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 Westernplatz

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BeitragThema: Westernplatz   Di Aug 11, 2015 2:34 pm




» Plot 8: Meisterschmiede
EVENT: Western Für Einsteiger



» Informationen
über das Play

Datum: Sonntag, 20. April '14
Tageszeit: abends | 18:30-20:30
Wetter: 16C, feucht
Ort: Westernplatz

Workshopleiter: ???
Teilnehmer:
Nathan Green (Age Me On Baile)
Colin Dearing (Etálon)
Estelle Calamita (?)



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BeitragThema: Re: Westernplatz   Sa Nov 28, 2015 8:06 am

» Plot 9: fast wie fliegen
Frühlingsgefühle inklusive


Es ist ruhig auf der Ranch - der Sommer steht schon in den Startlöchern, und alle genießen das gute Wetter, das endlich mal Einzug hält. Alles keimt und gedeiht - und nicht nur in der Natur. Mit riesigen Schritten eilt das Ende des ersten Schuljahres auf die Schüler zu, es muss gelernt und Klausuren geschrieben werden. Die Auszubildenden müssen sich auf die Jahresabschlussprüfung vorbereiten, die Lehrer und Ausbilder auf die Stellung der Abschlussklausuren. Es dauert keine zwei Monate mehr, da dürfen sich alle für zwei Monate von der Ranch verabschieden - aber deswegen friert das rege Leben noch lange nicht ein.

Es ist ein ruhiger Maisamstag - die Sonne scheint, es sind angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad. Die meisten Schüler, Azubis und Lehrer gönnen sich mal eine Pause vom Alltag: genug gebüffelt, man reitet lieber mal aus oder geht mit seinen Freunden in die Stadt. Oder man bereitet sich auf das in zwei Wochen anstehende Sommerturnier vor - ganz, wie es einem beliebt.

## 10. Mai 2014 ;; 14:00, nach dem Mittagessen
## sonnig, ein paar kleine Wölkchen, 20°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte
## Idee für Ideenlose: Training und Planung fürs Sommerturnier am 23.-25. Mai!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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BeitragThema: Re: Westernplatz   Fr Nov 04, 2016 8:05 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


Wie im Nu vergeht die Zeit. Der Sommer klopft schon an der Tür, und für die Auszubildenden stehen die Jahresabschlussprüfungen vor der Tür, so wie für die Schüler die letzten Klausuren des Schuljahres. Bald ist es an der Zeit, die fast drei Monate langen Sommerferien einzuläuten, und den Hof zu verlassen - doch davor gibt es noch ein weiteres Highlight: ein Sommerturnier auf dem Hof, wo Schüler, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer zeigen können, was sie drauf haben! Es gibt Reitprüfungen in allen Disziplinen, es sind zahllose Reiter aus der Umgebung eingeladen worden - denn das Turnier dient auch gleichzeitig dem Werbezweck fürs kommende Schuljahr, und ein Tag der offenen Tür findet gleichzeitig statt.

Wir spielen den Samstag des dreitagigen "Wochenendes der offenen Tür" - Freitag hatte es eine Grillparty gegeben, und für den Sonntag haben die Hofbewohner mit ihren vierbeinigen Freunden einige Vorstellungen und kleine Shows vorbereitet, um zu zeigen, was sie am Workshopwochenende oder generell in ihrem Jahr auf der Ranch gelernt haben. Samstags finden die Turniere an sich statt, auf die sich alle freuen. Das Wetter spielt super mit, es ist kaum eine Wolke am Himmel zu sehen, und der späte Mai zeigt sich von seiner besten Seite. Um die Reitplätze und die Angebotsstände ist es voll, und es gibt unzählige interessante und vor allem kauffreudige Besucher! Wer wird das Turnier wie abschneiden, wer nimmt eine Schleife mit nach Hause? Wer bekommt es mit nervigen Touristen zu tun, wer mit einem ambitionierten Möchtegernreiter? Was passiert? Funktioniert alles? Oder geht es total in die Hose? Seid gespannt!


## 24. Mai 2014 ;; 10:00, Turnierbeginn
## sonnig, 24°C
## keine Begrenzung der bespielbaren Orte – allerdings wird in den einzelnen Plotposts angegeben, was wo stattfindet (z.B. beim Springplatz stehen nur die Springstarter, usw.)
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## jeder, der sich für einen Stand eingetragen hat, sollte auch seine Zeit daran "absitzen": dadurch sind die Postgruppen abgedeckt!
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz bei Katha oder Moon!
## Wer einen Besucher oder eine Besuchergruppe spielen möchte - für seine eigene Postinggruppe oder um eine andere zu ärgern -, meldet sich bitte bei den Admins für das NPC-Account-Passwort!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



» Westernprüfungen


12:00 || Barrel Racing:
Dean O'Farrel (Hijo Del Fuego)
Jim Turner (Straws of Sunlight)

12:30 || Western Pleasure:
Phillip Meehan (Shiny Etálon)

13:00 || Cutting:
Lena Laress (Stormcloud Wildfire)



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Joleen Mahone

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BeitragThema: Re: Westernplatz   So Nov 27, 2016 5:40 pm

Joleen hatte auf dem Schirm, dass das erste Westernturnier erst um 12:00 begann, das war nicht das Problem. Ihr Problem war, dass sie diejenige war, die sich hier ums Westernreiten kümmerte. Klar waren sowohl die Stallmeisterin als auch der Pferdetrainer Westernreiter - aber sie war nunmal die Person, die am meisten mit den Leuten zu tun haben würde, die sich heute den Stall anguckten. Umso wichtiger war es ihr, dass alles heute perfekt war. Sie wollte nicht, dass irgendwas schief ging oder nicht so funktionierte, wie man das wollte. Genau deswegen war sie heute auch schon herausgeputzt wie sonst was - die Haare in einem scheinbar ungewollt chaotischen Dutt zusammengebunden, hatte sie sich unauffällig geschminkt. Sie hatte ihre gute Jeansreithose rausgesucht, trug dazu einfache schwarze Stallschuhe und eine rote Bluse - ein Outfit, das sie auch später problemlos zum Turnier anziehen könnte, nur mit ordentlichen Stiefeln und einem Hut.
Und so stiefelte sie also nach der üblichen Morgenrunde, um nach ihren Jungs zu schauen, mit Asga an der Leine los Richtung Westernreitplatz. Jo hielt nichts davon, sich an irgendwelchen Ständen aufzuhalten - vielmehr stürzte sie sich direkt ins Geschehen, half den Leuten, wo sie konnte, und behielt alles so gut wie möglich im Auge. Sie würde auch nachher da helfen, wo Not am Mann war - außer, wenn sie ihre Prüfung mit Ice hatte, dann würde sie auch selbst im Sattel anzufinden sein; und sie freute sich schon tierisch auf die Show, die später noch passierte. Sie ließ Asga am Platzeingang zurück, die Leine locker um den Pfosten gelegt, und marschierte dann los, um die Tonnen da hin zu räumen. Die waren ziemlich sperrig und auch nicht besonders leicht; dennoch schaffte die kleine Frau die ersten zwei Tonnen, ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen.
Aus der Arbeit wurde sie nur gerissen, weil sie sah, dass Asga sich aufsetzte und mit dem Schwanz zu wedeln begann - obwohl sich die Besucher noch nicht bis hierher verlaufen haben sollten. Aus Angst, dass es Fremde waren, wo Asga ja doch manchmal noch etwas schwierig war, joggte Joleen rüber zum Tor, nur um dann keine Fremden, sondern ihren altbekannten Azubi zu erblicken, der angeschlendert kam, als hätte er nichts besseres zu tun.
"Was hat dich denn hierher verschlagen?", fragte Joleen mit einem Lächeln - sie waren schon lange über das Siezen drüber weg. Es war komisch, dass sie nur ein paar Jahre älter war als er, und so waren sie in ein ungewohntes, aber nicht unbedingt schlechtes freundschaftliches Verhältnis gefallen, dass ihnen beiden nicht unbedingt schlecht tat. Sie erwartete allerdings immer noch genauso viel von ihm wie wenn er ein Fremder, gerade achtzehnjähriger Spund wäre. Sie beobachtete, wie Asga aufsprang, um den jungen Mann, den sie zu ihrem Buddy erklärt hatte, zu begrüßen, und drehte sich dann schon wieder in Richtung der Arbeit. "Aber gut, dass du da bist. Pack mal eben mit an. Ich hab Kreuze in den Sand gemacht, wo die Fässer hinkommen."


