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 America vs Canada

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Kyle Davison

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BeitragThema: America vs Canada   Do Jun 25, 2015 3:35 pm



» America vs Canada
{Plot 8} Jim Turner & Kyle Davison


Datum: Donnerstag, 24.04.
Tageszeit: Spätnachmittag, 17.00
Wetter: bedeckter Himmel vereinzelter Sonnenschein



_________________
Cornet Iblis / stallion / kwpn
I've never been a saint but I still love you everyday


Zuletzt von Kyle Davison am Do Jun 25, 2015 4:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: America vs Canada   Do Jun 25, 2015 4:14 pm

Gott sei Dank, waren die Workshoptage vorbei. Anders konnte man es einfach nicht sehen, denn wer betrachtete schon gerne Tag für Tag die überaus durchschnittlich schlechte Reithaltung von Reiter und damit auch Pferd? Selten hatten Trainings Kyle so resigniert wie an dem vorangegangenen Wochenende, als in seinen Stunden regelmäßig Pferd und Reiter ein und aus gingen. Wie immer war mit dem kanadier nicht gut Kirschenessen gewesen und insbesondere dann, wenn die Paraden nicht auf den Punkt genau taktiert waren, brachte dies den Dunkelhaarigen regelmäßig zur Weißglut. Sehr zum Leiden seiner Schüler, die in den Workshops eigentlich nur Erfahrungen sammeln wollten. Doch das Leben war zu kurz, um nur herumzuspielen und Kyle war nun einmal erfolgs- und leistungsorientiert, sodass er auch von den jüngsten Teilnehmern ein enormes Engagement verlangt hatte. Letztendlich waren sie alle immer sehr erschöpft vom Platz gegangen, doch vermutlich hatte das Training bei Kyle auch etwas Gutes: Man lernte etwas, das konnte niemand abstreiten. So unwirsch der verwöhnte 26-Jährige auch war, so besaß er doch einiges an Erfahrungen und er hatte schon auf genug Pferden gesessen, um die Schüler in die richtige Richtung zu lenken. Vermutlich hatte Holmes ihn auch deswegen ausgewählt, einige Workshops zu übernehmen. Oder er hatte damit das Ziel verfolgt, dass Kyle selbst etwas dabei lernte. Und so sehr es dem Kanadier auch missfiel, er musste zugeben, dass auch er gelernt hatte an diesen Tagen. Zum Beispiel hatte er irgendwann soetwas wie einen Hauch Geduld entwickelt, den er vorher defintiv nicht gehabt hatte. Deswegen ernetete man nun häufiger ein müdes Lächeln, als eine lautstarke Standpauke. Insbesondere Emilía kam dies sicherlich zu Gute, auch wenn sie sich noch regelmäßig in der Wolle hatten.

