 pm

Es war bei Gott nicht seine Welt. Lucien war nie auf einem Ball gewesen, auch nicht auf seinem eigenen Abschlussball, der eigentlich keiner war. Immerhin hatte er kein Zeugnis, dass ihm den Zugang zur Uni ebnete und so hatte es seine damalige Schule auch nicht für nötig gehalten, groß aufzufahren, was den Abschlussball betraf. Ohnehin hatte er seinen Abschluss erst spät nachgeholt, sodass dort keine gleichaltrigen Freunde waren, mit denen er sich hätte amüsieren können, sondern in seinen Augen nur Kinder, die noch gar nichts vom Leben wussten.
Und hier fühlte er sich daran erinnert, warum er damals die Entscheidung getroffen hatte, nach der Zeugnisvergabe zu verschwinden: es war nicht seine Welt. Allein das Herausputzen war eine Tortur gewesen und er wusste, warum er sich sonst nicht so eine dämliche Krawattenleine um den Hals hängte. Eine Fliege war ihm jedoch noch aufdringlicher erschienen.
Joleen dagegen stand das, was sie trug ausgezeichnet, und auch wenn sie behauptete, dass das hier ebenso wenig ihre Welt war, so wurde Lucien den Eindruck nicht los, dass es ihr doch zumindest ein bisschen gefiel. Was auch nicht verwunderlich war, immerhin hatte Joleen hier Kollegen und Freunde, wovon Lucien nur träumen konnte. Er war einfach nicht so der Kumpeltyp und seine Verschlossenheit trug nicht unbedingt dazu bei, dass er schnell Anschluss fand. Einzig und allein mit seinem Zimmerkollegen Jim war er ein wenig warm geworden, aber Jim war auch eine Frohnatur, die seinesgleichen suchte. Lucien bewunderte den Pflegerazubi für seine offene Art und sein Vertrauen, dass er zu Menschen fassen konnte. Lucien wäre gerne ein wenig wie er gewesen, dann wäre ihm wohl auch dieser Abend leichter gefallen, aber so...
Sein Blick klebte auf Joleens Glas und er sinnierte in Gedanken darüber nach, was er sich am besten bestellen würde. Aber seine Lehrerin lobte ihn genau in diesem Moment für sein Outfit. Der Blick des Rothaarigen wanderte langsam von ihrer Hand, die das Glas hielt, ihren Arm und ihre Schulterpartie hinauf, bis er schließlich ihre Augen erreichte. War das ihr Ernst? Oder nur wieder ein versteckter Sarkasmus? Misstrauisch verengten sich die braun-grünen Augen kurz, doch als Joleen nur noch hinzusetzte, dass es gut aussah, musste Lucien erkennen, dass sie es offenbar ernst meinte. "Es - es ist nichts besonderes. Schon gar nicht im Vergleich zu - all den anderen hier." Da war Holmes mit seinem roten Sacko, der unwirsche Bereiter, der in seinem dunkelroten Anzug einem Vampirfürsten glich, sogar Jims schwarzer Anzug saß wie angegossen. Von der weiblichen Gesellschaft ganz zu schweigen. Nein, da konnte Lucien in seinem Jägeroutfit wahrlich nicht mithalten. Leicht betreten sah er auf seine dunkelgrünen Sneaker, die niemals an die eleganten Schnürschuhe der anderen Männer hier heranreichen würden.
Er schluckte; es war besser, wenn er nicht weiter darauf einging. "Und du würdest jetzt lieber den Stall ausmisten, als hier zu sein? Wäre das in dem Aufzug nicht etwas - unpraktisch?" Er grinste zaghaft und deutete auf ihr Kleid, dass sich gewiss nicht zum Ställe sauber machene eignete. Beiläufig schnappte er sich die Getränkekarte von der Theke und schlug sie auf. Ein Caipirinha sollte für den Anfang genügen. Wenn er gut gemacht war. Lucien gab seine Bestellung auf, während er auf Joleens Entgegnung wartete, dabei konnte er aber nicht dem Impuls widerstehen, seinen Blick noch einmal über ihren Körper schweifen zu lassen. Warum drifteten seine Gedanken heute Abend so ab? Lag das nur an dem verführerisch roten Kleid? Da drängte sich ihm die Frage auf, ob die Westernreiterin jemanden beeindrucken wollte - nur war die Frage, wen? Bei ihren Kollegen hatte Lucien sie noch nie innig mit einem anderen Mann beobachtet. War es vielleicht sogar möglich, dass sie auf Frauen stand? Es wäre ja nichts ungewöhnliches, aber irgendwie bedauerte ein Teil von ihm diese Idee schon jetzt. Was war nur mit ihm los? Es wurde wirklich Zeit für mehr Alkohol.


{Joleen}
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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Aula   Di Dez 26, 2017 11:01 pm

Wie hypnotisiert war Daniel hinter Vincent vom Schulpark in die Aula gelaufen. Um ihn herum hätte eine Bombe explodieren können, doch Daniel hatte nur Augen für ihn, diesen arroganten Mann, den er nur seinen Ex-Freund nennen konnte.
Der junge Mann wusste das er nicht die Kraft hatte um zu kämpfen, nicht die Kraft um noch einmal von Vincent benutzt und verarscht zu werden. Nichts anderes hatte er damals mit ihm gemacht, wieso sollte es hier auf dem Hof anders werden?

Daniel würde wieder nur ein Zeitvertreib sein, wieder nur jemand bis Vince sich an ihm satt gesehen hatte oder etwas besseres fand oder jemand besseres. Diese Gedanken schwirrten in dem Kopf des Kleineren als die beiden an die Bar liefen, bei den Worten von Vince war er aber wieder im hier und jetzt.
"Ja, genau." Den Drink hatte er seit Ewigkeiten nicht mehr getrunken, denn zuvor war dies immer eine schmerzhafte Erinnerung an Vincent gewesen, ein Detail von vielen die ihm zeigten wie wichtig ihm der Brite gewesen war oder noch immer ist? Die Antwort wusste nur das Herz von Daniel tief in seinem Inneren. Natürlich stieß mit Vincent auf den Abend an und trank direkt einen großen Schluck, denn um diesen Abend heile zu überstehen brauchte er Akohol...viel Akohol.
Es war ihm egal wie viel er brauchte um nichts zu bereuen, um alles was er fühlte zu betäuben, Vincent war damals Trinkfest gewesen und Daniel hoffte, dass er dies auch noch heutzutage war um bei ihm mithalten zu können. Sein Ziel bestand nicht daran die alten Zeiten aufzuleben, sondern daran den Abend zu überleben und zwar ohne Herzschmerz. Sein Kuss am ersten Tag hatte vieles in ihm zerbrechen lassen, doch er wusste nicht was in Vincents Kopf vorging, aus dem Grund wollte er auf dessen Körpersprache achten, auf dessen Hinweise warten. Er würde nicht den selben Fehler machen, er würde sich nicht wieder in irgendwas verrennen, was doch nur eine Bettgeschichte war.
"Wie kommt es das du ohne Begleitung hier aufgetaucht bist?" Vielleicht war er mit der Frage zu weit gegangen, doch er war neugierig. Hatte Vincent hier wirklich niemanden? Es war nicht verwunderlich, dass Vincent nicht unbedingt viele Freunde gefunden hatte, aber hatte er jemanden der ihm das Bett warm hielt? Jemanden, der nun auf ihn wartete, während Daniel dachte es könnte dem Briten vielleicht sogar etwas bedeuten den Abend gemeinsam zu verbringen?!

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Sheela Verma

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BeitragThema: Re: Aula   Do Dez 28, 2017 10:24 pm