{ Turniervorbereitung | LUCIEN }

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Lucien Carlyle

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Mi Nov 30, 2016 10:41 pm

Es war anders hier auf den Horizon Ranch als zuhause. So viel anders und merkwürdigerweise waren die Regeln gar nicht so schwer zu befolgen. Abgesehen von dem frühen Aufstehen, was definitiv niemals zu Lucien Carlyles Lieblingsdisziplinen gehören würde. Aber ansonsten war es ihm erstaunlich leicht gefallen, sich hier einzuleben, wenngleich ihm das Freundschaften schließen noch immer schwer viel. Schon nach wenigen Tagen hatten die meisten Anschluss gefunden und tauschten sich gegenseitig mit ihren Problemen aus, während er die meiste Zeit alleine unterwegs war und seines Weges ging. Das war nicht immer leicht, das war es nie gewesen, aber es war komfortabel. Man musste sich nicht ständig erklären und stand nicht unter Beobachtung, sondern konnte Tun und Lassen, was man wollte. Ganz so einfach war es in der Öffentlichkeit dann aber doch nicht gewesen, dass hatte Lucien mehrmals erfahren. Seine Vorgeschichte als "Knasti" rief bei vielen Scheu und Abstand auf den Plan, sodass es ihm umso schwerer gemacht wurde, hier draußen in der "normalen Welt" Anschluss zu finden. Aber er hatte sich damit abgefunden, etwas anderes wäre ihm kaum übrig geblieben. Er hatte gelernt, dass er sich fügen musste, nicht immer mit dem Kopf durch die Wand konnte, wenn er das auch so gerne würde. Mozart half ihm ungemein dabei, ruhig zu bleiben und sich selbst zu kontrollieren. Noch immer fiel ihm Letzteres nicht jedes Mal leicht, aber es wurde einfacher. Eigentlich sollte er Holmes mehr als dankbar sein, dass er ihn trotz dieses Führungszeugnisses auf die HR hatte kommen lassen, und doch war es für ihn keine große Sache. Natürlich waren Pferde in den letzten Jahren zu seiner Leidenschaft geworden und er behauptete inzwischen mit Stolz, dass aus ihm und Mozart Freunde geworden waren. Aber Pferde waren nicht ausschließlich seine Welt. Wäre es nur nach ihm gegangen, dann wäre er Musiker geworden. Schlagzeuger um genau zu sein. Bei irgendeiner großen Band dieser Welt, mit der gemeinsam durch alle Länder gereist wäre. Doch das war Wunschdenken und er musste sich zu ordnung rufen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Zum Beispiel, dass heute Turniertag war. Dieses Wochenende der offenen Tür war für Lucien gewöhnungsbedürftig gewesen. Da alle Hofbewohner alle Hnde voll zu tun hatten, kamen regelmäßig Besucher auf ihn zu, um ihn wegen dies und jenem um Rat zu fragen. Zwar gab er sich Mühe ruhig zu bleiben, aber insbesondere, wenn sie etwas partout nicht verstanden, oder zu plötzlich hinter ihm auftauchen, verspürte er einen Impuls der unkontrollierten Wut. Aber er maßregelte jedes Mal rechtzeitig seine Gliedmaßen, sodass es keine Zwischenfälle gab. Um den Massen aber etwas aus dem Weg zu gehen, hatte er sich zum Westernplatz aufgemacht, wo nachher die Disziplinen stattfinden sollten. Er selbst war für das Barrel Racing ebenso wie für das Cutting gemeldet und darauf freute er sich insgeheim, auch wenn er das recht gut verbarg. Mozart war gut vorbereitet und freute sich gewiss schon tierisch auf seinen Auftritt auf der großen Bühne. Mit einem Schmunzeln fragte sich Lucien, ob er den Paint nicht vielleicht für die Dressur hätte anmelden sollen. Da hätte er immerhin seine erfüllung in klassischer Geigenmusik gefunden - eine Vorliebe des Wallachs, die so wenig zu ihm passte, wie ein rosa Shirt zu Lucien. Deswegen hatte er sich an diesem Tag auch für ein schlichtes Schwarz entschieden. Wie eigentlich fast immer. Dazu trug er enge graue Jeans. Der typische Westernlook war nicht seine Welt. Er war Reiter, kein Cowboy. Der Hut würde nur die Frisur ruinieren. Die blond gefärbten Strähnen waren auch heute wieder penibel in die richtige Richtung gezupft worden.
Am Westernplatz wurde er augenblicklich von einem Schwarzbraunen Ungetüm begrüßt, dass ihm tatsächlich augenblicklich ein Lächeln abrang. Obwohl er sonst so verschlossen war, schafften es Tiere meist sofort, ihn zu erweichen. Da änderte auch der eindrucksvolle Körperbau des Hundes nichts daran, sodass Lucien Asga bereitwillig knuddelte. Die Hündin wuselte vergnügt um ihn herum und schmiegte sich an seine Beine, bis er endlich in die Hocke ging und sie Anstalten machte in seinen Schoß zu klettern. Sie dachte wohl auch, sie sei mehrere Zentimeter kleiner. Bevor er aber die Dobermanndame tadeln konnte, ertönte schon Joleens Stimme über den Platz und er musste sich ernsthaft fragen, warum er überhaupt hergekommen war. So genau wusste er das selbst nicht. Vielleicht weil er Ruhe gewollt hatte? Vielleicht weil er gehofft hatte, sie dort zu treffen? Vielleicht weil er trotz Allem gern in der Nähe seiner Ausbilderin war? Er konnte es sich selbst nicht erklären, doch umhüllte Joleens Anwesenheit ihn sofort mit einem wohligen Wärmegefühl. "Jetzt ganz offensichtlich die Arbeit und meine in Not geratene Ausbilderin.", antwortete er unter einem schelmischen Zwinkern, ehe er von Asga abließ, was diese nur widerwillig hinnahm. Er schlenderte hinüber zu der Westernreiterin - welch ein Glück, dass er sich die Hemdsärmel bereits hochgekrempelt hatte. Sie wären spätestens jetzt vollkommen ruiniert gewesen - oder von Asgas Sabber. Lucien schnappte sich eines der Fässer und drehte es solange über den Boden, bis es an der gewünschten Stelle mit dem Kreuz stand. Anschließend schnappte er sich ein weiteres, während Joleen ebenfalls an die Arbeit ging. "Und du arbeitest einfach gerne, dass du so zeitig hier schon alles aufbaust?" Es war ihm nie schwer gefallen, seine Ausbilderin zu Duzen. Schon immer hatte er es komisch gefunden, andere zu Siezen, obwohl sie ihn duzten. Lehrer zum Beispiel. Er sah es einfach nicht ein, jemandem vermeintlich mehr Respekt zu zollen, als dieser ihm entgegenbrachte. Auch das war eines seiner Probleme, die ihn einst hinter Gitter gebracht hatten.