Abseits all der schlechten Reithaltungen, trainierte Kyle nun wieder mit seinem weißen Hengst. Es wurde wärmer und somit war auch die große Turniersaison nicht mehr weit. Dieses Jahr standen einige große Turniere an und dafür musste sowohl er als auch sein Pferd in Bestform sein. Cornet Iblis sah dies offenbar ähnlich, denn nach der langen Winterpause, drängte der 8-Jährige immerzu vorwärts und sogar Kyle hatte oftmals Mühe, ihn zurückzuhalten. Sie waren schon zwischenzeitlich im Gelände gewesen, hatten dort Sprints trainiert und einige Baumstämme übersprungen, doch an diesem Tag stand das Springtraining im Parcour an, das im Winter viel zu kurz gekommen war. In der Halle gab es einfach zu selten die Möglichkeit, einen ordentlichen Parcour aufbauen zu können, ohne gestört zu werden. Und nichts war störender, als hilflos herumirrende Schüler, die Konzentration und Geschwindigkeit störten, weil sie immer im Weg waren. Somit war der Springplatz eine angenehme Abwechslung und es war auch kein Wunder, dass der Schimmel wie ein Wahnsinniger auf die Sprünge zurannte.
Nicht einmal nach einer halben Stunde wurde der Belgier langsamer, aber dafür kontrollierter, sodass er die Sprünge weitaus weniger oft riss und endlich mehr Ruhe in ihn gebracht werden konnte. Kyle passte sich seinen Bewegungen harmonisch an und richtete Cornet auf den nächsten Steilsprung, der nicht allzu hoch war. Es war der Einsprung zu ihrem eigens entwickelten Parcour, bei dem die Höhe der Sprünge zwischen 1,45m und 1,55m missten. Elegant, wie man es von Turnieren bei Cornet gewohnt war, nahm er den Einsprung, sodass Kyle ihn guten Gewissens direkt isn Geschehen schicken konnte. Sollte er diesen Durchgang fehlerfrei schaffen, würde der Hengst für heute erlöst sein. Kyle wusste, welches Potenzial in dem Jungen unter ihm steckte und deswegen wusste er auch genau, was er von ihm verlangen konnte. Beispielsweise die eng gebaute Zweierkombination, bei der nicht mehr als ein Galloppsprung zwischen den Sprüngen lag. Für ein Pferd mit raumgreifenden Sprüngen wie Cornet, konnten solche Kombinationen durchaus problematisch sein, doch sie waren kein Ding des Unmöglichen. So ließ Kyle ihn erst Tempo machen, nahm ihn dann zurück, setzte ihn auf die Hinterhand und gab dann die Hand nach vorne. Der Weiße streckte sich, sprang ab, landete, wurde wieder zurück genommen, und setzte schon zum nächsten Satz an. Kurz berührte er die Stange, doch das verhasste Klappern blieb aus, sodass sie den höchsten Steilsprung in dieser Runde ansteuern konnten, der für den Schimmel kein Problem darzustellen schien. Überraschend gewann er diesmal rasch an Höhe, sodass sie problemlos darüber hinweg flogen. Den folgende Oxer fand der Hengst zunächst sehr vertrauensunwürdig, sprang dann aber doch auf Drängen seines Reiters ab. Die Dreifachkombination, hinter der der Aussprung stand, war die letzte und auch größte Schwierigkeit, sodass Cornet diesmal wirklich auf den Punkt genau abspringen musste. Kyle atmete einmal tief durch, wendete ihn dann ab und visierte die Sprünge an. 1, 2, 3, 4, 5 Absprung. 1 Absprung. 1, 2 Absprung. Nichts klapperte und es fühlte sich an, als würden sie nur noch durch den Parcour fliegen. Eng lag der Kandier an den Hals seines Pferdes gedrückt, dessen weiße Mähne ihm in das ungewöhnlich gebräunte Gesicht spielte, während ihre Bewegungen miteinander verflossen. Sie waren wahrlich ein Bild von dem, was man eine Einheit machte und so blieb auch kein Zweifel mehr, dass der Aussprung klappen würde. Noch einmal die Konzentration hoch halten, dann die Hand nach vorne drücken, die Schenkel anlegen, Knie zu machen und noch ein letztes Mal fliegen.
Zufrieden mit dieser Trainingseinheit, ritt Kyle zum Zaun, wo er sich die dunkelblaue Abschwitzdecke mit der dunkelroten Kordel von Kingsland schnappte und dem Schimmelhengst überwarf. Dieser war nassgeschwitzt von oben bis unten und wirkte zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig ausgepowert. Nicht selten hatten die Pfleger in den Wintermonaten Probleme mit ihm gehabt, weil er nicht richtig ausgelastet war. Insbesondere die Tage des Schneesturms waren kritisch gewesen, als Kyle kaum Gelegenheit gehabt hatte, sein Pferd zu bewegen, dass immer ungestümer geworden war. Dies würde sich jedoch nun ändern, sodass die Pfleger wieder den angenehmen, stolzen Genossen an ihrer Seite hatten, der Cornet Iblis eigentlich war. Und wo man gerade von Pflegern sprach. Die schlanke Silhouette die des Weges kam, im Schlepptau ein stämmig gebautes Kaltblut, konnte nur der Pflegerazubi selbst sein. Obwohl Kyle und Jim eigentlich kaum etwas gemeinsam hatten - außer ihrem Interesse für Pferde - wechselten sie doch des Öfteren einige Worte miteinander. Und wenn Jim nur seine Lebensgeschichte erzählte und Kyle ihn anfuhr. Aber nach diesem erfolgreichen Training, hatte Kyle sogar ein Grinsen für den Schwarzhaarigen übrig, der am Zaun zum Stehen gekommen war. Ob er sie schon länger beobachtet hatte, wusste er nicht.
"Na, beim Angrasen gewesen und davon geträumt ebenfalls über Hindernisse zu springen?" Wie üblich lag ein etwas überhebliches, aber auch sehr anzügliches Grinsen aus seinen Zügen, als er zum Gatter kam und Jim bedeutete, dass er sie hinaus lassen sollte. Iblis schnaubte einige Male ab und reckte dann neugierig den Kopf in Richtung Gulliver, der noch auf einigen Grashalmen herumkaute. Die beiden pferde waren ebenso unterschiedlich wie ihre Besitzer. Hier der stämmige Gulliver, mit dem dichten Behang, dem runden Bauch und kräftigen Beinen; dort der athletische Warmblüter, mit dem feinen Kopf, dem Sportpferdegang und der trainierten Muskulatur. Auf der einen Seite Jim, mit seinen längeren Haaren, den blauen Augen, dem schlanken, aber nicht zwingend muskulösen Körperbau, meistens schwarzen Klamotten, von Läden, die Kyle nicht einmal bei einer Erpressung betreten würde. Auf der anderen Seite dann der Kanadier, mit dem dichten braunen Haar, den ebenso braunen Augen, dem muskelbepackten Körper, seiner Modelfigur, dem kantigen Gesicht und seiner Markenkleidung. Bei dieser hatte er heute - wie bei seinem Pferd - auf Produkte der Kingsland Kollektionen zurückgegriffen: ein königsblauer Pullover mit Lederbesätzen am Ärmel, darüber eine dunkle Weste mit Logo auf Brusthöhe. Seine Beine waren gekleidet in eine dunkle Pikeurhose und Königsspringstiefel, auf seinem Kopf thronte der Casco-Helm. Sein Vierbeiniger Begleiter trug - passend zur Abschwitzdecke - die gleichfarbige Schabracke, ein mexikanisches Reithalfter, einen schwarzen Springsattel, Eskadron AiR Gamaschen und Hufglocken mit Lammfellbesatz. Das Gefälle hätte also kaum stärker sein können, aber dennoch kamen die beiden jungen Männer selten voneinander los.

