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 Aula

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Sarah Bishop

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Ausbildung : Derzeit mache ich eine Ausbildung zum JOCKEY, allerdings bin ich bereits etablierte Dressurreiterin.
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BeitragThema: Re: Aula   Mi Nov 29, 2017 5:57 pm

Hätte man Sarah vor einem Jahr gesagt, dass ihr dieser blonde Finne, der erst zugab, dass er Angst vor Pferden hatte, nachdem er ihr Hilfe mit ihrem ausflippenden Dreijährigen angeboten hatte, einmal das wichtigste auf diesem Hof sein würde, hätte sie ihn ausgelacht. Und hätte man ihr erzählt, dass sie auf diesem Hof in der Mitte der Pampa die Liebe ihres Lebens finden würde, hätte sie es nicht glauben wollen. Natürlich, Samu und sie waren noch nichtmal ein Jahr zusammen. Und sie wusste auch, dass er ein paar Jahre älter war, und manche das immer noch seltsam fanden. Aber für Sarah stand jetzt schon fest, dass es hier nicht um irgendwas ging - nicht um Spaß oder Ablenkung oder Langeweile. Hier ging es um Liebe. Samu hatte ihr das gezeigt, jedes Mal aufs Neue, und Sarah hatte von ihm gelernt, hatte es ihm zurückgegeben. Er hatte sie verändert, zu einem besseren Menschen gemacht. Das konnte man nicht mal so eben wieder wegdenken.
Sarah genoss jeden Augenblick, den sie mit ihm hatte. Außerdem überlegte sie, den Finnen in diesem Sommer schon ihren Eltern vorzustellen. Nicht, dass das eine sonderlich große Priorität für die Jockette war - sie hatte ihm auch noch nichts davon erzählt, und bisher stand auch jegliche Planung noch in den Sternen. Aber cool wäre es trotzdem, wenn sie ihm ihr Zuhause zegien könnte, ihm das Gut zeigen und ihn in ihrer Familie integrieren könnte. Darum ging es, immerhin: er sollte irgendwann einmal Familie werden. Wenn es nach Sarah ging jedenfalls. Sie beobachtete Samu, wie er das Essen anstarrte, und lächelte - ja, eigentlich hätte sie nichts dagegen, mit diesem verrückten Menschen über Für Immer zu reden. Bald. Irgendwann.

Entspannt lehnte sich Sarah ein wenig mehr gegen Samu, und nicht nur, weil sie perfekt unter seinen Arm passte, den er entspannt um sie gelegt hatte. Seine Worte erfüllten sie mit Wärme, und sie konnte nicht leugnen, dass sie unter ihrem Make-Up ein wenig rot wurde. Sie lächelte zu ihm hinauf, bevor sie sich lang machte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken - immerhin ging das mal ein wenig einfacher, wenn sie wie heute auf Heels lief, bei denen anderen Frauen womöglich schwindelig werden würde. "Du hast nicht unrecht", antwortete sie, und leerte ihren Sekt. "Aber wenn du denkst, dass das hier mit den High Society Events mithalten kann, die ich sonst besuche, dann musst du mich wirklich mal begleiten - du hast eine ganz falsche Vorstellung!"
Obwohl die Worte klangen wie die alte Sarah, für die außer Marken, Geld und Erfolg kaum etwas noch irgendeine Bedeutung hatte, war der Ton ein ganz anderer - die Arroganz war, jedenfalls wenn sie mit Samu redete, fast komplett aus ihrem Wortschatz verbannt worden. Stattdessen sagte sie es in einem entspannten Plauderton, mit einem Lachen, das gerade am Ende mitschwang; sie hatte sich doch ganz schön verändert. Mit einem kleinen Seufzen schaute sie auf ihr Sektglas, aufs Buffett, und schließlich wieder auf Samu, der seine Augen nicht vom Essen lassen konnte. Die Rothaarige gewann die Aufmerksamkeit ihres Freundes mit einem sanften Druck gegen seine Seite, und nickte dann auf das Essen. "Was sagst du, holen wir uns was zu essen? Bevor du hier noch auf deiner eigenen Sabber ausrutscht!"