{Gedanken | Asga | Joleen | Fässer}

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Joleen Mahone

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Mo Dez 05, 2016 5:34 pm

[out: Asga ist rot, nicht schwarz Wink und angeleint war sie auch Very Happy]

Sebastian hatte Joleen erst von Luciens Vergangenheit erzählt, nachdem sie ihn bereits einen Monat lang in ihren Fittichen gehabt hatte - und jetzt, wo sie daran zurückdachte, war sie der Überzeugung, dass das auch besser so war. Ihre Eltern hatten immer Vorsicht gepredigt, und natürlich hatten da auch Vorurteile mit reingespielt. Exhäftlinge waren gefährlich und unberechenbar, das übliche Zeug. Und das hätte sie sicherlich daran gehindert, unvoreingenommen in das Training mit ihrem Schützling einzusteigen. Doch so hatte sie nichts davon gewusst, hatte sich selbst ein Bild von dem jungen Mann machen können, und hatte entschieden, dass er zwar nicht immer ganz einfach war, sie die Aufgabe aber mit Freuden annehmen würde. Das Wissen, das man ihr erst nach einer Weile zugesteckt hatte, änderte daran nichts. Lucien hatte sich offensichtlich verbessert - und wenn Asga ihn mochte, gab es keinen Grund zur Beunruhigung, dann konnte sie sich auch wirklich blind darauf verlassen, dass er kein schlechter Mensch war.
Und das zeigte sich ja auch immer wieder. Er arbeitete hart, befolgte Anweisungen, und seit sie sich gemeinsam fürs Duzen entschieden hatten (nach der ersten Trainingseinheit, so ungefähr) lief das auch viel besser, dass er sich tatsächlich auch mal Kritik annahm. Er war einfach überhaupt nicht so, wie Jos Eltern immer "Menschen wie ihn" beschrieben hatten. Er war rücksichtsvoll und gut mit Tieren, und auch wenn er eher der einzelgängerische Typ war, gab er doch immer sein Bestes, zu helfen, wo er konnte. Vielleicht also hatten Jos Eltern in der Hinsicht mal unrecht - jeder Mensch, auch ein Exhäftling, konnte sich bessern, und hatte dementsprechend eine zweite Chance verdient. Joleen hattte sich entschieden, sie ihm zu geben, und war belohnt worden mit einem jungen Mann, der ihr mehr wie ein Freund vorkam als wie ein Auszubildender. Das lag vermutlich an dem geringen Altersunterschied - aber die beiden verstanden sich auch privat einfach blendend.

"Also in Not geraten bin ich nun wirklich nicht", erwiderte Jo mit einem Grinsen; solche Kommentare nahm sie von Lucien schon gar nicht mehr ernst - sie wusste ganz genau, dass er das niemals ernst oder böse meinte. Einige andere hätten so nicht mit ihr umspringen dürfen. Lucien machte sich sofort an die Arbeit und packte mit an, was eine weitere Eigenschaft von ihm war, die sie mochte - er gab die Widerworte, während er sich schon daran machte, ihre Aufgabe zu erfüllen. Das mochte sie.
Auf seine Frage hin, was sie hier tat, zuckte sie mit den Schultern, nachdem sie die nächste Tonne hingestellt hatte - fehlten nur noch zwei. "Ich will halt, dass alles perfekt ist.", gab sie zu - und vor vielen anderen war sie bei aller Liebe nicht so offen. Sicherlich war das seltsam; aber was auch immer hier passierte, sie wollte es nicht anders haben. "Immerhin ist das hier heute unsere Chance, mehr Westernreiter auf die Ranch zu bekommen." Sie konnte sich vorstellen, dass es für Lucien Stress bedeutete, mit den ganzen fremden Menschen zu kommunizieren, die heute auf dem Hof unterwegs waren, und entschied sich, ihn einfach mal einzuspannen. "Wenn wir mit den Tonnen fertig sind, sollten wir schonmal die Sachen fürs Trail bereitstellen, damit der Umbau schneller geht.", sagte sie also, "Und danach sollten wir die Pferde für die Prüfungen vorbereiten."


{ Gedanken | Gespräch mit LUCIEN }

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Lucien Carlyle

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Mi Dez 07, 2016 4:42 pm

Das Leben auf der Straße war etwas, das Lucien sich ausgesucht hatte. Seine Vergangenheit nicht. Woher er kam, wusste niemand so genau, denn der junge Mann aus Florida sprach nicht über sein Elternhaus. Das tat er niemals; zu lebendig wurden dann die Erinnerungen an den Vater, der ihn als Sohn verstoßen hatte; der ihn immer nur geschlagen, aber niemals wirklich geliebt hatte. Die Gewalt war ihm in die Wiege gelegt worden und seine Mutter hatte ihren Frust im Alkohol ertränkt. Es war nicht immer leicht gewesen, aber vermutlich hätte es auch schwerer sein können. Sicherlich - das Jugendamt war mehr als einmal da gewesen, er hätte nur mitgehen müssen. Doch das hatte er nicht getan, denn Lucien wollte stets selbst entscheiden, wohin er ging und was er tat. Wollte sich nicht mehr in die Regeln und die Gewalt eines älteren Menschen drängen lassen und sich diesem schon gar nicht unterwerfen. Autoritäre Personen mochte er nicht, hatte jeden Therapeuten von sich gestoßen und war wutentbrannt vor den Menschen geflohen, die ihm angeblich helfen wollten. Dass er letztlich ausgerechnet in den Pferden Ruhe und Zuflucht fand, hatte ihn selbst überrascht und oftmals wusste er selbst nicht, wie er an jenem Nachmittag plötzlich auf dem Reiterhof der Kleinstadt gelandet und zum ersten Mal auf Pferde getroffen war. Zu dieser Zeit war es Geronimo gewesen, ein kleiner vorwitziger Shetlandwallach, der den Jungen aus der Reserve und schließlich auf den Platz gelockt hatte. Mit dem Pony hatte er so manche Stunde mit Bodenarbeit verbracht, ehe er das erste Mal in Erwägung zog, auf den Pferderücken zu steigen.
Es war also ein ungewohnter Werdegang, denn die meisten hier, ritten von Kindheit an. Vermutlich auch Joleen, die gerade ebenfalls Fässer rollte und jegliche Not von sich wies. Lucien quittierte dies nur mit einem Blick, der vermutlich soetwas wie "jaja" bedeuten sollte. Inzwischen war dies seine Art, bissige Kommentare zu unterlassen, wenngleich hier kein Grund bestand, zickig zu werden. Er neigte nun einmal dazu. Als seine Lehrerin ansprach, sie wolle mehr Westernreiter auf den Hof bekommen, verdrehte Lucien die Augen. Eigentlich gefiel es ihm ganz gut so wie es war. Die meisten ritten Englisch und ließen ihn somit zufrieden - wollten keines dieser bescheuerten "wir-reiten-dieselbe-Disziplin-lass-mal-Freunde-sein"-Bündnisse eingehen. Nachdem sein Anteil an Fässern stand, zog er eine Packung Zigaretten aus der Hosentasche und zündete sich einen der Glimmstängel an, ehe er einen tiefen Zug nahm. Dies war das letzte Laster, das ihm nach mehreren Drogenexzessen geblieben war. Joleen ebenfalls eine Zigarette anzubieten, kam ihm nicht in den Sinn. Teilen war nicht seine Stärke, denn das wenige, was er hatte, hatte er stets gelernt zu verteidigen. Zudem wusste er nicht einmal, ob sie überhaupt rauchte.
"Wieso? Ist es dir zu einsam mit mir?" Man konnte nicht leugnen, dass Lucien manchmal Anstalten machte zu flirten und doch konnte man sich selten sicher sein, ob dies beabsichtigt war. Zwar war er niemand, der sich wegen seines Äußeren verstecken musste, wenn er wohl auch nicht jedermanns Geschmack war, aber er wirkte vom Auftreten her nicht wie jemand, der edurch die Weltgeschichte flirtete. Sonst suchte er schließlich immer die schützende Distanz. Aber bei Joleen war das anders. "Wir sind Westernreiter und keine Pferdepfleger. Mir macht auch niemand mein Pferd fertig." Ganz abgesehen davon, dass Lucien Letzteres nicht tolerieren würde. Er hatte herzlich wenig Lust darauf, anderen die Arbeit abzunehmen. Ihm nahm sie schließlich auch niemand ab. Auch hier auf den HR dachte er noch nach dem Prinzip "wie du mir, so ich dir" und wer ihm nicht half, der brauchte von ihm keine Hilfe erwarten. In Vorleistung zu gehen kam für den Blonden nicht in Frage und allein der Gedanke für andere Leute die Drecksarbeit zu machen, weckte Frust in ihm, sodass er zwei rasche Züge hintereinander an der Zigarette zog, während sich sein Blick stur geradeaus richtete. Joleen brauchte nicht zu wissen, wie es wirklich in ihm aussah. Bei der Zigarettenmenge vermutlich ohnehin sehr sehr schwarz.