Gemeinsam schlenderten sie in Richtung Stall, wo beide Pferde ihr Abendessen in Empfang nehmen durften. "Und was steht bei dem fleißig und brav arbeitenden Azubi heute noch so an?" Würde Kyle einmal nicht Spotten, vermutlich wäre das dann ein Grund zur Sorge. So jedoch konnte man sich sicher sein, dass er wohlauf war, wenn er noch im Stande war, andere Leute aufzuziehen. Vom Platzende kamen Filou und Phönix angelaufen. Während die Yorkshireterrierhündin aufgeregt um sie herumsprang, hielt Phönix Abstand und betrachtete Jim scheu, als wolle sie ihn mit ihrer Anwesenheit nicht belasten. Die Münsterländerhündin, die durch ihre Schüchternheit so unglaublich süß und herzergreifend wirkte, hielt noch immer Sicherheitsabstand, sodass einem ihr Schicksal schon fast leid tun mochte. Aber offenbar hatte sie ein gutes Zuhause gefunden, wo sie so sein konnte wie sie war, denn inzwischen versuchte sie wenigstens nicht mehr im Erdboden zu versinken, sobald "fremde" Personen in der Nähe waren. Entwicklung war eben etwas Beständiges.


{Workshops | Training | Jim&Gulliver | Rückweg Stall}

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BeitragThema: Re: America vs Canada   Mi Jul 08, 2015 10:42 pm