{ Gedanken | Gespräch mit Samu }

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Aula   Do Nov 30, 2017 12:40 pm

Phillip war nie ein Mensch für enge Beziehungen gewesen. In seiner Jugend war er von so vielen Menshen enttäuscht worden, jeder, auf den er sich verlassen hatte, bevor er zu den Meehans gekommen war, hatte ihn im Stich gelassen. Da war es auch klar, dass seine Beziehungen nie lange gehalten hatten und er nie etwas Ernsteres eingegangen war. Er hatte gelernt, allein für sich zu kämpfen, und hatte nie etwas anderes gemacht, selbst dann, als er eine Familie hatte, auf die er sich verlassen konnte. Das war ein einsames Leben, was er führte, und manchmal vermisste er das; vermisste das Gefühl, jemanden zu haben, auf den er sich verlassen konnte - und das, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er das das letzte Mal gehabt hatte.
In Rebecca hatte er, überraschenderweise, mittlerweile eine Person gefunden, der er vertraute. Natürlich vertraute er ihr noch blind - nach über zwanzig Jahren ohne Vertrauen ging das nicht einfach so; es gab viele Sachen, die sie nicht über ihn wusste, die er auch eigentlich hatte geheim halten wollen, aber nachdem sie ihm so deutlich gezeigt hatte, dass sie ihn ausgesucht hatte, und nachdem er so starke Gefühle für sie entwickelt hatte, war es wohl an der Zeit, sich ihr zu öffnen. Die Sache war, Phillip wollte, dass Rebecca es wusste. Außer Sebastian gab es auf diesem Hof niemanden, der von seiner dunklen Vergangenheit wusste - und langsam wurde es Zeit, oder nicht? Er würde keine Beziehung beginnen, die auf Lügen aufgebaut war. Nicht mit dieser Frau, die ihm so wichtig geworden war.

Und dann redete sie von Alkohol. Phillip konnte nicht anders, als dass er sich verspannte. Natürlich trank er ab und zu mal ein Bierchen - auch als Mensch, der dank Alkohol die schlimmsten Jahre seines Lebens verbracht hatte, kam er nicht umhin, mal ein entspanntes Bier mit Freunden zu trinken. Aber Rebecca redete hier nicht von einem Bier, sie redete von mehreren Drinks, die irgendwann in Betrunkenheit endeten. Das Lächeln verblasste auf seinen Zügen, und er wandte den Blick ab. Wie sollte er ihr jetzt erklären, dass er das nicht machte? Warum er das nicht machte? Er war schon lange nicht mehr in der Situation gewesen, und war auch mit Rebecca bisher immer drum herum gekommen, sich mit Party und den ganzen dazugehörigen Themen auseinanderzusetzen. Aber er wollte nicht mehr lügen, er wollte keine Ausreden finden. Er wollte Rebecca die Wahrheit sagen.
"Alkohol ist da wohl genau das, was nicht helfen würde", sagte Lip, und bemühte sich um einen leichten Ton - was ihm nicht so recht gelingen würde. Unruhig schob er das Essen auf seinem Teller hin und her. "Ich - mein Vater war Alkoholiker. Deswegen trinke ich nicht." Er sagte es leise genug, dass die anderen Menschen im Raum ihn nicht verstehen würden, aber er wusste, dass Rebecca es verstehen würde. Blieb nur die Frage, wie sie reagieren würde - entweder, sie reagierte gut und verstand seine Situation, oder sie würde schreiend davon laufen, wenn sie erfuhr, wer Phillip wirklich war. Und eigentlich waren beide Ausgänge gar nicht mal schlecht; so oder so wusste er zumindest, was er an ihr hatte.


{ Gedanken | Offenbarung }

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Ira Dialo

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Ausbildung : Bereiter (Vielseitigkeit)
Anzahl der Beiträge : 49
Anmeldedatum : 28.01.17

BeitragThema: Re: Aula   Do Nov 30, 2017 1:46 pm

Eigentlich war Ira fest davon entschlossen gewesen, dass wenn er zu diesem öden Abschlussball ging, einer Feier die so gar nicht seinem Geschmack entsprach, dann in der Begleitung von Hazel zu erscheinen - sofern sie dies gewollt hätte.
Doch Colin war schneller gewesen, über die Frage ob er den jüngeren Schüler begleiten würde war er so erstaunt und verwirrt gewesen, das er wie automatisch ein ja auf die Frage erwiderte. So kam er über die Situation zwischen sich und Hazel zwar nicht weiter, aber er hatte sogar einen guten und attraktiven Grund sie nicht zu fragen. Warum sollte ausgerechnet Hazel ihn auch freiwillig begleiten? Die Frau, welche es geschafft hatte ihm zum schweigen zu bringen, ihm deutlich machte, dass sie ihm den harten Bad Boy nicht wirklich abkaufte.