Wahrscheinlich wäre es Sheela auch schon im dritten Semester aufgefallen, dass Alistairs Wunde noch nicht zu seiner Zufriedenheit verheilt war. Es wunderte sie kaum, immerhin hatte sie eine halbe Ewigkeit damit verbracht, besagte Wunde überhaupt zu säubern. Eigentlich war das eine Tätigkeit, die Schwestern oblag, aber sie hatte schon beim Anblick von Alistairs schmerzverzerrtem und deshalb extrem genervtem Gesicht realisiert, dass die Aufforderung, in ein Krankenhaus zu gehen, keinen Zweck haben würde. Sie hatte sich allerdings mit bissigen Kommentaren solange zurückgehalten, bis der Schmerz auf dem Gesicht Frust und schlechter Laune gewichen war. Die Salbe, die sie ihm verordnet hatte, wirkte langsam, vertrug sich aber mit Alkohol. Und Sheela kannte ihren Patienten und wusste, dass dieser an diesem Abend sicherlich nicht bei Wasser und Cola bleiben würde. Es sei denn natürlich, die Getränkeauswahl würde weiterhin so bleiben, dass sie den wählerischen Briten nicht zufrieden stellen konnte.
Trotzdem hatte sie die Hoffnung, dass der Blonde seinen Griesgram irgendwann an diesem Abend ablegen würde. Immerhin hatte er auch schon ein echtes Lächeln gezeigt, das ihr ein warmes Gefühl in den Magen gezaubert hatte. Alistair Traynor mochte ein Miesepeter sondergleichen sein, aber er war tief in seinem Inneren doch ein guter Mensch. Oder er hatte doch noch mehr für sie übrig, als sie beide sich (nüchtern?) eingestehen würden. Sheela wagte nicht, diese Gefühle zu erforschen. Es hatte sie im College härter getroffen als gedacht. Und sie würde es nicht riskieren, dass es ihr wieder so erging. Egal, wie sehr sie sich über das versonnene Lächeln auf seinen Lippen gefreut hatte.
Der Kellner, der ihnen noch ein Glas Sekt anbieten wollte, wurde von dem Londoner unfreundlich abgewunken. Sheela versuchte, die rüde Behandlung durch ein Lächeln abzumildern, doch der Mann war mit seinem Tablett schon weitergegangen. Automatisch wanderte Sheelas Augenbraue hoch, als sich Alistair wieder einmal über die Mittelklasse beschwerte. Und wieder einmal war sie sich nicht wirklich sicher, wie sie dazu stand. Sheela wusste, dass sie sich an Reichtum gewöhnt hatte. Sie mochte die Schnitte billiger Modeketten nicht und empfand einen Backpacking-Urlaub als das größte Unglück, das einem Menschen der sogenannten ersten Welt widerfahren konnte. Aber sie hatte miterlebt, wie Reichtum unglücklich machen konnte und wie glücklich Menschen mit wenig Gehalt, aber einer stabilen Partnerschaft und Familie oder nur einer Profession waren, die ihnen am Herzen lag. Sie hatte gesehen, wie das beste Hotel nicht mehr gut genug sein konnte und wie man Schritt für Schritt von Unzufriedenheit vereinnahmt werden konnte. Mehr als einmal hatte sie gedacht, dass Alistair diese Grenze bereits überschritten hatte, und sie wusste nicht, ob es ihre Aufgabe war, ihn wieder zurückzuholen.
„Dann lass dir von deiner wundervollen Begleitung sagen, dass es mehr als die Börse auf der Welt gibt und die Menschheit untergehen würde, wenn es nur Broker gäbe“, erwiderte sie und nur Übung im Umgang mit diesem Menschen war dafür verantwortlich, dass sie ein Lächeln im Gesicht behielt und ihre Stimme nicht zu sehr von Missfallen troff. „Manchmal braucht man auch Lehrer. Dann weiß man als Erwachsener auch die Ferien zu schätzen. Drei Monate ohne die lieben Schüler. Wie wirst du die Zeit nutzen?“
War es Selbstschutz, dass sie das Thema wechseln wollte? Wahrscheinlich. Sie hatte es ja selbst provoziert, über den sozialen Abstieg des jüngeren Traynors zu reden und seine schlechte Stimmung wohl zu verstärken. Aber trotz all der warmen Wogen, die dieser britische Sauertopf in ihr auslösen konnte, gefiel es ihr, dass sie ihren Traumjob erreicht hatte und er – vielleicht auch wegen seiner Arroganz und Selbstüberschätzung – aus seinem Traumjob herausgestürzt war, dass sie sich zumindest einbildete, von ihrer Familie unabhängig zu sein, während sein Vater dafür verantwortlich war, dass er jetzt in einem Beruf fest saß, den er hasste, in einem Land, das er ebenso schlecht fand. Aber vielleicht wünschte sie sich auch zu hören, dass er in den USA bleiben würde, statt durch die Welt zu reisen. Dann wäre sie vielleicht nicht so allein.

[Gespräch mit ALISTAIR]

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Logan Cunningham

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BeitragThema: Re: Aula   Di Jan 09, 2018 7:57 pm

'Sieh es positiv.'
Diese - zugegeben inzwischen recht abgedroschene - Phrase war für den Siebzehnjährigen in den letzten Wochen zu einer Art Mantra geworden, ermöglichte es ihm, nicht weiter darüber nachzudenken, was geschehen war. Obgleich Logan jedes Mal beinahe abfällig die Nase darüber rümpfte, dass es tatsächlich Menschen gab, die vollkommen sinnlos eben nach jener Phrase lebten, ohne diese auch nur im Ansatz zu hinterfragen, so half ihm doch eben jener Gedanke ein wenig. Natürlich taten die Abschlussarbeiten ihr Übriges dazu und gemessen an seinen restlichen Leistungen waren diese erschreckend gut gewesen. Auch in Hinblick auf seine reiterliche Laufbahn hatte er unlängst etliche Fortschritte erzielen können, ahnte jedoch, dass Vexillatio diese Strapazen in dieser Tour nicht mehr lange mit machen würde. Bereits die letzte Reitstunde war der Hengst spannig gelaufen und kaum an das Gebiss heran getreten, hatte sich immer wieder versucht seinen Hilfen zu entziehen und letztlich hatte Logan beschlossen, dass sie die Einheit mit einem ruhigen Ausritt abklingen ließen.
Kaum war dem Schüler die frische Luft um die Nase gestrichen, hatte er sich abermals an sein neues Credo ermahnen müssen, war der Kloß in seiner Kehle ungewöhnlich und viel zu viel für den Schwarzhaarigen. Zudem er an diesem Tage ausgerechnet Colin im Zimmer eines bislang Unbekannten hatte verschwinden sehen. Anfangs hatte er nicht viel mehr getan als auf seinen leeren Notizblock zu starren, ehe er das Lernen für diesen Abend einstellte und sich abermals in den Stall schlich, um seinem Pferd eine Karotte mitzubringen. Er wusste, dass die Stallmeisterin streng und penibel war, was die Futterpläne anbelangte, sodass Logan nach zehn Minuten wieder geduckt zurück in sein Zimmer geschlichen war.

Die Vorbereitungen für den Ball glichen demnach einer Tortur, die er sich selbst auferlegt hatte. Natürlich wäre es ein Leichtes gewesen die Schuld einzig auf seinen besten Freund - Pardon, sehr wahrscheinlich waren auch diese Zeiten vorbei und Logan spürte abermals den Kloß in seiner Kehle - zu schieben, immerhin hatte er das Gesagte falsch verstanden.
Aber war dem tatsächlich so?
Immer wieder hatte der Jugendliche versucht das Gespräch Revue passieren zu lassen ohne ein klares Ergebnis zu erzielen. Logan zerpflückte jede getätigte Aussage in ihre Einzelteile, versuchte diese zu analysieren und in einen für ihn korrekten Konsens zu bringen - doch es schien ihm, dass mit Colin auch ein Teil seines Wissens verloren ging. Es war absurd, so viel wusste der junge Reiter, denn wahrscheinlicher war es, dass Logan mit der gesamten Situation überfordert gewesen war und dementsprechend nur einen geringen Prozentsatz des Wissens abrufen konnte. Doch die Resultate in den Abschlussprüfungen erschraken selbst den Schwarzhaarigen, hatte er mit bedeutend schlechteren Ergebnissen seinerseits gerechnet.
Er war ... überragend gewesen.

Noch immer an dieser Tatsache knabbernd - und daran, dass Colin eben nicht allein zum Ball erschien - griff er leise seufzend nach seinem Glas und stürzte die Cola beinahe in einem Zug hinab. Hazel und er hatten sich bereits recht früh nach der Rede des Schulleiters am Buffet eingedeckt, sodass Logan nun gesättigt und einigermaßen träge am Tisch saß, während er sich mit seiner Ballbegleitung in Smalltalk versuchte.
Hazel war ihm sympathisch, denn sie stellte einen absolut krassen Kontrast zu Colin dar. In vieler Weise stellte die junge Britin eben jene Art von Mädchen dar, die der Dunkelhaarige gerne in größere Zahl auf dem Hof gesehen hätte. Somit lauschte er Hazel und sprach angeregt mit ihr, erleichtert darüber, dass sie den Mut gefasst und ihn angesprochen hatte. Sie besaß Klasse und Wissen, etwas, was Logan schätze - und zugegebenermaßen ein wenig vermisste. Die zurückliegenden Monate waren in einem Taumel an Gefühlen geraten und verschwammen in seinen Erinnerungen, doch eines blieb stets überdeutlich: Beinahe seine gesamte Zeit hatte er mit Colin und Joey verbracht. Da der Letzte derzeit nicht zugegen war, spürte Logan die Trennung von seinem besten Freund beinahe körperlich und griff abermals zum Glas. „Ich… weiß, dass man das eigentlich nicht fragt, aber… weißt du, ob… also… könnte es sein, dass Ira nicht nur so mit Collin hier ist?“