{Joleen}

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Mo Jan 16, 2017 8:20 pm

Joleen war jeden Tag aufs Neue überrascht, wenn sie mit Lucien zusammen arbeitete. Er war so viel mehr, als er zu sein schien, der sommersprossige kleine Eskalateur. Er hatte eine harte Schale, die er auch gern verteidigte, und zeigte sich gern nur ganz cool mit Kippe im Hals und dummen Sprüchen. Sie konnte das verstehen. Sie kam auch nicht gerade aus einfachen Verhältnissen; immerhin war sie schwarz, und eine Frau. Sie verstand, warum Menschen sich so einen Schutz zulegten, und bei ihm konnte sie es sogar nachvollziehen, nachdem sie seine Akte Abend für Abend studiert hatte, bis sie jedes kleine Detail davon kannte. Bevor sie ihn kennengelernt hatte, hatte sie gedacht, dass ihre Aufgabe, ihn zu fordern und zu fördern, eine schwere werden würde; nach einigen Wochen jedoch hatte sie jedoch feststellen müssen, dass das nicht der Fall war. Im Gegensatz zu beängstigend, überfordernd und anstrengend war es unterhaltsam, lehrreich und abwechslungsreich geworden. Sie lernte von ihm vermutlich genauso viel, wie er von ihr lernte.
Das stand ziemlich weit oben auf ihrer Liste von Dingen, die sie niemals laut zugeben würde.
Kaum, dass die Tonnen standen, bekam Jo wieder mal eine volle Ladung Lucien-Abwehr verpasst; die Zigarette wurde angezündet - sie hatte damit weniger Probleme, wenn er das draußen machte, und so quittierte sie das nur mit einem verächtlichen Blick und einer skeptisch hochgezogenen Augenbraue. Mit seiner Ausdrucksweise konnte sie mittlerweile leben; sie war immerhin nicht aus Zucker und in einer nicht immer einfachen Gegend aufgewachsen, sie konnte durchaus mit Großmäulern wie ihm umgehen. Seit er das gemerkt hatte, waren ihre Gespräche oft mit schneidenden Kommentaren bestückt - sie waren beide sehr gut darin, und so war es mehr ein Spiel zwischen den beiden, als der Versuch den anderen zu verletzen. Und das machte Jo mehr Spaß, als sie es sich erträumt hätte.
So auch jetzt.

"Es wäre durchaus schön, mal wieder mit einem Menschen zu arbeiten, der auf meinem intellektuellen Niveau ist.", erwiderte Jo trocken; Lucien musste wirklich nicht wissen, dass sie der beste Auszubildende war, den sie je gehabt hatte, und sie sich jeden Tag auf die gemeinsamen Unterrichtseinheiten freute. Vielleicht würde Sebastian doch Recht behalten, und der geringe Altersunterschied zwischen den beiden Westernreitern würde für sie doch noch zum Problem werden. Aber darüber wollte Jo sich keine Gedanken machen. Deswegen schlenderte sie auch ganz gemütlich herüber zu Asga und nahm die Leine der Hündin in die Hand.
"Ganz genau, Schlaupelz. Deswegen gehen wir jetzt auch in den Stall, damit jeder sein eigenes Pferd fertig machen kann. Oder hast du keine Lust darauf, den Leuten eine kleine Show zu liefern, bevor die Prüfungen anfangen?" Das war eine deutliche Herausforderung. Sie wollte wissen, wie weit Lucien gehen würde; schon früh hatte sie gelernt, dass er dort meistens reagierte wie jeder andere Mann auch: er wollte sich immer und stets vor ihr beweisen. Eigentlich brauchte er das nciht, doch sie nutzte es hin und wieder gern aus, um ihn und auch Mozart an die Grenzen zu bringen, um ihnen etwas neues beizubringen. Ohne das würden die beiden nicht so weit sein, wie sie es jetzt waren, und vermutlich war es keinem der beiden Sturköpfe klar.

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BeitragThema: Re: Westernplatz   So Jan 29, 2017 7:13 pm

Dort, wo Lucien aufgewachsen und einen Großteil seines Lebens verbracht hatte, waren Vorurteile etwas, das auf der Tagesordnung stand. Die Menschen seines unmittelbaren Umfeldes waren nicht sonderlich gebildet gewesen und eher primitiv veranlagt. Manche Männer hatten noch immer nicht akzeptieren wollen, dass Frauen dieselben Rechte besaßen wie sie selbst und dass Farbige keine Staatsverbrecher oder Sklaven waren. Lucien hatte das Unrecht nicht selten mit ansehen müssen, auch in der eigenen Familie, wo der Vater die Mutter nicht wirklich respektiert hatte. Er selbst hatte für sich entschieden, dass dies nicht seine Lebensweise war. Zwar besaß auch er keinen besonders guten Schuldabschluss, eben nur das, was zwingend nötig war, aber er hatte ein Gespür für Werte mit auf den Weg bekommen. Und für Gerechtigkeit, selbst wenn sich dieses Bild bei ihm nicht selten heftig verschob, weil er sich selbst im Recht sah, obwohl er es nicht war. Dieser Gerechtigskeitssinn, wenn man ihn denn so nennen wollte, hatte ihm auch die meisten Schwierigkeiten eingebracht. Und brachte sie heute noch.
Dass seine jetzige Lehrerin keine prototypische, weiße Amerikanerin war, störte ihn herzlich wenig. Schließlich war auch er selbst kein sehr musterhafter Schüler, sondern eher das hässliche Entlein auf dem See von schönen Schwänen. Ob er also jemand war, der auf die inneren Werte achtete, blieb aber auch ungeklärt, denn Lucien schien niemand zu sein, der gerne dazu überging, tiefe Freundschaften zu pflegen. Außer zu Mozart. Der Paint, der ebenso viele Gegensätze in sich vereinte, wie sein Besitzer.