Zu Iras Verwunderung war sie dann mit Logan aufgetaucht. Ob es rein freundschaftlich war oder ob die beiden sich besser kannten als der Azubi sich vorstellen wollte, wusste er nicht, aber irgendwie würde er es schon herausfinden. Er spürte einem Blick in seinem Rücken und er konnte verwetten das er genau wusste wer zu ihm rüber schaute. Natürlich ließ er sich nicht anmerken das er sie bemerkt hatte, er aß einfach und unterhielt sich weiterhin mit Colin. Dem Mann, der sich aktuell öfter in Iras Bett verirrte. Als besagter Mann das Wort ergriff, schaute Ira zu ihm rüber. Dieser hatte in der Zwischenzeit aufgegessen und widmete sich dem Bier vor sich. Ich habe eine Menge Turniere in der Vielseitigkeit mit beiden Pferden genannt...sonst werde ich wohl hier auf der Ranch bleiben. Früher war er regelmäßig mit anderen Freunden nach Miami geflogen, aber diese hatten sich so weit auf der Welt verteilt, dass es schwierig war einen gemeinsamen Termin zu finden.

Es gab nichts vieles was Ira im Leben wichtig war, eigentlich war es im Moment nur sein Job und seine Pferde - sein Aussehen ließ er lieber aus bei dieser Aufzählung. Aus diesem Grund war die Entscheidung sich auf den Sport zu konzentrieren und seinen Bekanntheitsgrad - wenn möglich - auszubauen gar nicht so schwer gefallen.
Er sah es als eine Chance und bevor er jeden Tag faul irgendwo rumlungerte und die Zeit vergehen ließ, ging er lieber auf Turniere. Doch noch war das Internat voll, die Schüler waren noch vor Ort und er freute sich schon auf die ruhigere Zeit. Ich komme gleich wieder, die Sucht ruft. Mit diesen Worten war Ira aufgestanden und ging genüsslich eine Zigarette rauchen.

[Colin]
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Vincent Traynor

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Anzahl der Beiträge : 40
Anmeldedatum : 28.02.17

BeitragThema: Re: Aula   Di Dez 05, 2017 5:16 pm

Vincent war es satt, sich um Daniel so unsicher zu fühlen. Er war es gewöhnt, mit Menschen umzugehen, die er attraktiv fand oder mit denen er was gehabt hatte. Er hatte einige Freunde, mit denen er ursprünglich im Bett gelandet war, wonach sie sich schließlich angefreundet hatten - da hatte er diese Probleme nie gehabt. Er war da ziemlich gut drin - und er war auch gut darin, Gefühle zu überspielen. Das war nicht das Ding, nach außen hin wirkte er wie immer, arrogant, selbstbewusst, entspannt. Doch in seinem Kopf überschlugen sich Gedanken, Eindrücke, Erinnerungen. Er hätte nie gedacht, dass er Daniel, den einzigen Menschen, für den er jemals tatsächliche, erwachsene Gefühle gehabt hatte, jemals nochmal wiedersehen würde; vielleicht hatte er deswegen niemals mit der Sache abgeschlossen, sondern all die ungesagten Dinge tief in seinem Innern vergraben. Doch jetzt waren sie hier, und die Situation war in etwa so aussichtslos wie damals - nur dass sie sich jetzt noch nichtmal mehr mit Sex ablenken konnten.
Als sie noch in Oxford waren, war das einfacher gewesen: damals hatten sie diese Stillen einfach mit Küssen gefüllt, oder mit Grabschen. Darin waren sie gut gewesen, und Vincent hatte es auch nie geschert, dass jeder sie sehen konnte, wenn sie auf solchen Events waren - jedenfalls, solange niemand dabei war, der seinem Vater etwas davon stecken konnte. Statt zu reden hatten sie sich lieber in den Laken gewälzt, und wenn Daniel dann doch mal hatte reden wollen und er sich auf zu dünnes Eis begeben hatte, hatte Vincent immer gewusst, wie er ihn ablenken musste, um der Situation auszuweichen. Das war einfach gewesen, da war er gut drin gewesen. Und jetzt? Was machte er jetzt? Jetzt gab es nichts, was die beiden davon abhalten konnte, sich wie peinliche Teenager zu verhalten, denn in Erinnerungen schwelgen würde den Schmerz nur vervielfachen und drüber reden schien einfach nicht drin zu sein.