Hustend stellte der Siebzehnjährige das Glas etwas abrupt wieder ab, klopfte sich auf die viel zu schmale Brust und räusperte sich letztlich verlegen, ehe er sich leise entschuldigte. Ihre Frage warf ihn aus seinem mühsam aufgestellten Konzept, doch erst als er ihrem dunklen Blick zu besagten jungen Männern folgte und seine blauen Augen an Colin hängen blieben, während dieser gemeinsam mit Ira die Aula gen Park verließ, ahnte der Jugendliche, wer das eigentliche Interesse Hazels erweckt hatte.
Das wild rasende Herz des Jungen beruhigte sich ein wenig, ehe er kläglich lächelte und erst sachte mit dem Kopf schüttelte, dann jedoch verunsichert die Schultern zuckte. Ihm war bewusst, dass Colin wieder in alte Muster zurück gefallen war, sich dabei jedoch nicht mehr einzig auf das weibliche Geschlecht konzentrierte. Ira schien diesen Zustand nicht weiter zu stören und sich dem zu fügen, was Logan kurz mit den Zähnen knirschen ließ. Erst der Schmerz im Kiefer ließ ihn zurück zucken und sich über die Wange reiben, bevor er Hazel mit abgelenkter Miene antwortete: »Bei Colin ist alles denkbar. Besonders momentan.«
Entschuldigend sah er der Schülerin in die rehbraunen Augen, erinnert sich daran, dass sie etwas von Nachhilfe und Ira erzählt hatte und der Gedanke rastete restlos ein. Jener Blick, den sie dem Älteren hinterher warf, war der gleiche, mit dem Logan seinen ehemals besten Freund angesehen hatte, wenn er sich sicher war, dass niemand zugesehen hatte. Er schluckte.
Offenbar hatte Colin sehr schnell sehr guten Ersatz für ihn gefunden - und dieser Gedanke war unerträglich. Also bemühte er sich um den letzten rest Selbstbeherrschung, räusperte sich und griff lustlos nach den übrig gebliebenen Resten seines Tellers, die er noch nicht hatte verschwinden lassen.
»Und wo hast du Lady heute Abend gelassen?« Nicht, dass er sich das nicht denken könnte, aber Konversation war ohnehin nicht ganz sein Fachgebiet. Offensichtlich ... andernfalls würde er jetzt mit Colin hier sitzen. Abermals ein tiefes Seufzen, ehe er seine Aufmerksamkeit vollkommen auf Hazel richtete. »Entschuldige, ich fürchte, ich bin keine gute Gesellschaft an diesem Abend.« Sie mit seinen blauen Augen um Verzeihung bittend lächelte er knapp.




{ Rückblick # HAZEL # Antwort}

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Vincent Traynor

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BeitragThema: Re: Aula   Sa Jan 13, 2018 3:39 pm

Manchmal wollte Vincent die alten Zeiten zurück - als es die Ruction Scene noch gab, war doch alles einfacher gewesen. Er hatte so locker vor sich hin studiert, während er sich an den meisten Tagen abends mit seinem Bruder und ihren gemeinsamen Freunden getroffen hatten. Stairs war zwar noch da, aber er war auch anders geworden: erwachsen. Etwas, das Vince nie hatte sein wollen. Er wollte sein Leben voll Party und Frauen zurück, das Leben eines einfachen, superreichen Studenten. Er sagte ja nicht, dass das Leben hier auf der Ranch schwierig war - eher im Gegenteil, er fand, dass Holmes hier etwas sehr Gutes aufgebaut hatte, und er hatte Respekt für die Institution. Aber Amerika war einfach nicht seins, der komische Akzent, das seltsame Wetter, all das.
Und dann war da natürlich noch Daniel.
Vincent beobachtete den Jüngeren, wie die Überraschung über seine Züge glitt. Dachte er wirklich, Vince hätte ihn vergessen? Wie konnte er? Rückblickend musste Vince zugeben, dass die Zeit mit Daniel die unumstritten glücklichste Zeit in seinem Leben gewesen war. Sie waren vielleicht nie offiziell zusammen gewesen, doch in den Monaten, die sie miteinander verbracht hatten, war Daniel zu einem Ruhepol in seinem Leben geworden, einem Ausweg, einem Rückzugsort - das hatte Vince jetzt nicht mehr. Damals war ihm das gar nicht bewusst geworden, erst jetzt, Jahre später, wurde ihm klar, was er damals aufgegeben hatte. Bedeutete das, das er ebenfalls erwachsen geworden war?

Die Gläser klinkten aneinander, und Vincent trank direkt einen großen Schluck. Das bekannte Gefühl von Wärme, wenn sich Alkohol einen Weg durch den Körper bahnte, breitete sich in ihm aus, und trieb ein leichtes Grinsen auf seine Züge. Alkohol war etwas, das er kannte, Feiern etwas, das er konnte. Dieser Abend war vielleicht eine gute Möglichkeit, mit Daniel wieder ins Grüne zu kommen - es waren gewohnte Gefilde für ihn, das würde ihm Sicherheit geben, jetzt, wo alles irgendwie aus dem Ruder lief und er ohne Schutz und ohne Halt dastand.
Daniels Frage brannte in seinen Ohren; vermutlich hatte er es nicht so gemeint, aber dennoch konnte Vincent den bitteren Beigeschmack der Worte nicht übersehen. Er war immer mit irgendeiner Lady auf solchen Parties aufgekreuzt - selbst, wenn er am Ende mit wem komplett anderem heimgegangen war. Doch die Worte seines Vaters, der Vincent bei Seite genommen hatte, nachdem er ihm und Alistair eröffnet hatte, waren klar gewesen, und zum ersten Mal in Vincents Leben hatte er tatsächlich so etwas wie Angst gefühlt. Sein Vater wollte von Frauengeschichten nichts hören, und nichts von Eskalationen. Vincent sollte sich endlich mal benehmen wie der Erstgeborene, der er war.
Eine sarkastische Stimme flüsterte ihm zu, dass Daniel ja keine Frau war, und damit nicht unter diese Regel fiel. Vincent ignorierte sie, und antwortete stattdessen die Frage. "Es hat sich keine Gelegenheit geboten.", sagte er ausweichend, bevor ihm bewusst wurde, dass es solche Ausreden waren, die ihnen am Ende die Beziehung versaut hatten. Und auch, wenn Daniel und er nie wieder zusammenkommen sollten, hatte er es verdient, von Vincent die Wahrheit zu erfahren. "Außerdem hat mein Vater gedroht, dass er mich enterbt, sollte ich weiter mit so vielen Frauengeschichten auffallen." Er verdrehte die Augen und trank einen erneuten Schluck seines Drinks. "Wollen wir uns setzen, oder willst du direkt an der Bar campen?"


{ Gespräch mit Daniel }

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Joleen Mahone

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BeitragThema: Re: Aula   So Jan 14, 2018 12:32 pm

Joleen war Lehrerin geworden, weil sie in der Welt etwas bewegen wollte. Immerhin waren Kinder die Zukunft - und sie wollte, dass die Welt zu einem besseren Ort wurde, als sie sie kennengelernt hatte. Joleen konnte nicht leugnen, dass ihre eigenen Erfahrungen oft negativ gewesen waren, und so hatte sie entschieden, daran etwas zu ändern. Manche dieser Menschen, die wie sie etwas verändern wollten, wurden berühmt, andere wurden Politiker - und sie war Lehrerin geworden. Sie überlies die Problembekämpfung anderen Leuten; sie würde sich währenddessen mit den Präventivmaßnahmen beschäftigen. So hatte sie immer gedacht - gedacht, dass es einfach werden würde, weil sie eine brilliante Lehrerin war, die sich nicht so leicht beirren ließ.
Mit Lucien hatte sie dann quasi nochmal von Null anfangen müssen. Es gab immer noch Tage, wo er sie in den Wahnsinn trieb; wie hatte die Welt es geschafft, so eine faszinierende Seele so zu verkorksen? Wie konnte man jemandem, der offensichtlich so viel Talent und Können besaß, so dermaßen das Selbstwertgefühl ausprügeln? Sie war auch verzweifelt, weil sie so oft aneinander geraten waren, und so oft hatte sie dagestanden und nicht mehr weitergewusst. Aber sie hatte auch die Fortschritte bemerkt, die sie mittlerweile nicht mehr leugnen konnte, und die sie stolz machten; Lucien stand gerader, er ritt besser, selbstbewusster, und er war ruhiger geworden. Vielleicht nicht so merklich, dass andere es sahen - wobei das vermutlich hauptsächlich daran liegen würde, dass er andere Menschen nicht hereinließ.
Und aus diesem Projekt war dann eine Freundschaft erwachsen; auch, wenn sie sich nicht sicher war, ob das immer so unbedingt moralisch vertretbar war. Aber sie wusste, dass Lucien jemanden brauchte, der auf ihn aufpasste, und er war und blieb nunmal ihr Auszubildender. Natürlich konnte sie da nicht anders, als sich anzunähern. Und wenn dabei irgendwas anderes in ihr gewachsen war, das sie nicht benennen konnte, ihr aber Gedanken in den Kopf setzte, die definitiv nicht richtig waren? Dann konnte sie da nichts für. So einfach war das. Denn natürlich hatte sie Luciens Blicke bemerkt, vor allem in den letzten fünf Minuten; und sie war auch nur eine Frau, was sollte sie machen? Es war vielleicht falsch, aber jetzt war es eh zu spät, um etwas daran zu ändern.