Jim wusste nicht mehr genau, wie es an diesem verschneiten Januartag dazu gekommen war, dass Kyle und er was miteinander angefangen hatten. Im einen Moment hatten sie sich gegenüber gesessen und Jim hatte den älteren mit seinen nervigen Kommentaren angekotzt, und im nächsten hatte Kyle ihn gegen die Kissen gedrückt - oder gegen die Wand, auf dem Weg hoch zum Apartment des Bereiters. Es war so ein typischer One Night Stand, der ihnen beiden half, Dampf abzulassen, ohne sie zu irgendwas zu verpflichten. Um ehrlich zu sein, Jim war sich nicht sicher, ob er überhaupt etwas .. Andauerndes, ganz egal wie ernstes, mit Kyle haben wollte. Sie würden sich, sollten sie mehr Zeit miteinander verbringen, garantiert nach einigen Wochen gegenseitig die Kehle aus dem Hals reißen.
Es war seither ein, zwei Mal mehr passiert - und hatte dafür gesorgt, dass es so etwas wie eine Freundschaft zwischen ihnen gab. Sie akzeptierten sich, so konnte man es nennen. Jim bekam auch mal ein Lachen aus dem Dunkelhaarigen heraus, nicht nur immer böse Kommentare. Die Umschreibung traf es recht passend. Jim war dafür ganz dankbar; denn Kyle war einfach. Kyle war Sex, wenn sie es beide brauchten, ohne dass es einen Morgen danach geben musste, oder peinliche Stillen, oder unbeholfenes Umeinander-herumgetanze. Das war ziemlich praktisch bei dem Gefühlschaos, das ansonsten gerade in Jim herrschte. Da war die Sache mit Nathan, diese blöde Verknalltheit; und da war das Sam-Problem. Dass das Arschloch von seinem Ex auch unbedingt hier anfangen musste!
Nicht, dass er sich die Ablenkung zuvor bei Kyle gesucht hatte. Doch als Jim Gulliver von der Wiese holte, und dann Kyle mit seinem weißen Hengst durch den Parcours flitzen sah, kam er nicht umhin, als auf solche Gedanken zu kommen. Problem war, Jim stand auf Reiter - vor allem auf die talentierten, die diese harte Arbeit wie Zuckerschlecken aussehen ließen. Und so blieb Jim schließlich stehen, ließ Gulliver am Wegrand weitergrasen, während er beobachtete, wie der Bereiter und sein Cornethengst durch die Gegend galoppierten, immer in perfekter Geschwindigkeit, mit nahezu optimalen Abständen. Das war wirklich eine Kunst - eine Kunst, die Kyle perfektioniert zu haben schien. Dass er starrte, bemerkte er erst, als Kyle das Training beendete und ihn anquatschte; doch das störte Jim wenig. Es war kein Geheimnis, dass er den Älteren wirklich attraktiv fand.
"Geträumt ja - von dem Parcours eher weniger", erwiderte Jim mit einem Grinsen, und bückte sich, um den Terrier von Kyle zu begrüßen - Jolly war für den Moment in Gullivers Box zurückgeblieben, weil die Huskydame die schlechte Angewohnheit hatte, hinten bei den Wiesen auszubrechen, und da hatte er eher weniger Lust drauf. Filou und Jolly waren sich lustigerweise ziemlich ähnlich, verstanden sich ziemlich gut; aber es wurmte Jim etwas, dass Phönix noch immer Angst vor ihm zu haben schien. Allerdings hatten sowohl er als auch Gulliver sich damit abgefunden, sodass er sich nicht weiter darum störte, als die beiden Männer mit ihren Pferden den Weg zum Stall antraten.
"Naja, fleißig und brav gearbeitet hab ich schon - also werd ich jetzt faul und frech und mach mir 'nen schönen Abend.", gab Jim zurück, strich sich sein langes Haar aus dem Gesicht, und zupfte leicht am Strick seines Kaltblüters, als der sich ein weiteres Maulvoll (lieber zehn) Gras holen wollte. Seine Augen trafen einmal mehr Kyles, und eine Augenbraue hob sich in einer Frage, die mit dem schiefen Grinsen auf seinen Zügen ziemlich unmissverständlich war. "Und Mister Lokalsternchen hier? Hast du Pläne?"
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Kyle Davison

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BeitragThema: Re: America vs Canada   Do Jul 16, 2015 2:48 pm