Also gab es, als Vincents logische Schlussfolgerung, nur eine Lösung: Alkohol. Kaum, waren die beiden jungen Männer drinnen angekommen, steuerte Vincent zielgerichtet die Bar an, und bestellte einen Drink, von dem er noch wusste, wie gern Daniel ihn damals getrunken hatte, und den gleich zwei Mal, damit er sich selbst ebenfalls in diese Erinnerung stürzen konnte (wie oft hatte er ihm die letzten Reste von den Lippen ... darüber sollte er wohl lieber nicht nachdenken). Mit einem Lächeln, das ein wenig zu schief war, um aufgesetzt zu sein, aber umso ehrlicher wirkte, präsentierte er das Glas am Ende seiner überraschenden Begleitung für den Abend.
"Den mochtest du, richtig?", fragte er, jedoch kannten sie beide die Antwort auf die Frage und so erwartete Vincent keine. In seiner üblichen Eleganz lehnte er sich gegen die Bar, und hielt Daniel sein eigenes Glas zum Anstoßen entgegen. "Auf einen feucht-fröhlichen Abend, würde ich behaupten!" Vielleicht war er also doch nicht so schlecht, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Jeder außenstehende Beobachter hätte glauben können, dass sich Vincent aufführte wie immer mit seinem schiefen Grinsen und der entspannten, erhabenen Körperhaltung. Er bewegte sich in diesem maßgeschneiderten Anzug, als wäre er hineingeboren, und vermutlich war das noch nicht mal so weit hergeholt. Aber dennoch wurde der junge Brite das Gefühl nicht los, dass sie Beide gerade auf dünnem Eis tanzten, und es nicht mehr lange dauern würde, bis die Situation eskalierte und übersprudelte wie ein Geysir - noch mehr Sachen, über die er sich lieber keine Gedanken machen wollte.


{ cf.: Schulpark | Gespräch mit Daniel }

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Sebastian Holmes

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BeitragThema: Re: Aula   Do Dez 07, 2017 10:03 am

Sebastian hatte zwischenmenschliche Beziehungen immer gern nüchtern betrachtet. Er wusste, dass man sich seine Familie nicht aussuchen konnte, und dass man wegen der engen Verbindung zu diesen Menschen seit frühesten Kindheitstagen meist zu niemand anderem eine ähnliche Bindung aufbauen konnte wie zu Eltern und Geschwistern. Freundschaft entstand aufgrund gleicher Interessen, manchmal aber auch nur, weil die Schule einen zwang, miteinander zu arbeiten und einem dann das Auftreten des Anderen sympatisch vorkam oder man immer gut miteinander lachen konnte. Freundschaften waren manchmal auch auf nicht mehr gebaut als darauf, dass man die gleichen Personen hasste oder die gleichen Probleme hatte. Sebastian wusste das - und weil er immer der komische Nerd gewesen war, wusste er auch, dass man durchaus gut ohne enge Freunde auskommen konnte.
Sebastian wusste auch, dass Liebe nichts war als die Abhängigkeit von chemischen Prozessen, die von dem anderen in dem eigenen Körper ausgelöst wurden - Lust und Geborgenheit zum Beispiel, das waren laut den meisten Experten die am weitesten verbreiteten Gefühle, auf denen Liebe basierte. Wenn man den anderen anziehend fand, wenn man angeflirtet wurde oder selbst flirtete, dann wurden gewisse Hormone ausgeschüttet und Enzyme aktiviert, und irgendwann wurde der Körper davon abhängig - und dann stellte man fest, dass man "ohne den Anderen nicht mehr leben konnte". Sebastian hatte das eigentlich nie gehabt. Geborgenheit hatte er stets auf dem Pferderücken gefunden, oder aber in seinen Büchern. Und Lust war für ihn etwas, dass er bei mehr als nur einem Menschen fühlen konnte - wenn also die Aufregung, die mit einer neuen Beziehung gekommen war, verflogen war, dann hatte er sich wieder getrennt. "Liebe" hatte er nicht gekannt.