Auf Joleens Stichelei hin, schnaubte der Rothaarige nur verächtlich und zog mit grimmiger Miene an seiner Zigarette. Dummheit oder mangelnden Intellekt ließ er sich nur ungern nachsagen und doch wusste er, was es bedeutete, wenn er seine Chance hier vergeigte. Er war schon auf der roten Liste, eine zweite Chance war ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch kochte es in ihm, dass Joleen ihn so frech abgestempelt hatte. Mit zusammengekniffenen Augen sah er gen Himmel, die Sonne stand schon relativ hoch, doch es war noch keine Mittagssonne. Also tat er so, als würde er einen Blick auf seine imaginäre Armbanduhr werfen, die er nicht besaß. "Es müsste gerade einmal elf Uhr sein, warum die Eile?" Pünktlichkeit war keine Tugend, die Lucien besaß. Er verschlief gerne, er war morgens träge und er war generell nicht der eifrigste, wenn es darum ging, pünktlich zu sein. Dennoch war es erstaunlich wie gut er sich im Laufe seines Lebens offenbar zurechtgefunden hatte, ohne große Reichtümer zu besitzen. Immerhin schien er die Uhrzeit wirklich am Stand der Sonne abgelesen zu haben. Wie viele Schüler beherrschten das im Zeitalter von Smartphone und Co noch? Aber er wollte keinen Eindruck schinden, für ihn war es etwas ganz Gewöhnliches, sich so zu behelfen. Möglicherweise kam er deswegen immer zu spät. Präzise Uhrzeiten existierten in seinem Leben schlichtweg nicht, er besaß kein Zeitmesser. "Eine Show? Ich dachte, das sei ein vollkommen seriöses Turnier mit allem Tamtam, was dazugehört. Es wird genug Show sein, wenn Mozart euch wie von selbst alle schlägt." So ganz konnte er das dann doch nicht auf sich sitzen lassen, doch seine Entgegnung war so trocken, wie die zuvor von Joleen. Nahm er ihr den Kommentar wirklich übel? Es sah ganz dannach aus, denn das Grinsen war von seinen Zügen verschwunden und er zog sich den Cowboyhut ein wenig tiefer in die Stirn. Diese Sonne war nicht gut für seine empfindliche Haut mit den vielen Sommersprossen.

{Joleen}

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Sa Apr 08, 2017 9:04 am

» Plot 10: das Sommerturnier
+ Tag der offenen Tür


## ZEITSPRUNG: es ist jetzt 11:30
## alle Charaktere haben sich bei den Ständen eingefunden, wofür sie eingetragen sind. Ausnahmen bilden die 11:30/12:00/12:30 Starter, die dürfen auch die Vorbereitung ihrer Pferde beschreiben.
## es wird jetzt mit dem M-Springen weitergehen und danach nur eine kurze Zeit für andere Posts geben, bevor es mit den Western-Disziplinen und dann mit der Vielseitigkeit weitergeht
## jede Turnierteilnahme wird in einem Post bespielt! Bitte schmückt auch die Vor- und Nachbereitung der Pferde nicht zu weit aus, sonst eskaliert es nur.
## ihr dürft jetzt gern neue Postinggruppen bilden, immerhin überspringen wir eine Stunde Zeit
## wer sich noch für irgendeine Disziplin nachtragen möchte, meldet sich bitte kurz beim Spielleitungsaccount!
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Jim Turner

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Ausbildung : Er macht eine Ausbildung zum PFERDEPFLEGER; ein Beruf, den jeder braucht, aber nicht jeder respektiert.
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BeitragThema: Re: Westernplatz   Mo Sep 18, 2017 5:25 pm

Glücklicherweise hatte sich Hazel dann doch noch bereit erklärt, sich um Jolly zu kümmern; die Hündin war nur zu begeistert, dass sie bei ihrer neuen Freundin bleiben durfte, und Jim hatte ein Problem weniger, um das er sich Sorgen machen musste. Straws war auf Hochglanz poliert, und wenn man sich die doch recht kleine Palominostute so anseh, war es kein Geheimnis, dass sie eine Schönheit war, die eigentlich für besseres bestimmt war, als ein Leben als Reitschulpferd. Vielleicht sollte Jim Holmes überreden, die Stute zu verkaufen - oder zumindest einmal decken zu lassen. So viel Potential und gutes Blut sollte nicht verloren gehen. Diese Gedanken gingen ihm durch den Kopf, als er sich in den frisch gefetteten schwarzen Westernsattel schwang, in seinem besten Turnieroutfit, und begann, die Stute, mit der er nun schon so lange arbeitete, warm zu reiten. Straws-typisch ließ sie sich von dem Rummel, der sie umgab, doch beeindrucken, und er musste ein paar mehr Paraden und enge Wendungen reiten, als er es eigentlich vor hatte. Doch der Auszubildende wusste, wie er mit seinem Pflegepferd umzugehen hatte, und er hatte schon wesentlich schlimmere Pferde geritten und auch auf Turnieren vorgestellt, als sein kleines Goldlöckchen.
Jim musste überrascht zugeben, dass sich mehr begeisterte Zuschauer beim Westernreiten eingefunden hatten, als er erwartet hatte. Vielleicht lag das daran, dass die meisten Englischprüfungen für den Moment vorbei waren - so weit er sich erinnern konnte, war die Vielseitigkeitsprüfung die nächste, und die würde erst in einer halben Stunde beginnen. Zum Glück hatte er die Aufmerksamkeit seiner Stute mittlerweile bei sich, hatte sie konzentriert warmgeritten, sodass er keine tickende Zeitbombe unter sich hatte, als er in die Arena gerufen wurde. Vermutlich lag es daran, dass sie diesen Platz kannte, diesen Ort, und das einzige, was sie etwas unruhig machte, waren die Wimpelchen und die Zuschauer - aber es gab schlimmeres für ein gut ausgebildetes Pferd. Ein Unterstufenschüler war vor ihnen dran gewesen, als zweiter Starter nach einem Reiter von Außerhalb, und Jim grüßte ihn, bevor er sich zum Start bereit machte. Erst dann, Sekunden, bevor sein Ritt begann, fokussierte der junge Mann sich komplett auf die vor ihm liegende Aufgabe.

Einmal tief durchatmen.
Er hatte die erste Tonne schon im Blick.
Und dann ging es los.
Er brauchte die Zügel nur vorgeben und sein Gewicht nach vorne verlagern, und Straws schoss nach vorn. Mit dem Start hatten sie lange zu kämpfen gehabt, aber mittlerweile hatten sie sich auf ein Signal geeinigt, und es funktionierte einwandfrei. Im Slide um die erste Tonne kam die Stute, die doch etwas viel Speed drauf hatte, etwas zu weit vom perfekten Punkt weg, und Jim musste etwas Geschwindigkeit rausnehmen. Die zweite Tonne war besser, die dritte nahezu optimal. Die letzte - wieder ein wenig zu viel Speed, aber dieses Mal war es egal, da jetzt nur noch die lange Gerade durchs Tor fehlte - im gestreckten Galopp fegte das Paar über den Sand, und hinterließ viele der Zuschauer sprachlos; und wenn es nur die waren, die keine Ahnung von Western hatten.
Jim wusste natürlich, dass die Runde nicht perfekt gewesen war, und dass sie, so wie er die anderen Reiter, die ihm folgten, einschätzen konnte, kaum eine Chance auf eine Platzierung hatten - aber es war trotzdem eine gute Runde gewesen, vor allem für ihn und Straws, und sobald er seine schöne Reitbeteiligung durchpariert hatte, überschüttete er sie mit Lob. Die Stute schnaubte und schüttelte die Anspannung aus ihrem Hals, bevor sie ihm einen kecken Blick über die Schulter zuwarf.
"Ja mein Mädchen - wir reiten jetzt trocken, und dann bekommst du deine Banane!", sagte er mit einem Lachen zu dem Pferd, und ritt dann im Schritt zurück zum Abreiteplatz.