Einer der Gründe, warum Jo sich oft noch Sorgen um den jungen Mann machte, waren solche Kommentare wie den, den er abließ, als sie ihm ein Kompliment machte - einmal mehr musste sie sich verkneifen, ihm einen Klaps auf den Hinterkopf zu geben. Stattdessen sah sie ihn vorwurfsvoll an. "Du sollst damit aufhören, dich mit anderen zu vergleichen!" Sie wusste selbst, wie schwer das war - aber sie wusste auch, wie gefährlich es war, wenn man sich diese Vergleiche zu sehr ans Herz nahm. Und sie wollte nur, dass sich Lucien endlich mal wohl in seiner Haut fühlte. Ihm würde es guttun, endlich mal gerade mit gestrafften Schultern zu stehen, ohne dass es Teil seiner Verteidigungsstrategie war.
Dennoch zauberten seine nächsten Wochen ein Lachen auf ihr Gesicht. "Da hast du wohl recht!", erwiderte Jo. "Aber trotzdem - dann wird das Kleid halt bis zu den Knien hochgebunden, das geht schon, mein Gott." Sie lachte, und nippte wieder an ihrem Whiskey - der dann auch schon wieder leer war. Sie drehte sich wieder zur Bar, und bestellte sich den nächsten: sie würde bestimmt nicht mit einem leeren Glas zurück zum Tisch gehen. "Also, möchtest du was essen? Ich hab jedenfalls tierisch Hunger, und das Buffet sieht echt gut aus."


{ Gespräch mit Lucien }

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Aula   So Jan 14, 2018 3:34 pm

Phillip wusste, dass es ihn gut getroffen hatte. Er war aus seiner verkorksten Familie geholt worden, als er noch ein Kind gewesen war, und hatte in seiner Pflege- und später Adoptivfamilie ein Zuhause gefunden, auf das er sich hatte verlassen können. Für ihn war es mittlerweile natürlich, die Meehans seine Eltern zu nennen, obwohl er ganz genau wusste, dass dort draußen irgendwo ein Mann war, mit dem er die gleiche DNA teilte. Er wusste, dass er noch lebte, denn man hatte ihm versprochen, ihm Bescheid zu sagen, sollte irgendwas passieren. Nur Kontakt hatte er schon so lange nicht mehr, wie er nicht mehr bei seinem Vater lebte. Dafür hatten die Schmerzen gesorgt, die manchmal immer noch an den Stellen auftauchten, wo Knochen gebrochen waren, wenn das Wetter wechselte.
Und er sagte gern, dass er glimpflich davon gekommen war; denn er hatte mit seiner Vergangenheit abschließen können, ohne größere Schäden davonzutragen. Manchmal zuckte er immer noch zusammen, wenn jemand die Anstalten machte, auf ihn loszugehen, aber dank vielen Selbstverteidigungskursen nutzte er den Reflex mittlerweile zu seinem Vorteil. Manchmal, und das wusste Rebecca wohl am Besten, hatte er immer noch Probleme, sich Menschen anzuvertrauen, und zog sich oft in seinen eigenen Kopf zurück. Aber er war nicht komplett verkorkst, hatte etwas aus seinem Leben gemacht, und hatte einen vernünftigen Job mit vernünftigen Leuten und verdiente mit ehrlicher Arbeit ehrliches Geld. Andere, denen das gleiche Schicksal wie ihm widerfahren war, konnten das nicht von sich zu behaupten.
Und trotzdem redete Lip nicht gern darüber. In der Schule hatte er gelernt, dass es etwas war, weswegen man sich schämen sollte: adoptiert zu sein, einen Vater zu haben, der einen geschlagen hatte. In der Schule hatte er keinen Hehl draus gemacht, was hauptsächlich daran lag, dass es verdammt schwer zu verstecken war, wenn man mitten im Schuljahr den Namen änderte. Leute redeten, und gerade Teenager waren die Schlimmsten, wenn es um Gerüchte und Vorurteile ging. Also hatte er in College und Ausbildung einfach angefangen, die Klappe zu halten. Außer Holmes wusste das niemand, was passiert war; und selbst Holmes wusste nicht die gesamte Geschichte. Und Lip beschützte sich lieber mit dem Ruf als arroganter Schnösel, als wieder als gesellschaftlicher Abschaum abgestempelt zu werden.

Natürlich wusste er, dass Rebecca die gesamte Wahrheit verdient hatte - und er würde sie ihr auch erzählen. Nicht hier, in einem Raum voller Menschen, die alle mithören konnten, wenn sie nur nah genug heranträten. Aber irgendwann, und zwar noch bevor das mit ihnen ... nein, das musste er streichen. Ihm war es schon jetzt eine ernste Sache, und er hatte sie noch nichtmal geküsst. Aber trotzdem: nicht hier, und vermutlich nicht heute Nacht - bald. Denn ihre Reaktion zeigte ihm, dass es die richtige Entscheidung war, das mit ihr zu teilen, und dass er es wagen konnte, mehr mit ihr zu teilen (alles, war was ihm eine Stimme zuflüsterte, aber er wollte es nicht denken).
Rebeccas Hand war eine willkommene Ablenkung auf seiner eigenen, ein Gewicht und ein Anker, das er jetzt gut gebrauchen konnte. Warum sie sich entschuldigte, verstand Phillip zwar nicht, aber er kannte die Reaktion nur zu gut von anderen Leuten - sie wollten ihn nicht verletzen. Nur, dass Rebecca deswegen jetzt nicht begann, wie auf Eierschalen zu treten - noch ein Grund mehr, sie zu bewundern, wie er es tat. Mit einem leichten Lächeln drehte er seine Hand unter ihrer und verschränkte ihre Finger - eine Geste, die natürlicher nicht hätte erscheinen können.
"Mach dir keine Sorgen - ich hab es dir gesagt, weil ich es wollte. An sich macht es mir nicht viel aus.", erklärte Lip ruhig, und meinte es - bei anderen Leuten hätte er eine Ausrede gefunden, aber sie hatte Besseres verdient. Er wiederholte sich. "Danke, Becca. Ich will, dass du weißt, dass ich plane, es dir zu erzählen. Aber nicht heute Nacht -" Mit diesen Worten wurde sein Grinsen breiter, und er drückte ihre Hand, "- heute Nacht ist zum Feiern da!"
{ Gespräch mit Rebecca }

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Daniel McCain

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BeitragThema: Re: Aula   Di Jan 16, 2018 11:44 am

Die Antwort von Vincent war nicht befriedigend, nein das war sie ganz und gar nicht. Offensichtlich war Daniel wirklich so naiv gewesen und hatte sich für einen Moment erlaubt zu glauben das er der Grund war, weshalb auch Vince hier alleine aufgetaucht war. Sie wussten beide das es nicht gut enden konnte wenn Alkohol im Spiel war. Daniel wusste es genau! Doch was sollte er tun? Er musste auf sein Herz hören und sein Herz sagte ihm nur ein Wort: Vincent...

Nachdem Daniel noch einmal tief durchgeatmet hatte sah er Vincent direkt ins Gesicht, direkt in diese schönen Augen. Wie gern hätte er nun seine Hand in sein Haar vergraben und ihn geküsst, doch er musste sich beherrschen. Aus dem Grund verlagerte er sein Gewicht auf den linken Fuß um ein wenig mehr Abstand zu gewinnen ohne das sein Gegenüber dies mitbekam. Daniel wollte so gerne bei seinem Herz sein, doch genau so wollte er sich davon entfernen.
Wie sollte er aus diesem Zwiespalt entkommen? Wie sollte er sich von dem fernhalten was ihn so anzog? Dieser so gut aussehende und eingebildete Mann würde ihn noch ins Grab bringen.

Sein Blick lag noch immer auf Vincents Gesicht. "Das ist wohl mein Glück das sich dir keine Gelegenheit geboten hat." Sein Mund sprach das aus was sein Herz ihm sagte und er ignorierte die schreienden Gedanken die ihn davon abhalten wollten. Es war entschieden, Daniel würde diesen Abend nutzen um herauszufinden ob noch etwas zwischen den beiden Männern war. Noch irgendwas was ihn hoffen ließ. "Und ich dachte schon du wärst vernünftig geworden." Es wäre ein Wunder gewesen wenn Vincent von sich aus auf irgendwelche Frauengeschichten verzichten würde und es war kein Wunder das er dies für sich und sein Erbe tat. Er war schon immer ein Egoist gewesen.
"Lass uns einfach an der Bar bleiben, hier gibt es die besseren Drinks." Mit diesen Worten hatte Daniel seinen Drink geleert, zwei neue bestellt und ebenfalls zwei Shots kommen lassen. Den einen schob er dann zu Vince herüber.

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Aula   Mi Jan 17, 2018 2:36 pm

Sie hatte nicht gewollt das so ein Gespräch auf dem Ball geführt wurde, das zerstörte die Stimmung und ihr war der Abend wirklich wichtig und das in vielerlei Hinsicht. Ob es nur war um einen Abend zu genießen, um endlich heraus zu finden was wirklich zwischen ihr und dem Pferdetrainer war oder um ihre Kollegen und Schüler ein letztes Mal vor den Ferien zu sehen. Ihre Stimmung sollte wirklich nicht von seinen Problemen getrübt werden, schon gar nicht wenn beide der Meinung waren, dass man das Thema auch wann anders, unter 4 Augen besprechen konnte.