Dennoch musste Sebastian jetzt feststellen, dass das mit Rahel wohl anders werden würde. Sie waren noch lange nicht zusammen, auch wenn deutlich war, was sich beide von ihrer Verbindung versprachen. Und dennoch bezeichnete er sie jetzt als seine Retterin in der Not, als die Person, die ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholte - und er hatte sich von ihr in mehr als nur einer Situation abhängig gefunden, wenn sie die einzige war, die ihn von der Arbeit befreien und auch wirklich davon ablenken konnte. Er brauchte sie nur ansehen, brauchte ihr nur zuzuhören, und sein sonst so voller Kopf schien wie leergefegt, weil sich dann plötzlich alle Gedanken nur noch um sie drehten. War das Liebe? Das hatte er sich schon oft gefragt. War das der Grund, warum Leute so lange zusammen blieben? Weil sie einander tatsächlich brauchten, um den Alltag zu bewältigen? Sebastian wusste es nicht, und hatte auch bisher noch keine Antwort in den Psychologiebüchern auf seinem Regal gefunden. Vielleicht würde er noch tiefer graben müssen; vielleicht war es aber auch einfach an der Zeit, es auzuprobieren.
Sebastian lachte mit Rahel, als ihr Magen hörbar grummelte - es war schwer, nicht mitzulachen, und es war noch schwieriger, wieder wegzusehen. Für Sebastian war sie das Schönste des ganzen Abends. "Ging mir ähnlich", pflichtete Sebastian seiner Begleitung bei, als sie auf dem Weg zum Buffett waren. Damit versuchte er geschickt zu überspielen, dass sein Puls sich beschleunigte, als sie sich bei ihm einhakte. "Also, sowohl mit dem Essen, als auch mit dem Ball. Ich bin normalerweise nicht der Typ für Parties irgendeiner Art, wie du vielleicht bemerkt hast. Die meisten Outings in der Reitsportszene hab ich immer gemieden." Sein Blick schwiff über das Essen, dass die engagierten Caterer so appetitlich drapiert über die Tische verteilt hatten, und ihm lief im wahrsten Sinne das Wasser im Mund zusammen. Wie Rahel, griff er zu einem Teller.
"Glaub mir, das wird im besten Fall meinen Respekt für dich nur noch erhöhen.", erwiderte Sebastian mit einem Grinsen. "Ist doch egal, was die anderen denken - nimm dir so viel wie du willst, dafür ist das Essen immerhin da! Ich vestehe diesen Quatsch, dass Frauen nicht viel essen dürfen, sowieso nicht. Ihr habt doch auch einen Metabolismus, und der braucht fast so viel Input wie der eines Mannes. Also lass dich nicht aufhalten!"


{ Gedanken | Rahel | Buffett }

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Samu Kärkäinen
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Anzahl der Beiträge : 594
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BeitragThema: Re: Aula   Fr Dez 08, 2017 9:46 pm