{ cf.: Stall || Warmreiten || Turnierstart || tbc.: Stall }

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Lucien Carlyle

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BeitragThema: Re: Westernplatz   So Okt 01, 2017 6:25 pm

Das Gespräch mit Joleen hatte nicht wirklich geholfen, die Nervosität zu beseitigen, oder ihm irgendwelche Zweifel zu nehmen. Was wohl auch daran lag, dass Lucien relativ beratungsresistent war und nur glaubte, was er auch wirklich sah, anstatt auf die Worte anderer zu vertrauen. Verübeln konnte man ihm das aber kaum, denn immerhin hatte es in der Vergangenheit des Jungen genug traumatische Erlebnisse gegeben, die dieses fehlende Vertrauen rechtfertigten.
Mozart dagegen vertraute er. Zumindest meistens. Und umgekehrt verhielt es sich ähnlich. Seitdem Joleen sie trainierte, waren sie noch mehr zu einem Team zusammengewachsen, als er es für möglich gehalten hatte. Lucien konnte sich wirklich nicht über seine Trainerin beklagen, die stets pro Pferd trainierte, anstatt des Schecken zu überfordernd. Stattdessen hatte sie erkannt, welch kluger Kopf in dem von der Laterne gezeichneten Pferd steckte und förderte dies dementsprechend. Unter anderem durch Barrel Racing. Mozart hatte viele Talente und während sich Lucien immer nur auf das Reining und Cutting konzentriert hatte, hatte Joleen die Idee gehabt, ihn im Barrel Racing zu trainieren. Bisher mit Erfolg und doch hatte Lucien sich zunächst gesträubt, an dem Turnier teilzunehmen. Immerhin war es nicht ihre Paradedisziplin. Doch Reining wurde nicht angeboten und Joleen hatte ihn immer mehr gedrängt und ermuntert, sodass er schließich eingewilligt hatte.
Nun stand er hier, auf der Stallgasse. Das schwarze Fell des Wallachs glänzte, als wäre es poliert worden. Die weißen Stellen waren blitzsauber. Lucien lief einmal nicht in zerrissenen Hosen herum, sondern hatte sich in die dunkelblaue Reitjeans geschwungen, die er selbst im Training kaum trug und hütete wie einen Augapfel. Sie war das einzig, halbwegs wertvolle Bekleidungsstück, das er besaß. Sonst ritt er in Alltagsjeans. Dazu trug er ein silbergraues Hemd, was ebenso das Licht reflektierte und glänzte wie Mozarts Fell. Man sah ihn sonst nie in Hemd, weshalb er jetzt augenblicklich elegant und schick wirkte, obwohl sein Ego immer mehr zu schrumpfen begann, je näher seine Startzeit rückte. Er setzte seinen Hut auf, gurtete nach und sah ein letztes Mal Richtung Joleen. Aufmunternd nickte sie ihm zu mit einem merkwürdigen Glanz im Auge. Bevor er aber weiter darüber nachdenken konnte, musste er los um Mozart aufzuwärmen. Sie waren ohnehin knapp dran. Wie immer.

Der Sprecher nannte ihre Namen und das Pferd-Reiter-Paar ritt auf den Platz. Tief durchatmen. Ruhe bewahren. Luciens Augen verengten sich, als er die Tonnen in Augenschein nahm. Mozart hatte den Kopf nach oben gereckt und blickte sich mit geblähten Nüstern um. Es war, als sauge er die Atmosphäre förmlich in sich auf. Die Startglocke ertönte. Ein letztes Mal durchatmen. Zügel aufnehmen und konzentrieren. Mozart fand die vielen Menschen jedoch weitaus interessanter. Waren sie etwa alle wegen ihm gekommen? Lucien trieb ihn in den Galopp und der Wallach schoss voran, ehe er direkt Kurs auf die Fässer nahm. Der Azubi merkte, dass das Tempo zu hoch war, bremste ihn, zwang ihn zur Konzentration, doch Mozart war noch zu abgelenkt, das erste Fass kostete sie viel Zeit. erst dann schien der Wallach zunehmend bei der Sache zu sein und horchte auf die Hilfengebung seines Reiters, dem es mehr schlecht als recht gelang, die Zuschauer auszublenden. Sahen sie nur einen Reiter unter vielen? Oder den Versager, der er war?
Das dritte Fass umrundeten sie dann flüssig und auch der Rest gelang ihnen relativ gut, ehe es an den Schlusssprint ging, der Mozart immer am meisten Spaß machte. Der Schecke gab noch einmal alles und zeigte, welches Tempo in ihm steckte. Erf flog förmlich dahin, Lucien hob sich leicht aus dem Sattel und ließ sein Pferd einfach laufen. Nur fliegen war schöner.

Es war keine perfekte Runde gewesen. Eher im Gegenteil. Aber das war egal. Er brauchte wohl kaum hoffen, bei dieser Konkurrenz irgendetwas zu reißen. Wo war sein Selbstbewusstsein, wenn er es einmal brauchte? Womöglich gehörte auch dies nur zu seiner Fassade, anstatt zu seinen echten Charakterzügen. Als er Joleens fragenden Blick sah, winkte er nur ab. Schweigend führte er Mozart in seine Box, wo dieser die Nase in das Heu steckte. Ein Seufzen entglitt ihm. Er würde wohl nie zu dieser Welt gehören.
{<- STALL | Start | STALL ->}

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Phillip Meehan

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Do Okt 19, 2017 12:47 pm

Phillip war in dem gesamten Jahr, in dem er schon für die Horizon Ranch arbeitete, kein Turnier mehr gegangen. Dafür waren die Bereiter zuständig, und mal ganz davon abgesehen - Phoenix war noch lange nicht dazu bereit, in einem Ring, der von lauter lärmender Menschen umgeben war, vorgestellt zu werden. Er war ja schon froh, dass der Fuchs nicht mehr jedes Mal lossprang, sobald sich ein Ast oder ein Schatten bewegte. Deswegen hatte er ja auch den Springsattel mal wieder gegen den Westernsattel getauscht und sich auf Etálons Rücken geschwungen. Er hatte mit dem buntgescheckten Wallach kaum geübt die letzten Wochen - dafür hatte er zu viel zu tun gehabt. Und dennoch fühlte es sich richtig an, als er den Westernsattel unter sich spürte und dieses Pferd, das scheinbar auf den puren Gedanken reagierte, wenn Lip ihn noch gar nicht fertig formuliert hatte. Schon beim Warmreiten trat ein strahlendes Lächeln auf Lips Gesicht - deswegen liebte er dieses Pferd so sehr. Er wusste, dass Sebastian im Park alle Hände voll zu tun hatte, aber er wünschte sich trotzdem ein bisschen, sein Vorgesetzter könnte Etálon jetzt tanzen sehen: das war der Grund, warum er seinem Freund geraten hatte, den Wallach zu kaufen.
Bald schon begann die Prüfung, und Lip war ein klein bisschen aufgeregt, als sie zum Westernplatz, der nun von seinen Tonnen befreit worden war, ritten. Doch er konnte vorher schon sagen, dass alles gut werden würde. Der Wallach und er waren ein eingespieltes Team, das von jahrelanger gemeinsamer Arbeit profitieren konnte. Wie selbstverständlich schwebten sie über den Platz und vollführten die verlangten Aufgaben mit einer Genauigkeit, die die Zuschauer überraschte. Etálon war kein Turnierpferd, war er nie gewesen; doch seine Ruhe und sein Wille, zu gefallen, machten es einfach, ihn auf solchen kleinen Prüfungen, wo es eigentlich um nichts ging, vorzustellen. Phillip fühlte sich wohl, fühlte sich gut - vermutlich hätte das nichtmal Joleen besser machen können, und sie war die offizielle Westernbeauftragte der Ranch.