Phillip hatte sicherlich kein einfaches Leben gehabt und Rebecca würde damit klar kommen, würde für Lip da sein wenn er mal wieder nicht schlafen konnte und auch wenn er mal wieder nicht mit jemanden reden wollte.
Sie hatte den Mann so kennen gelernt und sie war die Letzte die versuchen würde jemanden zu ändern. Rebecca war selbst nicht unbedingt jemand den man als normal einstufen konnte. Nicht nur vom Äußerlichen her war sie anders, nein sie tickte auch anders und da sie selbst akzeptiert werden wollte wie sie war, fiel es ihr nicht schwer andere zu akzeptieren wie sie waren. In diesem Fall ging es um Lip und sie wusste das es nicht immer einfach werden würde. Nun wollte sie allerdings nicht an so etwas denken, sie wollte den Abend mit Phillip genießen und war froh, dass er das Thema mit deinem Vater recht locker wegsteckte.

Die Deutsche erwiderte sein Lächeln als er ihre Hände miteinander verschränkte. Zwischen den beiden wirkte es als wäre es nie anders gewesen. Es war eine Vertrautheit die Rebecca gerne mit ihrer Ballbegleitung teilte. "Du hast Recht. Heute Nacht ist kein guter Zeitpunkt darüber zu reden." Es gab wahrscheinlich gar keinen schlechteren Zeitpunkt als Heute Abend darüber zu reden. Hier wo jeder zuhören konnte wenn er es nur wollte. Rebecca leerte ihr Glas als der Kellner an den Tisch kam um neue Getränke aufzunehmen. Die Frau bestellte sich einen Cocktail und widmete sich dann wieder dem Mann welcher sie so anzog. "Also lass uns feiern." Sobald der Pflichtanteil erfüllt wurden war würde Phillip sich nicht vor dem tanzen drücken können, ob er tanzen konnte? Er war in einer noblen Familie aufgewachsen, er war sicherlich ein guter und sicherer Tänzer.

Nachdem der Kellner mit dem Cocktail kam bedankte die tätowierte Frau sich und trank einen Schluck. "Hoffentlich ist diese Förmlichkeit bald vorbei" Brachte sie über die Lippen. Sie mochte Feiern und auch von Bällen war sie nicht abgeneigt, aber sie fingen immer erst an Spaß zu machen sobald der förmliche Teil beendet war. Dies würde wohl hoffentlich bald sein.
In Deutschland wurden selten so schöne Bälle gefeiert, zumindest nicht in Rebeccas Gesellschaftsklasse und selten, nein nie, hatte sie so eine gut aussehende und sympathische Begleitung gehabt.

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Zuletzt von Rebecca Morgan am So Jan 21, 2018 1:27 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Damien Lewis

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BeitragThema: Re: Aula   Sa Jan 20, 2018 10:49 pm

Damien war joggen gewesen mit einem Rüden der zu viel Power im Hintern hatte und heute Mittag wäre er fast noch von einem Rodeopferd geflogen, weil er sich einfach nicht hatte konzentrieren können. Wieso eigentlich, fragte er sich in Gedanken, während das Wasser der kalten Dusche seine Haare und den Nacken berieselte. Klar hatte er keine der ‚noch zur Verfügung stehenden‘ Mädchen gefragt, aber wieso auch nicht. Als Single konnte man schließlich alleine auf einem Ball erscheinen. Klar, sowas kommt ja auch überhaupt nichtkomisch ging es ihm in triefendem Sarkasmus durch den Kopf und am liebsten hätte er seinen Dickeschädel gegen die Fließen der Dusche geschlagen, aber DAS war nun wirklich eine bescheuerte Idee. „Ich muss eindeutig hier raus, sonst wird ich noch Irre“ schallte er sich selbst zur Ordnung, ehe er die Dusche abdrehte, sich abtrocknete und sich dann seinen Anzug anzog. Es war ein schlichter dunkelblauer Anzug, kein Smoking, kein unnötiger Schnickschnack. Ruhig und clean und unaufdringlich, so wie der Mann, der den Anzug trug. Ein leichtes Schmunzeln legte sich über Damiens Lippen, eher er ein wenig After Shave auf legte und sich dann nochmals kurz im Spiegel betrachtete. Er hob eine Augenbraue, doch es musste für diesen Abend reichen, ging es ihm durch den Kopf. Ehe er sich sein Handy und die Schlüssel schnappte und das Cottage verließ.

Es war ein kurzer Weg, vom Cottage bis zum Haupthaus und in die Aula. Er Atmete kurz und tief durch, ehe er die Aula betrat und den Blick schweifen ließ. Die meisten Tische waren schon von anderen Paaren oder Kollegen die zusammen gekommen waren besetzt. Eigentlich wollte er gerade wieder kehrt machen und den Abend alleine verbringen, doch das war wohl die letzte Option die er wählen würde. Er war zwar nie der große Partylöwe gewesen, doch er hatte nie eine Gelegenheit aus gelassen. Sei es eine Gelegenheit zu flirten oder einen Aufriss zu Starten. Ein charmantes Lächeln lag auf seinen Lippen, ehe er durch den Raum schlenderte und den Blick schweifen ließ. Klar hätte er sich einsam an einen Tisch setzten können, doch vielleicht gab es ja irgendwie einen Tisch, wo er sich erst einmal dazu setzten konnte um zu sehen, was der Abend für ihn so bereit hielt.

Es hatte nicht lange gedauert, den Tisch zu erspähen, an dem Becca mit Phillip saß. Er verstand sich mehr als prächtig mit Becca. Die Freundschaft von ihm und Lip stand in letzter Zeit wohl eher auf Messers Schneide. „Nun dann wird es wohl Zeit für einen Frontalangriff“ sprach er sich selbst etwas Mut zu, ehe er sich, dreist wie er manchmal war, einen Stuhl zurück zog und sich setzte „Ich hoffe ihr habt nichts dagegen, wenn ich mich zu euch geselle“ ein freundlich, charmantes Lächeln lag auf seinen Lippen. Klar könnten sie ihn jeder Zeit vom Tisch vertreiben, doch noch hielt Holmes seine Rede und so lange würde er sicher sein, und danach, würde er Becca einfach zu einem Tanz auffordern. DASS war zumindest kein Schlechter Plan, ging es ihm durch den Kopf und so hoffte er einfach auf einen netten und feucht fröhlichen Abend.

[Vorbereitung Ball | Aula | tscheckt die Lage | gesellt sich erst mal zu Becca und Lip]

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Alistair Traynor

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BeitragThema: Re: Aula   Mi Jan 24, 2018 8:43 pm