An manchen Tagen wünschte sich Samu, dass er die Bilder, die seine Augen streiften, mit seinen Jungs hätte teilen können. Dass auch sie das sahen, was er gerade sah, und sie sich anschließend gebührend darüber auslassen und unterhalten konnten. Doch diese Zeiten waren vorbei und das schmerzte Samu fast so sehr wie die Tatsache, dass er mit nunmehr dreißig wohl dem jugendlichen Wesen, das in ihm schlummerte, vollends Lebewohl sagen musste. Oder eher sollte, denn eigentlich wusste jeder, dass das nicht passieren würde. Samu würde immer Samu bleiben - mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen, einen schlakhaften Funkeln in den Augen und einem aufmunternden Wort auf der Zunge. Er war die Personifikation des Kindes im Manne, wenn man so wollte. Doch einen richtig guten Freund hatte er auf der Horizon Ranch auch nach einem Schuljahr noch nicht gefunden. Da war zwar Summer, doch der Vierbeiner zählte wohl kaum zu vergleichbaren besten Kumpels mit denen man sich unterhalten konnte. Er war aber ein guter Zuhörer.
Nur Sarah vermochte es dieser Tage Samu daran zu erinnern, dass er eben doch nicht alleine war. Womöglich hätte er auch gar keine Zeit für einen besten Freund gehabt, denn immerhin nahm die Jockette ihn gern jederzeit in Anspruch, wenn sie beide nicht gerade Unterricht hatten. Wobei Samu auch hier fürchtete, dass ihre gemeinsame Zeit schrumpfen würde, nachdem Maureen seit einigen Wochen auf dem Hof wohnte. Bisher hatte er jedoch noch keine bedenklichen Verluste machen müssen, was die Zeit mit Sarah anbetraf. Das lag aber vielleicht auch daran, dass sie sich mit ihrer besten Freundin ein Zimmer teilte und die beiden somit ohnehin fast jede Sekunde dort zusammenwaren.
Hier auf dem Ball hätte der Finne zwar gerne einen Freund gehabt, mit dem er sich ein wenig unterhalten konnte, aber letztendlich war er doch als Paar hierhergekommen und Sarah wirkte nicht so, als würde sie ihm so schnell von der Seite weichen. offenbar war Maureen ebenfalls irgendwo untergekommen, dass die Chance auf einen ungestörten Abend bestand. Nicht, dass er etwas gegen die Dunkelhaarige gehabt hätte, aber manchmal war traute Zweisamkeit eben auch schön.
"Pfff - sicher. Das werde ich bestimmt - wenn Einhörner Wirklichkeit sind und Pferde kotzen können.", schnaubte er, doch das Grinsen kam gleich zurück auf seine Züge. Natürlich meinte er es nicht böse, doch feierliche Anlässe waren einfach nicht seines. Schon gar nicht, wenn er sich dafür in einen Anzug zwängen und benehmen musste. Er wollte doch nur Beer&Drugs&Rock'n'Roll&... - nun, vor allem mochte er kneipenähnliche Zustände lieber, wo sich niemand um das Äußere scherte, sondern nur darum, ob noch genug Bier im Kühlschrank war und die Musikanlage ging. Doch genau das war vermutlich nicht Sarahs Welt, jedenfalls konnte er sie sich kaum darin vorstellen, nach allem, was er über sie und ihr Leben erfahren hatte. Andererseits würden ihr knappe HotPants, karierte Blusen und eine Lederjacke sicherlich auch mehr als gut stehen...

Sarahs Stimme riss den Blonden aus seiner Fantasie, in der das Bild von der knapp bekleideten Jockette immer deutlicher geworden war. Er räusperte sich, ehe er Atem fand um zu antworten. "Nur weil er ausnahmsweise nicht dir gilt..." Schelmisch zwinkerte er ihr zu, stimmte dann aber ein und hielt ihr den Arm hin, damit sie sich auf den Weg zum Buffet machen konnten.
Insgeheim war Samu froh, dass man hier nicht mit den erlesensten Speisen der Welt auffuhr, sondern sich dann doch auf die klassische amerikanische Küche beschränkte - mit ein paar mediterranen Ausflüchten. Er schnappte sich einen Teller, nahm sich etwas vom Feta mit den Oliven, ein Stück Hühnchen, etwas Weißbrot und noch ein paar Kleinigkeiten von der gemischten Platte. Wenn er sich schon keinen Mut antrinken konnte, dann musste er sich den wenigstens anessen, denn er war fest überzeugt, dass Sarah wohl später noch würde tanzen wollen und trotz ihrer gelegentlichen Übungen war er eine absolute Niete in diesen klassischen Sachen. Doch nach abrocken fragte hier nunmal niemand.
Sie suchten sich einen Platz, wo sie sich weitestgehend ungestört unterhalten konnten und Samu prostete Sarah mit dem Weinglas zu, dass er sich an der Bar geholt hatte. Wein und Bier zählten für ihn schließlich noch nicht zum Alkohol, das waren eher Appetithappen. Doch als Musiker musste man sich um seine Trinkfestigkeit wohl keinerlei Gedanken machen. "Und was sagt die Expertin zu diesem Event hier?"

{Sarah}

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Rebecca Morgan

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BeitragThema: Re: Aula   Sa Dez 09, 2017 10:37 am


Die Stimmung war gut, zumindest schien es so als würden alle ihren Spaß haben. Erstaunt war Rebecca bei den wenigsten Paaren gewesen, die entweder zusammen auf den Ball kamen oder sich an den Tischen zusammen gefunden hatten. Überrascht war sie gewesen, als Ira zusammen mit Colin, einem anderem Mann auftauchte und die beiden eindeutig nicht als Freunde hin gingen. Sie kannte Ira schon einige Zeit und hätte nie gedacht, dass er sich für das andere Geschlecht interessierte.