Als Lip am Ende abgrüßte und wieder auf den Abreiteplatz ritt, wusste er, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, sich doch dazu überreden zu lassen, am Turnier teilzunehmen. Im Sattel fühlte er sich am Wohlsten, da machten ihm auch die Blicke der anderen nichts. Und er wollte der Welt immer noch zeigen, was für ein wundervolles Pferd dieser große, braune Mischlingswallach war, an dem so viele gezweifelt hatten. Es hinterließ ihn mit guter Laune, und er konnte sich nicht daran hindern, seinen Partner mit der dicksten Möhre zu belohnen, die er finden konnte, als er ihn zurück in den Stall brachte.
Sie hatten gute Arbeit geleistet.


{ cf.: Stall | Turnierteilnahme | tbc.: Stall }

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Lucien Carlyle

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Sa Nov 04, 2017 10:49 am

Obwohl gut eine Dreiviertelstunde zwischen seinen beiden Starts lag, kam Lucien die Zeit wie eine Ewigkeit vor. Unruhig tigerte er vor Mozarts Box auf und ab, immer wenn er sich setzen wollte, musste er weiterlaufen, weil seine Beine einfach nicht stillstehen wollten. Das Barrel Race war nicht gut gelaufen und es hatte ihn in keinster Weise in seinem Selbstvertrauen bestärkt. Joleen gab natürlich ihr Bestes und versuchte ihn aufzumuntern, aber der Versuch war kläglich. Wenn sie gesehen hätte, wie abgelenkt er und Mozart von der Atmosphäre gewesen waren, hätte sie kaum so gesprochen. Er konnte ja nicht ahnen, dass seine Lehrerin den Ritt sehrwohl beobachtet hatte. Dennoch konnte er ihren Worten keinen Glauben schenken, ganz gleich, wie zuversichtlich Joleen klang. Er biss sich missmutig auf die Unterlippe, warf ihr aber keine spitzzüngige Bemerkung an den Kopf, sondern schnaubte nur. Leise, aber verächtlich. Nein, der Ritt war nicht ut gewesen und er war weit entfernt von einem Hauch Perfektion. Was hatte er sich nur dabei gedacht, bei diesem Turnier mitzumachen? Vermutlich hatte er wirklich nur seiner Lehrerin einen Gefallen tun wollen, damit sie wenigstens ihren einzigen Azubi der Welt präsentieren konnte. Aber es fühlte sich aktuell alles andere als gut an, von so vielen Leuten angestarrt zu werden, die darauf warteten, dass er einen Fehler machte.
Als er das nächste Mal auf die Uhr sah, waren nur wenige Minuten vergangen und am liebsten hätte er irgendwo gegengetreten. Wahrscheinlich hätte er das sogar wirklich getan, wenn er nicht im Stall gewesen wäre. Die sensiblen Tiere wollte er nun wirklich nicht verschrecken. "Gut ist relativ..." Recht niedergeschlagen murmelte er diese Worte mehr zu sich selbst als zu Joleen, wappnete sich aber dennoch für eine erneute Standpauke seiner Ausbilderin. Sie gab sich alle Mühe, damit er zuverischtlicher wurde, aber es wollte ihm nicht gelingen. Er war eben doch ein verkorkster Pessimist.

Ihre Startnummer wurde aufgerufen und Lucien verließ mit Mozart den Abreiteplatz. Der Schecke musterte wie schon zuvor neugierig seine Umgebung, als wolle er alles in sich aufsaugen. Insbesondere die kleinen Menschen, die hier herumliefen, weckten seine Aufmerksamkeit. Als sie auf den Platz einritten, glaubte Lucien, sein Herz springe ihm noch aus der Brust, so stark schlug es. Beinahe so, als würde es das Blut panisch durch seine Adern pumpen und mit ihm das Adrenalin, das ihn mehr und mehr durchflutete. Mozart wollte erst nicht stehen bleiben, sodass Lucien ihn ein wenig korrigieren musste, ehe er geschlossen zum Gruß vor den Richtern stand. Würde es ihm diesmal gelingen, diese Atmosphäre hier auszublenden? Auf den Tribünen verebbte der Applaus. War dieser vielleicht doch nicht neckisch, sondern respektvoll? War an Joleens Worten doch ein Funken Wahrheit? Freuten diese Leute sich hier einfach nur auf einen Tag voller Pferdesport? Es war denkbar der ungünstigste Zeitpunkt, um über soetwas nachzudenken.
Schnell gab er mit einem Nicken zu verstehen, dass er bereit war. Die Rinder wurden hereingelassen, erneuter Appaus, dan ertönte das Startsignal. Die 2 1/2 Minuten liefen. "Ok, Junge, auf geht's!" Mozarts Ohren flogen nach vorn und zurück, von seinem Reiter zu den Rindern. Immer wieder, dann gab Lucien ihm auch schon zu verstehen, dass er loslegen durfte. Ein Schnauben ertönte aus dem Leib des Schecken, der sich in Bewegung setzte. Es gelang Lucien nicht mühelos, ein Rind auszumachen, dass sie gut von der Herde absondern konnten, sodass sie bald nur noch eine Minute hatten, um es zu separieren. Mozart lief angstlos auf die Herde zu, während Lucien ihn zu dem Jungbullen dirigierte, der nicht so ganz wusste, in welche Richtung er nun entweichen sollte. Das war ihre Chance. Die Herde setzte sich in Bewegung, der Bulle suchte nach Anschluss, aber Mozart hatte das bereits vorhergesehen. Wie es die Regeln vorschrieben, legte Lucien die zügelführende Hand auf dem Mähnenkamm seines Pferdes ab, damit klar wurde, dass von nun an Mozart alleine das rind separierte. Nur mit Gewichtshilfen unterstützte Lucien den Schecken. Das verwirrte Rind fand bald kein entkommen mehr, die Sekunden, die es galt es zu separieren, liefen heruntern. Quälend langsam. Immer wieder sprang Mozart beinahe katzenartig von links nach rechts, um den Bullen an der Flucht zu hindern. Anerkennend lobte Lucien ihn mit der Stimme, dann ertönte das erlösende Signal und Applaus ertönte. Die Bühnen dröhnten. Er ließ von dem Rind ab, das schnell zu seiner herde zurücklief, dann verließ er den Platz. Diesmal jedoch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Mozart hatte sich von Anfang an konzentriert, obwohl er selbst unsicher gewesen war. Ihre BEwegungen waren eins geworden. Es war nicht dasselbe wie Reining, aber beim Cutting war der Wallach so gefordert gewesen, dass er den Tumult um sich herum vergessen hatte. Lobend fiel der Azubi dem Schecken um den Hals, als auch schon seine Ausbilderin an ihm vorbeiritt. Sie würde als nächstes ein Rind sondieren. Lucien nickte ihr zu. Er glaubte nicht daran, bei diesem Turnier irgendetwas zu gewinnen, aber Joleen gönnte er den Sieg. Sie hatte es irgendwie verdient. Immerhin glaubte sie noch immer an ihn. Trotz seinem Aussetzer im Barrel Race.