Den meisten Leuten war es schlichtweg zu viel Sport oder zu viel Anstrengung täglich zu trainieren, für Kyle war es so etwas wie eine Lebenseinstellung. Der Sport hielt ihn auf den Beinen, machte ihm sich selbst und sein Leben erträglich und würde man ihn durch ausreichend Bewegung nicht auslasten, so würde es einem mit ihm vermutlich ähnlich ergehen, wie mit einem unterforderten Border Collie: es war schier unerträglich. Zwar blieb fraglich, ob Kyle dumme Sachen anstellen würde – wie die Couch in Fetzen zu reißen – jedoch stand wohl außer Frage, dass er regelrecht unausstehlich wurde. Noch unausstehlicher, als er ohnehin schon war und das würde auch den Rest der Hofbewohner – die ihm noch nicht feindlich gesinnt waren – an den Rand ihrer Toleranzkapazität bringen. Der Kanadier war kein einfaches Kaliber und wahrscheinlich hielt sich die Mehrheit von ihm fern, weil sie nicht wussten, wie sie mit ihm umgehen sollten. Die, die sich dann trauten und sich ihm näherten, vergraulte er in aller Regel mit bissigen oder gar beleidigenden Kommentaren. Bereuen tat er dies jedoch nicht, denn die einfache Hofgesellschaft war bei Weitem kein guter Umgang für ihn. Da berief er sich lieber auf die privilegierten Kreise, in denen er eigentlich zu Hause war. Tja, und dann war da Jim. Der Pferdepfleger, bei dem die Arroganz des Kanadiers zeitweise Aussetzer hatte und das, obwohl er grundlegend nicht an Männerliebeleien interessiert war. Aber Kyle war in dieser Hinsicht auch ein aufgeschlossener junger Mann, der gerne einmal über die Strenge schlug, oder – wie in diesem Fall – sich die Zeit mit allen möglichen Beschäftigungen vertrieb. Schließlich ging seinem Pferd irgendwann auch einmal die Puste aus und so brauchte er jemanden auf der Reservebank, auf den er dann zurückgreifen konnte. Jim war dafür eine ideale Partie, da er zwar viel redete, aber selten wirklich tiefgründige Fragen stellte, sodass Kyle eingewilligt hatte, ab und an mal einen Abend zusammen zu verbringen. Deutlich spürte er immer wieder die Bewunderung die der Stallpfleger für ihn besaß und auch diese überschwängliche Begierde, die er kaum verheimlichen konnte, entging Kyle nicht, aber er ließ all das unkommentiert. Weniger weil er es genoss, sondern viel mehr, weil er es nicht anders gewohnt war. Jim war somit auch die Person, die sein herabgesetztes Ego wieder ein pushte und ihm neue Zuversicht gab, dass er nicht an sich selbst zweifeln brauchte. Mal davon abgesehen, dass Kyle dies ohnehin nicht tun würde, weil…come on – man brauchte sich nur seinen Körper anzusehen.
Der schweißnasse Körper unter dem Kanadier akklimatisierte sich nur langsam unter der Abschwitzdecke und schielte aus den Augenwinkeln immer noch zu Gulliver, der sich aber weitaus mehr für das Gras, als für den edlen Zeitgenossen interessierte. Im Gegenteil zu seinem Besitzer, der keinen Hehl daraus machte, dass er diesen Abend zur freien Verfügung hatte und damit einen recht deutlichen Wink gab, dass er auch für Kyle Zeit hatte. Der Brünette grinste nur in üblicher überheblicher Marnier, doch zum antworten kam er nicht mehr, da sein hengst begann unruhig auf der Stelle zu tänzeln. Er hatte beschlossen, dass er rauschende Bäume, durch die der Wind pfiff, just ab diesem Moment sehr ungeheuerlich fand und deswegen eine kleine Panikattacke erleiden musste. Souverän wie man es von Kyle gewohnt war, hatte er sein schneeweißes Tier wieder relativ schnell unter Kontrolle, konnte jedoch nicht verhindern, dass dieser einige impulsive Sätze nach vorne machte und sich damit von Jim und Gulliver absetzte. Unterdessen wechselte Phönix die Wegseite und suchte offensichtlich hinter dem massigen Pferdekörper Schutz vor den Hufen des weißen Hengstes. Angst und die Suche nach Schutz waren in der Regel die einzigen Gründe dafür, dass die Münsterländerin bei anderen Personen, oder Tieren, Zuflucht suchte. Cornet Iblis beruhigte sich allmählich wieder, sodass Kyle ihn durchparieren konnte, um das restliche Gespann aufschließen zu lassen. “Das heißt, du wechselst von den Tagträumereien in die nächtliche Traumwelt?! Sagt man nicht immer, man solle seine Träume leben, anstatt sein Leben lang zu träumen?“ Zu einem Kerl wie Kyle passte nichts anderes, als Selbstzufriedenheit und den Hang zu Seitenhieben bei anderen. Er zog Jim ebenso gerne auf, wie jeden anderen. Witzelte über ihn, wie er sonst nur über Emilía witzelte, wenn auch mit weniger Boshaftigkeit, weil er den Azubi irgendwie nicht als Feind ansah wie den Rest der Hofbewohner. “Weiß nicht, vielleicht suche ich mir eine Gesellschaft, die meiner würdig ist. Oder ich sterbe einsam in meinem Zimmer.“ Scherzhaft grinste er ihn an, während der Stall schon langsam in Sicht kam. Vermutlich würde er nicht sterben. Nicht an diesem Abend. Und wenn doch, würde er sicherlich nicht einsam sein, denn bei einem Kerl wie Jim mochte man einfach nicht glauben, dass er die Chance, einen weiteren Abend mit seinem Teilzeitlover zu verbringen, nicht nutzte. Allerdings sollte man sich seiner Annahme auch niemals zu gewiss sein und deswegen wartete Kyle lieber einmal ab, was Jim darauf zu sagen hatte, bevor er seine Schlüsse zog.

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