Außerdem sah sie einige Kollegen die zusammen hingegangen waren, so wie sie und Phillip. Phillip, der Mann der es ohne Mühen geschafft hatte ihr Herz zu stehlen. Das was wie eine gute Freundschaft anfing, war jetzt wesentlich mehr und auch wenn beide wussten das der andere Gefühle hatte, es stand noch immer unausgesprochen zwischen ihnen. Das sie gemeinsam auf den Ball gingen war schon ein großer Fortschritt. Bis heute war Rebecca nicht sicher, ob Phillip sie gefragt hätte, wenn sie diesen Schritt nicht übernommen hatte. Doch diese Frage würde sie wohl nie beantwortet bekommen und so wichtig war es dann ja auch gar nicht. Ihr Blick ging zu dem besagten Mann und ihr huschte automatisch ein kleines Lächeln auf die Lippen.

Rebecca wusste das Lip Geheimnisse hatte, wusste das dies ganz offensichtlich eine schwere Bürde war, aber sie hatte ihn nie gedrängt ihr davon zu erzählen. Er würde es schon von alleine tun wenn er soweit war, wenn er ihr soweit vertraute. Sie wusste nicht was sie erwarten würde, was für Geheimnisse hatte er, dass er offensichtlich regelmäßig schlecht bis gar nicht schlief?
Die junge Frau hatte gelernt die kleinsten Anzeichen bei ihm zu erkennen, so wusste sie meistens wie es um seine Laune stand bevor sie miteinander gesprochen hatten. Die Reaktion auf ihre Worte verliefen in eine ganz andere ganz andere Richtung, als wie sie es erwartet hatte. Offensichtlich hatte sie das komplett falsche Thema angesprochen.
Wieder stieg die Panik in ihr auf, welche sie vorhin noch los geworden war. Wieso hatte sie auch den dummen Alkohol ansprechen müssen?! Sie erwartete keine Erklärung darüber wieso Alkohol sicherlich nicht helfen würde, doch zu ihrer Verwunderung setzte er noch zu einer Erklärung an, einer Erklärung die ihr einen Schauer über den Rücken laufen ließ.

Ohne Gedanken im Kopf ergriff Rebecca Lips Hand, welche auf dem Tisch gelegen hatte. Sie wollte ihm Halt geben, Halt den sie grade selber brauchte um nicht zu türmen. In ihrem Kopf liefen viele Szenarien ab was die Tatsache, dass Lips Vater Alkoholiker gewesen war für seine Kindheit bedeutet hatte. Sie kannte aus Deutschland zwei Freundinnen die ebenfalls einen Alkoholabhängigen Vater hatten und wusste was dies für sie bedeutet hatte.
Ich...das wusste ich nicht Lip, bitte entschuldige meine Aussage! Noch immer war der jungen Frau nicht bewusst, dass sie einfach nach Lips Hand gegriffen hatte, aber indirekt wollte sie ihm einfach klar machen, das sie für ihn da war, das sie ihn wegen seiner Vergangenheit nicht sitzen lassen würde. Nicht als gute Freunde und auch nicht wenn es sich tatsächlich mehr daraus entwickelte. Wenn er sie komplett in sein Leben ließ. Ich möchte das du weißt, dass ich für dich da bin Lip, falls du drüber reden möchtest und auch wenn du es nicht willst. Sie konnte ahnen das nicht viele bis gar keiner von dieser Tatsache wusste. Ob Damien sein Geheimnis kannte? Dein Geheimnis ist sicher bei mir. Versicherte sie dem Mann den sie über alles liebte.

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Lucien Carlyle

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Ausbildung : DER GROßE TRAUM VOM Westernreiter SOLL NUN ENDLICH WAHR WERDEN
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BeitragThema: Re: Aula   Fr Dez 15, 2017 1:03 pm