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Joleen Mahone

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Sa Nov 04, 2017 5:38 pm

Freckles war vielleicht nie ein herausragendes Turnierpferd gewesen, aber das bedeutete nicht, dass er keine Erfahrung hatte. Weder er noch Joleen hatten je die Ambitionen gehabt, im wirklich großen Sport mitzumischen. Das Paar war eine lokale Berühmtheit, die afroamerikanische Reiterin und der Roanwallach, bei denen alles auf fast schon spiritueller Ebene lief. Sogar, bevor Jo ihn gekauft hatte, vor über zehn Jahren, hatte sie ihn schon geritten, und auch auf seinen ersten Turnieren vorgestellt. Sie war diejenige gewesen, die geholfen hatte, ihn einzureiten, da hatte sie auch das Recht gehabt, ihn vorzustellen. Und das hatte auch nicht aufgehört, als sie ihn dann gekauft hatte, oder, als sie ihn hatte kastrieren lassen. Freckles war einfach ein Pferd, der das brauchte - vom monotonen täglichen Training wurde ihm langweilig, und dann tat er gerne auch mal so, als hätte er seine Klöten noch. Das brauchte Jo nicht, also ritt sie lieber alle ein, zwei Monate mal das eine oder andere Turnier mit. Mittlerweile nichts größeres mehr, so wie vielleicht für fünf Jahren, immerhin war Freckles schon achtzehn und Ice brauchte auch eine Menge ihrer Aufmerksamkeit.
Aber dennoch war das Szenario für sie heute nichts besonderes. Gut, vielleicht ein bisschen, weil sie so mit Lucien beschäftigt gewesen war, dass sie gar nicht wirklich Zeit gehabt hatte, sich selbst auf ihren eigenen Ritt vorzubereiten. Und vielleicht auch, weil das hier mal wieder Heimatboden war, und nicht irgendein Turnier in irgendeiner unbekannten Umgebung; aber das verschaffte ihr ja eigentlich nur einen Vorteil. An diesem Tag würde sie nicht reiten, um sich selbst etwas zu beweisen, oder um Freckles bei Laune zu halten. An diesem Tag würde sie reiten, weil es um ihre eigene Ehre ging und um die Ehre des Hofes: sie musste den Zuschauern zeigen, was sie als Westernleitung des Hofes konnte, und dass diese Menschen die Schicksale ihrer Kinder in die Hände eines Profis legten. Natürlich wusste Jo, dass es nie eine gute Idee war, sich vor einem Turnier so einen Druck zu machen. Ließ sich aber nicht verhindern, wenn es um so viel ging.

Freckles war freudig, aber doch relativ entspannt, als sie ihn schließlich warmritt. Der Wallach war einfach nur glücklich, dass er jetzt doch endlich noch arbeiten durfte, und auch endlich mal ihre nahezu ungeteilte Aufmerksamkeit bekam - gerade beim Fertigmachen hatte sie immerhin mehr Zeit mit ihrem Auszubildenden verbracht als mit ihrem eigenen Rittpartner. Auch jetzt auf dem Abreiteplatz hatte sie immer ein Auge und ein Ohr bei Lucien und Mozart, doch die beiden schienen sich inzwischen wieder gefangen zu haben und waren konzentriert am Arbeiten, ungeachtet der Ausbilderin, die mit auf dem Platz war. Das war genau das, was sie von Lucien erwartete: absolute Professionalität. Als der junge Mann und sein Schecke schließlich aufgerufen wurden, tippte sie nochmal den Hut für ihn - mehr als Glück und Erfolg wünschen, konnte sie ihm jetzt nicht mehr. Aber die beiden würden es schon packen.
Mit einigen einfachen Aufgaben lockerte sie Freckles nochmal weiter in Schulter und Hinterhand, und wenn sie ganz unfällig einige spektakulärer wirkende Aufgaben einbaute, die den gewünschten Effekt erzielten, aber auch die Zuschauer, die sich am Abreiteplatz gesammelt hatten, beeindruckten, dann war das sicherlich nicht so gemeint. Außer, dass es so gemeint war. Sie hatte etwas zu beweisen an diesem Nachmittag. Sie lauschte auf den Applaus, auf den Timer, und als sie Lucien nach seinem Ritt sah, wusste sie, dass er alles richtig gemacht hatte. Sie schenkte ihm ein Lächeln - das würde Lob genug für ihn sein und ihm hoffentlich klarmachen, dass er auf dem richtigen Weg war und seinen Kopf endlich mal aus dem Arsch ziehen musste.

Joleens Ritt selbst war einfach und unspektakulär - eigentlich tat Freckles die ganze Arbeit. Der Quarterwallach wusste ganz genau, was er tat, wusste, wie er wann zu reagieren hatte; das einzige, was sie noch entschied, war, welches Kalb sie aus der Herde trennen wollten. Die junge Kuh war relativ entspannt gewesen, und wurde aber unruhiger, wenn der braunschimmelige Wallach ihr zu nahe kam - eine Aufgabe, die die beiden gut meistern konnten, aber die auch nicht zu einfach sein würde. Freckles und sie zogen ihre Bahnen, sprangen wie von Fäden gezogen von A nach B, und die Zeit verflog wie von selbst, während das Kalb unglücklich nach dem Rest der Herde muhte und immer wieder versuchte, zu seiner Familie zurückzukehren. Doch das Paar hatte kein Problem damit, das Kleine so lange abzuhalten, bis die Glocke ertönte - und die Uhr eine Zeit zeigte, über die sogar Jo etwas überrascht war.
Sie waren lange nicht mehr so gut geritten.


{ cf.: Stall | Warmreiten | Lucien | Ritt | tbc.: Stall }

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BeitragThema: Re: Westernplatz   Gestern um 5:42 pm

» Plot 11: Prom Night
Frühlingsgefühle inklusive


Die letzten Wochen waren chaotisch, geradezu die Hölle: nicht nur gab es viel emotionales Drama für die verschiedenen Bewohner der Ranch, nein; auch die Abschlussprüfungen standen an. Für die Auszubildenden hat sich das erste Lehrjahr dem Ende zugeneigt, für die Schüler das erste Schuljahr - für manche bedeutete das trotzdem, dass sie sich auf die Versetzungsprüfungen vorbereiten mussten. Das, zusammen mit allem anderen, was geschehen war, hat eine Menge Druck auf die Bewohner des Internats gepackt. Doch nun ist es vorbei, und ein letztes Abenteuer vor den langen Sommerferien steht an: der Abschlussball!

Am Mittag hat es in jeder Stufe Zeugnisse gegeben, für die Auszubildenden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfungen, und in den nächsten Tagen wird der Hof sich leeren, die meisten werden über die Ferien wegfahren - Schüler müssen den Hof verlassen, Auszubildende, Mitarbeiter und Lehrer haben die Chance, auf der Horizon Ranch zu bleiben. Als krönender Abschluss des goldenen ersten Jahres hat man sich was ganz besonderes überlegt: einen Abschlussball. Die Aula des Schulgebäudes hat man in ein glitzerndes Wunderland verwandelt, es gibt ein Buffett, genug Tische, damit jeder sitzen kann, und eine Tanzfläche, die ebenfalls groß genug für alle sein sollte. Im Park sind unzählige Lichterketten aufgehangen worden, um auch draußen für eine romantische Abschlussstimmung zu bringen. Alle Bewohner haben sich nach bestem Wissen und Gewissen aufgetakelt und freuen sich auf diesen letzten Abend.

## Freitag, 27. Juni 2014 ;; 20:00
## sonnig, perfekter Abend, 25°C
## bespielbare Orte: Aula, Park
## Holmes hat bereits seine Rede gehalten und den Ball feierlich eröffnet - ergo, alle Gäste befinden sich bereits in der Aula oder im von dort aus zugängigen Park: keiner kommt erst an!
## Bitte bedenkt, dass die Erfüllung der Quests Pflicht ist!



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