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann frag‘ nach Salz und Tequila. So sagte man doch. Tequila wäre Alistair in diesem Moment durchaus recht gewesen, damit hätte wenigstens seine geschundene Seele etwas besänftigen können. Dabei war dieses Getränk eigentlich keines, was ein Lordschaftsspross sonst so zu sich nahm. Aber man konnte auch nicht behaupten, dass es aktuell nach Alistairs Nase lief oder gar alles nach Plan. Eher im Gegenteil . und das reizte ihn aufs Äußerste. Vincent schien sich mittlerweile mit ihrer neuen Situation arrangiert zu haben, was vielleicht auch daran lag, dass er neuerdings diesem Dunkelhaarigen nachstellte, der Alistair vage bekannt vorkam. Doch er war nicht gut mit Gesichtern und wahrscheinlich war der andere Mann nur einer von Vincents Spinnereien. Er maß dieser neu erwachsenden – Freunschaft? – keine sonderlich große Bedeutung bei, denn dass sein Bruder endgültig das Lager wechseln würde, konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Irgendwo hatte dann auch Vincent noch eine Linie zu vertreten.
Dass die Sache in England so außer Kontrolle geraten war, missfiel Alistair noch immer und er hatte inzwischen sogar versucht, mit seinem Vater zu sprechen, um ihre Strafe zu mildern. Doch nichts hatte gewirkt und das hatte ihn nur einmal mehr in seiner These bestätigt, dass Schwäche zeigen nicht bedeutete stark zu sein. Also verfiel er in alte Muster und ertränkte seinen Frust in Alkohol und Sport. Zum Randalieren war hier wohl zu wenig Platz und die Aggression, die sich anstaute, traf dann nur noch einen einsamen Boxsack. Oder seine Mitmenschen, aber die nur verbal. Am liebsten hätte er Sheela von seiner Stimmung verschont, wobei er selbst nicht recht wusste, woher dieses Bedürfnis rührte. Es konnte ihm sonst so herzlich egal sein, wie andere ihn wahrnahmen. Aber bei Sheela war es das nicht. Noch immer nicht. Etwas, was ihn vielleicht noch mehr aus de Konzept brachte, als sein neues Leben.
Auf Sheelas Entgegnung verdrehte er leicht genervt die Augen, grinste sie dann aber an. Sicherlich mochte sie in diesem Punkt recht haben, aber Alistair Traynor wäre nicht Alistair Traynor, wenn er das verbal äußern würde. Stattdessen war sein Schweigen die einzige Zustimmung, die sie wohl bekommen würde, doch er wurde den Verdacht nicht los, dass Sheela sogar das als Triumph auffassen würde. Zugegeben: Er konnte sich nicht beschweren, was ihre Fürsorge betraf. Auch wenn sie wohl allen Grund hatte ihn zu hassen, hatte sie ihm eine Art zweite Chance gegeben, hatte wieder mit ihm geredet und nicht versucht, ihn in ein Krankenhaus zu schleusen, sondern kurzerhand selbst die Verarztung übernommen. Dafür war er ihr dankbar und vermutlich sollte er ihr das einmal sagen. Irgendwann.
„Ja, oder man erkennt wieder einmal, warum man die Schule verabscheut hat.“ Mit in sich gekehrten Blick fuhr er über die Tischkante. Wie würde er die nächsten drei Monate nutzen? Natürlich arbeitete er seit Schuljahresbeginn nur darauf hin, endlich wieder frei zu haben und hier rauszukommen. Aber er war sich noch immer nicht sicher, was er wollte. „Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht so sicher. Seit ich hier bin, will ich nur zurück nach London. Aber ich habe keine Lust meinem alten Herrn zu berichten wie es hier so läuft. Es würde ihm recht geschehen, wenn er auch die nächsten drei Monate ohne mich zurechtkommen muss. Aber wahrscheinlich ist das für ihn ohnehin ein Klacks, weil in seinen Augen jeder ersetzbar ist.“ Er biss die Zähne aufeinander und ballte die Hand zur Faust, um die Wut zu unterdrücken, die in ihm kochte. Alistair hatte diese Zurückweisung, die sein Vater ihm aktuell zuteil werden ließ, noch nie zuvor erlebt. Und er wusste nicht damit umzugehen. Und eigentlich hatte er das Sheela nicht erzählen wollen. Vorsichtig hob er den grauen Blick und sah in ihre braunen Augen. Sie sah ihn doch ohnehin schon so, wie sein Vater ihn sah: Als einen Versager. Und irgendwo mochten sie recht haben. Er hatte versagt, als es darauf ankam. Sowohl in der Firma, als auch in ihrer Beziehung. So traute er sich auch nicht zu fragen, was sie wohl tun würde, den ganzen Sommer lang. Sheela war nicht direkt am Hof angestellt, sie würde wohl weiter im Krankenhaus arbeiten, ihre Abteilung leiten und den Kopf in ihre Unterlagen stecken. „Vielleicht reise ich auf irgendeine Insel in der Karibik, wo ich meine Wunden lecken kann. Keine Sorge, du wirst mich nicht den ganzen Sommer an der Backe haben.“ Er zwinkerte ihr zu, aber in seinem Blick lag eine Spur Traurigkeit, die er nicht schnell genug wegblinzeln konnte. Wollte er nicht eigentlich genau das? Den Sommer mit Sheela verbringen? Sie hatte ihn schon früher zu einem besseren Menschen gemacht, warum nicht auch dieses Mal?
Rasch schob er den Gedanken beiseite und räusperte sich. „Und was hast du heute Abend noch vor? Wollen wir uns noch betrinken oder muss ich sofort zur Tat schreiten und dich auf diese verflucht amerikanische Tanzfläche geleiten?“ Da lag das Grinsen wieder auf seinen Zügen und fort war die Traurigkeit. Ja, er würde es vermissen, wenn er sich den ganzen Sommer keine Wortgefechte mit Sheela würde liefern können. Und er würde ihr Lachen vermissen. Sogar ihre Art, ihn zu triezen. Früher hatte er einmal darüber nachgedacht, sie seinen Eltern vorzustellen, ganz gleich, was die sagen würden. Sie erwarteten sicherlich, ihre Söhne heirateten reiche, superhübsche Töchter irgendwelche bedeutenden Männer, damit sie diese Verbindung zu ihrem geschäftlichen Vorteil nutzen und das Erscheinungsbild der Familie wahren konnten. In dieser Hinsicht hatten sich die alten Lordschaften nicht wirklich dem neuen Zeitalter angepasst. Eine neureiche Inderin aus Wales fiel da bestimmt aus dem Schema. Aber inzwischen wusste Alistair, dass es ihm egal sein konnte, was die Eltern von seinen Beziehungen hielten. Wer ihn bei einem kleinen Fehler bereits fallenließ, der durfte nicht hoffen, dass er ihre Ansprüche weiterhin zu erfüllen versuchte. Und wenn er Sheela an diesem Abend schon eine Last war, dann konnte er zumindest versuchen, es ihr etwas erträglicher zu machen.

{Sheela}

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Levana Renouard

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BeitragThema: Re: Aula   Di Jan 30, 2018 10:35 pm

Levana hatte einen recht relaxten Tag hinter sich. Nachdem sie mit Shan ein paar Springübungen absolviert hatte, hatte sie sich, ihrer Papillio Hündin  und Shan noch einen gemütlichen Ausritt gegönnt. Danach hatte sie ihrer Stute ein kleines Wellness Programm gegönnt. Anschließend hatte sie sich noch ein wenig mit Gina beschäftigt. Nachdem sich die Hündin ausgepowert hatte, hatte sich Lev sich selbst gewidmet. Hatte ein entspannendes Bad genommen, sich die Haare gewaschen und sich dann eine halbe Ewigkeit vor ihren Kleiderschrank gestellt und überlegt welches Kleid sie anziehen sollte.

Sie hatte sich für ein schlichtes Chiffon Kleid in vintage-rosa entschieden. Die Schuhe hatte sie in der gleichen Farbe gewählt. Dezenter Schmuck, wie kleine rosé farbene Kreolen, eine leichte Kette und ein Schmales Armband in der gleichen Farbe hatte sie dazu gewählt. Nun stand sie vor dem Spiegel, trug etwas Wimperntusche und einen Nude-farbenen Lipgloss auf. Die Harre hatte sie zu einem Lockeren Pferdeschwanz gebunden, denn sie in einem Kringel auf dem Haupt trug. Sie beäugte sich nochmals kritisch im Spiegel, empfand ihr Outfit dann aber Rund und gut gelungen.

Sie verließ ihr Zimmer und machte sich auf den Weg zur Aula. Dort angekommen stellte sie sich erst einmal an den Tresen der Bar und genehmigte sich ein Glas Cola. Genüsslich trank sie dieses und ließ den Blick schweifen. Einige Gesichter kannte sie und nickte hier und da, wenn jemand sie erkannte und Grüßte. Sie stand immer noch an der Bar als Mr. Holmes mit der Rede begann. Gebannte lauschte sie und als die Rede geendet hatte Applaudierte sie und lehnte sich dann wieder an den Tresen und ließ den Blick schweifen.

[Rückblick | Vorbereitung | Ball | anspielbar]

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Maureen Grey

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BeitragThema: Re: Aula   Mo Feb 12, 2018 12:24 pm



Eine gefühlte Ewigkeit stand Maureen, bekleidet mit einem Handtuch vor ihrem überfüllten Kleiderschrank. Sie hatte sich viel Zeit gelassen, sie kam bewusst zu spät. Es sollte niemand mitbekommen das sie alleine auftauchte. Es war noch nie vorgekommen, dass eine Maureen Grey keine Begleitung für einen Ball gefunden hatte. An Angeboten hatte es nicht gemangelt, aber der Mann auf den sie wartete, kam nicht. Aus dem Grund wollte sie dann alleine gehen. Sie würde auf dem Ball schon jemanden finden an den sie sich halten konnte wenn alle Stricke reißten.

Nun, wie bereits gesagt, stand sie noch immer vor ihrem Kleiderschrank. An eleganten Kleidern mangelte es ihr natürlich nicht, dennoch wusste sie nicht für welches sie sich entscheiden sollte. Das kleine Schwarze oder doch lieber das lange altrosa farbende Seidenkleid?
Am Ende stand sie in einem enganliegenden, schwarzen langem Kleid vor dem Spiegel. Dieses betonte das tief ausgeschnittene Dekolleté mit etwas Spitze und hatte einen hohen Beinausschnitt an der Seite. Dies kombinierte sie mit silbernen Schmuck und glitzernden Schuhen. Ihre Haare waren einfach hochgesteckt. Nichts besonderes, wie sie fand aber ausreichend für den Ball der Ranch.