Es war bei Gott nicht seine Welt. Lucien war nie auf einem Ball gewesen, auch nicht auf seinem eigenen Abschlussball, der eigentlich keiner war. Immerhin hatte er kein Zeugnis, dass ihm den Zugang zur Uni ebnete und so hatte es seine damalige Schule auch nicht für nötig gehalten, groß aufzufahren, was den Abschlussball betraf. Ohnehin hatte er seinen Abschluss erst spät nachgeholt, sodass dort keine gleichaltrigen Freunde waren, mit denen er sich hätte amüsieren können, sondern in seinen Augen nur Kinder, die noch gar nichts vom Leben wussten.
Und hier fühlte er sich daran erinnert, warum er damals die Entscheidung getroffen hatte, nach der Zeugnisvergabe zu verschwinden: es war nicht seine Welt. Allein das Herausputzen war eine Tortur gewesen und er wusste, warum er sich sonst nicht so eine dämliche Krawattenleine um den Hals hängte. Eine Fliege war ihm jedoch noch aufdringlicher erschienen.
Joleen dagegen stand das, was sie trug ausgezeichnet, und auch wenn sie behauptete, dass das hier ebenso wenig ihre Welt war, so wurde Lucien den Eindruck nicht los, dass es ihr doch zumindest ein bisschen gefiel. Was auch nicht verwunderlich war, immerhin hatte Joleen hier Kollegen und Freunde, wovon Lucien nur träumen konnte. Er war einfach nicht so der Kumpeltyp und seine Verschlossenheit trug nicht unbedingt dazu bei, dass er schnell Anschluss fand. Einzig und allein mit seinem Zimmerkollegen Jim war er ein wenig warm geworden, aber Jim war auch eine Frohnatur, die seinesgleichen suchte. Lucien bewunderte den Pflegerazubi für seine offene Art und sein Vertrauen, dass er zu Menschen fassen konnte. Lucien wäre gerne ein wenig wie er gewesen, dann wäre ihm wohl auch dieser Abend leichter gefallen, aber so...
Sein Blick klebte auf Joleens Glas und er sinnierte in Gedanken darüber nach, was er sich am besten bestellen würde. Aber seine Lehrerin lobte ihn genau in diesem Moment für sein Outfit. Der Blick des Rothaarigen wanderte langsam von ihrer Hand, die das Glas hielt, ihren Arm und ihre Schulterpartie hinauf, bis er schließlich ihre Augen erreichte. War das ihr Ernst? Oder nur wieder ein versteckter Sarkasmus? Misstrauisch verengten sich die braun-grünen Augen kurz, doch als Joleen nur noch hinzusetzte, dass es gut aussah, musste Lucien erkennen, dass sie es offenbar ernst meinte. "Es - es ist nichts besonderes. Schon gar nicht im Vergleich zu - all den anderen hier." Da war Holmes mit seinem roten Sacko, der unwirsche Bereiter, der in seinem dunkelroten Anzug einem Vampirfürsten glich, sogar Jims schwarzer Anzug saß wie angegossen. Von der weiblichen Gesellschaft ganz zu schweigen. Nein, da konnte Lucien in seinem Jägeroutfit wahrlich nicht mithalten. Leicht betreten sah er auf seine dunkelgrünen Sneaker, die niemals an die eleganten Schnürschuhe der anderen Männer hier heranreichen würden.
Er schluckte; es war besser, wenn er nicht weiter darauf einging. "Und du würdest jetzt lieber den Stall ausmisten, als hier zu sein? Wäre das in dem Aufzug nicht etwas - unpraktisch?" Er grinste zaghaft und deutete auf ihr Kleid, dass sich gewiss nicht zum Ställe sauber machene eignete. Beiläufig schnappte er sich die Getränkekarte von der Theke und schlug sie auf. Ein Caipirinha sollte für den Anfang genügen. Wenn er gut gemacht war. Lucien gab seine Bestellung auf, während er auf Joleens Entgegnung wartete, dabei konnte er aber nicht dem Impuls widerstehen, seinen Blick noch einmal über ihren Körper schweifen zu lassen. Warum drifteten seine Gedanken heute Abend so ab? Lag das nur an dem verführerisch roten Kleid? Da drängte sich ihm die Frage auf, ob die Westernreiterin jemanden beeindrucken wollte - nur war die Frage, wen? Bei ihren Kollegen hatte Lucien sie noch nie innig mit einem anderen Mann beobachtet. War es vielleicht sogar möglich, dass sie auf Frauen stand? Es wäre ja nichts ungewöhnliches, aber irgendwie bedauerte ein Teil von ihm diese Idee schon jetzt. Was war nur mit ihm los? Es wurde wirklich Zeit für mehr Alkohol.


{Joleen}

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