Als sie die Aula betrat staunte sie nicht schlecht. Es war wirklich schick hergerichtet und die Schüler und Kollegen schienen bereits Spaß zu haben. Wie sie es sich erhofft hatte, bemerkte fast niemand das sie alleine ankam und sich direkt zur Bar begab um sich etwas zu trinken zu bestellen. Ihr suchender Blick blieb an dem Tisch hängen, wo Rebecca und Philip saßen. Sie schienen vertraut miteinander, was Maureen als Außenstehende etwas irritierte, wussten doch viele das etwas zwischen Rebecca und Damien lief. Damien. Der Grund warum sie auch alleine auf den Ball gegangen war. In ihrer Heimat war er zum Fels ihrer Brandung geworden, mehr als nur irgendein guter Freund. Er sah sie als das Mädchen was sie war und nicht nur als die reiche Tochter seines Chefs und dann war er von heute auf morgen gegangen, einfach so. Eine Verabschiedung konnte das damals naive Mädchen nicht über ihr Herz bringen und heute wusste sie auch noch immer wieso. Sie liebte ihn, sie hatte ihn immer geliebt, doch was würde die Gesellschaft in der sie lebte über ihren Vater sagen, wenn dessen Tochter und Erbin mit einem Pferdepfleger zusammen war?! Richtig, nichts gutes.

Sie schaffte es nach einiger Zeit den Blick von besagtem Tisch abzuwenden und konzentrierte sich dann auf die Geschenisse um sie herum.
 
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Damien Lewis

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BeitragThema: Re: Aula   So Feb 18, 2018 4:12 pm

Den gutaussehenden, gutgebauten Amerikaner konnte so schnell nun wirklich nichts aus der Fassung bringen oder ihm sogar die Sprache verschlagen. Jedoch gab es da in seinem Leben die eine oder andere Situation, wo es eine Person gab, die für einen Flüchtigen Moment eine Seite von ihm gesehen hatte, die wohl kein andere so schnell zu Gesicht bekommt. Nicht mal seine engsten Freunde auf der Ranch hatten diese einmal gesehen. Klar Becca hätte sie kennen können, aber wenn sie beide Zeit zusammen verbrachten, standen meist 'Andere Sachen‘ im Vordergrund. Lange hatte er nicht mehr daran gedacht, an eine Zeit als er frisch ausgelernt hatte und sich eigentlich auf seine Arbeit hätte konzentrieren sollen, war da eine ganz besondere Person in sein Leben getreten. Wie konnte ihm entgehen, dass sie sich auf die HR verirrt hatte, er hatte Gedacht sie würde für immer auf dem Hof ihres Vaters bleiben? Ging es ihm durch den Kopf, er verstand die Welt nicht mehr.

Einen Herzschlag lang ging er, der coole, witzige, gut aussehenden, um keinen Spruch verlegen Frauenschwarm gefühlte eine millionen Gedanken und Szenarien durch den Kopf doch nichts, was er im Kopf durchging hätte beschreiben können, wie er sich fühlte, was er sagen könnte. Er Atmete tief durch, wischte seine unzähligen Gedanken aus seinen Gedanken Okay, ich werde es einfach tun, was soll schon passieren sprach er sich in Gedanken aufmunternde Worte zu um sich dann von seinem Stuhl zu erheben. „Entschuldigt mich, ich muss da eben was erledigen“ meinte er zu Becca und Lip und verließ dann seinen Tisch.

Auf dem Weg zur Bar, von wo er an diesem Abend seine Runde durch den Saal gestartet hatte und dann zielstrebig zu dem Tisch Gegangen war, an dem Becca und Lip saßen, nur um nicht alleine an der Bar herum zu stehen. Er wusste immer noch nicht, was ihn geritten hatte, nicht einfach Maureen zu fragen. Ach ja Stimmt, er hatte nicht gewusst, dass sie überhaupt auf der Ranch war. Er hätte sauer sein können, aufgebracht, wütend. Aber wieso, sie hatte nichts verbrochen. Er war damals Gegangen, einfach so ohne ein Wort. Er wusste, dass er ihr damit das Herz gebrochen hatte, jedoch wusste niemanden, das es ihn innerlich zerrissen hatte und seit damals keine feste Beziehung mehr eingegangen war. Er hatte sich selbst versprochen, dass, wenn es nicht sie sein könne, es keine andere für ihn geben würde. Auch wenn er gewusst hatte, dass er bleiben sollte, konnte er es einfach nicht, denn für sie gab es da ein Hindernis das zu überspringen einfach unmöglich war. Ihr Vater hatte es ihr verboten und als brave Tochter hatte sie damals alles getan, was ihr Vater gewollt hatte. Er wusste das es Mega egoistisch von ihm war, doch er konnte damals nicht anders, er musste gehen sonst würden sie beide zu Grunde gehen, denn eine Gemeinsame Zukunft würde es für sie beide nicht geben, das stand ihm damals so klar vor Augen.

Seine Füße hatten das Kommando übernommen, während er mit sich selbst einen Monolog hielt und er einfach nicht wusste, wie er alles wieder gerade biegen sollte, sollte es für sie eine zweite Chance geben, so würde er sie ergreifen, er wollte nur wissen, ob es dieses Mal anders werden würde als beim ersten Mal. Der Pferdepfleger rief sich nun zur Ordnung und bestellte zwei Gläser Sekt. In der kurzen Zeit, in der er auf seine Getränke wartete, fiel sein Blick auf den einen Menschen, der sein Kryptonit war. Er schluckte schwer, rief sich nochmals kurz Ordnung und nahm die zwei Gläser in die Hand, die vor ihm erschienen waren. Er brauchte nicht mal weit zu gehen um sich neben Maureen zu stellen. Andere würden sie als schön bezeichnen, in ihrem Figur betonten Kleid und der Spitze, welche ihren Ausschnitt so schön zur Geltung brachte. Sein Herz begann zu Flattern als wäre er plötzlich ein Schmetterling der davon fliegen wollte. Ein rascher Blick auf seine Hände versicherte ihm jedoch, dass diese so ruhig und gelassen wirkten wie immer. Er schluckte hart, ehe er sich Räusperte und sich vollkommen cool und lässig gab. Er hoffte wirklich, dass es nicht auffallen würde, wie nervös er eigentlich war. Er bettet schon fast, dass seine Stimme nicht zittern würde, das wäre wirklich das uncoolste was ihm hätte passieren könnte. „Hey Schönheit. Ich hatte nicht gedacht ausgerechnet dich heute Abend zu treffen“ meinte er beiläufig, ehe er ein Glas Sekt vor Maureen Stellte „Ich war mir nicht sicher, ob du zuerst etwas trinken möchtest ehe ich dich auf die Tanzfläche entführte." Ein leichtes jedoch sanftes Lächeln erschien auf seinen Lippen und er hoffte, dass sie ihn nicht nach all der Zeit doch abweisen und wegschicken würde.

[Gedanken | Rückblick | Monolog mit sich selbst | überquert die Tanzfläche | Bar | Sekt | spricht Maureen an]

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Maureen Grey

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BeitragThema: Re: Aula   Mo Feb 19, 2018 1:25 pm



Maureen hatte nur im Augenwinkel gesehen, dass Damien sich vom Tisch entfernt hatte. Sie wollte sich nun nicht den ganzen Abend auf ihn fixieren und hoffen, aus dem Grund hatte sie sich von der Menge abgewandt und sah den Kellnern bei der Arbeit zu.
Was zur Hölle tat sie hier eigentlich? Sie war für solche Bälle geboren und war es auch gewohnt bei diesen aufzufallen, normalerweise konnte sie diese Bälle aber auch genießen, denn dann lief nicht der Mann, der ihr Verderben war hier herum.
Nach einigen Minuten, Maureen war sich nun sicher, dass sie Damien in der Masse nicht finden würde, drehte sie sich wieder um und ließ ihren Blick schweifen. Dort erblickte sie ihre beste Freundin und Samu, vielleicht sollte sie den beiden hallo sagen? Maureen hatte gesehen wie Sarah sich fertig gemact hatte und so vertraut wie die beiden aussahen, wollte sie dort nun auch nicht stören. Irgendwie würde sie schon eine Beschäftigung für sich finden.

Da sie sehr damit beschäftigt war, sich irgendeine Möglichkeit der Beschäftigung zu suchen, erschrak sie kurz als sie angesprochen wurde. "Damien, du hast mich fast zu Tode erschreckt!" Es war nicht nur die Tatsache, dass sie angesprochen worden war, ohne darauf vorbereitet zu sein, es war das Damien derjenige war, der sie angesprochen hatte. Sie hatte sich so viele Szenarien überlegt wie die beiden zum ersten mal auf der Ranch aufeinander treffen konnten, aber kein Szenario war so verlaufen.
Dankend nahm sie das Glas Sekt an welches er ihr reichte. Und jetzt? Nun standen sie voreinander und er war so wie immer. Lässig, charamant und noch immer sehr gut aussehend.
Wie sollte sie auf seine Worte regieren? Wie konnte er denken sie würden einfach dort weitermachen wo sie aufgehört hatten, nachdem er sie einfach hat stehen lassen.

"Wer sagt das ich mich von dir zum tanzen entführen lasse?" Sie wollte kühl wirken, doch sie konnte damals verstehen das er gegangen war. Sie war ja nicht mal wütend gewesen, doch nun war er an der Reihe. Nun durfte er um sie kämpfen, was wenn es für ihn nur ein Spiel war oder wenn er sich nur heute Abend mit ihr befasste weil Rebecca mit Philip gekommen war?!
Sie wollte sehen ob es ihm wirklich ernst war oder eben nicht. Dafür musste er einiges tun. Sie hatte ihren Stolz und an diesem hatte er gekratzt. Ihre Eltern sorgten sich einige Tage lang um sie, sie war einfach nicht mehr die selbe gewesen, nachdem Damien fort war.
 
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Jim Turner

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BeitragThema: Re: Aula   Mo Feb 19, 2018 4:16 pm

Jim hatte sich nicht direkt verspätet - er war nur nicht ganz so pünktlich gewesen, weil Jolly nochmal raus gewollt hatte. Und deswegen hatte sich halt nunmal alles ein bisschen verzögert. Das war nicht seine Schuld! Und geplant hatte er es auch nicht - denn anders als andere Menschen freute er sich tatsächlich auf diesen Abend. Klar, er war zum gefühlt tausendsten Mal in diesem Jahr Single, aber er und Cara hatten sich entschieden, zusammen zu gehen, und darauf freute er sich wie Bolle. So hatte Jim sich schick gemacht, hatte Cara wie so oft an ihrem Zimmer abgeholt, und sie waren zusammen in die Aula gegangen. Jim wusste schon, wie es dort ausah, denn er hatte beim Aufbauen geholfen, aber er war trotzdem überrascht von der überragenden Leistung, die sie dort vollbracht hatten. Es war wirklich ein schönes Fest geworden.
Cara und er stürzten sich, nachdem sie es durch die Rede von Holmes geschafft hatten, erstmal aufs Büffett - Jim hatte den ganzen Tag gearbeitet, und er war richtig, richtig hungrig. Außerdem sah das Essen so lecker aus! Es war doch irgendwie beunruhigend, wie viel er sich auf seinen Teller stapelte; immerhin war Jim weder groß noch war er für seine herausragenden koordinativen Fähigkeiten bekannt. Aber irgendwie schaffte er es bis zum Tisch, und binnen von kürzester Zeit war die Portion verputzt - Jim störte sowas nicht. Immerhin kannte Cara ihn nicht anders, und er wollte sie überhaupt nicht mehr beeindrucken: Beste Freunde waren sie immerhin schon.

"Schmeckt es dir?", fragte Jim, und leerte sein Bier. "Soll ich dir noch was zu Trinken holen? Und soll ich auf dich warten, dass wir zusammen noch einen Nachschlag holen?"

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Aula   Fr Feb 23, 2018 9:34 am

Phillip war sich nicht sicher, wann er zum letzten Mal diese Vertrautheit mit einer anderen Person gespürt hatte. Natürlich hatte er seine Adoptiveltern, die immer für ihn dagewesen waren, und die es erfolgreich geschafft hatten, seine Mauern einzubrechen, und ihn dazu zu bringen, aus sich rauszukommen. Aber das waren eigentlich die einzigen Menschen, die er an sich rangelassen hatte, nachdem sein Vater angefangen hatte, komisch zu werden, und sich die Kinder in der Schule von ihm abgewandt hatten. Und dann war Rebecca dahergekommen, und hatte ihn bei einem schlechten Tag erwischt, und bevor er sich versehen hatte, war sie da gewesen - in seinen Gedanken, in seinem Herzen. Und auch, wenn es ihm Angst einjagte, weil er nicht mehr wusste, wie das ging, wollte er es anders nicht mehr haben.
"Ja, ich hoffe es. Wobei die das schon richtig machen, dass man erstmal genug Zeit zum Essen hat!", erwiderte Lip in einem leichten Plauderton, und stürzte sich dann auch mit seiner freien Hand wieder auf die Überbleibsel, die er noch auf seinem Teller hatte; auf die Idee, Rebeccas Hand loszulassen, kam er nicht. Er war durchaus in der Lage, mit einer Hand zu essen - das lag zwar in seinem Fall an zu vielen gebrochenen Armen in seinem Leben, aber trotzdem war das ein Skill, der jetzt sicherlich nur zu seinem Vorteil sein konnte.

Überrascht war Lip, als sich Damien zu ihnen setzte - der war zwar sein engster Freund auf diesem Hof, aber er hatte ihn nicht kommen sehen, und war davon ausgegangen, dass der Pferdepfleger irgendwo anderweitig beschäftigt war. Dennoch schenkte Phillip dem Älteren ein Lächeln, als er ihn erblickte, und erwiderte auf seine Worte, "Klar, du darfst dich gern setzen. Wo hast du gesteckt?" Auf diese Frage sollte er jedoch keine Antwort bekommen - Damien wirkte binnen von Sekunden wie weggetreten, und starrte irgendwo in den Raum. Lip tauschte einen verwirrten Blick mit Becca, die ja ebenfalls mit Damien recht dicke war. Er hatte keine Ahnung, was gerade passierte, und es half seiner Verwirrung auch nicht, dass Damien dann schon wieder wortlos aufstand und davon ging.
"Was war das denn?", fragte Phillip seine Begleitung verwirrt, Essen und alles andere vergessen. "Da stand jemand aber ziemlich neben der Spur."


{ Gedanken | Rebecca | Damien }

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Damien Lewis

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BeitragThema: Re: Aula   Fr Feb 23, 2018 11:59 am

Damien war es wohl bewusst, dass es ziemlich unhöflich war, seine engsten Freunde so vor den Kopf zu stoßen, aber er hoffte, dass sie es verstehen würde, wenn er es ihnen zu einem späteren Zeitpunkt erklären würde. Nun stand er wieder vor dieser einen Frau, die ihm vom ersten Moment an den Kopf verdreht hatte und er wirklich nicht wusste, wie dies alles passieren konnte. Klar war er immer ein heißer Typ und Frauenschwarm gewesen aber länger als ein oder zwei Nächte bei ein und derselben Frau zu sein, war bei ihm nie in Frage gekommen und dann war da Maureen gekommen. So völlig unerwartet war sie in sein Leben gestolpert und hatte sich in seinem Herzen eingenistet. Nun stand er vor eben dieser Frau und hatte gehofft, dass sie dort weiter machen konnten wo sie damals aufgehört hatten, doch eben dieses schüchterne Mädchen von damals gab ihn nun eine Abfuhr. Damien verstand die Welt nicht mehr und für einen Herzschlag konnte er sie nur mit offenem Mund anstarren. Das hat sie gerade nicht gesagt ging es ihm durch den Kopf, ehe er leicht den Kopf schüttelte und zu seinem alten ich zurück fand.

Ein leichtes Schmunzeln lag auf seinen Lippen. „Es tut mir leid wenn ich die Dame bei ihren Gedankengängen unterbrochen hatte, ich wollte sie nicht zu Tode erschrecken“ ja er war charmant und er wusste schon immer wie man hübsche Damen um den Finger wickeln konnte. Doch so wie es aussah, wollte Maureen hier ein Spielchen spielen, bei dem sich schon andere die Finger verbrannt hatte, weil Damien einfach der bessere Spieler war. Immer noch lag ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen. „Du möchtest wirklich nicht mit mir tanzen.“ Er runzelte leicht die Stirn und sah sie leicht theatralisch an. „Und ich habe Gedacht, Tanzen auf einem Ball, wäre für dich das Größte auf der Welt. Schade, da habe ich mich wohl getäuscht“ lässig lehnte er sich an die Bar und ließ den Blick über die Tanzfläche schweifen, sondierte diese, jedoch war ihm schnell klar, dass die meisten Frauen mit einem Partner da warn.

Es dauerte nicht lange, bis Damien seinen Blick wieder Maureen zu wandte. Leicht runzelte er die Stirn „Du hast dich verändert“ stellte er fest. Er konnte nicht recht beschreiben, was es war, er wusste nur, dass sie nicht mehr die war, die er damals auf dem Hof ihrer Eltern zurück gelassen hatte Vielleicht will sie dir eine Lektion erteilen, du Idiot schalte ihn seine innere Stimme. Innerlich musste Damien die Augen verdrehen, er konnte es einfach nicht ausstehen, wenn sich sein Gewissen zu Wort meldete, doch es hatte recht, das musste er zugeben „Können wir nicht einfach von vorne anfangen und die Vergangenheit hinter uns Lassen?“ fragend sah er Maureen an. Er würde nicht betteln, er wollte nur eine zweite Change, doch irgendwas in ihm sagte ihm, dass er sich dafür dieses Mal wirklich ins Zuig legen durfte. Ja klar, er konnte Charmant und ein echter Gentleman sein, doch um die Kunst einer Frau Kämpfen, war immer etwas, das er für unnötig befunden hatte. Nur zu toll, dass er für Maureen jede seine Prinzipien über Bord schmeißen würde und mit Haien schwimmen würde, nur um sie zurück zu bekommen. Diese bittere Pille musste er wohl schlucken um die Einzige Frau, die er je geliebt hatte zurück zu bekommen.

[Maureen | lässt Blick schweifen | Gedanken]

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